Nächstes kapitel. Für wen auch immer das gerade liest.
Draußen wurde es dunkel, darum sollten wir die Herberge nicht verlassen; Massenmörder, Kindesmissbrauch, Drogen..Jeder der schon auf einer Klassenfahrt war, kennt den Spruch. Das durch das offene Klofenster jederzeit ein Junkie mit einer Axt einsteigen und sich an Seifer vergreifen konnte, bedachte niemand. Nicht das es mich gestört hätte.
Die ganze Gruppe stöhnte kollektiv bei dem Gedanken einer Ausganssperre nach neun Uhr. ''Unmensch.'' ''Strife ist doch nur so ein unterer Sch..ßer.'' ''Ar...krapfen.'' ''Der hat sicher zehntausend hungrige Katzen zu Hause, die ihm regelmässig die P...hefte vollpissen und als Lehrer verdient man nicht genug um sich neue kaufen zu können. Kein Wunder dass der so frustriert ist.'' etc. Ich bin noch immer froh dass Cloud uns nicht zugehört hat. Womöglich wäre die Ausgehtzeit auf halb neun verschoben worden.
Jedenfalls blieben uns nach dieser Ansage zwanzig Minuten unbeschwerten Ausgehens. Wir benötigten allein zehn um in dem kleinen Städtchen (Dorf, Dörfchen? Sucht euch ein kleines Wort aus und hängt eine Verkleinerungsform an) etwas zu finden wo man hingehen könnte: ein Gasthaus. Mit Geweihen an der Tür und dem klangvollen Namen: Zum Hirsch. Darauf ein dreifaches Rööhr.
Wir wollten gerade hineingehen, als jemandem einfiel; wenn wir zehn Minuten verbraucht haben in eine beliebige Richtung zu spazieren und am Anfang nur zwanzig da waren, sollten wir uns beeilen. Gemurre wurde laut. Keiner wollte zurück aber in dieses.. Hirschding wollten noch weniger. Wie aufs Stichwort zog der Himmel zu und lies uns mit Nieselregen und so gut wie keiner Nachtsicht zurück. Nun muss man noch dazu sagen dass ich Regen verabscheue und vor Allem bei Gewitter sterbe ich regelmässig vor Angst. Wir rannten zurück, immer größere Tropfen auf unsere Rücken und Köpfe trommelnd. Ich gratulierte mir selbst die Jacke mit der Kaputze angezogen zu haben.
Drei Minuten zu früh waren wir wieder da, wunken Strife kurz zu, so quasi; sind wieder da und verzogen uns jeder in sein Zimmer. Ich teilte mir meins mit einem leeren Bett da durch einige Aussfälle ('Krankheit') eine ungerade Anzahl Betten gebraucht wurde, was bei zweier und vierer Zimmern verhängnisvoll ist. Noch verhängnisvoller wurde die ganze Sache dadurch, dass der Regen nicht aufhören wollte und ich ganz allein in einem dunklen Zimmer saß. Schlaf? Ja sicher.
Irgendwann um ein Uhr früh beschloss ich das ich etwas tun musste. Ich konnte meine Freunde nicht wecken- die Peinlichkeit wäre übermässig,- auch konnte ich nicht zu Professor Strife gehen, was ich auch nicht wirklich geplant hatte, aber eine letzte Rettungsoption schadet nie.
Schlussendlich entschied ich einfach nach einem Gemeinschaftsraum oder so zu suchen und mich im Notfall blöd zu stellen und zu sagen ich suche die Toilette. Die genau neben meine Zimmer war. Besser ich sage ich suche ein anderes Klo, da ich ein größeres Geschäft zu verrichten habe und nicht alles mit dem Gestank verpesten wolle. Keine wunderbare Geschichte, aber für ein Uhr früh nicht schlecht.
Ich zog mir ein Sweatshirt an und schlich mich aus dem Zimmer, viel länger hätte ich es dort nicht mehr ausgehalten. Meine Schritte klangen dumpf auf dem alten Teppichboden. Alles wirkte dunkel und ungemütlich, aber immerhin war das Rauschen und Trommeln des Tropfen leiser. Mein Körper entspannte sich.
