So, es geht schon weiter. Zur Zeit prasseln die Ideen für diese FF nur so auf mich ein und ich dachte mir, ich lasse mich von der Muse küssen solange sie denn dazu fähig ist xD

Für alle, die es interessiert: Auch an "Schnee im Juli" geht es vorwärts, wenn auch sehr schleppend. Darry will nicht so ganz wie ich will, aber ich krieg ihn schon noch dazu.

Bleibt mir nur noch, mich für die lieben Reviews zu bedanken!

Ein dickes DANKE geht an: oAmyBlacko, NuyaDexGenovevaBelle, Muecke und Lewanna!

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Beim Abendessen irrte sein Blick wie von selbst immer wieder zu dem Tisch der Slytherins zu einem ganz bestimmten, äußerst gutaussehenden Zauberer, der das penetrante Starren geflissentlich ignorierte. Erst jetzt fiel ihm auf, dass Malfoy nicht mehr in der überaus charmanten Gegenwart von Crabbe und Goyle anzutreffen war, sondern die sonst heiß begehrten Plätze um den Eisprinzen herum nur durch eine Person besetzt waren - Blaise Zabini saß zu Dracos Rechten und bedachte jeden, der sich dem Blonden näherte, mit stechenden Blicken. Auch Harry wurde jetzt ein drohender Blick durch den Raum geschickt wie eine überdeutliche Warnung, dem anderen Slytherin bloß nicht zu nahe zu kommen.

Harry runzelte leicht seine Stirn und puffte Ron unsanft in die Seite. "Hey", flüsterte er leise über das Geklapper des Bestecks hinweg, "sieh dir mal Zabini an."

Ron drehte wie gewünscht den Kopf zur Seite und maß den Südländer mit einem prüfenden Blick, ehe er ratlos die Schultern zuckte. "Na und?" fragte er zurück, "was ist denn mit ihm?"

"Er sitzt wie ein Wachhund neben Malfoy und starrt jeden böse an, der ihm auch nur einen schiefen Blick zuwirft!" erklärte Harry und sah wiederum zum Tisch der Slytherins. An der Situation hatte sich nichts geändert - der Blonde aß relativ friedlich sein Essen, während Zabini kaum etwas anrührte sondern nur in jede Richtung knurrte, aus der etwaige Gefahr drohte.

"Was geht es uns an", erwiderte Ron und stopfte sich ein großes Stück Kartoffel in den Mund, "außerdem ist das schon seit den Ferien so."

"Was?" fragte Harry entgeistert und starrte seinen Freund fassungslos an. "Solange schon?"

"Gar nicht aufgefallen, Kumpel?" meinte Ron leicht amüsiert und grinste überlegen, "unser Frettchen hat sich von der ganzen Goyle/Crabbe/Parkinson-Gesellschaft losgeeist und hängt nur noch mit Zabini rum. Frag mich nicht, was da los ist...Fast so, als wären die beiden ein Paar." Sein Grinsen wurde noch breiter. "Das wäre ja mal was, die beiden bestaussehensten und begehrtesten Zauberer der Schule haben etwas miteinander!" Er kicherte leise in seinen Pudding, während Harry wütend den Blick abwandte und Zabini über die Tische hinweg einen mörderischen Blick zuwarf. Irgendetwas störte ihn gewaltig an dieser Äußerung, aber er war nicht bereit, über den Grund seines Ärgers nachzudenken. Der Italiener erwiderte sein Starren ungerührt, ehe er sich zu Malfoy herüberbeugte und dem Blonden etwas zuflüsterte. Dessen Hände verkrampften sich kurz um das Besteck in seinen Händen, ehe er seufzte und dann seinen Blick hob.

'Was ist, Potter' schienen die silbergrauen Augen zu sagen, die sich da nun endlich und doch irgendwie überraschend in seine bohrten. Überrumpelt senkte Harry den Blick und atmete angestrengt ein und aus. "Alles in Ordnung, Harry?" erkundigte sich Hermine besorgt, woraufhin er knapp nickte und einen großen Schluck von seinem Saft trank. Als er es schließlich wieder wagte, in Richtung der Slytherins zu blicken, hatte Malfoy seinen Platz verlassen und Zabini saß alleine da. Der Italiener schaufelte das Essen mehr oder weniger in sich hinein, kaute kaum richtig sondern würgte sein Essen nur herunter, alles in einer atemberaubenden Geschwindigkeit, und Harry begriff, dass der Slytherin sich beeilte um möglichst bald wieder in Malfoys Nähe zu kommen. Was ging da bloß vor?

