Ach ihr Lieben, das ist schon ein wenig frustrierend find ich ... 62 Hits, 1 Alert und 0 Kommis beim ersten Kapitel innerhalb eines Tages. Also ihr dürft schon Reviews schreiben - jeder, auch Anonym ist kein Problem. - Morti
Kapitel 2
Lucius Malfoys Gesicht verzog sich für einen kurzen Moment vor Abscheu. „Das Halbblut …", spie er fast schon aus, beugte sich erneut herab und griff zu. Diesmal erwischte er die dürre Schulter. Nun, zumindest das schien mit dem überein zu stimmen, an was er sich vom Äußeren des Halbbluts her erinnerte.
Grob zerrte er den eine Klasse unter ihm befindlichen Jugendlichen in das Zimmerinnere und schlug die Türe hinter sich zu, die sich daraufhin wieder von selbst versiegelte.
Mit einer nachlässigen Handbewegung entflammten die zahlreich im Raum verteilten Kerzen und tauchten das Schulsprecherzimmer in eine Mischung aus warmem Licht und in den Ecken nur umso düsterer wirkenderer Dunkelheit.
Erst dann ließ Lucius wieder von dem Knochenbündel ab, sich mit einer angewiderten Geste die Hand an seiner Hose abwischend. Hatte er doch das Halbblut tatsächlich berührt.
Ohne sich zu wehren, ohne irgendeinen Laut von sich zu geben, ließ Severus sich ins Zimmer zerren und fiel sofort, als er losgelassen wurde, zurück auf die Knie, um die Schatulle erneut mit ausgestreckten Armen und demütig gesenktem Kopf nach oben zu halten.
Dabei bebte er nun am ganzen Körper und das nicht nur vor Angst, sondern auch vor in ihm aufwallendem Hass und purer Verzweiflung.
Halbblut... so nannten ihn alle hier und er wusste auch, dass es stimmte. Dennoch war er ein mächtiger Zauberer, hatte nur die besten Noten. Wieso war es so schwer, auch das anzuerkennen und nicht nur sein gemischtes Blut zu sehen?
„Die Insignien, Meister.", murmelte er mit rauer Stimme, wobei er den Schmerz nicht ganz unterdrücken konnte, den die magische Verbindung in ihm auslöste, weil sein Meister ihn noch nicht anerkannt hatte. Er würde sterben, sollte Malfoy nicht noch in dieser Nacht den Armreif anlegen und ihn somit als Sklaven akzeptieren oder einem anderen Meister übergeben.
Wortlos starrte Lucius Malfoy auf die schwarze Schatulle, deren edles Holz im Kerzenschein sanft zu schimmern schien, sah auf das bebende Bündel Etwas, das behauptete Severus Snape zu sein … das Halbblut, die Missgeburt, die nur wenig besser war als ein Schlammblut, die ohnehin alle bei ihrer Geburt hätten ersäuft werden sollen.
Sich mit der einen Hand den Schlaf aus den Augen wischend, griff der Siebzehnjährige nach der Schatulle, riss sie dem anderen Jungen beinahe schon fort - halb erwartend, dass dieser sie ihm im letzten Moment wieder entziehen könnte - und nicht wenig überrascht, als dem nicht geschah.
Den Deckel aufklappend starrte er für längere Zeit einfach nur auf den Inhalt, der sich ihm dort zur Ansicht bot.
Zuoberst lag ein Pergament mit seinem und Severus Namen, das erste Zeichen, dass es kein Scherz war - oder doch?
Ein silberner Halsreif, dessen Innenseite eine Reihe feiner Dornen spickte, ein ebenso silberner Armreif, breit und schwer mit uralten Runen übersäht, die, soweit beherrschte der Malfoy Erbe das Fach Alte Runen immerhin, eindeutig klarstellten, dass dies ein Meisterreif war, der jedem, der wusste, was er darstellte, verdeutlichte, dass er im Besitz eines Sklaven war.
Eines zur Magie befähigten Sklaven.
