Kapitel 1

„SOOOOONIC!"

Ein blauer Tornado fegte über Station Square und hinterließ den empört aufschreienden Menschen bloß eine dichte Staubwolke. „Tut mir Leid, Leute, hab`s eilig!", rief Sonic the Hedgehog ihnen über die Schulter hinweg zu.

Dann war er auch schon außer Sichtweite.

„SONIC!"

Ein rosa Hedgehogmädchen lief quer über den Platz und bahnte sich einen Weg durch die Menge.

Neben dem großen Brunnen in der Mitte blieb sie schließlich stehen und stützte sich atemlos am Rande ab.

„Warum- muss- er- bloß - so - schnell sein!", keuchte sie und setzte sich hin.

Gedankenverloren strich sie mit dem Zeigefinger über die gefrorene Eisfläche und ließ ihre Gedanken schweifen.

Normalerweise war ihr Durchhaltevermögen größer, doch heute fehlte ihr einfach die nötige Motivation um ihren Helden wie immer stundenlang zu verfolgen.

Manche Leute nannten sie scherzhaft „Stalkerin" oder sogar „besessen", doch Sie war nie groß darauf eingegangen. Sollten die anderen doch sagen, was sie wollten.

Sie selbst hielt sich mehr für eine unverbesserliche Romantikerin.

Ihr Glaube an Liebe und Schicksal war stärker als jegliche Zweifel.

Irgendwann würde Sonic einsehen, dass sie einfach zusammengehörten.

Und dann würde ihr Durchhaltevermögen endlich belohnt werden.

Amy lächelte verträumt und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

Ihre Stirnfransen waren viel zu lang, doch Amy störte das nicht.

Sie hatte vor einem Jahr beschlossen, sich die Haare länger wachsen zu lassen, in der Hoffnung, Sonic`s Aufmerksamkeit damit zu erregen.

Nein, sie war nicht besessen, sie war verliebt.

Ein Stück entfernt….

(Shadow)

„Das gibt`s doch nicht…", knurrte ich und wischte mir das Motoröl aus dem Gesicht. Mein ohnehin schon pechschwarzes Fell war über und über mit dem Zeug verschmiert, und ich stank wie ein alter Rasenmäher.

„Brauchst du Hilfe?" Rouge überschlug die Beine und stützte den Kopf auf ihre Hände. „Nein." Sie verdrehte mit gespielter Theatralik die Augen und stieß die Luft zischend auf. Hast du nicht`s Besseres zu tun?", grummelte ich schroff und schraubte zum ungefähr 1000 mal am Motor herum. „Hmmmh, eigentlich schon, aber das hat Zeit", gab sie zurück und kicherte. Anstatt zu antworten verzog ich lediglich das Gesicht. „Schon mal mit auftanken versucht?" Sie grinste. Dieses Mal war ich derjenige der die Augen verdrehte. "So ein Schwachsinn . Für wie blöd hältst du mich eigentlich? Als ob das an so etwas simplen wie….." Mein Blick fiel auf die Tankuhr und ich brach ab…...

Was zur….? Das war jetzt aber nicht wahr, oder?

Rouges´s Grinsen wurde breiter. „Anscheinend für ziemlich blöd."

Ich ignorierte sie geflissentlich und schimpfte bloß leise vor mich hin.