Kurz nachdem sie ihre Koffer ins Schlafzimmer gebracht hatten, klingelte das Telefon. Harry suchte danach und fand es im Flur. Sie nahm den Hörer ab.
„Hallo?", sagte sie freundlich.
„Ich bin es, Makepeace. Ich wollte mich vergewissern, ob ihr die Adresse gefunden habt und ob ihr schon dort seid",sagte Spikings und klang ebenso fröhlich.
„Es ist alles okay, Sir. Der Weg hierher war ein bisschen beschwerlich aber letztendlich sind wir angekommen", antwortete sie und musste grinsen, als sie an Dempsey's Sturz dachte.
„Habt ihr schon eine Idee, wie ihr die Sache angeht?", fragte Spikings neugierig.
„Wir lesen die Akte in Ruhe und dann werden wir entscheiden, wie es weiter geht, Sir. Haben sie noch Fragen?"
„Konzentriert euch bitte auf den Fall und es tut mir wirklich leid, dass ich euch den Urlaub streichen musste. Ihr habt viel durchgemacht in den letzten Monaten und ihr habt den Urlaub verdient aber die Arbeit hat aller höchste Priorität", erklärte Spikings bitter.
„Apropo verdient, Sir...bekommen wir den Urlaub, wenn wir den Fall aufgeklärt haben?", fragte Harry angespannt.
„Ich verspreche es dir, Makepeace. Nach diesem Fall bekommt ihr ein paar Tage frei", beschwichtigte er sie.
„Danke, Sir", sagte sie kurz und legte dann auf. Seine Worte hatten sie ein wenig beruhigt.
Dempsey kam die Treppe herunter und strahlte über das ganze Gesicht.
„Hast du den Kamin im Schlafzimmer gesehen, Harry?", fragte er und seine Augen glänzten.
„Du bist kindisch, James", stellte sie fest und lächelte.
Harry liebte es, wenn er sich über Kleinigkeiten freute. Hoffentlich würde ihm ihr Weihnachtsgeschenk gefallen, dachte sie. Auch wenn es nicht ganz das war, was sie sich vorgestellt hatte.
Gemeinsam erkundeten sie das Haus und Harry musste zugeben, dass sie es hätten schlechter erwischen können. Das Haus war gemütlich und wohnlich eingerichtet. Die Räume waren großzügig und sie fanden alles, was sie für die nächsten Tage benötigten. Dempsey bestellte etwas vom Chinesen und Harry öffnete eine Flasche Wein, welche sie eingepackt hatte. Sie setzten sich in das einladene Wohnzimmer.
„Hast du in der Akte etwas interessantes gefunden, Babe?", fragte er und genoß sein Essen.
„In den meisten Fällen kommen sie durch ein Kellerfenster ins Haus. Sie entwenden alle Wertgegenstände, sogar den Schmuck der schlafenden Hausbesitzer. Kein Opfer hat etwas bemerkt, obwohl die Täter auch im Schlafzimmer waren. Das ist wirklich unglaublich", teilte sie ihm überrascht mit.
„Du bist unglaublich", sagte er leise und lächelte sie an.
„Dempsey, konzentriere dich auf die Arbeit", sagte sie im scharfen Ton.
„Was schlägst du vor?", fragte er interessiert.
„Wir sollten uns Morgen in der Nachbarschaft umhören. Vielleicht hat jemand etwas gesehen", schlug sie ernsthaft vor.
„Klingt gut", sagte er kurz und stellte seine Plastikschachtel auf den Tisch.
„Was hast du vor?", fragte sie überrascht, als er aufstand und sich dicht neben sie setzte.
„Genug Arbeit für Heute", sagte er entschlossen und begann an ihrem Ohrläppchen zu knabbern.
„Wir haben es Spikings versprochen, Dempsey", erinnerte sie ihn.
„Wir haben jetzt Feierabend und können machen, was wir wollen und ich will dich", sagte er leise und fingerte an ihrer Bluse.
„In diesem Fall gibt es keinen Feierabend, Lieutenant", ermahnte sie ihn doch er hörte nicht zu.
„Komm schon, Harry. Wir hatten so wenig Zeit für uns in den letzten Wochen und ich vermisse es so wahnsinnig dich zu lieben, zu spüren, deine weiche Haut zu streicheln....", stöhnte er ihr ins Ohr.
„Dieser Fall ist verdammt wichtig, Dempsey. Wir dürfen ihn nicht vermasseln", flüsterte sie und hatte sich kaum noch unter Kontrolle.