Der silberne Armreif war geöffnet, auch wenn es eher so aussah, als wäre er an einer Stelle entzwei gebrochen.
Auf den Reif starrend schüttelte der alleinige Malfoy Erbe ablehnend seinen Kopf: „Das … ist … wenn das einer deiner kranken Scherze sein soll, Halbblut …", murmelte Lucius nur halb so scharf, wie er es gern getan hätte, viel zu geschockt über das, was ihm hier quasi umsonst angeboten wurde.
Umsonst, wo es doch nur noch sehr wenige alte - meist sSchwarzmagische - Zaubererfamilien gab, die es sich leisten konnten, einen eigenen Sklaven samt dem dazu gehörigen Meisterreif zu besitzen. Denn nur diese waren richtige, echte … vollkommen ihren Meistern verschriebene Sklaven. Auf Lebenszeit - wenn er ihn denn annahm.
Noch konnte er ablehnen, noch hatte er den Armreif nicht berührt und hatte somit die Möglichkeit, ihn einem Anderen anzubieten.
Nur - wollte er das denn?
Andererseits, es war das Halbblut … Severus Snape …
Langsam hob Lucius seinen Blick fort von dem Kästchen und dessen Inhalt und musterte abermals die vor ihm kauernde Vogelscheuche. „Warum ich?", war das einzige, was er vorerst fragte.
Severus war gerade dabei seinen wie immer recht hohen Kragen zu öffnen, um Malfoy zu zeigen, dass er nicht scherzte. Im Moment wurde sein Hals von einem sehr bequemen Reif umschlossen, da sein früherer Meister ihn in der Schule nicht von seinen Studien ablenken wollte.
„Mein Mei...", begann er, schluckte dann aber wieder heftig, da er es nicht aussprechen konnte. „Mein früherer Herr fragte, bevor er starb, wen..." Der Schwarzhaarige würgte regelrecht. Doch auch wenn Malfoy den Reif noch nicht akzeptiert hatte, zwang der Bann den Sklaven dazu dem Meister gegenüber uneingeschränkt ehrlich zu sein. Eine Lüge war einfach nicht möglich. „Er fragte, wen ich am meisten verabscheue, Meister."
Langsam senkte er wieder den Kopf, die nun weichen, seidig langen Haare flossen regelrecht um die schmalen Schultern.
„Du wagst es …", begann Lucius, schwieg dann aber, war ihm doch nur zu bewusst, dass er selbst danach gefragt hatte und war es ein weiterer Beweis dafür, dass dies alles hier ganz und gar keinen Witz auf seine Kosten darstellen sollte.
Langsam schüttelte er seinen Kopf, während sich deutlich in seinen Zügen zeigte, was er empfand. Empörung darüber, wie dieses Halbblut es auch nur wagen konnte, anders als mit Ehrfurcht zu ihm, einem aus alter Reinblutfamilie stammenden Zauberer aufzusehen, und ein seltsam unwirklich erscheinender Anflug Verunsicherung, was er denn jetzt tun sollte.
Stirnrunzelnd betrachtete er den immer noch knienden Jungen. Sah zum ersten Mal, dass dessen Haare weder fettig noch ungewaschen wirkten, sondern im Gegenteil seidig im Kerzenlicht schimmerten.
Aus einem Reflex heraus streckte Lucius seine Hand aus, griff dem Halbblut unter das Kinn und hob dessen Kopf an, die Überraschung, die er ob dessen Anblick empfand, nicht aus seinen Augen verbannen könnend.
Nicht nur die Haare hatten sich zum Vorteil verändert, auch das Gesicht. Es wirkte weicher, weniger kantig, die Lippen waren voller, keine dünnen farblosen Striche mehr und die Augen … sie waren voll von Leben. Von Angst und anderen eher unangenehmen Emotionen erfüllt, aber keine schwarzen Kiesel mehr, die kalt und ohne wirkliches Leben zu sein schienen.
