Spider's Web

Der Herbst war kühler geworden, und mit ihm die Stimmung. Die Angriffe der Death Eater vermehrten sich und beinahe täglich gab es neue Berichte im Tagespropheten. Die Ruhe des Sommers war endgültig verflogen, und nicht wenige wunderten sich, wohin ihre Erholung so schnell gegangen war.

Die Stimmung außerhalb der Schlossmauern schien sich auch auf das Innere von Hogwarts zu übertragen. Die Schüler waren nervöser, die Klassen unruhig. Die Anfeindungen zwischen den Häusern nahmen zu, und die Anzahl der Gangduelle war exponential gestiegen.

Genau auf ein solches stieß Remus eines Nachmittags während er auf dem Weg zu seinem Arbeitszimmer war. Es regnete draußen, und die meisten Schüler trieben sich auf den Gängen herum. Noch waren keine Prüfungen angesetzt, und nachdem wegen des dauerhaft schlechten Wetters die Quidditch-Trainingsphase noch nicht hatte beginnen können, lag noch mehr Unruhe in der Luft.

Remus hörte das Auf und Ab der Sprüche schon von weitem. Die schlecht gezielten Zauber prallten in die Wände des Ganges und hallten bis um die Ecke. Seufzend beschleunigte er seine Schritte und ließ seinen Zauberstab aus dem Ärmel gleiten, bereit mögliche Klammersprüche und Gummibein-Zauber erst einmal aufzuheben, bevor das Wirrwarr des Streites dann beseitigt werden konnte. Immer lauter wurden die Stimmen der Schüler je näher Remus ihnen kam. Schon bevor er die Ecke erreichte erkannte er die Stimmen dreier Gryffindors aus dem siebten Jahr, und besonders laut die Proteste eines Slytherins aus dem fünften Jahr. Klassische Hausrivalitäten, also. Aber was er hörte gefiel ihm nicht.

"Ach was, Wolsey, uns kannst Du doch nichts vormachen. Ihr seid doch alle gleich, bloß auf Lug und Betrug aus. Natürlich gab's da jede Menge Sabotage beim letzten Match vor dem Sommer." Deutlich war die Abschätzung in der Stimme des Jungen zu hören, und die Häme. Remus verdrehte die Augen. Er hatte nichts gegen Quidditch, aber manchmal fragte er sich doch, ob Hogwarts ohne die ewige Konkurrenz der Häuser nicht ein angenehmerer Ort wäre. "Von wegen Sabotage, wir haben einfach besser gespielt als ihr. Wie immer!" Der Slytherin klang aufgebracht, aber auch seltsam schrill. Dann waren wieder einige Zauber zu hören. "Wenn ihr fair spielen würdet, würdet ihr nie gewinnen. Außerdem ist das doch überall so. Wenn dein Vater kein Death Eater wäre, hättest Du nie einen Platz in Hogwarts bekommen. Deine Zauberei ist ja eher mittelmäßig." Remus ging etwas schneller. Ihm gefiel die Richtung nicht, in die sich dieses Duell bewegte. Um die Ecke hörte er wieder einige Zauber einschlagen, und dann die wütende Replik des Slytherin. "Du kannst ja noch nicht mal ordentlich zielen, was willst Du mir erzählen? Elendes Schlammblut!" Remus fiel in einen leichten Laufschritt.

Das Protestgeschrei der Gryffindors war nicht zu überhören. "Na warte, Dir ziehen wir das Fell über die Ohren." Remus erkannte die tiefere Stimme eines seiner liebsten Schüler. "Überlasst den mir. Ich hab da auch so einiges gelernt. Na, dreckige Schlange, glaubst Du, nur ihr könntet das? Ich habe in den Ferien die Unverzeihlichen geübt, jetzt kannst Du was erleben. Bist ja eh wertlos." Remus rannte. "Das traust Du dich ja sowieso nicht." Der Slytherin klang allerdings nicht sehr sicher. "Euch sollte man alle ausrotten, ihr verdammten Schwarzmagier. Ich werde Auror und mache genau das - und bei Dir fang ich schon mal an." Die Aggression war nicht zu überhören.

Er bog gerade um die Ecke als der Gryffindor seinen Zauberstab hob um seine Drohung wahrzumachen. Mit einem Blick hatte er die Situation erfasst. Wolsey, ein recht klein gewachsener Junge aus dem fünften Jahr, stand bereits mit dem Rücken zur Wand. Vor ihm hatten sich die drei älteren aufgebaut, von denen der mittlere, Harold Langdon, als Wortführer die Drohung des Unverzeihlichen ausgesprochen hatte. Ein Unverzeihlicher! In den Gängen von Hogwarts! Remus was wütend. Wie konnte so etwas passieren?

