Verdammt, ich bekomme das mit den Zeilen noch immer nicht hin. Tut mir leid, denn beim Lesen macht das nicht so viel Spaß.
Sie saß wie ein Häufchen Elend vor ihm.
„Warum schickst du mich fort?", fragte sie mit leiser Stimme.
Severus kniete sich vor sie hin.
„Ich schicke dich nicht fort. Deine Zeit hier ist vorbei. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt."
„Aber ich will nicht gehen."
Severus wusste nicht was er mit diesem Mädchen machen sollte.
„Du musst. Du gehst auf die Universität nach Paris. Es wird eine aufregende Zeit für dich sein."
„Aber du bist nicht da", erwiderte sie trotzig.
Wollte er sie nicht verstehen? Oder war er froh, wenn sie ganz weit weg war?
Natürlich wollte er sie nicht loswerden, aber er war Realist. Sie konnte nicht bleiben. Irgendwann würde sie sich fragen warum sie nicht die Welt erobert hatte ? Warum sie in den alten Mauern des Schlosses ihre Jahre verbracht hatte. Nein, Severus blieb nichts weiter übrig als sie wegzuschicken. Sie musste hinaus in die Welt und andere Menschen kennen lernen.
Wenn sie später … aber darüber wollte er nicht nachdenken. Denn er wusste genau was alles passieren konnte, wie schnell Ereignisse das Leben verändern konnten.
Aber Hermine wollte oder konnte das noch nicht sehen.
„Ich bin hier und ich bleibe hier. Auf Hogwarts."
„Kann ich dich besuchen?"
Er nickte.
„Wartest du auf mich?"
„Ich bin hier."
Sie nickte und er war froh, dass sie keine weiteren Fragen stellte. Sie war zu jung – da war es wieder dieses Wort – um zu erkennen, dass man in dieser Welt keinem Versprechen glauben sollte.
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Das Abschlussfest war im vollen Gange. Die Stimmung ausgelassen.
Professor Snape war zur Überraschung aller noch immer in der großen Halle. In der Vergangenheit hatte er sich noch dem offiziellen Teil entschuldigt und war in seinen Räumen verschwunden.
Aber in diesem Jahr war alles anders. Dieses Fest bedeutete den Abschied von Hermine Granger, seiner besten Schülerin und Geliebten.
Ihre gemeinsame Zeit würde heute abend zu Ende gehen.
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Albus Dumbledore wusste was in seinem Schloss vor sich ging.
Natürlich.
Er ging zum Tisch der Lehrer hinüber und setzte sich zu Severus.
„Du tust das Richtige."
„Ich weiß nicht was Sie meinen."
„Sie wird mir auch sehr fehlen. Miss Granger meine ich. Aber trotzdem. Lass sie gehen."
Severus dreht sich zu dem alten Mann um.
„Das mache ich gerade. Albus, Sie wissen doch, ich mache immer was das Beste für die anderen ist, oder?"
Trauer klang aus seiner Stimme.
Bald wäre er wieder allein.
Hermine sah lächelnd zu ihm herüber.
Und er versuchte sich sich ihren Anblick einzuprägen.
Es war das einzige was ihm bleiben würde.
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Paris
„Granger, hör auf durch die Gegend zu tigern. Du hast noch genug Zeit."
Lisa schüttelte den Kopf. Ihre Freundin schien ja total verrückt nach diesem Mann zu sein.
„Du verstehst das nicht. Ich will ihn überraschen. Er wird sich freuen mich zu sehen."
Lisa verstand das sehr wohl.
Aber das war das Problem.
Sie hatte versucht mit Hermine darüber zu reden und wollte nun noch einen letzten Versuch unternehmen.
Schließlich kannte sie die Männer und irgendwas an der ganzen Situation mit Severus Snape kam ihr merkwürdig vor.
„Warum hat er dich nicht eingeladen? Die Konferenz dauert 3 Tage und dann folgt das Wochenende. Er sollte keine Sekunde zögern."
Hermine schüttelte den Kopf.
„Du kennst ihn nicht. Er freut er sich bestimmt."
Lisa gab sich nicht geschlagen.
„Wie lange habt ihr euch nicht gesehen?"
Keine Antwort.
„Seit Du die Schule verlassen hast. Und er war Dein Lehrer und Deine erste Liebe. Vielleicht hat er Dich längst vergessen."
Langsam wurde sie wütend auf Lisa.
„Severus ist nicht so."
„Wirklich ?"
Sie versuchte die kleine Stimme im ihrem Kopf zu unterdrücken.
Sie hatte ihn 2 Mal besucht, zwar inoffiziell, aber sie versteckte sich auch nicht. Aber nie kam er zu ihr.
Und als sie nach den Gründen fragte, gab es fast einen Streit und sie lenkte ein. Dann, wie aus heiterem Himmel,
hatte er sie gebeten nicht mehr zu kommen. Die Lehrerschaft und allen voran Minerva hatte ihr Missfallen bekundet und es wäre schlecht für Hermines Ruf in der Zauberwelt. Sie hatte alles versucht um ihn umzustimmen, aber er blieb hart. So bleiben nur die Eulen und auch dieser Kontakt wurde immer sporadischer. Hermine konnte es sich nicht erklären, denn ihre Gefühle für Severus hatten sich nicht geändert und sie sehnte den Tag herbei an dem sie ihn wieder zu sehen.