Das da vor ihm war ein vollkommen anderer Severus Snape. Ein … ansprechender Severus Snape, der in nichts mehr dem hässlichen Gestellt ähnelte. Bis auf die Dürre vielleicht, die aber auch nicht mehr so ausgeprägt war. Kein Wunder, dass er ihn nicht erkannt hatte.
Als er seine Hand wieder fortzog, streiften seine Finger über ein dünnes Stoffband, das ihm erst jetzt ins Auge fiel. Ein Band, das sichtlich unangenehm eng um den dünnen Hals lag.
Aus einem seltsamen Gefühl heraus, das er sich nicht wirklich erklären konnte, einer Vorahnung vielleicht, oder einfach nur seiner Intuition folgend erkundigte Lucius sich schließlich: „Was geschieht, wenn ich ablehne? Weshalb sollte ich mich mit so etwas wie dir abgeben?"
Das Schlucken fiel ihm bereits schwer und seine Stimme klang rau. „Die Magie... die mich bindet, zieht das Halsband immer enger zusammen.", erklärte Severus leiser als üblich. „Wenn Ihr mich nicht annehmt, Meister, und keinen anderen angebt, wird es sich so lange verengen, bis ich keine Luft mehr bekomme, und schließlich... mein Genick brechen."
Tränen sammelten sich in seinen Augen, ob der Demütigung, die jetzt folgen würde. Doch auch wenn er Malfoy hasste, wenn er sein Leben hasste, wollte Severus nicht sterben. Noch immer auf Knie verneigte er sich tief, bis seine Stirn den Boden berührte. „Ich flehe Euch an, Meister. Ich werde ein treuer und ergebener Sklave sein."
Lucius starrte mit einer Mischung aus morbider Faszination und Abscheu auf das Halb … den Sklaven herab und ebenso war seine Stimme gefärbt, als er seine nächste Frage stellte: „Wie lange, bis es dich umbringt?"
Er wusste selbst nicht, wieso er diesen verdammten Armreif nicht einfach annahm und überstreifte. Aber die Vorstellung, der Gedanke nun ständig diesen jämmerlichen … nein, das widerte ihn einfach nur an.
Das Zittern hörte schlagartig auf, als Severus vollkommen erstarrte. Er würde sterben! Dessen war er sich plötzlich sicher. Malfoy wollte ihn nicht. „Nachdem ich durch Mangel an Sauerstoff das Bewusstsein verloren habe... dauert es noch etwa zehn Minuten, Meister.", antwortete er deutlich und schloss dann die Augen. Das Zittern ergriff ihn erneut, während er mühsam und kräftezehrend atmete.
Nicht mehr lange... bald ist es vorbei. Bereits jetzt explodierten kleine Sterne hinter seinen geschlossenen Lidern, während kaum noch Luft durch seinen zugeschnürten Hals gelangte.
Halb fasziniert halb abgestoßen beobachtete Lucius Malfoy das scheinbar aus so dünnem Stoff bestehende Halsband, das sich nun immer deutlicher in den dürren Hals von Severus Snape schnürte. Diesen zusammenzog, was sicherlich äußerst unangenehm sein musste, um nicht zu sagen schmerzhaft.
Ohne zu blinzeln sah er zu, wie das Halbblut zu schwanken begann, wie der Atem immer mühsamer … erstickter wurde … wie die schmalen Hände sich zu bewegen suchten, es dann aber doch nicht taten.
Konnte der Zwang tatsächlich so stark sein, dass es das Opfer daran hinderte, sich das dünne Stoffteil selbst vom Hals zu reißen? Einfach um weiter zu atmen, weiter zu leben?
Das konnte doch nicht …
Dieses kleine, miese Halbblut würde jetzt nicht direkt vor seinen Füßen verrecken … das durfte einfach nicht wahr sein!
Wie sollte er dem Schulleiter die Leiche erklären?
„Verflucht …", schimpfte Lucius wütend, griff nach dem Armreif, die restliche Schatulle dabei achtlos zu Boden fallen lassend und ehe er es sich anders überlegen, oder überhaupt länger darüber nachdenken konnte, streifte er ihn sich über sein rechtes Handgelenk.
