Disclaimer: Joah, alles wie gehabt, gell? Hat sich nichts geändert seit dem letzten Kapitel. JKR bleibt eisern, was das Copyright angeht und gibt mir nichtmal ein winziges Prozentchen ab. Gemeinheit! Aber die Quittung wird sie noch kriegen, wenn ich erst einen Weltbestseller schreibe, der erfolgreicher ist als HP 1-7, und sie dann heulend daneben steht. Und neeeiiiiin, ich bin nicht größenwahnsinnig geworden. Ganz und gar nicht! Wie kommt ihr auf diese Idee?
A/N: Ich habe ein wenig was zu sagen und bemühe mich, dies kurz und knapp zu halten (zumindest für meine Verhältnisse). Versprochen!
1. Danke an Lorelai-Stevens, Caileigh und NariMido für diese wahnsinnig tollen Reviews. Ihr seid ja komplett irre! Ich hoffe nur, dass ihr mir mit euren Monster-Reviews andere potentielle Reviewer nicht verschreckt. Deshalb Info an alle: Ich freue mich auch über kurze Reviews. Niemand muß halbe Romane schreiben, wie die drei eben erwähnten Damen. Allerdings werde ich auch niemanden davon abhalten, wenn er/sie sich an denen ein Beispiel nehmen will.
2. Ich war fasziniert, wie intensiv meine Flashback-Szene bei euch angekommen ist und habe gemerkt, dass ich wohl ein wenig zu sehr auf kurze Erwähnungen und Kombinationsgabe beim Leser vertraut habe. Deswegen nochmal in aller Deutlichkeit: Die Geisel hat ganz klar überlebt. Ich hatte vorher einen leichten Ritzzauber an Adrians Zauberstab erwähnt, keinen Schneidezauber. Die Geisel ist mit einem Kratzer und einem gewaltigem Schrecken davon gekommen. Der Kratzer hat zwar geblutet wie sau, aber das war auch alles. Und diese Szene ist auch die heftigste Szene der Geschichte gewesen, deshalb geht das T-Rating schon okay, denke ich. Jetzt kommen nur noch düstere Erinnerungen und kurze Einblicke in die Todesserszene.
3. Natürlich wird die Szene im Schnee nicht alles gewesen sein, was es als Erklärung für Adrians Abrutschen in die Todesserszene gegeben hat. Das wäre sonst wirklich ein wenig mau und unlogisch. Es gibt nach und nach immer mal wieder ein Puzzleteil dazu, wodurch das Bild hoffentlich immer klarer wird.
4. Viel Spaß mit Kapitel 2!
Widmung: Dieses Kapitel ist für Lorelai-Stevens, weil sie die erste der drei wahnsinnig genialen Reviews geschrieben hat, die mich alle immer noch rundum begeistern!
Kapitel 2: Die zweite Chance
Lautlos schwang die Zellentür auf, nur um kurz darauf mit einem lauten Krachen gegen die grobe Steinwand zu schlagen. Eine Wache steckte mit ausdrucksloser Miene den Kopf in die Zelle und sah den Gefangenen an, der mit weit aufgerissenen Augen zurücksah, sie kurz darauf schloss, den Kopf schüttelte und tief durchatmete.
„Du hast Besuch, Pucey!", informierte er den Gefangenen.
Adrian fuhr wie elektrisiert herum und starrte die Wache ungläubig an. Dann sah er wieder auf die Zeitung, wo sein Blick auf das Datum fiel. Es war der 7. März und nicht der 1. April, wie er für einige Sekunden geglaubt hatte. Adrenalin schoss durch seinen ganzen Körper, als ihm klar war, was das bedeutete. Doch kurz darauf schoss ihm ein beunruhigender Gedanke durch den Kopf.
„Männlich oder weiblich?", fragte er vorsichtig und sah der Wache direkt in die Augen.