Schlussendlich kam ich in einen kleineren Raum mit einem Regal und einer staubigen Couch an, wahrscheinlich früher mal eine alt Matratze gewesen war. Der Raum war leicht erleuchtet, durch ein Fenster hinter dem man den Mond hinter matschfarbenen Woklen verschwinden sehen konnte. Das Licht kam von einer orangen Straßenlaterne die den matschigen Parkplatz erleuchtete.
In dem Regal (ikea) standen dutzende Bücher, zu meiner Enttäuschung fast ausschließlich; Der Bergdoktor und Winnnetou. Yay. Seuftzend suchte ich den am wenigsten armseligen Doktor heraus, griff nach der Leselampe die am Holz eines Reaglbodens befestigt war und setzte mich auf die Couch. Die mich prompt beschimpfte: ''Was soll der Mist? Geh runter Volltrottel.'' Ich fuhr wieder hoch und lies das Buch fallen. Der Schrei blieb mir in der Kehle stecken. ''Hast du eine Ahnung wie spät es ist? Oh sch..ße.'' etwas Wuscheliges, Rotes erschien in meinem Blickfeld. Ich kannte dieses Rot.
''Uhm... ungefähr ein Uhr.'' der Punk vom Abendessen richtete sich auf und blinzelte verschlafen in das Licht der Lampe. ''Mach die aus. Meine Augen verkraften das Ding nicht.'' Zögerlich griff ich nach dem Schalter. Dunkelheit verschluckte uns. Er gähnte zufrieden und kniff die Augen zusammen. Ich sah gar nichts mehr. ''Ja besser. Ich bin übrigens Axel.'' Grinsend fügte er hinzu: ''Hast du's dir gemerkt? Und mit wem habe ich das Vergnügen?'' er hielt mir seinen Hand hin. Ich überlegte. Was konnte es schaden ihm meinen Namen zu sagen? ''Mein Name is Roxas. Hi.''
''Rock saß? Oh mein Gott. Der Name is gestört.'' er lachte. ''Du armes Schwein!'' ich fuhr zusammen. Musste er so laut lachen? Was wenn uns jemand hörte und wir bestraft wurden? Oh verdammt. ''Axel? Kannst du nicht ein bisschen leiser sein? Was ist wenn du jemanden weckst?'' Seine grünen Augen blieben an mir hängen, beinahe leuchtend im Halbdunkel das die Straßenlaterne uns lies. Orange, grün und rot. Ich holte Luft, überrascht von der Aura die ihm diese Umgebung verlieh. Sofort verzog ich das Gesicht. Alkohol. Erklärt einiges finde ich.
''Was soll dann sein? Squall ist beschäftigt und Mansex...'' Seine Stimme begann wegzudriften. Ich sah ihn verwundert an und trat ein Stück zurück. ''Mansex...?''
''Ja der Typ mit dem ekligen Grinsen. Die Flachzange.'' aha. Wollte ich wissen wen er mir da beschrieb? Die Antwort war ein klares NEIN.
Ich versuchte logisch mit ihm zu reden: ''Is dir eigentlich klar das du komplett dicht bist und Müll redest?'' Oder besser; so logisch wie ich mitten in der Nacht bin. Axel hielt inne und musterte mich. Dann grinste er. ''Echt? Yes!'' auf Grund eines sehr verwirrten Blickes den ich ihm zuwarf, erklärte er sich: ''Demy hat gesagt ich würde mich das nicht trauen. Ha. Und so was will mein Freund sein. Weißt du übrigens wo mein Zimmer ist? Er sollte noch auf mich warten...'' mehr nutzloses Gebrabbel folgte. Mir wurde die ganze Geschichte zu merkwürdig. Larxene, Lux, Mar... Ich kannte keine dieser Personen. Axel konnte genausogut über seine Goldfische reden- mir würde es nicht auffallen.