Silberne Blitze tanzten sogleich über das Metall, das sich auf unerwartet angenehme Art und Weise zu erwärmen begann und sich wie von selbst zusammenfügte, als wäre es niemals woanders gewesen, als hinter seiner rechten Handbeuge.
Genau in dem Moment, als sich das Armband schloss, atmete Severus schnell und tief ein, als sich sein Halsband wieder lockerte. Keuchend, nach Atem ringend lag er auf dem Boden, bis er wieder soweit bei Sinnen war, dass er sich aufrecht hinknien konnte.
Langsam rutschte er näher, beugte sich tiefer herab und berührte mit den Lippen nacheinander beide Schuhspitzen seines Meisters.
Eine einzelne Träne lief seine rechte Wange herab.
Sein Leben würde dennoch zu Ende sein, nun da es Malfoy gehörte.
Hatte Lucius gedacht, dass ihn das Verhalten des Halb … seines Sklaven noch mehr abstoßen konnte, so wurde er fast schon enttäuscht. Fühlte es sich doch seltsam richtig an, was dieser tat. Genau da gehörte ein … nein... sein Sklave hin. Auf den Boden, zu seinen Füßen.
Zurücktretend ließ sich Lucius in den nächstbesten Sessel fallen und barg sein Gesicht in den Händen. Was hatte er nur getan? War er vorher müde gewesen, fühlte er sich jetzt zutiefst erschöpft.
Wie, kam eine kleine ungebetene Stimme aus einem ihm bisher unbekannten Winkel seines Gehirns gekrochen, musste sich dann sein Sklave erst fühlen? Nicht, dass es ihn besonders kümmerte.
Das tat es nicht.
Nein …
Ganz gewiss … kümmerte es ihn …
Abrupt seinen Kopf hebend starrte er auf den nicht einmal so schlecht aussehenden Sechzehnjährigen, dessen Atem sich allmählich wieder beruhigt zu haben schien und ein Gefühl leiser Neugier mischte sich unter die ihn zum Schlafen überreden wollende Erschöpfung: „Was beinhaltet dieser … Pakt für uns beide?", fragte er schließlich, der Neugier nachgebend und weil er es hasste, im Ungewissen zu sein. Ganz besonders, wenn er selbst von dieser Ungewissheit betroffen war.
Severus kniete sich aufrecht hin, verschränkte die Hände hinter dem Rücken und sah langsam auf, jede Sekunde erwartend, geschlagen oder sonst wie erinnert zu werden, dass er nicht aufzusehen hatte. Doch dies war eine Regel, die jeder Meister selbst festlegen konnte und so wusste er nicht, was Malfoy in diesem Fall wollte.
„Wann immer ich Euch anrede, darf das nur mit Eurem Titel geschehen, Meister. Niemals darf jemand außer Euch meinen Hals frei von einem Halsreif sehen. Ich muss immer einen tragen, es sei denn ich bin mit Euch allein. Ich kann Euch nicht anlügen und ich muss jeden Befehl ausführen, den Ihr gebt. Tu ich das nicht sofort, wird der Bund mich bestrafen, indem er mir Schmerzen bereitet, bis ich gehorche.", erklärte Severus deutlich, wenn auch leise.
„Für Euch bedeutet der Bund, dass Ihr absolute und uneingeschränkte Gewalt über mich habt. Wenn Ihr es wünscht, könnt Ihr mich auf der Stelle töten und niemand würde es interessieren, sobald sie das Pergament gesehen haben. Das heißt, falls Ihr meinen wahren Status nicht sowieso öffentlich machen wollt, Meister."
Lucius schnaubte leicht, halb amüsiert, halb die Komplexität, die das Ganze besaß, nicht wirklich wahrhaben wollend. „Das wird es doch ohnehin, wenn du mir ständig hinter her rennst und mich Meister nennst."
Natürlich klang das erst einmal recht einfach - für ihn!
