Dickes Dankeschön an meine liebe Betaleserin, die mir als Einzige ein Review geschrieben hat. =)
Bitte Leute, schreibt mir Reviews! Egal ob Lob oder Kritik, irgendwas ist besser als nichts.
Gefällt euch die Story? Was findet ihr gut, was nicht?
Ich würde mich über jeden noch so kleinen Kommentar freuen =)
Lily-Flower
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Follow your dreams
Kapitel 2
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„Vivianne Dupont, vom Zaubereiministerium", stellte sich die Frau vor.
Sie war völlig schwarz gekleidet, wie jemand vom Bestattungsunternehmen und ihre Haare waren in einem festen Knoten nach hinten gesteckt. Sie lächelte und sah sich um.
„Wollen wir uns nicht setzen?", schlug sie vor.
„Natürlich", antwortete Michelle und wies in Richtung Wohnzimmer.
Ich folgte den beiden und setzte mich neben meine Schwester auf das Sofa.
Die Frau hatte sich auf den Sessel gesetzt.
„Ich bin hier, weil ich ihnen beiden etwas sagen muss", begann Mme Dupont.
„Es geht um ihren Vater... Wie sie wissen war er im Auftrag des Ministeriums unterwegs..."
Ich sah wie Michelle neben mir bleich wurde.
Was war passiert? Warum war sie informiert und ich nicht?
Die Stille war unerträglich.
„Es tut mir Leid...", setzte die Frau wieder an.
Sie schluckte schwer, dann sprach sie es aus.
Ihre Stimme war leise, kaum mehr als ein Flüstern:
„Ihr Vater... ist tot"
Ich begann zu fallen...
tiefer, immer tiefer...
schneller...
Tiefe Schwärze umgab mich und raubte mir den Atem.
Ich bekam kaum noch Luft – etwas schnürte mir die Brust zusammen.
Immer fester.
Es tat weh.
Ich fiel immer weiter.
Dann begann ich mich zu wehren.
Ich versuchte mich von dem Druck zu befreien.
Doch es half nichts.
Ich schrie.
Mit einem Schlag saß ich senkrecht im Bett.
Mein Pyjama war nass geschwitzt und kalter Schweiß mir lief die Stirn herunter.
Ich atmete tief ein... und wieder aus.
Zitternd saß ich da.
Wenn doch nur endlich diese Träume aufhören würden! Ich schüttelte den Kopf, um die Gedanken daran zu vertreiben, doch es klappte leider nicht so gut wie es sollte.
Schließlich versuchte ich aufzustehen.
Nur mühsam schaffte ich es meine Beine zu auf den Boden zu stellen. Doch als ich stand waren meine Beine so wackelig, dass ich sofort wieder auf dem Bett landete.
Es dauerte eine Weile bis ich erneut die Kraft hatte aufzustehen.
Diesmal konnte ich mich auf den Beinen halten.
Langsam ging ich zum Bad, mich immer an meinem Bett oder anderen Dingen festhaltend.
Geschafft.
Ich stützte mich auf dem Waschbecken ab und sah in den Spiegel.
Erschrocken zuckte ich zurück.
Ich war weiß im Gesicht, meine Haare klebten an meinem Kopf und meine Augen waren blutunterlaufen. Ich sah mehr tot als lebendig aus.
Kurz entschlossen duschte ich erst einmal.
Danach sah ich wieder halbwegs lebendig aus.
Ich ließ warme Luft aus meinen Zauberstab strömen, um meine Haare zu trocknen.
Mit einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass es erst 6 Uhr war, aber ich konnte jetzt sowieso nicht mehr schlafen. So ging ich aus dem Schlafsaal die Treppe herunter in den Gemeinschaftsraum.
Das Feuer vom Abend davor war ausgegangen, also entzündete ich es mit einem Schlenker des Zauberstabes neu. Sofort begann es wieder gemütlich vor sich hin zu prasseln.
Seufzend ließ ich mich auf einem der weichen Sessel vor dem Kamin fallen, schloss die Augen und genoss die Wärme.
Erschrocken riss ich die Augen auf.
Wo war ich hier?
„Jeanne?"
Erst als ich das Mädchen sah, das mich angesprochen hatte, fiel es mir wieder ein.
Rotes Haar, grüne Augen: eindeutig Lily.
Das hieß, dass ich auf Hogwarts war. Und ich war im Gemeinschaftsraum der Gryffindors.
Ich musste wohl doch eingeschlafen sein.
Zum Glück hatten mich diesmal die Träume verschont.
