AN: Willkommen zu meinem nächsten Kapitel. Wie immer gehört mir nur der Plot und die wenigen Originalen Charaktere.
Kapitel 1
Als Ginny das erste Mal nach einem Monat wieder zu sich kam, lag sie in einem ihr fremden Raum in einem ihr unbekannten Bett. Die Wände waren weiß gestrichen, dieselbe Farbe wie ihre Bettwäsche. Zuerst dachte sie, dass sie sich im Krankenflügel befand, doch dann fielen ihr die reihenweise leuchtenden Punkte an der Wand gegenüber der Tür auf, die sich neben ihr unbekannten Symbolen befanden.
Sie fühlte sich schwach und müde und war gerade so lange wach, um zu sehen, wie ein Pfleger mit ihren Medikamenten das Zimmer betrat.
Ihre Genesung ging nur schleichend von Statten. Sie verbrachte einen großen Teil der Zeit Schlafend mit Träumen voller gelber Augen und langen dunklen Korridoren, aus denen sie nicht selten Schweißgebadet erwachte und trotz dessen, dass sich jede Faser ihres Selbst dagegen wehrte, wieder in Morpheus Armen zu versinken, so schaffte sie es doch nicht, sich zu wehren. Sie brauchte fast noch einen Monat in diesem Fremden Zimmer, bis sie lange genug wach war, um zu registrieren, wo sie sich befand: Die Weißen Wände, die sie zuerst so sehr an die im Krankenflügel erinnert hatten, gehörten zu St. Mungos. Zu ihrem Erstaunen hatte sie ein eigenes Zimmer – was sonst nur sehr schweren Fällen zu stand oder Wichtigen und berühmten Patienten, die dem Krankenhaus besonders viel Geld einbrachten. Da sie zu der letzteren Gruppe wohl kaum zählen würde, gehörte sie wohl eher in die erste. Ihr wurde Angst und Bange, was mit ihr falsch sein konnte, dass sie in die Isolation verlegt wurde.
Der Grund wurde ihr sehr schnell klar: jede Gefühlsregung von ihr brachte ihre Magie dazu aus zu brechen und die Welt um sie herum zu verändern. Das erste Mal, dass sie es beobachtete war, als Harry sie einmal besuchen kam, um zu sehen, wie es um sie stand. Die vertrockneten Wildblumen auf ihrem Nachttisch begannen wieder zu blühen und eine warme Sommerbrise fuhr durch ihren Raum, obwohl ihr Fenster geschlossen war.
Ginny wusste nicht, was sie schlimmer finden sollte: dass sie vielleicht eine ansteckende Krankheit hatte – was sich als falsch herausgestellt hatte – oder, dass ihre Magie aus den Fugen geraten war – was auch nicht viel besser war, als dass sie als Squib endete, wie sie glaubte sich zu erinnern gehört zu haben, doch es mochte auch ein Traum gewesen sein.
Sie hatte in einem Bett gelegen, weiße Leinen hatte es gehabt. Zu ihrer rechten stand ein Krug mit Wasser und eine Vase mit bunten Blumen. Daneben lag eine Kette aus Kronkorken und blauen und grünen Glasscherben. Während Ginny geschlafen hatte musste Luna sie besucht haben.
Sie hörte Stimmen durch die Wand zu ihrer Rechten. Sie wollte sich gerade von dem ständigen auf und ab in den Schlaf wiegen lassen, als ihr Name fiel. Sofort wurde sie hellhörig. Sie verstand nur Brocken, doch das was sie verstand, beunruhigte sie zutiefst. Wenn sie es richtig verstand, dann würde sie ihre Magie verlieren. Panik befiel sie und ihr war, als würde die Temperatur im Raum dramatisch sinken, sie dachte sogar, sie könne den Atem sehen, aber das bildete sie sich sicher nur ein. Nicht lange, und sie war erschöpft eingeschlafen.
Von nun an war sie immer öfter wach. Täglich bekam sie jetzt Besuch, entweder von einem ihrer Brüder oder ihren Eltern, ein paar Mal kamen auch Hermione und Luna, nur Harry ließ sich nicht blicken, was aber durchaus daran liegen konnte, dass er bei seinen Verwandten nicht aus dem Haus kam.
