Wie auch beim letzten mal gehören mir die Twilight Charaktere nicht. Sie gehören Stephenie Meyer und ich leihe sie mir nur aus.
Grüne Hölle
"Hier Schatz, deine Tasche, vergiss sie nicht!"
Ich war am Flughafen. Meine Mum gab mir meine zweite Tasche und mein Flugticket. Sie umarmte mich noch schnell und dann begann meine persönliche Hölle. Meine Mutter hatte keine Zeit mit mir zu warten. Phil hatte mal wieder was und das ging natürlich vor.
In 20 Minuten würde mein Flieger gehen und mich dann nach Port Angeles bringen. Dort würde Charlie auf mich warten und wir würden dann ca. eine Stunde Richtung Forks fahren. In meine grüne Hölle.
Charlies Haus lag mitten im grünen. Wobei es in Forks wahrscheinlich nicht ein Haus gab, was das nicht tat, denn von Stadt konnte nicht die Rede sein, wenn man von Forks erzählte.
"Hi Bells, schön, dass du da bist."
´Ja, wirklich schön. Hier in einer Kleinstadt festzuhocken ohne irgendetwas interessantes in Aussicht und einen Vater der Polizeichef war. Ja, eindeutig... wirklich schön´, dachte ich.
"Hi Dad."
Charlie wollte, dass ich ihn Dad nannte, also tat ich ihm den gefallen.
Charlie nahm eine meiner Taschen und wir gingen gemeinsam zum Ausgang.
"Super wagen Dad!", sagte ich sarkastisch, als ich seinen Streifenwagen sah.
´Na super. Naja, eigentlich passte es ja. Forks würde ja schließlich wie Gefängnis sein. Also warum nicht auch standesgemäß ankommen?´
"Ähm, ja...err... Ich hab einen Wagen für dich gekauft.... Wirklich Top in Schuss. War ganz billig...", antwortete er. "Dann musst du nicht im Streifenwagen fahren."
"Danke Dad", war das einzige, was ich darauf erwiderte.
´Wenigstens etwas, so konnte ich der Peinlichkeit entgehen im Polizeiwagen herumgefahren zu werden.´
Die Fahrt nach Forks war still. Charlie hatte nie viel zu sagen. Und ehrlich gesagt fand ich das super.
Ich würde sowieso nicht lange bleiben. Sobald ich 18 war würde ich ausziehen. Irgendwohin, wo es sonnig war. Und Charlie und meine Mum konnten nichts dagegen machen. Der Gedanke gefiel mir.
Charlies Haus war klein. Es stand außerhalb am Waldrand. Vor der Garage stand ein Auto in verblasstem Rot und einem weißen ´Chevy´ - Schriftzug hinten drauf.
"Ähm ja, das ist dein Auto."
´Echt hätte ich nicht gedacht!´
"Danke Dad, das hättest du echt nicht tun brauchen", antwortete ich und fügte in Gedanken hinzu: ´ich bleib sowieso nicht solange.´
"Naja, ich dachte, das ist besser, als von deinem Dad gefahren zu werden."
Wir brachten meine Sachen zusammen in mein Zimmer. Es war ja nicht viel, bloß zwei Koffer und zwei kleinere Taschen. Die restlichen Sachen wollte meine Mutter mir nachschicken.
Mein Zimmer war im ersten Stock, direkt neben dem Badezimmer.
Charlie sagte etwas davon, dass er mir nach der Reise erst mal meine Ruhe lassen würde und ging runter ins Wohnzimmer um Fernsehn zu schauen.
Ich machte mich daran, mein Zimmer etwas wohnlicher zu gestalten.
Zuerst räumte ich meine Klamotten in den Kleiderschrank. Eigentlich waren sie alle nicht Forks - tauglich. Viel zu dünn, aber irgendwie würde das funktionieren, zumindest in den ersten Tagen. Ich müsste einfach nach Port Angeles fahren und mir dort Forks - taugliche Klamotten besorgen. Mum hatte mir Geld gegeben, damit ich mir neue Sachen kaufen konnte. Wenigstens etwas, nachdem sie mich schon nach Forks verbannt hatte.
Nachdem ich fertig war, war der Schrank noch nicht mal halbvoll. Aber das würde sich ja bald ändern.
Charlie hatte mir Bettwäsche auf meinen Schreibtisch gelegt. Sie schien neu zu sein.
Schlicht und einfarbig. Ich beschloss mein Bett zu beziehen und dann ein paar Bilder von meinen Freunden aufzustellen.
Als nächstes machte ich mich daran, meinen Laptop auszupacken und anzuschließen. Zum Glück hatte ich einen Telefonanschluss in meinem Zimmer.
Danach sah mein Zimmer schon einigermaßen in Ordnung aus.
Mein Bett mit der neuen lila Bettwäsche von Charlie stand gegenüber der Tür. An der westlichen Wand stand mein Kleiderschrank und ein großer Spiegel. Der war auch neu, oder zumindest war er das letzte mal als ich da war noch nicht da gestanden.
Der Schreibtisch mit meinem Laptop stand unter dem Fenster, welches Richtung Straße ging. Daneben stand ein Bücherregal.
Außer den paar Bildern von meinen Freunden war er noch leer.