Ein spöttisches Schnauben war die Antwort, während ihm die Hände in Handschellen und die Füße in Fußfesseln gelegt wurden, wie es für Gefangene aus diesem Bereich von Askaban üblich war. Egal ob es in den Besucherraum oder zum Luftschnappen nach draußen ging. Für Adrian war diese Prozedur nach 6 Jahren nichts neues mehr. Er hatte sich damit abgefunden und spürte die Fesseln kaum noch. Was er allerdings spürte, waren seine vor leichter Panik schweißfeuchten Hände und sein sich beschleunigender Herzschlag. Er wollte so sehr, dass sein damaliger Magi-Anwalt auf ihn wartete, dass er kurz davor war, überzuschnappen.
„Was interessiert's dich?", war schließlich die Antwort der Wache, nachdem diese ihm einen Schubs gegeben hatte, damit er losging. „Du wirst ihr sowieso nicht zu nahe kommen können, also fahr deinen kleinen Freund am besten schnell wieder runter."
Adrian warf ihm einen seiner finstersten Blicke zu, aber wenn sich jemand von einer stummen Morddrohung eines verurteilten Todessers nicht aus der Ruhe bringen ließ, dann war es eine Wache aus dem Hochsicherheitstrakt. Vor allem nicht, wenn besagte Drohung von einem verurteilten Todesser kam, der zu 99 Prozent der Zeit zahm war wie ein Schmusekätzchen.
Ein resigniertes Seufzen entfuhr Adrian und sein Adrenalin fuhr herunter. Die Wache hatte 'Sie' gesagt, was wohl bedeutete, dass er es wieder mit der Magi-Anwältin vom letzten Mal zu tun hatte. Er überlegte kurz, ob er einen Anwaltswechsel beantragen konnte, kam aber dann zu dem Ergebnis, dass er damit wohl gegen die Wand fahren würde. Die Magi-Anwälte wurden Todessern zugeteilt, deshalb hieß es 'Diese oder keine'. Er mußte einfach sein Bestes geben, ihr klar zu machen, dass er nicht gefährlich war und sein Ausraster vom Vorjahr auf reine Verzweiflung begründet war. Blieb nur zu hoffen, dass sie es ihm auch glaubte.
Der Weg zum Besucherraum war relativ kurz, da er sich nur eine Ebene über seiner Zelle befand. Trotzdem mußten sie allerdings einmal das Gebäude ganz in Längsrichtung durchqueren. Doch es tat gut, sich mal wieder eine Weile zu bewegen, deshalb beschwerte er sich nicht.
Als er den Besucherraum betrat, bemerkte er, dass heute wohl ein besonderer Tag sein mußte, denn alle Kabinen waren belegt. Gefangene sämtlicher Trakte – erkennbar an ihren farblich unterschiedliche Häftlingskleidung und den mal anwesenden mal fehlenden Hand- und Fußfesseln – saßen in kleinen Boxen und sprachen mehr oder weniger angeregt in den kleinen Trichter, die die Worte in die andere Box übermittelten, die nur durch eine fluch- und bruchsichere drei Zentimeter dicke Scheibe voneinander getrennt waren. Es war ein wenig wie vor so vielen Jahren in Hogwarts, als würde man in zwei verschiedenen Toilettenkabinen sitzen und sich miteinander unterhalten. Aber er war froh über diese Boxen, denn so hatte er bei seinen wenigen Besuchergesprächen zumindest ein wenig Privatsphäre vor den anderen Gefangenen. Denn diese mußten nun wirklich nicht alles mitkriegen, was er so zu sagen hatte.
„Kabine 7.", wies ihn die Wache an der Tür an, nachdem seine eigene Wache seinen Namen gemeldet hatte.
Mit einem kurzen, höflich-dankbaren Nicken machte er sich auf zu Kabine 7 – und stutzte, als er sein Gegenüber sah. Ein wilder blonder Lockenschopf war über ein Pergament gebeugt, während eine Hand in fliegender Hast etwas darauf kritzelte. Das Gesicht konnte er nicht sehen, doch er wußte mit Sicherheit, dass dies nicht die Magi-Anwältin vom letzten Jahr war, da diese braune Haare gehabt hatte. Und auch wenn man sich mit Sicherheit die Haare färben konnte, so war es doch eher unwahrscheinlich, dass sich dünne, glatte Haare innerhalb eines Jahres in eine dicke, wilde Lockenmähne verwandelten.