"Irgendwas ist da faul", murmelte er mehr zu sich selbst, konnte allerdings nicht verhindern, dass Ron ihn trotzdem verstand.

"Natürlich ist da was faul", meinte der Rothaarige leichthin und klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter, "aber das ist doch nichts neues bei Malfoy, diesem Schnösel..."

Diese Aussage löschte das Misstrauen in Harry keineswegs aus und er starrte weiterhin Zabini an, der nun seinen Teller zur Seite schob und noch ein Glas Saft in einem Zug herunterstürzte. Dann strich er sich nochmals über seinen flachen Bauch, fast so als wollte er sich dafür entschuldigen, dass er ihm in den letzten Minuten so zugesetzt hatte, ehe er aufstand und mit langen Schritten auf den Ausgang zueilte.

Harry stand ebenfalls auf und schnitt ihm, unter den erstaunten Blicken seiner Freunde, den Weg ab, sodass sie einander vor der Tür starr in die Augen sahen. "Ich hab jetzt keine Zeit für dich, Potter", wiegelte der Slytherin ab, bevor Harry auch nur ein Wort an ihn richten konnte, "also spar dir den Atem und sieh diese Begegnung ganz einfach als kleinen persönlichen Sieg an."

Was war nur mit den Slytherins los, dass alle plötzlich so kampflos aufgaben? Harrys Blick verdüsterte sich. "Schon Termine mit Malfoy?" fragte er mit erhobener Augenbraue, woraufhin Zabinis Gesicht einen harten Ausdruck annahm. "Halt dich von ihm fern", bestimmte er knapp, "das letzte, was er jetzt braucht, bist du."

Diese Aussage verwirrte Harry, wenn möglich, noch mehr und er sah sein Gegenüber mit gerunzelter Stirn an. "Was soll das denn bedeuten, Zabini?"

Die dunkelblauen Augen des Slytherin verschlossen sich und er schien einen Punkt irgendwo über Harrys Schulter zu fixieren. "Tu einfach, was ich sage."

Es lag nicht in der Art eines Gryffindors und ganz besonders nicht in Harrys eigener, den Weisungen eines Slytherin und - oder vielleicht auch vor allem - noch dazu Blaise Zabini Folge zu leisen. Daher runzelte Harry nur in einem Anflug von Zynismus die Stirn und lächelte schief. "Unter Garantie nicht", bekundete er fest und sah mit Befriedigung, wie die dunklen Augen seines Gegenübers ärgerlich aufleuchteten. Wenigstens eine Gefühlsregung im sonst so mühsam beherrschten Gesicht des Slytherin... Er konnte anscheinend noch eine Menge von Malfoy lernen - dessen Gesicht war wirklich so ausdruckslos wie eine Maske.

Bis auf die Augen... Diese gepeinigten, sturmumwölkten Augen... Harry schüttelten den Gedanken ab wie Regentropfen aus dem Fell eines Hundes und erwiderte den angesäuerten Blick Zabinis mit einer gleichmütigen Stoik. "Mistkerl", zischte Blaise dann endlich, "wieso kannst du ihn nicht in Ruhe lassen?"

Die Frage wischte das Lächeln aus seinem Gesicht und ließ ihn mit einem völlig konfusen Ausdruck zurück. Wieso ER nicht MALFOY in Ruhe lassen konnte? Hatte Zabini die letzten Jahre nicht mitbekommen, wer hier wem das Leben zur Hölle gemacht hatte? "Was?" fragte er entgeistert zurück, "ich?"

"Du hast mich schon verstanden, Potter", entgegnete Blaise ruhig und schob Harry an die Seite so als wäre er ein sperriges Möbelstück, "und jetzt lass mich endlich durch."