Mit einem Wink rief er den Zauberstab des mittleren Gryffindors zu sich. "Mr. Langdon! Was sehe ich da?" Erschrocken fuhren die Schüler herum und starrten ihn an. "Professor - wir können das erklären -" Der Slytherin wies auf Langdon und verschränkte dann die Arme vor der Brust. "Er hat mich bedroht. Mit einem Unverzeihlichen. Und er hat meinen Vater als Death Eater bezichtigt." Der kleinste der Gryffindors, der bis dahin noch nichts gesagt hatte, kreischte empört auf. "Du hast ihn Schlammblut genannt! Professor, so was sagt man doch nicht." Vier paar Augen starrten Remus an.

"Man droht auch nicht mit Unverzeihlichen, Mr. White." Die Schüler fuhren herum. Auch von Remus unbemerkt war Severus hinter einer Ecke aufgetaucht, und kam nun mit großen Schritten den Gang hinunter auf die kleine Gruppe zu. Und er sah nicht glücklich über das Geschehen vor sich aus. Als er bei ihnen angelangt war, nickte er Remus nur flüchtig zu und fixierte dann die Gruppe. "Erklären Sie sich, Mr. Langdon. Sofort." Wolsey sah zufrieden über die Entwicklung aus und starrte Langdon mit einem leicht gehässigen Blick an. Das allerdings entging Severus nicht. Er brauchte nur einen Seitenblick um den Jungen zur Raison zu rufen. "Sparen Sie es sich, Mr. Wolsey. Beleidigungen dieser Art haben hier nichts zu suchen. Fünfzig Punkte von Slytherin, und erscheinen Sie heute Abend in meinem Büro, wo ich Ihnen ihre Strafaufgabe zuteilen werde. Und jetzt gehen Sie." Sofort verschwand das Grinsen aus dem Gesicht des Jungen. Der Verlust von fünfzig Punkten war ein schwerer Schlag für Slytherin, und dazu noch eine Strafarbeit! Aber er drehte sich gehorsam um und verschwand den Gang hinunter.

Langsam wurden die Gryffindors unruhig. Anscheinend war Severus nicht gerade guter Laune, und wenn er sein eigenes Haus schon so hart bestrafte, was würde dann mit ihnen machen? "Mr. Langdon." Severus sprach gefährlich leise. "Sind Sie sich über den Umfang der Konsequenzen, welche die Anwendung eines Unverzeihlichen mit sich bringt im Klaren?" Der Junge sah auf den Boden. "Ja, Sir." Severus fixierte ihn weiterhin. "Sehen Sie mich gefälligst an, wenn ich mit Ihnen sprechen. So, Mr. Langdon, Sie sind sich also über die Konsequenzen im Klaren. Dann wiederholen Sie doch bitte den Ablauf für uns, damit wir uns alle auf einer Ebene befinden." Die anderen beiden Schüler traten von einem Bein aufs andere. Hilfesuchend sah Langdon zu Remus, der aber gar nicht daran dachte, ihm zur Hilfe zu eilen. Dann räusperte Langdon sich. "Also, ähm. Die Verwendung eines Unverzeihlichen führt zum Ausschluss von Hogwarts, und einer Untersuchung durch das Ministerium." Severus hob eine Augenbraue. "Das ist korrekt. Die Einberufung eines Untersuchungsausschusses führt übrigens auch unweigerlich dazu, dass ein Eintrag in Ihre Akte vorgenommen wird. Dieser Akteneintrag für weiterhin dazu, dass eine Karriere als Auror für Sie in sehr weite Ferne rückt." Der Junge wurde plötzlich blass. "Wirklich, ich hätte das sowieso nicht gemacht, das war bloß eine Drohung, ich hätte irgendwas anderes gemacht, einen Gummibein-Zauber vielleicht -" Aber Severus schnitt ihm das Wort ab. "Sparen Sie sich den Atem." Dann sah er zu Remus. "Ich vermute, dass Professor Lupin mit mir übereinstimmen wird, die Klärung dieses Sachverhalts und die Entscheidung über die Weitergabe dieses Vorfalls ans Ministerium an Direktor Dumbledore zu übergeben." Remus nickte. "Sehr gut. Dann gehen Sie bitte voraus, wenn ich mich recht erinnere kennen Sie die Richtung. Vorweg erst einmal: Hundertfünfzig Punkte von Gryffindor aufgrund Ihres Verhaltens, Mr. Langdon, und jeweils fünfzig Punkte wegen unterlassener Hilfe durch Mr. White und Mr. Crown. Ich werde Professor McGonagall dazubitten, immerhin betrifft das ihr Haus." Remus versorgte den Zauberstab des Schülers in einer der vielen Taschen seiner Robe. "Ich sehe das ebenso. Einen Unverzeihlichen auch nur anzudrohen, Mr. Langdon, was haben Sie sich dabei nur gedacht?" Der Schüler murmelte etwas und sah auf den Boden.