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Severus Snape war aus „beruflichen Gründen" in Paris. Eine Tagung zum Thema „Neue Zaubertränke" und Hermine stand nicht auf seinem Terminplan.
Er fühlte sich schlecht, denn er ging Hermine bewusst aus dem Weg. Dabei waren seine Gefühle für sie stärker als zuvor. Er fühlte sich mit ihr verbunden und wollte sich zu ihr bekennen. Und er wollte mit ihr leben. Aber genügte das?
Vielleicht brachte sie mehr. Er war sicher das ihr Leben in Paris war aufregender als Hogwarts und wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem was er ihr in Hogwarts zu bieten hatte.
Vielleicht mit der Zeit, aber die Umstände verlangten eine Entscheidung.
Das Ministerium hatte angeordnet, dass er wie viele andere Zauberer heiraten sollte. Man hatte auch schon eine Braut für ihn ausgesucht und diese sollte er nun in Paris kennen lernen.
Ausgerechnet hier, wo Hermine lebte. Der er einen Besuch verweigert hatte.
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Es war nicht einfach gewesen, herauszufinden wo die Konferenz stattfand. Nur ihrem Ruhm und Namen hatte sie es zu verdanken, dass man ihr die Information trotzdem gab.
Nun stand sie hier am Eingang und wartete. Auf die Liebe ihres Lebens.
Wie pathetisch.
Aber wenn sie es vorher nicht gewusst hatte, dann wurde es ihr in Paris klar. Sie liebte ihn und würde ihn immer lieben. Und genau das würde sie Professor Severus Snape heute sagen.
Inzwischen war der Saal im Magischen Paris gut gefüllt. Aber noch kein Severus weit und breit.
Allerdings hatte sie einige Bekannte getroffen, auch aus Hogwarts.
Die musterten sie verwundert als sie nach Severus fragte.
An ihren Anblick würde man sich in Hogwarts gewöhnen müssen, dachte sie.
Hoffte sie.
Nur noch 5 Minuten bis zum Beginn der ersten Konferenz. Wo blieb er nur?
War ihm etwas passiert?
Die Tür schloss sich vor ihrer Nase und sie stand fassungslos davor.
Wo war Severus?
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Professor Severus Snape saß zur fraglichen Zeit mit seiner vom Ministerium vorgeschlagenen Braut in einem Muggle-Cafe.
Nicht nur das. Er versäumte einen wichtigen Vortrag wegen dieser Frau.
Was dachte sich das Ministerium eigentlich?
Nie, wirklich niemals würde es er diese Frau heiraten. Was für eine Zeitverschwendung.
Er war schließlich Severus Snape – Doppelagent und Held. Niemand würde ihm etwas diktieren.
Niemand. Niemals.
Er winkte nach dem Kellner, holte Geld heraus und stand auf.
"Es tut mir leid, ich werde Sie nicht heiraten. Keinesfalls."
"Aber ..."
Das Ende des Satzes hörte Snape schon nicht mehr.
Er wollte nur weg. So schnell wie möglich.
Und er wollte zu Hermine.
Er würde ihr einen Antrag machen und seine Zukunft in ihre Hände legen.
So bald wie möglich, am liebsten sofort.
Aber leider musste er heute Nachmittag seine neuesten Studien vorstellen. Aber danach.
Auf jeden Fall.
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Noch eine Stunde später wusste Hermine nicht so recht weiter. Ihr sorgfältig zu Recht gelegter Plan war ins Nichts gelaufen und sie hatte keine Ahnung wie und wo sie Severus finden konnte. Sie hatte nur diesen Tagungsort ermitteln können, alles andere war geheim.
Ein plötzliches Plop störte ihren Gedankengang.
Severus Snape war direkt an den Tagungsort appariert.
Und so standen sie sich plötzlich gegenüber.
Beide überrascht.
Beide überwältigt.
Hermine fasste sich als erste.
„Wo warst du?"
„Was machst du hier?", fragte er zurück.
„Dich besuchen. Es sollte eine Überraschung sein."
Und dass die gelungen war, sah man Severus an.
Zum Glück schien er nicht böse zu sein, wenn Hermine seinen Gesichtsausdruck richtig deutete.
Oh nein, böse war Severus Snape nicht. Wollte er nicht gerade noch – genau. Er wollte sie fragen, ob sie seine Frau werden würde.
Warum warten?
Sie stand genau vor ihm, schaute ihn mit ihren großen braunen Augen an.
Er ging einen Schritt auf sie zu und nahm ihre Hände.
Ein tiefer Atemzug und dann fragte er sie.
„Liebst du mich? Willst du meine Frau werden?"
Sie musste träumen. Es konnte nicht sein, dass er hier vor ihr stand. Ihre Hände hielt, in aller Öffentlichkeit.
Und bevor sie diese Tatsache akzeptieren konnte, sprach er aus was sie sich in ihren geheimsten Träumen gewünscht hatte.
Er sah genau wie sie um Fassung rang und hoffte, dass es ein positives Zeichen war.
Zum Glück für ihn, hatte sie sich schnell gefasst.
Bevor er weiterdenken konnte, hatte sie ihre Arme um seinen Hals geschlungen und antwortete mit einem „Ja".
Und genau in diesem Moment gingen die Türen des Saals auf und Zauberer aus aller Welt sahen den strengen Professor in inniger Umarmung mit seiner ehemaligen Schülerin.