Doch das war es nicht. Das wusste er einfach.
Was würde geschehen, wenn er seinen neu erhaltenen Sklaven tötete? Würde er es bedauern?
Aufmerksam horchte Lucius in sich hinein, achtete auch auf die kleinste Gefühlsregung, auf Widerstand ob dieser Möglichkeit, das Leben seines Sklaven hier und jetzt einfach so zu beenden.
Es gab keinen.
Und genau das war es, was ihn zutiefst schockierte.
Er konnte es tun - Hier und Jetzt, auf der Stelle und nichts, nicht einmal sein eigenes Gewissen würde ihn dafür zur Rechenschaft ziehen, ein Leben, das Leben seines Sklaven beendet zu haben. Wieso auch? Lebte dieser doch nur, weil er, Lucius, es ihm gestattete.
Diese Erkenntnis, diese plötzliche Macht, die er über ein anderes Leben besaß, das Wissen, dass dieser tatsächlich alles tun würde, ließ ihn sich selbst plötzlich ganz klein und hilflos fühlen. Ein Widerspruch, oder nicht?
Sollte er nicht frohlocken über die Möglichkeit dieses elendige Halbblut … seinen Sklaven endlich vom Angesicht der Zaubererwelt tilgen zu können? Und niemand, überhaupt niemand konnte ihn dafür belangen?
Doch die Freude über eine derartige Möglichkeit war plötzlich nicht mehr zugegen. Stand eine andere Frage einer solchen Handlungsweise doch plötzlich im Weg.
Welchen Nutzen konnte ihm ein toter Sklave bringen? Im Moment? Keinen.
Also würde er ihn vorerst am Leben lassen. Sehen was kam, auch wenn ihn die Aussicht auf den nächsten Tag nicht gerade aufheiterte. Oder sollte es doch eine Möglichkeit geben, den Pakt geheim zu halten, den er heute Nacht eingegangen war?
„Wie kann ich Euch dienen, Meister?", fragte Severus, als Lucius nicht mehr reagierte. Irgendwie lief dieses ganze Treffen nicht so ab, wie er es sich vorgestellt hatte. Eigentlich hatte er geglaubt, zu diesem Zeitpunkt bereits tot zu sein. Oder sich vor Schmerz windend am Boden zu finden.
Wieder aufblickend musterte Lucius seinen Sklaven eindringlich, ehe er schließlich seine Frage konkretisierte: „Lässt es sich irgendwie vermeiden, dass andere von … deinem und meinem neuen Status erfahren?"
Nicht dass es etwas Anrüchiges war, einen Sklaven zu besitzen. Im Gegenteil. Die meisten Familien, auf die es ankam, wussten einen solchen Luxus durchaus zu schätzen. Besonders da es kaum mehr Sklaven gab. Erst recht keine, die zaubern konnten.
„Meister, Ihr könntet... mir befehlen, mich von Euch fern zu halten, wenn Ihr nicht allein seid. Ich würde nur zu Euch kommen, wenn Ihr mich ruft oder Ihr könntet mich hier... einsperren. Kaum jemand würde etwas merken, und die Lehrer könnten gesagt bekommen, dass ich... dass mir nicht mehr erlaubt ist, hier zu lernen. Der Direktor und sein Stellvertreter wissen von meinem... Status."
„Dich bei mir einsperren? Alles nur das nicht …", wehrte Lucius heftig den Kopf schüttelnd ab, „… aber die Idee, dass du dich von mir fern hältst, so lange Andere in der Nähe sind, klingt nicht schlecht. Dann wärest du nicht gezwungen, mich in Hörweite Dritter Meister zu nennen."
Ja, das konnte tatsächlich eine Lösung sein. Immerhin konnte ein Zauberkundiger mehr, der jedem seiner Befehle gehorchte, ein nicht zu unterschätzender Trumpf werden. Ganz besonders, wenn kein anderer von diesem Trumpf wusste, oder wenn dann zumindest nicht, wer genau dieser Trumpf war.