Am ende des zweiten Monats durfte sie nach Hause gehen. Sie war noch immer schwach, doch mittlerweile außer Gefahr. Sie musste nur noch eine Reihe Tränke nehmen und alle paar Tage zur Kontrolle zurück kommen.
Sie erfuhr erst später, wie knapp sie dem Tod entronnen war. Nicht nur einmal war sie anscheinend alleine in St. Mungos wiederbelebt worden. Doch zum Glück hatte sie davon keine Ahnung und so ging sie glücklich zwischen den Zwillingen laufend nach Hause – ohne Magie, denn noch eine ganze Weile würde sie auf jedwede Art von Magie mit gewaltigen Ausbrüchen reagieren. Aber es war ihr nur recht. Mit jedem Atemzug sog sie die Luft tief ein. Sie genoss den Geruch von den Autos, den Bäumen, den Blumen und selbst den widerlichen Duft einer Passantin, die bei weitem zu viel Parfüm aufgetragen hatte. Alles war besser als der beißende Geruch des Desinfektionsmittels, das sie den gesamten Tag hatte riechen müssen und der in ihr schon nach ein paar Tagen ein leichtes Gefühl von Übelkeit ausgelöst hatte.
Aber das war nicht das Schlimmste gewesen. Was am Meisten an ihren Nerven genagt hatte, war gewesen, dass sie fast ununterbrochen Langeweile gehabt hatte. Selbst die ausschweifenden und allesamt unglaublich witzigen Geschichten ihrer Brüder hatten sie nicht ablenken können, sodass sie nach einer Woche nach ihren Schulbüchern fragte und sie einen großen Teil ihrer wachen Zeit damit zu brachte, ihre Hausaufgaben zu erledigen – aus reiner Verzweiflung.
So sehr sie es sich auch wünschte ihren Raum zu verlassen, die Gänge entlang zu wandern und dann rein zufällig die Eingangspforte zu durchschreiten um die Sonne auf ihrer Haut zu spüre, die echte Sonne, nicht die Illusion, die von den magischen Fenstern hervorgerufen wurde, sie war zu schwach dazu und keiner, weder Ärzte noch ihre Besucher, hatten es für eine gute Idee gehalten.
Sie gingen nicht weit. Ein paar Straßen weiter hatte ihr Vater sein Auto geparkt. Wie er das bekommen hatte, war ihr nicht klar, aber vielleicht lag es auch einfach daran, dass magische Transportmöglichkeiten in ihrer Gegenwart derzeit verrückt spielten und aufgrund ihrer Ausbrüche sie auch nicht unter Muggeln reisen konnte. Vielleicht war an ihrer Krankheit doch etwas gutes dran?
Vom Auto aus brachte ihre Mutter sie direkt ins Bett, was sie auf der einen Seite erleichterte – die Fahrt alleine hatte sie sämtlicher Kraft beraubt – und auf der anderen frustrierte. Sie schwor sich, wenn sie wieder gesund wäre, würde sie drei Tage durchgehend wach sein.
Aber noch war sie weit davon entfernt. Die geringsten Tätigkeiten erschöpften sie so sehr, dass sie noch immer den Tag zu einem großen Teil verschlief und nachts plagten sie immer wieder dieselben beunruhigenden Träume, die sie aus dem Schlaf fahren ließen. Sie erinnerte sich nicht an viel, nur die Augen blieben ihr für den Rest des Tages. Sie schienen sie aus den Schatten heraus an zu starren und manchmal bekam Ginny Angst, dass das Wesen, zu dem sie gehörten, sie anspringen und töten würden.
Manchmal wenn sie des Nachts wach wurde hielt sie sich mit aller Macht wach, blickte in die Schatten und beobachtete das Monster, damit es nicht einen unachtsamen Moment nutzen würde und sie anfiel, Was in Hinsicht ihrer Erschöpfung nicht förderlich war. Eine Nacht Anfang August, als sie wieder Stundenlang wach lag und sie merkte, wie ihr die Augen zufielen, glaubte sie eine Stimme zu hören, die ihr eine seltsam beruhigende Melodie summte. Bevor sie wusste wie ihr geschah war sie tief und fest eingeschlafen.
Von da an schlief sie die Nächte durch und erwachte morgens vollständig ausgeruht. Sie wurde immer kräftiger und schaffte es immer länger ihr Bett zu verlassen.