Harry war Butter in seinen Händen. Seine Berührungen waren so liebevoll und zärtlich, dass sie nicht widerstehen konnte. Zärtlich versanken sie in einem innigen Kuss. Seine Küsse wurden fordernder und sie gab sich ihm hin. Sie hatte keine Möglichkeit mehr der Situation zu entkommen. Seine Hände waren überall auf ihrem Körper und Gänsehaut kroch ihr über den Rücken. Harry hatte ihn in den letzten Wochen so sehr vermisst. Die Arbeit hatte ihnen jede Möglichkeit genommen die Beziehung zu vertiefen. Abwechselnd schliefen sie in ihrem Haus oder in seiner Wohnung. Doch meistens waren sie so müde, dass sie bereits am frühen Abend einschliefen. Harry öffnete die Knöpfe seines Hemdes und streifte es ab. Seine Haut war warm und weich. Sie liebte es seinen Körper zu berühren und ihn zu streicheln. Dempsey konnte es nicht abwarten und zerrte an ihrer Bluse. Sie lachte herzlich und öffnete selbst die Knöpfe. Ihr Körper war makellos. Die Verletzungen des letzten Falles waren nicht mehr zu sehen und sie war wunderschön. Wunderschön für ihn.
„Ich will dich so sehr, Liebes", flüsterte er kaum hörbar in ihr Ohr.
Harry's Körper zitterte vor Erregung und sie wollte ihn genauso, wie er sie. Sie liebten sich auf dem Sofa und sie schliefen eng umschlugen ein.
Nach einigen Stunden schlug Dempsey die Augen auf. Das Feuer im Kamin war fast herunter gebrannt und er fröstelte. Er bedeckte Harry mit seinem Körper, um sie zu wärmen.
„Sollen wir ins Bett gehen?", fragte sie verschlafen.
„Nein, dieser Moment ist perfekt", antwortete er sanft.
„Es ist kalt, James und daran ist nichts perfekt", sagte sie leise mit zitternder Stimme.
„Dir ist kalt, und ich habe einen guten Grund, dich für immer fest zu halten", erklärte er liebevoll.
„Ich liebe dich, James", flüsterte sie ihm ins Ohr und er war überrascht. Niemals hätte er geglaubt diese Worte zuerst von ihr zu hören. Er kannte sie gut genug um zu wissen, dass es ihr schwer fiel diese Worte zu sagen und in den letzten Wochen hatte er sie erst einmal von ihr gehört.
„Und ich liebe dich, Harriet Alexandra Charlotte. Du bist das beste, was mir je passiert ist und ich bin glücklich mit dir hier zu sein", sagte er sanft.
„Niemand hat mich mehr so genannt, seit ich getauft wurde", sagte sie fröhlich und war geschmeichelt, weil er ihre Vornamen kannte.
„Ihr Engländer seid ein komische Volk. Alles habt ihr im Überfluß, selbst Vornamen. Wozu braucht ein Mensch drei Vornamen? Du kriegst wohl nie genug", neckte er sie.
„Wir Engländer sind eben unersättlich", stimmte sie zu und biß ihm in die Brust.
„Autsch, du schlägst deine Zähne in mich? Na warte", sagte er und küsste sie hingebungsvoll auf ihre weichen, warmen Lippen.
„Bist du glücklich, Harry?", fragte er überraschend.
„Glücklicher, als ich je erwartet hatte", antwortete sie ehrlich.
„Hattest du während der letzten drei Jahre, seitdem ich hier bin, etwas mit einem anderen Mann?", fragte er ernsthaft.
„Nein", antwortete sie kurz und das Thema wurde ihr unangenehm.
„Harry, wir sind ein Paar und Paare reden über solche Dinge. Ich war auch ehrlich zu dir", sagte er beruhigend.
„Das ist die Wahrheit. Nein, es gab keinen Mann in meinem Leben", sagte sie leise und fühlte sich unwohl.
„Wieso nicht?", fragte er neugierig.
„Dempsey, das tut nichts zur Sache", versicherte sie ihm.
„Ich möchte es wissen. Sag es mir", forderte er sie auf.
„Weil ich Gefühle für dich hatte, die ich nicht einschätzen konnte. Das wäre nicht fair gewesen", erklärte sie ihm.
„Trotzdem hast du mich drei Jahre lang warten lassen?", fragte er ernst.
„Ich wusste nicht, was ich fühle und das ist die Wahrheit. Kennst du das Gefühl, wenn Abneigung in Liebe umschlägt und man total verwirrt ist?", fragte sie ihn und schaute ihm tief in die Augen.
„Nein, das weiss ich nicht. Ich mochte dich vom ersten Tag an", sagte er leise und drückte sie an sich.
„Lass uns ins Bett gehen, es ist spät", schlug er ihr vor.
„Bist du enttäuscht von mir?", fragte sie schüchtern.
„Du kannst mich nicht enttäuschen, Liebes. Schließlich waren da Gefühle für mich. Auch wenn du sie zunächst erkennen musstest", versicherte er ihr.
Sie suchten ihre Sachen zusammen und gingen hinauf ins Schlafzimmer. Zärtlich schlang er seine Arme um sie und Harry legte ihren Kopf auf seine Brust. Eng umschlungen schliefen sie ein.
