Nichts ahnend stand Harry am nächsten Morgen auf und begab
sich zum Frühstück.
Als er Snape am Lehrertisch sah,
musste er wieder an den gestrigen Unterricht denken und
seufzte.
Wieso musste dieser Mann ihn nur so verwirren?
Womit
hatte er das verdient?
Harry kam einfach nicht drauf und überlegte
was Snape damit bezwecken wollte.
War es eine Methode um ihn zu
schikanieren?
Sollte es ein Scherz sein?
Hatte Snape vor ihn
gefügig zu machen?
Ihn zu zähmen?
Oder wollte Snape
gar das er sich in diesen verliebe, um ihn ausnutzen und dann fallen
lassen?
Viele solcher Fragen gingen Harry durch den Kopf, doch er
kam nie auf eine Antwort.
Es war der zweite Dezember und überall
wurden Geschenke ausgetauscht, nur Harry bekam keines.
Er
seufzte.
War ja nicht anders zu erwarten gewesen. Doch auf
einmal schlang sich ein rotes Bändchen mit einem kleinen Herz
dran um seinen Hals.
Verwundert besah er sich dieses.
Es war
aus Lebkuchen und darauf stand geschrieben: "Mein kleiner
Strolch."
Verwirrt sah er sich um.
Wer könnte es ihm
geschenkt haben?
Harry wusste sich keinen Reim darauf zu
machen.
Jeder hatte jemanden.
Nur er war allein.
Sein Blick
schweifte durch die Runde.
Keiner achtete auf ihn.
Niemand sah
ihn an.
Als sein Blick auf Snape traf, verweilte dieser dort
länger.
Ob das Herz von diesem kam?
Nein, das konnte sich
Harry schwer vorstellen.
Es passte einfach nicht zu ihm.
Er,
Lehrer an Hogwarts und Meister der Tränke, würde niemals
mehr für einen Schüler empfinden.
Zumindest würde
er es nicht öffentlich machen und seine Zuneigung durch
Geschenke kundtun.
Snape und schwul?
Einfach undenkbar.
Und
doch.
Wenn Harry an gestern dachte.
Dieses Snapische
Kompliment, wegen seinem Trank.
Konnte dies alles Zufall sein?
Er
war sich nicht sicher.
Doch zu gegebener Zeit würde es sich
sicher alles klären.
War dies Harrys persönlicher
Adventskalender?
Unser Wuschelkopf hoffte es, denn so hätte
er dann bis Weihnachten auch jeden Tag etwas, worüber er sich
freuen konnte.
Ob nun von Snape oder jemandem
Anderen.
Hauptsache er wurde geliebt und dieser Jemand würde
sich bald zu erkennen geben, damit unser Kleiner sich bei ihm
gebührend bedanken konnte. Da sie heute keinen Unterricht
hatten, ging Harry mit Neville gemeinsam ein wenig am See spazieren
und sie unterhielten sich über verschiedene Kräuter und
ihre Fähigkeiten.
Die Beiden ergänzten sich in dieser
Hinsicht perfekt. Sie waren so verschieden wie es nur ging und doch
verband sie ein tiefes Band der Freundschaft.
Enger noch
mittlerweile als das zwischen dem Trio.
Gegen späten
Nachmittag jedoch wurde Neville von Blaise Zabini abgeholt.
Harry
lächelte.
Die beiden gaben ein süßes Paar ab, auch
wenn sie es geheim hielten um nicht von Draco oder jemand anderen
wegen ihrer Liebe schikaniert zu werden. Harry beneidete die Beiden
ein wenig, denn auch er würde gerne jemanden haben. Vielleicht
würde es ja was mit der Person werden, die ihm diese Geschenke
schickte.
Der Grünäugige hoffte es.
Er winkte dem
Päärchen nach und begab sich zu einer Trauerweide, welche
versteckt in der Böschung stand.
Hier war er gerne.
Es war
ruhig, einsam und niemand würde ihn hier so schnell
finden.
Unser Wuschelkopf kletterte auf die Weide und machte es
sich auf einer Decke und ein paar Kissen, welche er magisch extra
verzaubert hatte, bequem.
Lächelnd döste er ein wenig
vor sich hin und merkte so auch nicht, wie auch Snape zu diesem
Versteck kam und sich mit einem Buch an den Stamm der mächtigen
Weide lehnte.
Schweigend und behütend wachte die Weide über
diese Beiden so grundverschiedenen Zauberer.
Der Eine, ein
Schüler, der Andere, Lehrer.
Beide schön, auf ihre Weise
schön.
Der Schüler, klein mit schwarzen Wuschelhaaren
und moosgrünen Augen.
Der Lehrer mit glatten, fettig
aussehendem Haar und ebenso schwarzen Augen, welche wie Edelsteine
glitzern konnten.
Keiner der Beiden bemerkte den Anderen und so
schritt der Abend immer weiter voran.
Bis die Sonne nur noch
schwach am Horizont leuchtete.
Snape war der Erste der sich zum
Schloss zurück begab um seine Runde zu machen.
Kurz darauf
huschte auch Harry, welcher mittlerweile wieder aufgewacht war, zum
Turm und verschwand im Bett, um dort in seinem warmen Bett weiter zu
schlafen.
-TBC-