Dann begann die kleine Karawane sich in Richtung des Büros von Albus Dumbledore zu bewegen. Unterwegs fing Severus einen Schüler ab und schicke ihn zu Minerva McGonagall, die gerade in ihrem Büro arbeitete.

Die Klärung des Vorfalls nahm den ganzen Nachmittag in Anspruch. Albus Dumbledore hörte sich die ganze Geschichte mehrfach aus verschiedener Perspektive an, und als Minerva McGonagall dann dazustieß mussten sie den Vorfall gleich noch einmal erklären. Sie zeigte sich entsetzt, und zum Ärger der Gryffindors zog sie zusätzlich zu den bereits von Severus reduzierten Hauspunkten nochmals fünfzig Punkte ab. Dann zitierte sie die drei Übeltäter für den nächsten Tag in ihr Büro, und die Schüler waren entlassen.

Nachdem die Tür hinter den drei Übeltätern ins Schloss gefallen war, ließ Minerva McGonagall sich ratlos in ihrem Stuhl zurücksinken. "Wirklich, es ist kaum zu glauben. Wie kann so was passieren? In meinem Haus?" Albus seufzte. "Mir scheint, dass die unruhige Stimmung langsam auf Hogwarts übergreift." Minerva nickte. "Ja, natürlich. Aber wenn es hier passiert, wenn es bei den Gryffindors schon passiert -" Sie kam nicht weiter. Severus unterbrach sie, sichtlich verärgert. "Und genau deswegen wird der Orden nicht erfolgreich sein. Habt ihr denn gar nichts gelernt? Es gibt keine 'guten Gryffindors' und 'böse Slytherins'. Es passiert nicht 'sogar' bei den Gryffindors. Aber genau dieses Hirngespinst trägt der Orden immer noch wie eine Flagge vor sich her, und genau deswegen werden wir auch diesen Winter wieder Hoffnung verlieren. Die Zuwachsquote der Death Eater ist enorm, und es ist dieses völlig falsche Denken, das immer wieder mehr in ihre Arme treibt." Er verschränkte die Arme vor der Brust und schwieg. Minerva versuchte ihn zu beschwichtigen. "Severus, so habe ich das doch gar nicht gemeint -" Aber er unterbrach sie schon wieder. "Nein, ihr meint es nie, das ist ja das Problem."

Albus ergriff das Wort. "Severus, beruhige Dich. Dies Diskussionen sind jetzt für diesen speziellen Fall nicht hilfreich." Severus sah nicht überzeugt aus, schwieg aber. Albus nickte. "Danke. Gut, wir haben es hier also mit einem nicht unbedeutenden Zwischenfall zu tun. Wie gehen wir am besten damit um? Eine Grundlagenentscheidung wäre wohl hilfreich. Ich werde heute Abend in der großen Halle einige Worte zum Thema "Gangduell" sagen, das wird für den Anfang die Situation beruhigen. Aber was machen wir mit unsere drei Gryffindors? Wir werden die Rivalität zwischen den Häusern nicht einfach aus der Welt schaffen können, das ist offensichtlich. Dennoch müssen wir etwas tun um solche Eskalationen zu unterbinden."

Nach langer Diskussion gelangten sie letztendlich zu einem einstimmigen Ergebnis. Alle beteiligten Schülern würden getrennt voneinander Strafarbeiten für Filch verrichten, die abgezogenen Punkte blieben auch weiterhin abgezogen. Dazu würde jeder einzelne in einem Gespräch mit seinem Hauslehrer und später noch einmal von Dumbledore persönlich an das Ausmaß der Situation erinnert werden. Nachdem der Unverzeihliche nur angedroht, aber nicht ausgesprochen worden war, schien das für alle die geeignete Konsequenz zu sein.

"Hoffen wir, dass es ihnen eine Lehre sein wird." Seufzend nahm Albus Dumbledore seine Brille ab und rieb sie an seiner violetten Samtrobe sauber. In genau diesem Moment erschien auf dem Schreibtisch ein Tablett mit einer Kanne Tee, vier Tassen und einem großen Teller Schokoladenkekse. "Ach, wie praktisch. Wer möchte eine Tasse Tee?" Wie immer, wenn es zu solchen geselligen Ereignissen kam, ergriff Severus sofort die Flucht. "Ich muss mich entschuldigen, ich habe noch Arbeit zu erledigen." Dumbledore war bereits damit beschäftigt, den Tee einzugießen. "Du wirst vorhersehbar, Severus. Aber eine Frage musst Du mir noch beantworten, bevor Du dich in deinen Kerkern versteckst." Severus blieb hinter seinem Stuhl stehen, sah aber wenig begeistert über diese Bedingung aus. "Das wäre?" Albus schob eine volle Teetasse zu Minerva hinüber und sah über den Rand seiner nun sauberen Brille zu Severus hinauf. "Ist denn eigentlich an den Behauptungen Langdons etwas dran? Ich hatte die Wolseys nicht als den Death Eatern nachstehend eingestuft."