Nachdenklich sein Kinn auf die gefalteten Hände stützend, sprach er weiter: „Und sollte einmal etwas sein, weswegen du mich aufsuchen musst, oder sollte ich deine Anwesenheit wünschen, kannst mich wie jetzt schließlich auch hier des Nachts aufsuchen."
Dann sollte es zumindest niemand mitbekommen und wenn doch … dann gäbe es sicher noch eine weitaus plausiblere Erklärung, wieso Snape ihn des Nachts aufsuchte. Ein Gedanke, der ihn zu einer weiteren Frage an seinen Sklaven animierte: „Was waren deine Aufgaben für deinen vorherigen … Besitzer?"
„Ich habe meinem Herrn gedient. Bei Tisch, bei allem, was er sonst tat... im Bett, Meister.", erklärte Severus, den Kopf langsam senkend, um zu verstecken, dass er rot wurde. Sein vorheriger Herr hatte ihn erst in den letzten beiden Jahren auch dafür benutzt und es war mehr als unangenehm, auch wenn ihm dabei niemals wirklich Schaden zugefügt worden war. Aber es war peinlich, auch nur daran zu denken.
„Im Bett …", wiederholte Lucius gedehnt, sich das nicht wirklich vorstellen könnend. Nicht bei dem Halbblut, nicht bei … aber er war ein Sklave. Ein Objekt, das man benutzen konnte, wie immer man dies wünschte. Das schloss eindeutig auch das Bett nicht aus, oder was dies betraf, auch andere Plätze, an denen man sich zu amüsieren gedachte.
Das hieß, dass auch er selbst … er könnte hier und jetzt …
Sich mit einer langsamen Bewegung nach hinten in den Sessel lehnend, gab Lucius Malfoy seinen ersten wirklich bewussten Befehl an seinen neuen Sklaven: „Zieh dich aus!"
Mit deutlich zitternden Händen, aber ohne zu zögen begann Severus seine Robe zu öffnen. Sein Kopf blieb gesenkt, seine langen Haare hatten sich wie ein Vorhang vor sein Gesicht gelegt, sodass nichts zu sehen war. Tränen der Scham rannen über sein Gesicht, als er sich langsam erhob und seine Hose fallen ließ. Er trug nichts darunter und stand nun nackt vor seinem neuen Meister.
Überrascht wanderten Lucius Augenbrauen nach oben. Nicht nur, weil er nicht erwartet hätte, dass sein Sklave derart gut … bestückt war, sondern auch, weil dieser keinerlei Unterwäsche zu tragen schien.
„Sieh mich an ..", war der nächste Befehl, kurz gefolgt von, „… gehört das zu deinen Vorlieben, oder zu deinem Sklavenstatus, keine Unterbekleidung zu tragen?"
Und mit einem Anflug seines sonstigen spitzen Humors, den er gern gegenüber allen zur Schau stellte, die weit unter ihm standen, fügte er süffisant grinsend an: „Allzeit bereit … hm?"
Severus hob den Kopf, sodass die Haare zur Seite rutschten und seine Tränen nassen Wangen zum Vorschein kamen. Einen Moment lang blitzte Hass in den schwarzen Augen auf. „Mein früherer Herr bestand darauf, dass ich niemals Unterwäsche trage."
„Auch nicht im Winter?", Lucius schauderte übertrieben, während sich seine Lippen zu seinem üblichen spöttisch überheblichen Lächeln verzogen.
Nachdenklich trommelten seine Finger der rechten Hand auf der Sessellehne. „Das war wirklich ziemlich .. verantwortungslos von deinem früheren Besitzer. Schließlich hättest du dir dein wertvollstes Stück abfrieren können."
Ja … doch, so langsam fühlte er sich wieder wie er selbst und nicht von den Geschehnissen überfordert. Das Gefühl der Unwirklichkeit, das ihn seit dem plötzlichen Erscheinen seines jetzigen Sklaven übermannt hatte, verflüchtigte sich immer weiter.