Heute war der letzte Tag, an dem sie nach St Mungos musste zur Nachuntersuchung - wenn alles glatt verlaufen war.
Sie strich Butter auf ihr Brötchen und griff nach dem Honig, der auf sie zu schwebte. Manchmal konnte unkontrollierte Magie sehr praktisch sein.
Bei den Untersuchungen an diesem Morgen stellte sich heraus, dass trotz Warten ihre Magie sich nicht beruhigt hatte, wenn nicht sogar, war sie sogar noch wilder geworden, in etwa so, wie bei einem besonders magisch begabten Kind, dessen Talent gerade hervor bricht. Aber von einem so starken Fall nach Beginn der Ausbildung hatten sie noch nie gehört.
Für weitere Tests brachten sie Ginny in einen Raum voller Kristallener Säulen, in die goldene Runen eingraviert waren.
Hier wurden Veränderungen in der Magie eines Zauberers oder einer Hexe aufgezeichnet.
Normalerweise, wie ihr Arzt ihr erzählte, wurde dieser Raum geschaffen, um Jugendlichen zu helfen, wenn sie in die Maturität kamen. Mancher Magie wurde auf einen Schlag so stark, dass sie diese nicht mehr kontrollieren konnten. Vielleicht war das ja auch bei Ginny der Fall?
Sie verbrachte hier die Zeit bis zum späten Nachmittag, während sie einen Zauber nach dem anderen sprechen sollte, während die Zeichen an den Pfeilern in verschiedenen Farben aufleuchteten. Von grün über gelb und orange bis hin zu weiß und durcheinander.
Ihr lief der Schweiß von der Stirn übers Gesicht, und noch weiter trieben sie Ginny, bis sie sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte vor Erschöpfung. - Ohne Ergebnis. Als sie ihre Daten ausgewertet hatten, zeigten sich Spitzen und Tiefs in unregelmäßigen Abständen. Es ließ sich keinerlei Muster erkennen – weder die Zauber waren gleich, noch äußere Einflüsse. Anscheinend handelte es sich um eine sehr frühe magische Volljährigkeit, die jüngste in den letzten fünfzig Jahren. Ungewöhnlich aber nicht unerklärbar, war sie doch erst im vergangenen Schuljahr dem Tod nur knapp entronnen, ein Ereignis, dass die Reife frühzeitig herbeiführen konnte.
Wenigstens hatten sie jetzt eine Möglichkeit sie zu behandeln:
Drei Mal die Woche verausgabte sie sich in diesem Raum, erst alleine, bis sie einmal ohnmächtig zusammen gebrochen war, total ausgebrannt. Auf einen Schlag war sämtliche Magie aus ihr heraus geströmt. Die Quelle in ihr drin, die sonst zwischen einem solide brennenden Feuer und einem Waldbrand variierte, war bis auf ein paar funken verloschen.
Von nun an traf sie sich mit Harper James, einem äußerst gut aussehenden Jungen Mann, der seinem Aussehen nach Hogwarts vielleicht vier Jahre hinter sich hatte. Er schrieb für den Abschluss seines Studiums an einer Arbeit über die Behandlung von magischer Reife und sie war quasi sein Forschungsobjekt – unter Beaufsichtigung seines Professors natürlich.
Zuerst arbeiteten sie mit einfachen Zaubern, ihrem Lernstand entsprechend – Levitation und Jellylegs, doch als das nicht ausreichte sie aus zu powern, zeigte er ihr ein paar fiese Flüche und nützliche Charms – Unter anderem den Bat boogey hex.
Es half ihr nicht sonderlich. Außer dass sie abends total erschöpft ins Bett fiel.
In den unpraktischsten Augenblicken brach es aus ihr hervor und ließ die verrücktesten Dinge geschehen:
Einmal hatten Fred und George versucht, ihr einen Streich zu spielen, zwar zogen sie Percy und Ron vor, doch sie gab eine größere Herausforderung ab.
Sie schlichen sich von hinten an, packten sie an den Schultern – und was sie versuchen wollten fand Ginny nie heraus. Die Zwillinge flogen durch den Raum und hatten für den Rest des Tages Brüste der eine hatte hellblonde Locken, der andere dunkelbraune glatte Haare, bis zu den Hüften, die einen verführerischen Schwung aufwiesen. Sie trugen es beide mit Fassung, Fred fragte sogar, ob er sich eines ihrer Kleider leihen könne, das grüne würde wunderbar zu seinen Haaren passen.