Der Gryffindor war viel zu perplex um den davoneilenden Italiener noch irgendwie aufzuhalten und starrte ihm daher nur verblüfft hinterher, während sich seine Gedanken wie wild im Kreis drehten. "Die Slytherins sind komplett verrückt geworden", murmelte er leise und schüttelte den Kopf, als sich plötzlich eine Hand auf seiner Schulter breit machte. Er drehte sich um und entdeckte, wie nicht anders zu erwarten, seine zwei besten Freunde mit mehr als nur verwirrten Gesichtern.

"Das waren sie doch schon immer", meinte Ron und sah ihn leicht prüfend an, ein Blick der so sehr an den seiner Mutter erinnerte, dass Harry unwillkürlich lächeln musste, woraufhin sich auch die Gesichter seiner Freunde etwas entspannten.

"Was ist denn los, Harry?" fragte Hermine und legte den Kopf schief, woraufhin Harry tief Luft holte und ihnen auf dem Weg zum Gryffindorturm von seiner Begegnung mit Malfoy und den anschließenden Bemerkungen Zabinis berichtete. Hermine runzelte die Stirn, während sie der Fetten Dame das Passwort sagte und dann in den Gemeinschaftsraum kletterte.

"Malfoy kann also die Thestrals sehen?" hakte sie leise nach und strebte auf drei etwas abseits gelegene Ohrensessel zu, in die sie sich alle mit einem erleichterten Seufzen hineinfallen ließen, "aber seit wann denn?"

Harry zuckte hilflos mit den Schultern und sah zum Fenster hinaus. "Keine Ahnung, aber es muss wohl in den Ferien passiert sein, da bin ich ziemlich sicher." Schließlich hatte sich erst seitdem Malfoys Verhalten sowie das der ganzen restlichen Slytherins so gravierend verändert. Aber wie genau stand das eine mit dem anderen im Zusammenhang? Er entwarf im Kopf die wirrsten Möglichkeiten, konnte sich aber nicht so recht damit abfinden. Es machte einfach keinen Sinn!

"Ich werde es herausfinden", murmelte er leise, woraufhin Hermine ein ablehnendes Geräusch machte und sogar Ron leicht den Kopf schüttelte.

"Hör mal, Kumpel", murmelte er leise und verzog sein Gesicht, "Malfoy ist ein Riesenarsch, aber bei diesem einen Thema bin ich auf seiner Seite. Wenn er nicht darüber sprechen will, akzeptier das. Er scheint zumindest nicht glücklich über das Geschehene zu sein, also lass ihn doch einfach in Ruhe. Sei froh - wenigstens verhält er sich uns gegenüber nun mal recht normal."

Harry sah seinen besten Freund im Ausdruck pursten Unverständnisses an. "Er verhält sich nicht normal", sagte er dann und seine grünen Augen blitzten angriffslustig, "er ist nur noch ein Schatten von dem Malfoy, den wir mal kannten!"

"Aber Harry", wandte nun auch Hermine ein, "daran wirst du nichts ändern können! Es ist ja nun nicht so, dass wir besonders dicke Freunde wären!"

"Richtig", stimmte Ron zu, "und der echte Malfoy war außerdem kein richtiger Sonnenschein. Und wenn er wirklich darüber reden will - er hat ja Zabini!"

Dieses Argument hatte leider nicht die gewünschte Wirkung auf Harry, dessen Blick sich sofort wütend verengte. "Es scheint aber nicht so, als würde der ihm helfen!" setzte er ärgerlich nach, ehe er brüsk aufstand und zum Ausgang strebte, "und außerdem will ich es nun mal wissen!"

Ohne auf ein weiteres Wort seiner Freunde zu warten stapfte er hinaus und ließ das Porträt knallend hinter sich zu schwingen. Er schnaubte vor Wut und hätte am liebsten auf irgendetwas eingeprügelt, obwohl er sich seinen plötzlichen Zorn nicht mal recht erklären konnte. Ruhelos lief er hin und her, ehe er sich schlussendlich in der großen Halle wiederfand. Die Tür nach draußen war offen und der See glitzerte ihm verheißungsvoll entgegen, sodass er zögerliche Schritte darauf zu machte, als eine Gestalt vom Ufer des Gewässers aus sichtbar wurde.