Kapitel 2

Drei Wochen vergingen, ohne eine einzige Eule von Oliver. Katie wusste genau, wo er war, da sie und ihre Tagesprophetenkollegen jedem Aspekt seiner Quidditchkarriere widmete, inklusive einiger Klatschteile davon. Auf der dritten Seite fand sie ein Foto von Oliver, noch in seiner Quidditchuniform, mit dem Arm um eine hübsche junge Hexe. Sie strahlte ihn an und er sah erst sie an und dann geradeaus und Katie hasste sie. Sie würde sie noch mehr hassen, wenn da nicht dieser leere Blick in Olivers Augen wäre.

„Victoria O'Connell hat Oliver Wood ausfindig gemacht und eroberte ihn, nach der Niederlage seines Teams, welches sie eines Tages erben wird", las Katie die Überschrift mit ihrer besten, hochnäsigsten Gesellschaftshexen Stimme. Sie wusste alles über die Victoria O'Connell auf der Welt. Sie benutzten Oliver, genau so viel, wie er wahrscheinlich sie später in der Nacht benutzen würde. Katie hatte hart in den letzten paar Wochen gearbeitet, um über das schreckliche Gefühl hinwegzukommen, das sich in ihrem Inneren gebildet hatte. Oliver würde immer Frauen wie Victoria O'Connell um sich haben und sie würde das als eine Tatsache des Lebens akzeptieren müssen. Wenn sie ihren Freund zurück haben wollte, musste sie alles begraben, was sie jenseits von Freundschaft für ihn empfand, oder sonst würde sie ihn so sehr hassen, wie sie im Augenblick seine ganze Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und Victorias hasste. Sie warf die Zeitung mit der Klatschseite weg und plante ihren Tag. Ins Ministerium und in die Angentur gehen, in den Lebensmittelladen einkaufen, zu einem Pressekonferenz gehen, Krisensitzung mit unserem Chef. Aufhören darüber nachzudenken, dass sie nie mit ihrem besten Freund im Bett sein würde. Aufhören, dass in die Pläne einzubringen!

Bevor sie vom Tisch aufstehen und sich für den Tag fertig machen konnte, flatterte eine Eule herbei und stoppte draußen vor dem Fenster, Katie sprang auf um die Post zu holen.

„Danke Gryffi. Willst du etwas Toast?" fragte Katie und die kleine Eule, die Oliver gehörte, flatterte aufgeregt herein.

Sie fütterte die Eule, als sie die Post sortierte - schob die verschiedenen Stücke Fanpost für Oliver, die ihm sein Qudditch Agent nachschickte, mit einer letzten Kopie von einigen abschließenden Bestätigungen, die Oliver unterschreiben sollte - beiseite. Der letzte Umschlag war von Oliver selbst, an sie adressiert. Vielleicht hatte er beschlossen nie mehr zurückzukommen. Sie öffnete ihn, zog den Brief heraus und überfolg ihn schnell, um sich zu versichern, dass es keine schlechten Nachrichten waren. Es war nicht zu schrecklich.

Liebe Katie,

die Tour ist furchtbar gewesen. Ich hab es nicht geschafft, habe zu viele Quaffels durchgelassen, und die gegnerische Mannschaft haben zu früh den Schnatz gefangen. Es sieht so aus, als wenn unsere Saison Ende dieser Woche vorbei wäre. Ich habe mir überlegt, dass du und ich vielleicht zu den Bermudas reisen könnten, um George und Angelina zu sehen, wenn ich nachhause komme. Das wär's, wenn es mit deinem Arbeitsplan in der Agentur zusammenpasst. Wir müssen wirklich miteinander reden. Mach dir nicht die Mühe zu antworten. Ich werde wahrscheinlich zu Hause sein, bevor Griffy es zustellen kann.

In Liebe

Oliver

Großartig, dachte Katie. Jetzt kann er natürlich braune und hübsche Hexen von den Bermudas auflesen mit ihren sonngeküsstem Haar und ihren perfekten Bikini-Bodies und ich werde zusehen. Es würde nicht so schlimm sein, wenn George und Angelina zu ihrer Gesellschaft da waren. Vielleicht könnten Alice und Lee auch etwas Zeit freimachen, falls die von ihren Flitterwochen wieder zu Hause sind, und wir alle könnten... die Tatsache angenommen, dass Alice auch nicht so glücklich mit Oliver damals war. Das sollte ihre Gedanken von anderen Dingen ablenken, z.B. wie Oliver in seiner Badehose aussah. Sie stand auf und ging zu ihrem Bücherregal, auf der Suche nach einem guten Bräunungszauberspruch, der sie nicht zu rot machen würde. Sie könnte halbwegs annehmbar auf den Bermudas aussehen. Wer weiß? Sie könnte jemanden treffen und Oliver Wood wäre nicht der einzige der glücklich in diesem Urlaub war.