Letztendlich verschrieben die Doktoren ihr zusätzlich einen Trank, den sie jeden Morgen und jeden Abend nahm, zwei Teelöffel reichten zumindest aus, die Ausbrüche auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.
Und trotzdem ließ sie jeder Ausbruch total entkräftet zurück.
Erst kurz vor Ende der Ferien fand Harper eine Lösung: Eine Kombination aus Entspannungsübungen, ihrem Training und einer erhöhten Dosis der Tränke. Nicht zu früh: So konnte Ginny wenigstens weiterhin Hogwarts besuchen.
Ginny blieb wenigstens noch genug Zeit die Ferien zu genießen – was zumindest noch davon übrig war.
Percy, der mal wieder eine allgemein schlechte Stimmung verbreitete, indem er sich jedes Mal beschwerte, wenn einer ihrer Brüder zu laut war – alles über schleichen zählte darein – wurde ihr erstes opfer – schon aus Prinzip. Sie tauschte seine Tinte gegen ein Fass (unsichtbarer) Tinte, die nach ein paar Stunden wieder verschwand. Er merkte es erst nach ein paar Tagen, während die Zwillinge und sie sich köstlich amüsierten und Percy jeden seiner Aufsätze mehrfach schreiben musste – geschah ihm recht, diesem aufgeblasenen Wichtigtuer.
Die letzte Nacht der Ferien würden sie im Tropfenden Kessel verbringen und Ginny würde Harry sehen, ihren Helden, das erste Mal wieder, seit er ihr das Leben gerettet hatte. Sie würde ihm gebührend danken und ihm ihr Geburtstagsgeschenk persönlich überreichen – hoffentlich fand er es genauso toll wie Ginny. sie hatte Colin angeschrieben und ihn um Photos von Harry gebeten. Sie hatte mit Bildern von sich und ihm zusammen ein Bilderbuch gebastelt. hoffentlich würde es ihm gefallen, hoffentlich.
Er lächelte als er es öffnete und brachte es auf sein Zimmer.
Während ihres folgenden Schuljahres verbrachte sie ihre gesamte freie Zeit damit, Harry aus der Ferne zu beobachten. Als die Sommerferien nahten, konnte sie bereits jede Stimmung nur an seiner Haltung ablesen, wusste um seinen Tarnumhang und hatte sich die Karte der Rumtreiber genommen. Auf ihrem Nachttisch stand ein Photo von ihm wie er lachte - Dank der Hilfe von Colin Creevy, ihrem Klassenkameraden.
Ginny fiel auf, dass ihr Held in letzter Zeit oft Kopfschmerzen bekam. Er befand sich deswegen oft im Krankenflügel. Bis zu den Abschlussprüfungen gab sich das aber.
im Unterricht kam Ginny dieses Jahr viel leichter mit als im Vergangenen. Ginny vermutete, dass es damit zu tun hatte, dass sie nicht von Tom besessen war. Wenn sie von Lehrern etwas gefragt wurde, antwortete sie manchmal ohne darüber nach zu denken. zu ihrem erstaunen waren die Antworten alle immer korrekt und vollständig. ihr war gar nicht bewusst gewesen, wie sehr sie während ihrer Krankheit vor gearbeitet hatte.
Es erstaunte sie besonders, da sie erneut nachts nicht gut schlief. Sie träumte von dunklen Gängen, den Augen und von Augen, die sie flehend anblickten. Trotz dessen, dass die Träume sehr intensiv waren, erinnerte sie sich nach dem Aufwachen nur an ein paar vereinzelte Brocken, die sie beim besten Willen nicht wieder zusammen setzen konnte und alles, was blieb, war ein Gefühl von Beklemmung und Verzweiflung. Es ging sogar so weit, dass sie Nachts wieder nicht schlief und morgens so müde war, dass sie fast am Frühstückstisch eingeschlafen wäre.
Sie befürchtete eine Wiederholung vom letzten Jahr und besuchte deswegen den Krankenflügel. Außer, dass Ginnys Magie sehr unruhig war, konnte Madame Pomfrey jedoch nichts finden. Aber die Veränderung in ihrer Magie war auf die Nahtod Erfahrung zurück zu führen.