Die rote Farbe auf dem Gesicht des Jüngeren vertiefte sich noch. „Es gibt sehr gute Wärmezauber, Meister.", erwiderte er leise, sich wünschend im Boden versinken zu können. Doch er konnte nicht einmal den Blick abwenden, da sein Meister befohlen hatte, dass er ihn ansehen sollte. Seine Hände immer wieder zu Fäusten ballend, stand Severus da und wartete, was als nächstes geschehen würde.
Lucius' Lächeln vertiefte sich, wurde regelrecht raubtierhaft. „Oh ich denke, du kennst genügend Methoden, dich auch noch anders warm zu halten."
Mit einer Geste bedeutete er seinem Sklaven näher zu kommen.
Langsam aber doch prompt trat Severus näher und als er dicht vor Lucius stand, sank er auf die Knie, wie er es von klein auf gelernt hatte. Wenn sein Meister saß, hatte er nach einem Ruf zu knien, es sei denn, es kam eine andere Anweisung.
„Wie kann ich Euch dienen, Meister?", fragte er erneut, doch mit diesmal leicht zitternder Stimme. Nicht nur wegen dem Kommenden, er war ziemlich sicher, dass er das überstehen konnte. Nein, er war mehr als müde und wollte eigentlich nur schlafen.
Das Zittern in der Stimme sehr wohl registrierend, streckte Lucius abermals seine Hand aus. Die rechte, welche den silbernen Armreif trug, das Zeichen, dass er ein Sklavenbesitzer war und streichelte weder sanft, noch wirklich grob durch das seidig weiche, schwarze Haar.
„Ich nehme an, dass deine vorherige Unansehnlichkeit Absicht war?", und wieder die Spitze einfach nicht zurückhalten könnend, fügte Lucius noch bei, „… er wollte wohl nicht das andere seinen Betthasen ritten hm?"
„Ja, Meister.", erwiderte Severus sofort, während erneut eine Träne seine Wange herunter lief. „Und er wollte nicht, dass ich Freunde finde.", setzte er noch hinzu.
Seinen Kopf schüttelnd, wanderte Lucius' Daumen über das Gesicht des Sklaven, die Träne dabei fortwischend: „Nun … zumindest das ist ihm gelungen.", murmelte er leise, während ein anderes Gefühl in ihm plötzlich überhand zu nehmen schien, ihn regelrecht übermannte und ohne wirklich darüber nachzudenken, griff er ihm erneut in die Haare, diesmal absichtlich grob seiend und den Schwarzhaarigen zu sich hoch auf den Schoß ziehend.
Fast schon Nasenspitze an Nasenspitze, seine Augen zu blauem Eis erstarrt, zischte er hart und um keinerlei gewählte Ausdrucksweise mehr bemüht: „Wie viele? Wie viele haben dich bereits gefickt?"
Schon alleine der Gedanke, das irgendjemand seinen Sklaven auch nur anfasste, geschweige denn ihn in Besitz nahm, machte ihn schier rasend vor Zorn.
„N.N...Nie...Niemand, außer...meinem Herrn, Mei...Meister." Severus' aufwallende Angst war fast körperlich spürbar und seine Finger krallten sich in Lucius' Robe. Er hatte sichtlich Angst gleich bestraft zu werden, auch wenn er nicht wusste, was er falsch gemacht haben könnte.
„Und das soll ich dir glauben?", fauchte Lucius, halb angewidert von dem deutlich vor Angst bebenden Ding auf seinem Schoß, halb erleichtert, erinnerte er sich doch daran, dass sein Sklave nicht fähig sein sollte, ihn zu belügen.
Dennoch lockerte er seinen Griff nicht, legte im Gegenteil seinen anderen Arm fest um den schalen Rücken und drückte den dürren Körper noch ein Stück fester an sich heran.
„Wer sollte... jemanden wie mich anfassen wollen, geschweige denn mehr?", erwiderte Severus mit ein wenig des Sarkasmus in der Stimme, den man von ihm gewohnt war. Doch sofort sah er Lucius wieder ängstlich an.