Neugierig sahen Remus und Minerva nun ebenfalls zu Severus hinauf, der nur mit den Schultern zuckte. "Deine Vermutung ist korrekt, die Wolseys gehören meines Wissens nach tatsächlich nicht in Voldemorts Kreise. Soweit ich weiß halten sie sich aus der Politik gänzlich heraus. Sie haben seit ewigen Zeiten einen Landsitz in Yorkshire, und waren ja bekanntlich schon immer eher dem Kartoffeladel zugerechnet." Albus lächelte und nickte. "Kartoffeladlige waren mir schon immer sympathisch. Wie sieht es denn mit den Langdons aus?" Severus schnaubte. "Albert Langdon ist natürlich ein angesehener Bankier, der Tagesprophet ist ja sehr verliebt in ihn." Remus angelte seine Tasse von Albus' Schreibtisch und dachte nach. Dann erinnerte er sich wieder an des Bild des freundlich lächelnden Mannes. "Gringott's, nicht wahr? Er verwaltet besonders umfangreiche Nachlässe - er war doch im Zusammenhang mit dieser Affäre um Bodowsky's Millionenerbe ständig im Tagesprophet." Minerva nickte. "Stimmt, ich erinnere mich." Severus bestätigte ihre Vermutung. "Das ist korrekt. Albert Langdon ist der Mann, den Gringott's für solche Dinge einsetzt. Vertrauenerweckend, freundlich, zuverlässig, bester Gryffindor-Leumund." Es fiel ihm sichtlich schwer, die Häme aus seiner Stimme fernzuhalten. Nur ein kleines, beinahe schön bösartiges Lächeln erlaubte er sich. "Ein großer Mann, Albert Langdon, wahrlich. Die Finanzen der Death Eater blühen geradezu, seit er in den engsten Kreis aufgestiegen ist." Er sah Minerva an. "Und das als Gryffindor. Ihr entschuldigt mich." Dann drehte er sich auf dem Absatz um, und Sekunden später fiel die Tür hinter ihm ins Schloss. Minerva sah etwas säuerlich aus, während Albus einen Schokoladenkeks angelte. "Wenn er wenigstens ein bisschen weniger Freude daran hätte. Manchmal fragt man sich ja doch, ob man ihm nicht mal eins hinter die Ohren verpassen sollte." Remus verschluckte sich an seinem Tee und enthielt sich jeglichen Kommentars.

Am gleichen Abend war Remus für die Patrouille durch die langen Gänge Hogwarts eingeteilt. Er teilte sich diese Aufgabe mittlerweile regelmäßig mit Severus, und sie genossen die ruhigen Wanderungen durch das immer stiller werdende Schloss als Gelegenheit für jene unwichtigen Gespräche, die sie im Alltag nicht führen konnten. Die dazu nötige Diskretion war nicht schwer zu erreichen. War Remus bei den Schülern sehr beliebt und bei seinen Wegen durch das Schloss sonst selten lange allein, schien Severus genau das Gegenteil zu bewirken. Selbst die wenigen Schüler, die sich aufgrund einer Ausnahmeerlaubnis um diese Uhrzeit noch in den Gängen aufhielten vermieden ihre Nähe, und alle anderen hüteten sich sowieso davor, ausgerechnet Severus bei ihren heimlichen Spaziergängen zu begegnen. Trotzdem wob Severus jedes Mal einen leichten Schutzzauber um sie herum. So konnten sie offen und ohne Sorge sprechen, während jeder Lauschende nur eisig ausgetauschte Höflichkeitsfloskeln hörte. Remus war fasziniert von der Wirkung des Zaubers, und hatte bereits einen Beweis seiner guten Funktionalität erhalten, als Harry ihm einmal unter vier Augen das Beileid zu seiner häufigen und sichtlich unangenehmen Begleitung aussprach. Scheinbar waren das magische Trio ihnen mehr als einmal auf den Fersen gewesen, und Remus war ausgesprochen dankbar für den Schutzzauber, den er vorher als eine der viele seltsamen Maßnahmen des übervorsichtigen Spions abgetan hatte.

Auch an diesem Abend hatte Severus den Zauber mit einem Wink aus dem Handgelenk aktiviert, sobald sie sich außerhalb der Kerkerumgebung befanden. Für gewöhnlich war es dann seine Aufgabe, den Beginn des Abends mit einer sinnlosen Auftaktfrage zu eröffnen, die Remus ins Sprechen brachte. Das war für Remus genau das richtige, denn über den Verlauf des Tages sammelte er meist eine ganze Menge Anekdoten an, die er dann abends erzählte. Manchmal berichtete dann auch Severus von Neuigkeiten, oder er ging einfach schweigend neben Remus her und hörte ihm bei seinen Ausführungen zu. An diesem Abend schwieg er, bis es Remus zu bunt wurde.