Ein Lächeln umspielte seine Lippen, als er sich auf den Hocker niederließ, der im krassen Gegensatz zu dem bequemen Stuhl auf der anderen Seite der Doppelbox stand, doch das interessierte ihn im Moment herzlich wenig. Denn dies war zwar nicht sein Magi-Anwalt von vor 6 Jahren, aber es war immerhin auch nicht die zu Tode verängstigte Magi-Anwältin vom letzten Jahr. Er hoffte nur, dass sie nicht ähnlich veranlagt war, wie ihre Kollegin, sondern eher vom Schlag ihres Kollegen war.
Ganze 5 Minuten sah er ihr dabei zu, wie sie hektisch schrieb, in anderen Pergamenten wühlte, etwas verglich, durchstrich und dann wieder neu schrieb. Eins war zumindest mal sicher. Diese Magi-Anwältin war zumindest engagiert. Doch schließlich räusperte er sich, um auf sich aufmerksam zu machen, denn er wußte, dass ihre Zeit begrenzt sein würde.
„Huh?", kam es überrascht aus der gegenüberliegenden Box und kugelrunde, dunkelblaue Puppenaugen richteten sich verwirrt auf ihn. Doch dann verzogen sie sich zu lächelnden Ovalen und auch um ihren Mund herum zuckte es verdächtig, als hielte sie krampfhaft ein Lachen zurück. Und gleich darauf wußte er auch, warum dies so war.
„Ich muß sagen, rot steht dir wirklich ausgesprochen gut, Pucey.", kam es belustigt durch den Trichter vor ihm.
Adrian gab sein bestes Slytherinschnauben von sich, doch auch um seine Mundwinkel zuckte es verdächtig. Denn er hatte seine neue Magi-Anwältin sofort erkannt, als sie ihn ansah, auch wenn er sie seit fast 6 Jahren nicht mehr gesehen hatte.
„Glaub ja nicht, dass du mich damit auch nur im mindesten beeindrucken kannst, Bell.", gab er zurück und suchte gleichzeitig ihre Hände nach einem Ring ab, der besagte, dass Bell vielleicht nicht mehr unbedingt richtig war. Er fand keinen, allerdings mußte das nichts heißen. Magi-Anwälte konnten genauso wie Askaban-Wachen dazu tendieren, Verlobungs- und Eheringe abzunehmen, um den Gefangenen keinen Vorteil zu gewähren, indem sie zugaben, dass es Punkte gab, an denen sie womöglich verwundbar waren. Doch er sah auch keine Druckstellen an ihrem Ringfinger, was ihm bei einigen Wachen schon öfter aufgefallen war, ohne dass er es diesen verraten hatte. Also mochte Bell wohl wirklich noch stimmen. „Ich bin schon mit wesentlich schlimmeren beleidigt worden, als mit meiner Kleidungswahl."
Ein Lachen war die Antwort, dass er mit einem breiten Lächeln beantwortete.
„Naja", meinte sie im beiläufigen Tonfall, während sie ihre Pergamente aufnahm und ordnete. „Du hast dir diese Farbe ja nun auch nicht unbedingt ausgesucht, also kann man dir wohl kaum einen Vorwurf daraus machen."
Das Lächeln auf seinen Lippen verschwand so schnell, wie es gekommen war. Seine Hände zitterten, weshalb er sie schnell miteinander verschränkte, und in seinem Bauch verknotete sich etwas.
„Doch, das habe ich.", zwang er sich schließlich leise zu sagen, wobei er ihr fest in die Augen sah. „Und zwar in genau dem Moment in dem ich einen verhängnisvollen Treueschwur geleistet und ein absolut teuflisches Tattoo empfangen habe."
Sein linker Unterarm kribbelte und brannte, und er zwang sich mit aller Macht, dies zu ignorieren, den Blick zu halten und die Hände ruhig zu halten. Er wußte, dass die alles nur Phantomgefühle waren, denn sein linker Unterarm war inzwischen so makellos und unscheinbar wie sein rechter, auch wenn er es nicht immer gewesen war. Doch diese Zeiten waren vorbei. Er hatte sie hinter sich gelassen, auch wenn sie ihn in seinen Träumen immer noch regelmäßig wieder einholten. Und er würde nie wieder in solche Zeiten zurückkehren. Eher würde er sterben. Das war ihm heute klarer als damals.