Für einen kurzen Moment glitzerte es verdächtig in den eisblauen Augen und Lucius' Mundwinkel zuckten kurz amüsiert, ehe er murmelte: „Du hast ja doch noch ein wenig Rückrat … gut. Wenn du dir noch dieses jämmerliche Verhalten abgewöhnen könntest, wäre ich vielleicht sogar recht zufrieden mit meinem Sklaven. Ich will keinen Bastard, der mir hinterher rennt und bei jedem lauten Wort vor Angst vergeht, sondern ein", und nun färbte sich leichter Spott in des weißblonden Stimme, „… ein Reinblut, das spurt, wenn es soll, und seinen Verstand wenn nötig beisammen hat."
„Ich... werde mich bemühen, Euren Ansprüchen gerecht zu werden, Meister.", erwiderte Severus sofort. Dann sah er in Lucius' Augen und versuchte seine Angst nieder zu kämpfen. „Welche... Regeln sollen gelten, Meister. Ich.. bin so unsicher, weil ich nicht genau weiß, welches Verhalten richtig ist."
Halb unbewusst, halb weil er einfach die Reaktion wissen wollte, tätschelte Lucius linke Hand kurz eine der Pobacken: „Zuerst einmal solltest du mehr essen …, was ist mir herzlich egal. Dann möchte ich nicht, dass in irgendeiner Form bekannt wird, dass du mein Sklave bist. Du bist eine Waffe, mein Lieber, eine, die ich einzusetzen gedenke, wenn man es am wenigsten und schon gar nicht von dir erwartet. Keiner sollte auch nur ahnen, dass du dich jemals einem Anderen unterordnen würdest … sei weiter das widerwärtig strebsame Halbblut. Ich dulde nicht, mich mit Mittelmaß abgeben zu müssen, also streng dich gefälligst an, zumindest in einem Gebiet, das mir nützlich sein kann, hervorragend zu werden."
Sich plötzlich vorbeugend und kurz die blasse Nasenspitze küssend, zum einen weil sie so verlockend nahe war und zum anderen, abermals um das verängstigte Hündchen aus der Reserve zu locken, schnurrte Lucius Malfoy fast schon: „Lehre die Leute, dich zu fürchten …, wegen dem, was sie wissen, das du beherrschst und wegen dem, was du sie vermuten lässt, das du kannst."
„Ja, Meister.", murmelte Severus sofort, während er langsam seine Hände vor seinen Schritt zu legen begann. Es war peinlich und in dieser Situation absolut unpassend. Doch die Nähe zu Lucius, seine warme Hand auf seinem Hintern, der kurze Kuss – all das brachte sein Glied dazu, sich leicht zu regen, auch wenn es nicht viel war.
Erst die Bewegung der beiden Hände an sich machte Lucius auf das aufmerksam, was sein Sklave nun zu verdecken suchte und für einen Moment wusste er nicht, ob er sich verärgert, oder doch lieber geschmeichelt fühlen sollte. Wobei Letzteres nicht unbedingt angenehm sein musste, hatte er doch schon seit dem letzten Jahr mehr als genügend Verehrerinnen und was dies betraf, auch Verehrer unter den Schülern, von denen er mehr oder minder, meist früher als später, jeden hatte abblitzen lassen.
Wieder erinnerte er sich daran, dass sein Sklave bereits seine Erfahrungen im Bett gemacht hatte und der Gedanke, dass dieser … nein daran wollte er jetzt nicht wirklich denken müssen.
So rückte er selbst ein Stück weiter nach hinten, auch wenn dies kaum mehr möglich war, zog seine linke Hand von der Pobacke fort und griff nun mit beiden Händen nach den Handgelenken seines Sklaven, zog dessen Hände fort und betrachtete mit einem halben Lächeln den sich ihm bietenden Anblick.
„Ich wusste doch, dass du auch andere Wege kennst, wie dir warm wird …"
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TBC
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