"Bist Du immer noch beleidigt wegen dem, was Minerva heute gesagt hat?" Es dauerte eine Weile, bis Severus antwortete. Offensichtlich war er in Gedanken weit weg gewesen. Daran hatte Remus sich mittlerweile gewöhnt, auch wenn es ihm schwergefallen war. Er war daran gewöhnt, die volle Aufmerksamkeit seines Gesprächspartners zu genießen - jedenfalls solange es sich nicht gerade um Sirius handelte, der in seinen Gedankengängen genauso spontan und sprunghaft war wie in seinem sonstigen Verhalten - und Severus' häufiges Abdriften hatte ihn anfänglich geärgert. Nach einigen Wochen hatte er aber erkannt, dass die sichtbare Gedankenlosigkeit keineswegs ein Zeichen von Geringschätzung darstellte, sondern eigentlich ein Vertrauensbeweis war. Für gewöhnlich war Severus darauf trainiert, seine Gedanken stets sorgfältig sortiert beisammen zu halten, um in jeder Situation angemessen reagieren zu können. Sich den Luxus einer Abschweifung zu erlauben könnte für ihn unter Umständen fatale Folgen haben, und so war er stets aufmerksam und penibel darauf bedacht den Erwartungen seines Gesprächspartners zu entsprechen. Bei Remus aber konnte er sich diese kleinen Gedankenwanderungen gönnen und darauf vertrauen, das Remus diese Momente der Schwäche nicht ausnutzen würde.

Auch diesmal benötigte er einige Schritte, um wieder ganz in die Gegenwart zu gelangen und seine Gedanken zu sortieren. "Sehr interessant. Beleidigt war ich eigentlich zu keinem Zeitpunkt. Es war nur eine gute Gelegenheit, einmal wieder auf das viel zu einfache Weltbild hinzuweisen, das der Orden manchmal pflegt." Das fand Remus interessant. "Wieso sollte der Orden ein einfaches Weltbild haben?" Severus verstaute die Hände in den Taschen seiner weiten Robe. "Das sollte eigentlich offensichtlich sein. Irgendein Weltbild muss jeder Gruppierung zur Förderung ihres Zusammenhalts nutzen, und für den Orden bietet sich 'Gut gegen Böse' ja geradezu an. Die Ordensmitglieder sind die aufrechten Kämpfer, auf der anderen Seite stehen die Death Eater. Das sich der Orden beinahe vollständig aus Gryffindors rekrutiert, trägt natürlich dazu bei. Stark vereinfachte Weltsicht: Der Orden ist gut, er setzt sich aus Gryffindors zusammen, also sind diese de facto auch 'gut', was auch immer das heißen soll. Es hilft dabei nicht, dass die Death Eater über die Hälfte aus Slytherins bestehen. Aber es gibt auch Ravenclaws, Hufflepuffs - wenn auch nur sehr wenige - und Gryffindors dort, das vergisst der Orden gerne. Also heißt es 'wir gegen die', das ist pragmatisch sehr nützlich und hält den Orden gut zusammen. Aber eine solche Strategie birgt auch reichlich Fallstricke. Vor allem wenn sie auf so etwas gebaut sind, denn das Konzept der Hausrivalitäten sollte eigentlich jeder hinter sich gelassen haben, wenn er endgültig seine Schulzeit hinter sich gebracht hat. Aber das funktioniert nicht mehr, das Konzept hat sich tief eingebrannt, egal wie hirnrissig es ist. Also bleibt man Slytherin oder Gryffindor, egal wo man hingeht. Das kann fatale Folgen haben."

Sie durchquerten das Foyer vor der großen Eingangstür, und Severus warf einen prüfenden Blick in die im Schatten liegenden Treppenaufgänge rechts und links davon, die hervorragende Verstecke anboten. Diesmal schienen sich aber keine heimlichen Liebespaare dort zu verbergen, und sie erreichten das Portal zur großen Halle. Mit einem Wink seines Zauberstabs öffnete Remus die große Tür, die etwas in den Angeln quietschte. "Filch sollte dringend die Tür ölen. Welche Folgen meinst Du?" Sie betraten den großen Saal. Über ihnen zeigte die Decke einen unruhig bewölkten Himmel. Ohne die Schüler wirkte der Raum noch riesiger, gestreckt durch die langen Tische, die seine Längsachse noch betonten.