Einmal versuchte sie Kaffee gegen ihre Erschöpfung zu trinken, mit dem Ergebnis, dass ein paar der Jungs den ganzen Tag Röcke trugen und endete damit, dass Severus vom Mittag an, für den Rest des Tages im Lockhart-look herum lief – komplett mit blonden Locken, hellblauer Robe, schiefem Hut – egal wie oft er ihn richtig rückte, er kippte immer wieder zur Seite -, blinkenden Zähnen und einem ständigen Lächeln, zusätzlich bekam er einen schwungvollen Gang. Am Nächsten Morgen war er wieder normal, doch jeder Schüler hatte ihn bis dahin in diesem Aufzug gesehen.
Das war das erste und letzte Mal, dass sie ein Koffeinhaltiges Getränk zu sich genommen hatte.
Ihre Träume von der Kammer des Schreckens wurden immer intensiver, Bildhafter und real, bis sie manchmal nicht mehr unterscheiden konnte zwischen wachen und schlafen. An manchen Tagen verlor sie erneut Stunden ihres Tages, doch bevor sie erneut mit ihren Sorgen zu Madame Pomfrey gehen konnte, hörten sowohl ihre Träume, als auch ihre Schlafwandlerischen Zustände auf. Trotz dessen, dass sie einen nicht unerheblichen Teil des Unterrichts 'verschlafen' hatte, schnitt sie doch in allen ihren Fächern als Klassenbeste ab.
Bis zum Ende des Jahres beruhigte sich ihre Magie dank der Übungen von Harper James und der Medizin ein wenig, doch sie brach noch immer in den unmöglichsten Momenten aus ihr heraus.
Hermione POV
Das Abenteuer, wenn man es denn vorsichtig nennen wollte, in dem Ginny Ende des letzten Jahres in Toms Fänge geraten war, hatte an ihrer Freundin Spuren hinterlassen. – auch wenn sie sich über die Ferien fast wieder erholt hatte.
Das erste, was sie bemerkt hatte, war gewesen, dass ihre Freundin fast ständig müde aussah, mit Ringen um die Augen, die Wagenrädern alle Ehre machten, auch wirkte sie dieses Jahr oft sehr abwesend und machte den Eindruck, dass sie manchmal nicht wusste, wo sie sich befand. Sicher war das jedoch zurück zu führen auf den Umstand, dass sie nur knapp dem Tode entkommen war.
Doch bevor sie sich Sorgen machen konnte, wurde die Rothaarige wieder ganz normal, aufgeweckt und nutzte jede sich bietende Gelegenheit den Menschen um sich herum einen Streich zu spielen. Einmal musste sogar Professor Snape daran glauben, aber ob die Zwillinge oder Ginny schuld waren, konnte niemand sagen und die drei verdächtigen hielten still.
Als Ginny dann zwei Wochen nach Beginn des Schuljahres wieder begann Harry zu beobachten – sie würde das Wort 'stalken' nicht in den Mund nehmen – wusste sie, dass wieder alles OK war und Hermione war beruhigt. Besonders, da sie derzeit ganz andere Sorgen hatte: Harrys Narbe begann wieder zu schmerzen und keine Tränke boten Linderung. Nachdem er in ihrem ersten Jahr so stark auf den-dessen-Namen-nicht-genannt-wurde reagiert hatte, befürchtete sie, dass er wieder im Schloss sein konnte. Schließlich war er laut Dumbledore und Harry nicht vernichtet worden, sondern nur auf der Flucht.
Sie beobachtete die Lehrer allesamt genau, selbst Du-weißt-schon-wer würde ja wohl keine Kinder gefährden – oder doch? Wenn das so wäre, hätte sie rund 300 Personen im Auge zu behalten und da wäre selbst mit dem Time-Turner nicht möglich. Sie würde binnen weniger Monate Jahre erleben müssen und dann würde es zum einen auffallen und sie hätte zum andern noch nicht einmal die Halbe Arbeit getan. Und was, wenn sie die Auswahl auf seine Lehrer und die ihm nahen Personen beschränkte? Ja, das war zu schaffen.
Besonders misstrauisch beobachtete sie Professor Lupin. Er hatte es geschafft, binnen kürzester Zeit das Vertrauen ihres besten Freundes zu erlangen und dadurch, dass er der Neue war, war er eine unbekannte Größe. Als er sich dank Professor Snape als Werwolf heraus stellte, war er Verdächtiger Nummer eins.