Ich zuckte zusammen. Nicht daran denken!
„Jeanne, alles ok?"
„Jaja", beruhigte ich sie.
„Warum bist du hier unten?", fragte sie besorgt.
„Isch konnte nischt schlafen"
„Dafür hast du aber jetzt geschlafen wie ein Murmeltier." Sie grinste.
Murmeltier? Ich sah sie fragend an.
„Komm, lass uns in die große Halle frühstücken gehen."
Als sie das Essen erwähnte, merkte ich auch wie mein Magen grummelte und ich folgte ihr und Alice durch das Gewirr von Treppen und Gängen.
Die große Halle war relativ leer, es saßen nur vereinzelt ein paar Schüler an den Haustischen.
Zu meiner Verwunderung gingen Lily und Alice nicht auf den Gryffindortisch zu, sondern auf den von Ravenclaw.
Zuerst zögerte ich, doch am Gryffindortisch war sowieso niemand (Diese Schlafmützen!), also folgte ich den beiden.
Den Beiden kamen zwei Mädchen entgegen, die von Alice und Lily herzlich umarmt wurden.
„ Das ist Jeanne, die Neue aus Frankreich", stellte Lily mich den Zweien vor.
„Hallo Jeanne", sagte die eine sofort und umarmte mich freundschaftlich.
Sie war blond, hatte schulterlanges, gelocktes Haar und ein rundes, freundliches Gesicht.
„Ich bin Cathrin Shipley, aber alle nennen mich Cathy oder Cat."
Sie war mir sofort sympathisch und ich lächelte zurück.
Die Zweite war deutlich größer und auch etwas schlanker als Cathrin. Ihr braunes Haar war zu einem Zopf geflochten und sie strahlte mich mit rehbraunen Augen an.
„Ich bin Laurie White", stellte sie sich vor und umarmte mich, wie Cathrin auch.
„Freut misch."
Dann unterhielten sich Lily, Alice, Laurie und Cathrin noch, soweit ich verstand, über die Sommerferien.
Ich schnappte Wörter wie „Mallorca... Strand... supersüße Jungs..." oder „Thailand...heiß..." auf.
Ich beneidete die vier um ihre schönen Sommerferien, denn meine waren leider nicht so toll gewesen...
-Denk an was anderes, Jeanne!-
Die große Halle füllte sich langsam und ich ging mit Lily und Alice zum Gryffindortisch.
James war noch nirgendwo zu sehen, aber das wunderte mich nicht. Er war schon immer ein Langschläfer gewesen.
Während dem Essen teilte eine Lehrerin die Stundenpläne aus.
Kaum hatten Lily, Alice und ich unsere in der Hand, stöhnte schon jemand neben mir auf.
„Oh, nein... Nicht Wahrsagen gleich in der ersten Stunde!"
Es war Alice.
„Ich versteh dich nicht. Warum hast du immer noch Wahrsagen? Ich hätte es schon längst abgewählt", sagte Lily.
„Wie denn?", fragte Alice verzweifelt.
„Du hättest in den ZAGs bei Wahrsagen durchfallen können", meinte Lily belustigt.
„Na danke, da überstehe ich lieber die paar Stunden Wahrsagen."
Alice setzte ein Schmollgesicht auf und jetzt musste Lily endgültig lachen.
Ein Blick auf meinen Stundenplan sagte mir, dass ich in der ersten Stunde heute Wahrsagen hatte, also wie Alice.
„Isch ‚abe auch Wa'rsagen", teilte ich Alice mit.
„Super!" Jetzt lächelte sie wieder. „Dann wird Wahrsagen vielleicht nicht ganz so furchtbar langweilig."
Alice und ich stiegen schnaufend die Treppe zum Nordturm hinauf. In wenigen Minuten würde Wahrsagen beginnen.
Wir waren spät dran, weil Professor McGonagall, die Hauslehrerin von Gryffindor, mich noch hatte sprechen wollen. Es ging um meinen Stundenplan.
Sie hatte mir einen ewigen Vortrag über die einzelnen Fächer gehalten, dabei hatte ich wieder einmal kaum die Hälfte verstanden.
Schließlich hatte sie gesagt, dass ich mir in den ersten zwei Wochen einfach die verschiedenen Fächer anschauen sollte, dann sollte ich ihr mitteilen, welche davon ich weiterhin belegen würde.
Alice hatte auf mich gewartet, da sie mir den Weg zeigen wollte.
Das war echt nett von ihr.
