Teil 2
In der zwischenzeit in einem Waisenhaus in San Francisco fängt der Morgen wie jeden Tag an. Die Erwachsenen sind schon auf, welche die Vorbereitungen für den neuen Tag beginnen, wobei die Kinder und Teenagers noch alle seelenruhig in ihren Betten schlafen. Einige stehen schon auf und begrüssen den neuen Tag, welcher keine Schule bedeutet. Im ganzen Haus herrscht eine angenehme Stille, wie jeden Morg...
„RACHEL LUCKY TOWNER!"
Okay. Doch nicht so still wie jeden Morgen.
Eine Frau um die 50 Jahre schreit gerade ihre Kehle wund als sie in das Zimnmer von den zwei Mädchen Rachel und Conny hereinstürmt. Ihr Gesichtsausdruck ist unverkennbar: Wut. Doch natürlich scheint dies denn beiden Girls nicht im geringsten zu beunruhigen – wie jedesmal, wenn es zu einer solchen Situation kommt - und das einzige was ihnen auf das Hereinstürmen des „Hurrikans" einfällt ist „Hi Frau Lauresen." Und dabei noch ein Grinsen dazu, was zur Erheiterung der Stimmung von Frau Lauresen nicht sehr beiträgt.
„Wo warst du gestern, Rachel? Und wage es ja nicht zu sagen in der Schule, denn ich weiss ganz genau aus sehr verlässlicher Quelle, dreimal darfst du raten woher, dass du nicht dort anwesend warst!", schreit sie wütend, dass es wahrscheinlich ganz San Francisco gehört hat.
Rachel, ein junges Mädchen, welche vor nicht geraumer Zeit 15 geworden ist, ist für einen kurzen Moment über das Auftreten von Frau Lauresen überrascht, obwohl es ihr sehr bekannt ist. Nach einem Moment der Stille, kommt sie mit ihrer Ausrede, die sie sich schon gestern überlegt hat.
„Ich habe mich nicht so wohl gefühlt und...ging deshalb wieder nach Hause."
„Deine Lügen werden auch immer wie schlechter. Wieso warst du denn erst um 4 Zuhause, wenn du dich seit dem Morgen unwohl fühlst? He? Und wie mir der Direktor der Baker High vorhin erzählt hat, war dies nicht der einzige Tag an dem du gefehlt hast. In den letzten 3 Wochen hast du schon sechs Mal gefehlt. Sechs Mal! Er hat sich gewundert wieso du so oft "krank" bist."
„Ich kann das erklären. Ich meine...in einem Körper kann ein Virus gelangen oder Bakterien und das führt zu einer Reaktion im Kör..."
„Rachel", unterbricht Frau Lauresen Rachels Satz, wobei man eindeutig hört, dass sie heute wirklich – wirklich – kein Spass versteht.
Rachel erwidert angeblich überrascht, „Was? Hatten sie keine Humanbiologie in der Schule? Sie müssten doch wissen, wie eine Krankheit entsteht." Conny, die auf ihrem Bett liegt, kann sie ein Lachen nicht verkneifen, was zu einem bösen Blick von Frau Lauresen führt, welche nach einem kurzen Moment wieder zu Rachel blickt. Sie schliesst die Augen und zählt bis zehn.
„8..9..10...", murmelt sie vor sich hin. Als sie wieder die Augen öffnet, schaut sie Rachel direkt in ihre Augen und atmet tief ein. „Okay", sagt sie in angenehmer und ruhiger Stimme. „Du hast 2 Wochen Hausarrest. Kein Telefon, ausser für die Schule. Kein Fernseher und all die anderen Spiele hier im Haus. Du gehst morgens in die Schule, dann zurück nach Hause in dein Zimmer. Und hier drin, lernst du bis Bettruhe ist. Hast du mich verstanden?"
Auf diese Bestrafung reagiert Rachel jedoch sehr heftig.
„Was? 2 Wochen. Wieso? Das können Sie doch nicht tun. Heut Abend ist diese Party und..."
„Ich will nichts von dem hören", sagt sie wieder in einem wütenderen Ton. „Du gehst nirgendwo hin. Niergendwo! Und wenn ich herausfinde, und das werde ich Rachel, was du an diesen Tagen gemacht hast, dann gibt es noch grösseren Ärger."