"Wenn alle etwas behaupten wird es zu einer Wahrheit. Kein Slytherin würde je dem Orden beitreten, schließlich ist das ein Gryffindor-Verein. Aber wie soll Voldemort je besiegt werden, wenn ein Viertel der Zauberergemeinde einfach ausfällt? Und auch in anderen Häusern gab es immer Abneigungen gegen Gryffindor. Sich so festzulegen war unklug." Sie hatten die Empore vor dem Lehrertisch erreicht. Nachdenklich sah Remus zur Decke hinauf. "Bist Du wirklich der einzige Slytherin im Orden?" Severus nickte, die Hände immer noch in den Taschen seiner Robe. "Man kann darüber streiten, ob ich dem Orden wirklich angehöre. Für ihn zu arbeiten ist eine Sache, Zugehörigkeit etwas völlig anderes."

Durch eine Seitentür hinter dem Lehrertisch gelangten sie in das verzweigte Gangsystem hinter der Halle. Es war dunkler dort, und die Fackeln an den Wänden reagierten so spät nicht mehr auf ihre Anwesenheit. Aber sie verzichteten auf Licht. Remus nutzte den Vorteil seiner Nachtsichtigkeit, und Severus kannte die Gänge des Schlosses sowieso in- und auswendig, und bevorzugte prinzipiell meistens die Dunkelheit. "Wenn alle etwas behaupten wird es zu einer Wahrheit - und alle Slytherins böse?" Ihre Schritte hallten durch den langen Gang. "Streich "böse" aus deinem Vokabular. Gut und Böse sind hypothetische Gegensatzpaare, mit denen zu arbeiten jenseits von Muggeltheologie und Rechtsdogmatik keinen Sinn macht. Es gibt nicht das Böse und das Gute, es gibt nur Grauabstufungen und Tendenzen. Aber natürlich funktioniert dieser Effekt, wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Wer immer für schlau, gerissen und unmoralisch gehalten wird tendiert stärker zu diesen Charaktereigenschaften als jemand, dem stets Tapferkeit und Gerechtigkeit nachgesagt wird. Es ist ein einfacher Mechanismus, aber er ist tödlich. Sieh Dich um, und Du erkennst, wohin er uns geführt hat. Ich habe Schüler, die angesichts dieser gesellschaftlichen Funktionsweisen fast verzweifeln. Aber in den Zeiten - wohin kann ein Slytherin gehen, wenn nicht zu Voldemort? Wer wird ihm glauben schenken? Sicherlich nicht der Orden." Remus hörte die Müdigkeit in Severus' Stimme. "Aber kann man da nichts machen?" Severus schnaubte. "Sag dem Wind er soll stillstehen. Die Räder laufen, das System ist gut geölt. Wir können nur hoffen, dass es bald zu einem Ende kommt und danach ein Neuanfang möglich ist. Tabula rasa! Es ist dringend nötig."

Für eine Weile schwiegen sie und wanderten weiter durch die Gänge. Dann sprach Remus als erster wieder. "Glaubst Du, das wird bald passieren? Tabula Rasa? Der große Knall?" Severus nickte. "Ja, es kann nicht mehr lange dauern. An Neujahr wird Voldemort wieder neue Death Eater berufen. Er ist sich seiner Sache sicher." Wie aus dem Nichts war das mulmige Gefühl in Remus' Magengrube wieder da. Es überfiel ihn jedesmal, wenn er an das dachte, was Severus so entspannt als "das Ende" bezeichnete.

"Und wie soll das aussehen? Wie stellt Voldemort sich das vor - eine große Schlacht, oder sowas?" Aber darauf hatte selbst Severus keine Antwort. "Ich weiß es nicht. Er hält sich recht bedeckt, aber es steht für ihn außer Frage, wer eine große Konfrontation gewinnen würde. Der Orden demonstriert wenig Stärke, und wiegt Voldemort in Sicherheit. Das ist taktisch geschickt, aber ob es auf die Dauer funktioniert muss die Zeit zeigen." Zeit. Leider war genau das eben jenes, wovon sie am wenigsten hatten. Wieder gingen sie schweigend eine Weile durch die Stille der Gänge, die nur durch das Geräusch ihrer Schritte unterbrochen wurde. Jeder war in seine eigenen Gedanken versunken, wobei Remus sich sicher war, dass seine Gedankengänge optimistischer waren als die von Severus. Daran hatte er sich mittlerweile gewöhnt. Um die düstere Stimmung etwas aufzulockern und zu verhindern, dass Severus vollständig in seinen pessimistischen Überlegungen versank, aus denen er dann manchmal tagelang nicht mehr auftauchen konnte, lenkte Remus das Gespräch auf heitere Themen um. "Naja, das sehen wir dann jedenfalls wenn es soweit ist. Und was machen wir nachher?"