Endlich hatten wir das Ende der Treppe erreicht. Doch es war nirgends auch nur irgendjemand zu sehen. Es hing einzig und allein eine Strickleiter von der Decke herunter.
Alice bedeutete mir, dass wir dort hoch mussten und ließ mich vor. Also kletterte ich vor ihr hoch und stieg durch das runde Loch in der Decke.
Auf einmal war ich umhüllt von dichtem Nebel und süßlicher Geruch stieg mir in die Nase.
Als ich endlich etwas erkannte, kletterte Alice gerade aus der Luke.
Sie lächelte, als sie mein verwirrtes Gesicht sah.
„Es ist nicht so schlimm, wie du denkst", sagte sie und ich musste grinsen.
Mal sehen, was in Wahrsagen so alles auf mich zu kam.
Alice ging auf den einzigen noch freien Tisch zu, setzte sich und sah mich an.
Da setzte ich mich zu ihr.
Kurz später erschien auch schon die Lehrerin. Oder zumindest vermutete ich, dass es eine Lehrerin war.
Sie hatte einen farbenfrohen, indischen Sari an und an ihren Armen hingen unzählige Armreife. Ihre blonden, lockigen Haare hatte sie zu einer lockeren Hochsteckfrisur gesteckt und sie strahlte alle mit klaren, blauen Augen an.
Um ehrlich zu sein: Sie sah eher so als, als wollte sie zu einem Maskenball gehen, als dass sie hier unterrichten wollte.
„Willkommen zurück, meine Lieben", sagte sie mit heller Stimme und sah sich in der Klasse um.
Ihr Blick blieb an mir hängen.
„Ahh, wie ich sehe haben wir eine Neue in unserem Kurs. Miss Leblanc aus Frankreich, nicht wahr?" Sie wartete die Antwort nicht ab, sondern sprach sofort weiter: „Ich bin Professor Yates.
Schön, dass sie zu uns gefunden haben. Ich hoffe, es gefällt ihnen hier."
Sie lächelte mich an, begann dann aber mit dem Unterricht.
Der Unterrichtsstoff dieses Jahr waren die Traumdeutung und das Kartenlegen.
Wir begannen mit dem Thema Traumdeutung, doch die Stunde war kurz und somit auch schon wieder zu Ende. Als Haussaufgabe sollten wir einen 20 Zoll langen Aufsatz über die Grundsätze der Traumdeutung schreiben.
Mir graute es schon vor der nächsten Stunde. Wir würden dann anfangen, Träume zu deuten...
Als nächstes hatte ich Zauberkunst und so liefen Alice und ich die ganzen Treppen wieder herunter zum Zauberkunst-Klassenzimmer.
Kaum hatte ich die nebligen Räumlichkeiten von Professor Yates verlassen, schien es als würde die Last der schweren Luft von mir fallen.
Erleichtert atmete ich wieder normale Luft ein und verdrängte endgültig den blöden Traum.
Pünktlich unten für Zauberkunst, sah ich auch Lily wieder.
Sie strahlte uns beide an und fragte gut gelaunt: „Und, wie war Wahrsagen?"
„Traumhaft", meinte Alice sarkastisch und verzog ihr Gesicht.
Daraufhin musste Lily laut lachen.
„Ohhh, Alice..."
Lily kam zu keiner weiteren Ausführung, da wir ins Klassenzimmer mussten.
Alice und Lily setzten sich -nach meinem Geschmack etwas zu weit- nach vorne, in die zweite Reihe.
Ich mochte es nicht, so weit vorne zu sitzen und ging auf einen Platz in der vierten Reihe.
Die beiden sahen mich etwas erstaunt an, sagten aber nichts.
Neben mich setzte sich ein blondhaariges Mädchen mit einem verschmitzten Lächeln auf dem Gesicht.
„Komm, Ruby! Hier ist noch genug Platz."
Die Blonde winkte ihre Freundin zu sich. Diese setzte sich zögernd neben sie.
„Hallo", begrüßte die Blonde mich freundlich. „Du bist Jeanne, oder? Die Neue aus Frankreich."
Diese Stimme..., irgendwoher kam sie mir bekannt vor. Nur, woher?
„Ja", beantwortete ich ihre Frage.
„Ich bin Mel, und das ist meine Freundin Ruby." Sie deutete auf die Schwarzhaarige neben sich.
Mel..., Mel..., woher kann mir das bekannt vor?
Immer wieder wiederholte ich in Gedanken ihren Namen. Auf einmal fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
„MELINDA!", rief ich erstaunt.
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