Sie dreht sich um und geht wütend aus dem Zimmer, wobei sie die Tür wütend zuknallt.
„Das können Sie nicht tun!", schreit ihr Rachel hinterher, obwohl sie weiss, dass sie sich bei solchen Sachen nicht mehr umstimmen lässt.
Rachel lässt sich wütend auf das Bett fallen. „Oh man! Ich hasse diese Frau. Ich hasse diesen bekloppten Direktor und ich hasse dieses Haus!"
Conny, die beste Freundin von Rachel, welche während der ganzen Diskussion nichts gesagt hat, regt sich jetzt selber auf, da sie genau weiss, was heut abend auf der Party abläuft.
„Shit! Und wie kannst du jetzt auf die Party? Das ist DIE Party des Jahres. Dort sind alle Schüler aus der Oberstufe. Brad ist sogar dort."
„Meinst du ich weiss das nicht?", schreit sie Rachel an, was Conny ein wenig verletzt, weil sie ja nichts dafür kann. Rachel schaut sie an und entschuldigt sich sofort bei ihr. Nach einer kurzen Stille seufzt sie und starrt die Decke an, wobei Conny das gleiche tut.
„Oh man. Brad, der Kerl aus der Oberstufe. Der Football-Spieler des Jahres. Der Kerl, der vielleicht bald mir gehört. Der...oh man! Ich kann es nicht fassen. Wieso muss dieser blöder Herr Synder auch jedesmal anrufen, wenn ich nicht in die Schule komme."
„Er vermisst dich, Lucky", antwortet sie grinsend auf ihre Frage, was zu einem Lächeln von Rachel führt, welche im Leben schon oft im grössten Unglück Glück hatte und deswegen von einigen Lucky genannt wird. „Haha...Conny. Nein jetzt im Ernst. Was mache ich wegen heut abend?"
Conny denkt eine Weile nach und hat jetzt eine super Idee, obwohl sie weiss, dass dies zu noch grösserem Ärger führen könnte. Aber was machen junge Mädchen nicht alles um einen Kerl zu ergattern, der in der Oberstufe ist?
„Es gibt da schon eine Möglichkeit", sagt sie während sie zu Rachel schaut. In diesem Moment wird auch ihr klar, was Conny in Gedanken hat und es setzt sich ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht, bevor beide zusammen die gesuchte Antwort erwähnen. „Durch das Fenster ausfliegen!"
Beide nicken und liegen jetzt in Stille auf den Betten in ihren eigenen Gedanken versunken.
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Wieder im Haus der Halliwells schauen die zwei geschockten Schwestern die Person an, von welcher sie gerade erfahren haben, dass sie eine Tochter hat. Für einen langen Moment kommt ihnen kein Wort über die Lippen als endlich gesprochen wird.
„To...o...ochter? Was...welche...Tochter?"
Auch die zweite Schwestern erhält nach langer Zeit ihre Stimme zurück und versucht jetzt ihre Verwirrtheit und Unwissenheit mit Fragen aufzuklären.
„Deine Tochter?" Auf diese Fragen erfolgt ein Nicken.
„Okay! Du, meine Schwester, seit über weiss ich doch nicht wievielen Jahren, hat eine Tochter, von der ich nie etwas erfahren habe? Hab ich mich verhört?" schreit sie ihre ältere Schwester an. Sie ist jetzt so unglaublich wütend, dass ihr momentan lieber kein Dämon über den Weg laufen soll. Sie versteht nicht wie ihr so etwas Wichtiges überhaupt verschwiegen werden konnte.
Als ihre Schwester zu Wort kommen will, wird es jedoch nicht zugelassen.
„Nein, ich will nichts von dir hören. Ich...ist das ein Scherz...Denn ich kann nicht glauben, dass du uns dies verschwiegen hast."
Nach einer Pause wird das ganze Geheimnis von der Schwester gelüftet, welche sich nun an den Tisch gesetzt hat. Sie weiss nicht wie sie es ihren Schwestern erzählen soll, doch sie reisst sich zusammen und fängt nach einem Seufzen an.
„Ich war...war 14 Jahre alt."
„14 Jahre?", kommt die geschockte Nachfrage. „Ähm...rede weiter."