Damit hatte er Severus gründlich irritiert. "Nachher? Ich verstehe nicht recht." Remus grinste. "Doch, Du warst nur abgelenkt. Nachher. Nach diesem ominösen Ende." Die erste Antwort fiel aus wie erwartet. "Was Du machst kann ich Dir nicht sagen, ich für meinen Teil liege wahrscheinlich sechs Fuß tiefer und gönne mir eine dauerhafte Auszeit." Mit einer ausholenden Handbewegung scheuchte Remus dieses Argument aus dem Weg. "Ja, natürlich, das sagst Du immer. Aber denk doch mal positiver. Oder, alternativ, wenn positiv nicht zu deinem Ruf passt, stell Dir einmal die unwahrscheinliche Möglichkeit vor, dass Du überleben würdest. Was würde dann passieren? Wohin würdest Du gehen?" Tapfer ignorierte er Severus' hochgezogene Augenbraue. "Unwahrscheinliche Möglichkeiten? Soll ich Dir das mal statistisch berechnen?" Das Angebot erwiderte Remus mit einem tadelnden Blick. "Wenn man Albus fragt, kannst Du nicht besonders gut rechnen. Lass das also lieber. Was würdest Du tun?" Wie erwartete sah Severus sich kurz in seiner Ehre als Tränkemeister mit solider arithmetischer Grundausbildung beleidigt. "Danke für das Kompliment, zu liebenswürdig. Wenn man Albus fragt - manchmal sollte man das nicht tun." Remus musste grinsen. Manchmal sollte man Albus wirklich nicht fragen, das war allerdings wahr. Der mächtigste Zauberer der Welt, das auf jeden Fall - aber manchmal fragte ganz Hogwarts sich, ob ihm sein massiver Zuckerkonsum nicht doch gewisse Schäden zugefügt hatte. Minerva nannte es "junggeblieben", die Schüler liebten und bewunderten ihn, aber selbst Remus war gelegentlich über die eine oder andere Idee des ehrenwerten Direktors erstaunt. Vor allem der Kreativität des Zauberers waren sie manchmal erbarmungslos ausgeliefert, was sich an den seltsamsten Stellen manifestierte. Dieses Jahr war es vor allem die Halloween-Dekoration, die Albus zur Höchstform trieb. Aus Langweile oder Wahn hatte er beispielsweise einen Zauber entwickelt, der überall kleine Spinnen wachsen ließ, die dann munter durch die Gegend krabbelten. Sie bestanden entweder aus Lakritz oder Brombeerfruchtgelee, und waren mit kleinen Zuckerperlen als Augen besetzt. Vor wenigen Tagen hatte Albus diesen Zauber bei einer abendlichen Konferenz voller Begeisterung präsentiert, und Severus' Teetasse in einen größeren Spinnenhaufen verwandelt. Erwartungsgemäß hatte der Tränkemeister sich wenig begeistert gezeigt und war nur mit sanftem Zwang dazu zu überzeugen gewesen, eine der fliehenden Süßspeisen zu fangen und zu probieren. Auf Nachfrage hatte Severus dann zugeben müssen, dass dem Brombeergeschmack ein Unterton von Earl Gray beigemischt war, was Remus sich ganz scheußlich vorstellte. Die meisten dieser besonderen Spinnen waren noch am gleichen Abend gefangen und verspeist worden, aber einige waren entkommen und tauchten nun gelegentlich an den seltsamsten Orten im Schloss auf. Remus mochte gar nicht daran denken, wie sich dieser Zauber bis Halloween entwickeln würde, und was die schreckhafteren Schüler dazu sagen würden, wenn ihnen das Dessert in die Haare kroch.

Unwillkürlich musste Remus über diese Vorstellung lächeln. "Wenigstens hat Albus noch Ideen. Sie mögen manchmal etwas verrückt sein, aber er schafft es, uns alle von dieser trüben Wirklichkeit abzulenken. Sogar Dich." Severus machte eine wegwerfende Handbewegung. "Wie sagtest Du vor kurzem - Scylla und Charybdis." Aber so leicht ließ Remus nicht locker. "Richtig. Aber jetzt erzähl' mir einmal, was Du tun würdest, wenn Voldemort besiegt wäre und Du frei wärst." Es klang seltsam, es so zu formulieren. Frei, waren sie das nicht eigentlich im physischen Sinne schon? Aber rational betrachtete war diese Form der Freiheit trügerisch. Severus war an Voldemort gebunden, unlösbar, und durch nicht weniger gravierende Eide an Albus. Und er selbst, als Werwolf dem Mond unterworfen, bis an das Ende seines Lebens - von wirklicher Freiheit konnte er nur träumen. "Freiheit ist nur eine Illusion." Ärgerlich schnalzte Remus mit der Zunge. "Vielleicht solltest Du Romane schreiben. Nein, wirklich, was würdest Du tun?"