„Laut meinen Unterlagen warst du nie aus Überzeugung Todesser, sondern aus Zwang und Herdenverhalten.", gab sie jedoch zurück.
Sie zeigte keine Schwierigkeiten, seinen Blick zu halten, was ihm mehr Mut machte, als er sich selber eingestehen wollte. Sie glaubte seiner Aussage von damals und sie hatte keine Angst vor ihm. Dabei war es doch gerade sie, die die meiste Angst vor ihm haben sollte, wie er innerlich schaudernd mit einem kurzen Blick auf die feine silbrig glänzende Narbe an ihrem Hals erkennen konnte. Der Ritzfluch damals war schwarzmagisch gewesen und würde ihr für immer eine Narbe als Erinnerung lassen. Aber er hatte sie zumindest nicht getötet, wofür sie wohl am meisten dankbar war und die Narbe, die durch ihre wilde Lockenmähne vollkommen unscheinbar war, wohl gerne in Kauf nahm. Adrian wollte lieber nicht daran denken, wie nahe sie dem Tod damals wirklich gewesen war, denn er war wirklich zu allem entschlossen gewesen, wenn es nur sein Überleben sichergestellt hätte.
„So steht es in meiner Aussage.", erwiderte er, nachdem er sich kurz geräuspert hatte, um den unwillkommenen Kloß loszuwerden, der sich bei den düsteren Gedanken in seinen Hals geschlichen hatte. „Und da stehe ich auch immer noch zu."
„Das solltest du auch, wenn du meinen fachmännischen Rat annehmen willst.", meinte sie und nickte kurz. „Denn der Verhandlungsverlauf von damals, zusammen mit dem, was ich in den letzten Wochen über dein bisheriges Verhalten hier erfahren habe, läßt mich ziemlich sicher zu der Erkenntnis kommen, dass wir dich hier in ein paar Wochen raus haben werden, wenn du nicht irgendwelchen Mist baust."
Genau das hoffte er mehr als alles andere. Doch er war nicht immer ein Mustergefangener gewesen, wie er sich eingestehen mußte.
„Bist du sicher, dass ich mir letztes Jahr keinen Bock geschossen habe?", hakte er deshalb nach. „Ich meine, ich habe meine Magi-Anwältin ziemlich in Angst und Schrecken versetzt."
Zu seiner Überraschung rollte Katie jedoch die Augen und winkte ab.
„Nein. Das werden wir als Verfahrensfehler anfechten, da Mindy nie und nimmer als Magi-Anwältin für eine Todesser-Bewährungsverhandlung hätte zugelassen werden dürfen. Dazu ist sie viel zu traumatisiert wegen dem, was sie vor Jahren erlebt hat. Sie war voreingenommen. Ihr Verhalten dir gegenüber war so kaum verwunderlich. Genauso wenig wie die Tatsache, dass du irgendwann aus Verzweiflung die Nerven verloren hast und durchgedreht bist. Aber das darf man dir nicht negativ auslegen, wenn wir das mit dem Verfahrensfehler durch kriegen. Und das werden wir. Verlass dich drauf. Mag der Himmel wissen, wer da letztes Jahr Mist gebaut hat." Sie schüttelte mit einem genervten Schnauben den Kopf. „Bisher habe ich das noch nicht rausgefunden, aber das wird sich noch ändern. Das kannst du mir glauben."
Ein wohlig warmes Gefühl machte sich in Adrian breit und er hätte sie vor Freude über diese Aussage am liebsten umarmt, wenn die dicke Scheibe nicht zwischen ihnen gewesen wäre. Und dennoch hatte diese Freude einen leicht bitteren Beigeschmack.
„Und du?", fragte er vorsichtig. „Was ist mit dir?"
„Mit mir?" Verdutzt sah sie ihn an, und hielt kurz inne, in ihren Pergamenten zu wühlen. „Was meinst du?"