„Mit 14 war für mich das erste Mal. Ich...ähm...wurde dann schwanger.. Aber ich war zu jung um ein Kind aufzuziehen. Das Geld. Und Grandma wäre so wütend...so wütend auf mich gewesen und so entäuscht...und ihr und..." Sie holt in diesem Moment tief Luft „Ich...ich wusste nicht was tun und wollte es abtreiben. Doch ich konnte es nicht. Dann habe ich mich entschlossen es niemanden zu sagen und es dann nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Wisst ihr noch als ich 1 Monat nicht Zuhause war, sondern bei einem Schüleraustausch in LA?"
Als Antwort wird von beiden ein Nicken erwidert.
„Ich konnte meine Schwangerschaft gut verdecken, was mir jedoch im letzten Monat nicht mehr gelang und deshalb nach LA zu diesem Schüleraustausch ging. Dort im Memorial Hospital gebar ich am 1. Juni meine Tochter. Und dann kam ich wieder." Nach einer kleinen Pause. „Ohne sie."
Sie schaut in die Gesichter ihrer Schwestern, die noch immer in der Küche stehen, sich jedoch nach dieser unglaublichen und unerwarteten Geschichte auf die Stühle setzen.
„Wow. Das hätte ich jetzt nicht erwartet."
„Wieso hast du uns nichts gesagt? Es gab bestimmt eine andere Möglichkeit?"
„Damals dachte ich, dass wäre die richtige Entscheidung. Ich meine jetzt ist sie sicher ein hübsches Mädchen und lebt glücklich mit ihren Eltern zusammen. "
„Ihre Adoptiveltern", kommt als Verbesserung von Phoebe, was dazu führt, dass beide ihrer älteren Schwestern ihr in die Augen schauen.
„Weißt du in welche Familie sie gekommen ist?", wurde dann gefragt.
Nach kurzen Überlegen erwidert sie, dass ihre Tochter von der Familie Towner adoptiert worden ist, welche sehr angesehene und liebenswerte Personen sind und sich sicherlich gut um sie gekümmert haben.
„Ihre richtige Mutter hätte sich sicher tausendmal besser um sie gekümmert. Ich meine...egal wie alt du warst...du hättest sie hervorragend aufgezogen. Du wärst von Anfang an eine gute Mutter gewesen. Ich meine...ich spreche aus Erfahrung", sagt Phoebe und lächelt nachher.
„Danke.", sagt sie mit einem Lächeln. „Aber es war vielleicht doch besser so."
„Hast du dich nie nach ihr erkundigt?"
„Ich...ich wollte sie in Ruhe lassen bei ihrer Familie. Ich wollte es irgendwie vergessen. Das gelang mir ja logischerweise nie. Ich musste immer an sie denken. Und heute Nacht hatte ich einen Traum von ihrer Geburt. Es ist alles wieder hochgekommen."
„Hast du uns nur wegen diesem Traum von ihr erzählt?"
Sie schaut ihre Schwestern kurz an und dann schuldig auf den Boden.
„Es tut mir Leid. Ich konnte es einfach nie und...es tut mir Leid.", sagt sie seufzend.
„Hauptsache du hast es heute gesagt. Noch etwas...ich kenne jemanden, die nach LA gegangen ist und dort in einem Krankenhaus arbeitet. Vielleicht kann sie sich mal nach deiner Tochter erkundigen und dann weißt du wie es ihr geht. Was denkst du?", sagt Phoebe schlussendlich.
Als sie die Idee bejaht, obwohl sie sehr aufgeregt ist, wegen der ganzen Geschichte, geht die Jüngste zum Telefon. Ihre andere Schwester nimmt ihre Hand und schaut ihr tief in die Augen um ihr telepatisch mitzuteilen, dass sie und Phoebe immer für sie dann sein werden. Tausende Gedanken schwirren den beiden momentan in ihren Köpfen herum.
Pheobe kommt nach ihrem Gespräch mit ihrer Kollegin, wieder in die Küche, wobei ihre Schwestern sie mit grossen Augen fragend ansehen.
„Okay. Sie hat nachgeschaut und einiges herausgefunden. Und...das werdet ihr mir nicht glauben. Deine Tochter lebt schon seit 13 Jahren in San Francisco und momentan in einem Waisenhaus namens HOPE. Ihr Name ist Rachel Lucky Towner."