Genervt gab Severus auf. "Merlin, bist Du hartnäckig. Also gut, damit Du endlich Ruhe gibst. Was würde ich tun?" Er überlegte einige Schritte lang. Mittlerweile hatten sie durch das System an Gängen die große Halle einmal von außen umrundet und waren wieder in der Vorhalle, am großen Portal, angelangt. Das schien Severus in seinen Überlegungen zu helfen. Im Vorbeigehen wies er auf die Tür. "Vermutlich würde ich durch diese Tür gehen und nie wieder zurückkommen." Damit hatte Remus nicht gerechnet. "Meinst Du das im übertragenen Sinn?" Aber Severus schüttelte den Kopf. "Nein, wortwörtlich. Ich würde Hogwarts endlich hinter mir lassen." Remus sortierte seine Überlegungen. "St. Aurelius?" Er erinnerte sich an ihren gemeinsamen Ausflug nach Oxford, und an seine erste Begegnung mit St. Aurelius, dem College für Alchemie und Arithmetik. Vor Remus' innerem Augen tauchte wieder der im Sonnenlicht golden schimmernde Sandstein auf, die grünen Innenhöfe, der Fluss, die Kopfsteinpflastergassen. Und er erinnerte sich auch daran, wie zufrieden Severus dort plötzlich gewirkt hatte. "Vielleicht das. Vielleicht würde ich auch einfach das Land verlassen, und fortgehen."

"Aber wohin?" Auf diesen Gedanken wäre Remus nicht gekommen. Fortzugehen, daran hatte er nicht gedacht. Für ihn war Hogwarts das einzige wirkliche Zuhause. Von dort zu fortzugehen würde für ihn die Rückkehr in unsichere Zustände bedeuten, zurück zu Armut und ständiger Flucht. "Ich hätte einige Ideen. Aber es wird nicht geschehen, weswegen es sich nicht lohnt, sich weiter Gedanken darüber zu machen." Hallend dröhnten elf Glockenschläge von der großen Uhr durch den Gang und markierten das Ende ihrer Patrouille. "Ich habe noch nie darüber nachgedacht Hogwarts zu verlassen." Severus nickte, blieb stehen und lehnte sich an die Wand neben ihm. "Für Dich ist es Heimat, wie auch für Albus oder Minerva. Damit erfüllt es seinen Zweck, das ist gut. Bei mir steht die Sache anders. Mir ist es zu eng hier." Remus dachte noch über eine Antwort nach, als er den Schatten an der Wand neben Severus sah. Er wies darauf, und seinem Fingerzeig folgend sah auch Severus das krabbelnde Etwas, griff schnell zu und hielt eine zappelnde Spinne in der Hand. Skeptisch betrachtete er das Tier zwischen seinen dürren Fingern. "Schon wieder eine von Albus' verdammten Süßigkeiten. Diese Biester rauben mir noch den letzten Nerv." Remus lächelte. "Woraus die wohl ihre Netze weben?" Missbilligend betrachtete Severus seinen Gefangenen. "Wie ich Albus kenne wahrscheinlich aus Zuckerwatte." Remus' begeisterten Blick erwiderte er nur kühl. "Das würde Dir gefallen. Ich sehe Dich schon im Schloss herumlaufen und Spinnenetze einsammeln." Entrüstet schüttelte Remus den Kopf. "Sowas würde ich nie tun. Aber Du solltest sie essen, Du könntest etwas auf den Rippen brauchen." Severus hielt die sich windende Spinne weiter fest, schüttelte aber den Kopf. "Danke, wirklich nicht. Ein Jammer, selbst für Tränke ist dieses Viehzeug unbrauchbar. Dabei mangelt es mir gerade an Spinnenbeinen." Remus streckte die Hand aus. Aber noch bevor er seine Absicht verdeutlichen konnte, war die Spinne Severus' Griff entkommen, fiel auf den Boden und verschwand zwischen den Ritzen der Steine. "Jetzt hast Du meinen Nachtisch entkommen lassen." Mit tadelndem Blick betrachtete Remus Severus, bevor er vergeblich die Steine nach der entflohenen Süßigkeit absuchte.

Severus schüttelte den Kopf, stieß sich von der Wand ab und schlug den Weg in Richtung seiner privaten Räume ein. "Eher deinen Mitternachtssnack. Fang Dir selbst was, wenn Du Hunger hast. Außerdem legen die Viecher eine erstaunliche Zähigkeit an den Tag, vor allem wenn man bedenkt, dass sie nur aus Zucker bestehen. Soviel Überlebenswille sollte zweifelsohne belohnt werden." Für einen Moment sah Remus ihm nach, und ließ sich die Worte durch den Kopf gehen. Dann erst folgte er Severus.


(c) Fayet - 17.7.2012

A/N: Es ist nicht viel passiert in den beiden letzten Kapiteln, stimmt - aber die grundlegende Szenerie ist aufgebaut. Dafür wird es in den nächsten Teilen um so turbulenter, versprochen.

Danke an Salinas und Werhamster - alte Liebe? Schön, dass ihr wieder dabei seid..