„Versteh mich nicht falsch.", meinte er und atmete tief durch, um den Mut zu fassen, weiterzusprechen. „Ich bin wirklich dankbar, dass du dich mit soviel Elan in meinen Fall stürzt, aber ich frage mich, wie es wirklich in dir aussieht. Denn immerhin hast du damals zu einer Gruppierung gehört, die Leute wie mich bekämpft hat. Du könntest auch traumatische Dinge erlebt haben" Für einen winzigen Moment lang fiel sein Blick auf ihre Narbe, bevor er sie wieder ansah, als wüßte er nichts von deren Existenz. Allerdings war ihm nicht entgangen, dass sie schwer geschluckt und eine Hand reflexartig an eben diese Narbe hochgefahren war. „Wie kannst du dann guten Gewissens jemanden wie mich in einer Bewährungsverhandlung hundertprozentig vertreten?"
Einen Moment lang war es totenstill in ihren Boxen. Sie schien in Gedanken abgeschweift und strich sich abwesend mit der Hand am Hals entlang. Doch dann ging ein sichtbarer Ruck durch sie. Sie ließ die Hand sinken und ihre dunkelblauen Puppenaugen sahen ihn offen, angstfrei und entschlossen an.
„Ich übernehme keine Fälle, die ich nicht vertreten kann. Auch nicht, wenn sie mir vom Zaubergamot zugeteilt werden. Ich kenne dich, Adrian Pucey. Du bist vielleicht ein Slytherin und bist in die Todesserszene abgerutscht, aber ich glaube dir, wenn du sagst, dass du da nicht willentlich reingerutscht bist. Denn du warst nie ein wirklich fieses Kaliber wie Flint oder Montague oder Warrington."
'Und doch hätte es dir damals nichts geholfen, wenn es wirklich eng geworden wäre, Katie. Denn ich hätte dich umgebracht, wenn es mein Leben gerettet hätte. Und ich hätte nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei gehabt.'
Er sah ihr stumm in die Augen und seufzte schließlich resigniert und auch ein klein wenig erleichtert. Denn er war froh, dass sie ihn nicht mit gerade diesen ehemaligen Mitschülern in einen Topf warf. Und auch, dass sie Miles dort nicht mit hinein warf. Denn sie waren zwar eine Weile im gleichen Team gewesen, aber das war auch alles an Gemeinsamkeit gewesen, was sie mit Flint, Montague und Warrington gehabt hatten. Privat waren sie nie befreundet gewesen und das war auch verdammt gut so.
„Ich glaube und vertraue dir, Adrian.", wiederholte Katie nochmal entschlossen. Wohl um die Zweifel aus seinem Gesicht fortzuwischen, die da mit großer Sicherheit zu sehen waren.
„OK", sagte er schließlich und gab sich einen Ruck. „Dann laß uns endlich Nägel mit Köpfen machen. Unsere Zeit hier ist nicht unbegrenzt."
„Genau so will ich dich hören.", antwortete Katie zufrieden nickend und mit einem übermütigen Funkeln in den Augen. Ein Funkeln, dass ihr verdammt gut stand, wie er feststellte, aber er wischte diesen Gedanken sofort wieder zur Seite, denn er hatte in seinem Kopf im Augenblick absolut nichts zu suchen. „Am besten fangen wir an, indem du erstmal ein paar Papiere unterschreibst, damit ich sie offiziell einreichen kann. Und dann gehen wir die Strategie durch. Wäre doch gelacht, wenn wir dich nicht aus dieser gryffindorroten Schlafanzugatrappe heraus bekämen."
Er lachte leise in sich hinein, als sie ihm einen ganzen Stapel Anträge, Vollmachten und Urkunden durch den dünnen Schlitz schob, der sich genau auf Höhe der angeschraubten Tische in der Scheibe befand. Allerdings alle nur halb durch, um sie wieder zurückziehen zu können, denn dieser Schlitz war nur einseitig durchlässig, um nichts aus Askaban herausschmuggeln zu können. Er griff mit einem guten Gefühl im Bauch nach der Schreibfeder auf seinem Tisch und setzte schwungvoll seinen Namen auf jedes Pergament, dass sie ihm hinhielt, ohne groß darüber nachzudenken, was genau das war., was er alles so unterschrieb. Misstrauen und Zweifel konnte er sich in seiner Situation einfach nicht leisten. Er mußte darauf vertrauen, dass sie ihn nicht in irgendeine Falle lockte, wenn er hier raus wollte. Und wenn sie ihm vertrauen konnte, konnte er auch ihr vertrauen.
