A/N: So, hier kommt jetzt das zweite Chapter zu meinem One Shot! O.o Hoffe, es gefällt euch! Und danke an meinen ersten Reviewer! Du hast mir das Leben gerettet! War schon dem Verzweiflungstod nahe, weil keiner den süßen blauen Botton da unten gefunden hat...schluchz So, jetzt aber: On with the fic!

Oh, ach ja, da war doch was...

DISCLAIMER: Ich bin nix, ich hab nix - und Beyblade gehört mir schon gar nicht! Comprende? Gut. Diese ewige Selbstkasteiung nervt nämlich wirklich...


..: II. Greetings from the Past (part one) :..

Lautlos öffnete er die Tür zu ihrer Hotelsuite. Wie er erwartet hatte schliefen die anderen noch tief und fest. Kein Laut war zu hören. Lediglich das lautstarke Schnarchen eines gewissen Teamkameraden mit übersteigertem Ego durchdrang die friedliche Stille.

Vorsichtig und darauf bedacht, kein unnötiges Geräusch zu machen, bahnte er sich seinen Weg in das Zimmer, das er sich wie immer mit Ray teilte.

Nicht, dass er so rücksichtsvoll gewesen wäre. In spätestens einer Stunde würde er die anderen ohnehin aus ihren Betten treiben. Er war nur einfach nicht erpicht darauf, den anderen erklären zu müssen, wo er um diese Zeit herkam. Er glaubte nicht, dass einer von ihnen sein Verschwinden bemerkt hatte – und dabei sollte es auch bleiben.

Ohne das Deckenlicht anzuschalten schlich er zu seinem Bett am Fenster, zog seinen Seesack darunter hervor und öffnete ihn. Es dauerte nicht lange, bis er gefunden hatte was er suchte. Frische und vor allen Dingen trockene Kleidung unter dem Arm machte er sich auf den Weg ins Badezimmer. Eine heiße Dusche war genau das, was er jetzt brauchte.

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Ray blinzelte verstohlen in der Dunkelheit. Vor Stunden war er wach geworden, weil Kai sich unruhig in seinem Bett hin und her geworfen hatte. Er hatte dem eine Weile zugesehen und darüber gegrübelt, ob er den Russen aus seinem Alptraum wecken sollte. Doch noch bevor er eine Entscheidung hatte treffen können war der Blauhaarige mit einem nur halb unterdrückten Schrei aus den Kissen hochgefahren, schwer atmend und – wenn ihn seine Augen nicht getäuscht hatten – am ganzen Leib zitternd.

Schnell hatte er die Augen wieder geschlossen und versucht ruhig und gleichmäßig zu atmen, um die wachsamen Augen des Russen, die auf der Suche nach einem Zeugen seiner nächtlichen Unruhe Rays Bett fixiert hatten, nicht misstrauisch werden zu lassen.

Als er das Rascheln von Stoff und leise Schritte gehört hatte, hatte er einen vorsichtigen Blick riskiert und gerade noch das weiße Schalende seines verschlossenen Freundes durch die sich lautlos schließende Tür verschwinden sehen.

Er war aufgestanden und ans Fenster getreten. Es lag direkt über dem Eingang des Hotels, und sollte Kai sich tatsächlich in diesen tobenden Sturm hinauswagen, würde er ihn da unten sehen. Er würde darauf achten, welche Richtung er nahm, nur für den Fall…

Tatsächlich hatte er wenig später Kais dunkle Gestalt auf die verlassene Straße treten sehen und mit Schrecken festgestellt, dass sein Teamcaptain noch nicht einmal einen Mantel mitgenommen hatte. Er hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, ihm zu folgen, doch bis er die fünf unter ihm liegenden Stockwerke überwunden hätte wäre Kai längst irgendwo in den verwinkelten Straßen Moskaus verschwunden. Also hatte er beschlossen, einfach abzuwarten, bis Kai zurückkam. Ihnen stand ein wichtiges Turnier bevor – morgen würden sie das Finale der Weltmeisterschaft bestreiten. Kai war sicher nicht so verantwortungslos, ohne Mantel lange in dieser nassen Hölle da draußen zu bleiben und eine Erkältung zu riskieren. Und schließlich kannte er sich in der Stadt aus, immerhin war er hier praktisch aufgewachsen. Er würde sich also schon nicht verlaufen.

Er hatte sich also wieder in seine Kissen gekuschelt und gewartet. Inzwischen waren Stunden vergangen, der Morgen dämmerte bereits und der Regen begann allmählich nachzulassen. Er hatte die Tür zur Suite gehört und beobachtet, wie Kai sich lautlos ins Zimmer geschlichen hatte. Er hatte ihn eigentlich zur Rede stellen wollen, doch als er die durchnässte Gestalt seines Freundes sah, hatte er sich anders entschieden. Dieses Gespräch konnte warten. Wenn Kai nicht schleunigst aus diesen nassen Sachen käme, würde er sich noch den Tod holen.