Schließlich hatte ich nichts weiter mehr zu tun. Keine Möglichkeit um Forks zu entgehen. Also ging ich hinunter.
Charlie saß noch immer im Wohnzimmer. Er hatte ein Baseballspiel an. Nicht gerade mein Geschmack. Also ging ich in die Küche. Auf dem Herd stand noch etwas zu essen.
Ich nahm mir eine Gabel und probierte vorsichtig.
´Ew!´ - Charlie war also noch immer kein guter koch.
"Ch- ähm… Dad?", rief ich.
"Ja? Ist was?"
"Nein, nichts besonderes. Ich wollte nur wissen, ob es in Ordnung ist, wenn ich koche, solange ich hier bin", fragte ich und Charlie antwortete: "Ja klar, mach nur. Ist aber nicht viel da zum kochen."
´Na super.´ "Dann geh ich einkaufen."
"Ich geb dir ne Wegbeschreibung... warte also..."
"Nicht nötig Dad. ich weiß wo ich hin muss. Ist ja nicht solange her, dass ich hier war", antwortete ich und hoffte, dass Charlie mir das glaubte. Ich hatte keine Lust zu viel Zeit mit ihm zu verbringen.
Mein Dad und ich hatten nie ein wirklich gutes Verhältnis, wobei das wahrscheinlich lag, dass ich nicht sehr oft bei ihm war.
Bis vor einigen Jahren war ich in den Sommerferien in Forks gewesen. Aber als ich mit meiner Mum von Atlanta nach Phoenix zog weigerte ich mich. Also kam Charlie ab da in den Ferien zu mir und meiner Mum.
Vielleicht würden wir uns ja jetzt besser verstehen, wenn ich "dauerhaft" hier lebte.
Ich ging in mein Zimmer und holte meinen Notvorrat an Pillen raus. Ich braucht dringend wieder eine. Die letzte war zu lang her.
Aber lange würden sie nicht mehr reichen. Ich müsste wohl bald ein paar Freunde um Nachschub bitten.
Ich nahm mir zwei aus der Tüte und packte sie in mein Portemonnaie. Danach ließ ich mir von Charlie Geld geben und fuhr weg.
In etwa wusste ich, wo der Supermarkt war.
Ich hatte Glück, ich fand ihn recht schnell und brauchte auch nicht lange für meine Einkäufe.
Ich bezahlt und verstaute dann alles in meinem Wagen. Danach machte ich mich auf den Weg nach Hause.
Charlie wartete schon. Aber irgendetwas war anders. Er schien sauer zu sein. Und ich hatte absolut keine Idee warum.
Er half mir die Einkäufe ins Haus zu tragen. Und dann sah ich sie. Charlie war in meinem Zimmer gewesen und hatte meinen Notvorrat an Pillen und Alkohol gefunden. Es stand alles auf der Küchenarbeitsfläche.
"Ich habe das in deinem Zimmer entdeckt", sagte Charlie und zeigte auf meinen Notvorrat.
Ich stand da und wusste nicht, was ich machen sollte. Ich war so wütend und gleichzeitig so hilflos. Ich fühlte mich, als ob mich jemand einfach eine Klippe runtergestoßen hatte. Einfach den Boden unter den Füßen weggezogen hatte und nun zusah, wie ich unterging.
Charlie schwieg. Er beobachtete mich und meine Reaktion. Sein Gesicht war knallrot und wurde langsam lila.
Er wartete, dass ich etwas sagte.
"Wie kommst du auf die Idee in meinem Zimmer zu schnüffeln?", war das erste was ich rausbrachte. Was wohl keine so gute Idee gewesen war.
"Deine Mutter hat dich hier hergeschickt, damit mit dem Zeig Schluss ist... Und ich werde sie dabei voll und ganz unterstützen", platzte es aus ihm raus.
"Du wirst das selbst vernichten!", fuhr er fort.
´Nein!´ Das konnte er doch nicht ernst meinen! Das konnte er doch nicht wirklich von mir verlangen, oder doch? Und da merkte ich, dass er konnte. Dass er es tat.
Forks würde also wirklich die Hölle werden.
"Jetzt!", befahl Charlie.
Die Hölle wurde also immer größer und heißer.
Er wartete.
Charlie stand vor mir wie ein Türsteher und wackelte ungeduldig mit seinem Fuß.
Wäre das nicht so ernst gewesen hätte ich wahrscheinlich schon vor lachen am Boden gelegen - Aber das war ernst!
Mit zitternden Händen und Tränen in den Augen tat ich nach einer Weile, was er verlangte.
Dass einzige, was mich davor bewahrte loszuheulen wie ein kleines Baby war das Wissen, dass ich noch zwei Pillen übrig hatte. Die würde erst mal reichen müssen, bis ich Nachschub von Damien hatte.
"Ich hoffe, wir müssen das nicht wiederholen", sagte Charlie, als ich fertig war.
Ich ging in mein Zimmer und dort blieb ich auch bis zum nächsten Morgen.
Schlaf konnte mir nicht schaden.
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So, das war das zweite Kapitel.
Was haltet ihr davon? Schreibt mir wie ihr es fandet. Kritik ist erwünscht... ; )
BlueBloodedVampireAngel