Als er zwei Stunden später wieder in seine Zelle zurückkehrte, stürzte er wie gestochen auf seine Pritsche zu, biß in sein Kissen und schrie seine Begeisterung über diese wirklich entschlossene Magi-Anwältin gedämpft in die Welt hinaus. Denn aus seine letzten leichten Zweifel waren verschwunden, nachdem Katie mit Worten, Blicken und Drohungen ihr Gespräch zweimal um eine halbe Stunde verlängert hatte, als die Wachen ihn wieder zurückbringen wollten, weil die Besuchszeit rum war. Sie haute mit Paragraphen und Fachausdrücken um sich, die ihr ein unbegrenztes Gespräch mit ihrem Mandanten erlaubten, wie 6 Jahre zuvor mit Flüchen in der Schlacht von Hogwarts. Und wenn er sie nicht schon zu Schulzeiten und vor allem auf dem Quidditchfeld erlebt hätte, hätte er glatt geglaubt, dass es diese Paragraphen und Fachausdrücke alle wirklich gab. So aber ahnte er, auch wenn sie es mit keiner Geste, keinem Blick oder auch nur einem einzigen Wort ihm gegenüber zugegeben hatte, dass sie vielfach eiskalt geblufft hatte.
Ein breites Grinsen umspielte seine Lippen, als er das Kissen schließlich wieder sinken ließ.
„Katie Bell, du bist ein Geschenk des Himmels.", murmelte er mit einem Blick an die graue, verwitterte Zellendecke.
Das erste Mal seit der verhängnisvollen ersten Bewährungsverhandlung vor einem Jahr hatte er wieder richtig Hoffnung geschöpft, dass er doch nicht die vollen 10 Jahre absitzen mußte.
Trotzdem betete er an diesem Abend inständig, dass Katie nicht doch noch irgendwie vor dieser Verhandlung heraus bekam, dass er der Verursacher der dünnen silbrigen Narbe an ihrem Hals war. Denn dann würde seine Welt noch extremer in sich kollabieren, als sie es vor einem Jahr getan hatte. Denn weder sie noch Oliver Wood und Lee Jordan hatten ihn damals hinter seiner Todessermaske erkannt, sonst wäre sie heute nicht hier gewesen. Und er würde alles tun, um dieses Wissen von ihr fern zu halten, solange es irgendwie ging.
A/N: So, die Identität der Geisel dürfte jetzt geklärt sein, oder? Falls nicht, sagt Bescheid. Dann gebe ich euch noch ein paar Hinweise. ;-)
Übrigens, eine meiner drei Reviewerinnen hatte gefragt, ob man noch erfährt, was mit dem damaligen Magi-Anwalt passiert ist bzw warum er im Vorjahr nicht da war. Es wird zwar nicht ausdrücklich erklärt, warum er nicht da war, aber es wird im Laufe der Kapitel etwas über das Prinzip der Magi-Anwalts-Zuordnung zu Todesserprozessen erwähnt, woraus man ableiten kann, warum er nicht da war. Ich kann euch allerdings soweit beruhigen: Er lebt, ist gesund und arbeitet immer noch munter und engagiert als Magi-Anwalt.
Ich habe übrigens vor, ungefähr einmal pro Woche ein neues Kapitel hochzuladen. So habt ihr am Ende länger was von der Geschichte, ich habe mehr Zeit, um den nächsten Teil fertig zu schreiben und ihr wartet am Ende nicht so lange auf den zweiten Teil. Rechnet also immer zum Wochenwechsel (Sonntag oder Montag) mit einem Update.
So, und jetzt seid ihr dran, wenn ihr mögt.