Er sah ohnehin in den letzten Tagen ziemlich mitgenommen aus. Kein Wunder, wenn man bedachte, dass er noch keine Nacht richtig geschlafen hatte, seit sie hier waren. Ray vermutete, dass das mit seiner Vergangenheit zu tun hatte, doch der Russe weigerte sich vehement, darüber zu reden. Tysons energisches Drängen machte ihn nur noch abweisender und auch Max' freundliches Bitten sich ihnen anzuvertrauen stieß auf taube Ohren. Ray hatte sich bisher rausgehalten. Genau wie Kenny war er der Ansicht, dass Kai ihnen alles erzählen würde, wenn er bereit dazu war.

Doch inzwischen schien es ihm auch körperlich an die Substanz zu gehen. Er wirkte ständig müde und erschöpft, aß noch weniger als sonst – falls möglich – und verschwand immer wieder für Stunden spurlos, ohne ein Wort. Ray hatte ihn dabei beobachtet, wie er tief in Gedanken versunken in einem nahegelegenen Park gesessen und nichts in seiner Umgebung wahrgenommen hatte. Und nun hatte er auch noch Alpträume. Es war an der Zeit, dass er darüber sprach. Schließlich hatte er eine Verantwortung dem Team gegenüber.

Er beobachtete wie Kai das Zimmer verließ, und wenig später konnte er das Rauschen der Dusche hören. Gut. Wenigstens war er klug genug, seinen durchgefrorenen Körper wieder etwas aufzuwärmen. Ray beschloss aufzustehen und schon mal Kaffee aufzusetzen. Vielleicht konnte eine Tasse des heißen Gebräus helfen, Kai etwas gesprächiger zu machen.

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Kai schälte sich aus seinen nassen Klamotten und stieg in die Dusche. Ein leises Seufzen löste sich aus seiner Kehle, als er das Gesicht in den warmen Strahl hielt. Als das heiße Wasser über seinen unterkühlten Körper floß spürte er tausend Nadelstiche in seinen Muskeln, während sie sich langsam aufwärmten. Er hatte gar nicht bemerkt, wie kalt es draußen tatsächlich gewesen war.

Wieder dachte er an seinen Traum. Das Gefühl von Wärme und Geborgenheit, das ihm die kurze Erinnerung an seine Kindheit gegeben hatte, hatte längst wieder der erschreckenden Leere Platz gemacht, die er nach seinem unsanften Erwachen vor einigen Stunden empfunden hatte.

Was hatte er geträumt?

Er wusste es nicht. Er erinnerte sich an die Bilder, schreckliche Bilder. Blut überall, leere, blicklose Augen, die ihn leblos anstarrten. Doch er konnte sie nicht zuordnen.

Wieso all das Blut? Und wem gehörten diese Augen? Sie waren von einst leuchtendem Rotbraun gewesen, genau wie jene die er sah, wenn er in den Spiegel blickte. Doch in seinem Traum waren sie stumpf gewesen. Warum kamen sie ihm so vertraut vor? Warum hatte er das Gefühl, sie kennen zu müssen?

Als das Brennen seiner Haut unter dem heißen Wasser in ein angenehmes Prickeln überging, drehte er das Wasser ab und stieg aus der Dusche. Er rieb sich mit dem Handtuch ab, bis seine sonst blasse Haut sich rötete. Die Kälte war längst aus seinen Gliedern gewichen. Er wusste schließlich, wie man mit Unterkühlung umging. Zu oft hatte man ihn in der Abtei gezwungen, stundenlang im schlimmsten Schneetreiben zu trainieren, bei Temperaturen, die nicht selten unter der -20°C-Marke gelegen hatten.

Die Abtei. Gedankenverloren betrachtete er sein Spiegelbild. Überall zeichneten sich rötliche, erhabene Linien auf seiner Haut ab. Arme, Schultern, Rücken. Kaum eine Stelle, die nicht von Narben gezeichnet wäre. Quer über seine Brust zog sich eine dicke Gerade, weiß, an den Rändern gerötet. Er betastete sie abwesend mit spitzen Fingern. Nichts. Kein Gefühl. Er erinnerte sich noch gut an den Tag – oder besser an die Nacht – der er diese Narbe verdankte. Boris war wütend gewesen. Sehr wütend. Wütender als sonst. Und er hatte seinem Zorn freien Lauf gelassen…

In dem Versuch, die Erinnerung zu vertreiben, schüttelte er den Kopf. Mit zitternden Fingern fuhr er sich durch das nasse Haar. Es würde wie immer Stunden dauern, bis der letzte Rest Feuchtigkeit aus den dicken Strähnen verschwunden wäre.

Er griff sich seine Kleider und schlüpfte hinein. Zuletzt band er sich noch mit der üblichen Sorgfalt den weißen Schal um, der ohne es zu wollen zu seinem Markenzeichen geworden war, und verließ das Badezimmer.

‚Eine Tasse Kaffee wäre jetzt genau das Richtige', dachte er, als ihm zu seiner Überraschung auch schon der vertraute Geruch in die Nase stieg.

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So... hoffe, ihr seid zufrieden mit mir - ich bin's jedenfalls! Naja, fast...

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Liebe Grüße

..: siliana :..