Sie hätte ja Harry und Ron von ihrer Befürchtung erzählt, aber seitdem Krummbein angeblich Krätze gefressen haben sollte – was nie bewiesen worden war – und sich beide gegen sie stellten, bekam sie da keine Chance zu – und wenn sie ehrlich war, hatte sie auch nicht das geringste Interesse dazu. Wenn die beiden ihr die kalte Schulter zeigten, konnte sie das auch!
Und doch beobachtete sie weiter Harry und all jene, die sie des Verrats an ihm verdächtigte und so bemerkte sie dann kurz vor Ostern, dass seine Kopfschmerzen verschwanden – von einem Tag auf den anderen! Zwei Wochen später vertrugen sie sich wieder.
Wie sich dann heraus stellte, war Professor Lupin kein Gefolgsmann von dem-dessen-Namen-nicht-genannt-werden-darf, sondern es handelte sich um den besten Freund Sirius' und Harrys Eltern und ein treuer Verfechter des Lichtes. Wie sehr man sich doch in einem Menschen täuschen konnte.
Toms POV
Sobald Tom sich in Ginny geflüchtet hatte, hatte er begonnen sich wie mit langen scharfen Krallen an ihr fest zu setzen.
Sie wehrte sich mit jeder Faser ihres Seins, auch wenn sie nicht wissen konnte, dass er da war. Dafür hätte er sich offenbaren müssen und das würde er erst tun, wenn er nicht mehr zu entfernen sein würde.
Ihre Magie versuchte ständig sich des Eindringlings zu entledigen, aber mit seinem gesamten Willen zu überleben hielt er sich fest. Doch er war schwach. Um sie zu retten, hatte er fast alle seine Lebenskraft opfern müssen und so gelang es Ginnys Unterbewusstsein nicht nur einmal fast, sich seiner zu entledigen. Um sich zu stärken und sie wertvoller Kraft zu berauben, bediente er sich bei ihrer Lebensenergie, sodass sie erschöpft zusammen brach. Doch das war nicht ungefährlich: Um sie aus zu schalten, musste er eine nicht geringe Menge nehmen doch wenn er ihr zu viel stahl, konnte sie sterben und er mit ihr. Vor allem, da ihrer beider Selbst um die Vorherrschaft kämpften, was in magischen Ausbrüchen resultierte und sie nicht selten beide fast ausbrannte. Doch sie stand es alles durch und zu Beginn der Ferien wurde sie von ein paar Medimagiern abgeholt und nach St Mungos verlegt, wo sie dann gesund gepflegt wurde.
Ihre Genesung nahm eine lange Zeit in Anspruch, fast drei ganze Monate und zu Beginn des Schuljahres war sie immer noch recht schwach. Aber sie stand es durch und das in einer kürzer als zu erwartenden Zeit, besonders weil er sich immer wieder bei ihren regenerativen Kräften, ihrer Lebenskraft, bedienen musste um sie davon ab zu halten sich seiner zu entledigen.
Sie war stark, das musste er ihr lassen. Er hatte sich einen Guten Körper gesucht.
Vielleicht auch zu gut. Als er mit ihr verschmolzen war, versuchte er dann schließlich sie zu übernehmen, wie er es von Tag eins an geplant hatte. Nicht für lange, nur ein paar Stunden höchstens. Das Mädchen wusste nicht wie ihr geschah. Sie wusste nur, dass sie erneut Zeit verlor – und in Panik verfiel. Bevor sie deswegen zur Krankenschwester gehen konnte, stellte er seine Versuche ein. Zuerst würde er seine Kraft sammeln müssen, bevor er es erneut versuchen konnte.
AN2
Wie ihr gesehen habt, habe ich das Kapitel aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt, was in dem Fall wichtig war, ich hoffe das hat euch nicht gestört.
Ginny darf noch nicht alles von dem wissen, was ich dem Leser erzählen will, und ohne Hermiones Teil wurde der Text einfach viel zu kompliziert und steif.
Ich hoffe auf Massenweise Reviews - vorzugsweise konstruktive Kritik. Wer mir Flames senden will, bitte nur mit dazugehörigen Marshmallows und Fisch zum grillen.
