Wortanzahl: 719 Wörter

Kapitel 2

„Janet, mach den Mund zu. Du sabberst schon!"

Doch die Brünette schien die überhaupt nicht zu stören. Eher das Gegenteil war der Fall.

Sie beute sich noch weiter vor, um einen besseren Blick auf das Szenario vor ihr zu haben.

Trotzdem konnte sie nicht widerstehen ihm eine Antwort entgegen zu knallen.

"Nur kein Neid, weil dir sich nicht so ein Anblick bietet."

Doch ehe Daniel antworten konnte, redete Janet unbeirrt weiter.

„Sieh dir das an! Ich mein, wie kann man nur auf so ein billiges Flitchen stehen? Nur weil sie so jung ist? Oder wollen sie ihren geplanten Dreier etwas aufpeppen?"

"Dreier?" Daniels Stimme schwang in ungewohnte Höhen als er dieses einzelne Wort geschockt aussprach.

Janet warf nur einen kurzen Blick zu ihm, ehe sie weiter ihr Ziel anstarrte.

„Na was hast du denn gedacht, was sie mit ihr machen? Sie zum Kaffee einladen? Ne … so wie Jack zu den beiden rüber sieht, kann es nur um das Eine gehen."

"Jack? Jack soll der Antreiber sein? Darf ich dich erinnern, dass Sam die ist, die diese kleine Tusse beinahe einen kompletten Einblick in ihr Dekolleté gegeben hat?"

„Daniel, sie ist doch nur der Köder. Damit die Kleine anbeißt. Sam regelt so zu sagen alles vorab und dann vergnügt er sich mit den beiden.", sagte Janet mit zusammengebissenen Zähnen.

Denn schon allein die Vorstellung, wie Jack mit ihrer Sam … nein, dass war zu viel für sie.

Aber anscheinend musste sie sich wohl an dieses Bild gewöhnen. Egal, wie sehr sie schon mit ihren Zähnen knirschte, aber auch Daniel schien nicht besser dran zu sein, wenn sie so sah wie sein Gesicht sich langsam von ungläubig zu fassungslos und dann bei geschockt und angewidert mit einem Schuss Eifersucht wandelte.

„Das ist irgendwie nicht so wie ich es mir erhofft hatte.", meinte er dann leise und starrte betrübt in sein Glas.

Seufzend nickte Janet. "Ein wahres Wort." Noch einmal tief seufzend leerte sie in einem Zug ihr Glas, bevor sie abrupt aufstand. "Ich brauch etwas Stärkeres. Du?"

„Ich nehme alles was du mitbringst.", meinte er und trank noch einen Schluck aus seinem fast leeren Glas.

„Dann eine Doppelten.", sagte sie nickend und verschwand zur Bar.

Stur geradeaus blickend machte sie ihren Weg durch den Raum und konnte ein leises Seufzen nicht verkneifen als sie an ihrem Ziel ankam. Doch dort konnte sie nicht widerstehen. Als der Barkeeper ihre Bestellung vorbereitete, wanderte ihr Blick wieder unwiderstehlich zu Sam und dem Anblick, den sie dieser Tusse und dem Colonel und eigentlich jedem verdammten Idioten in diesem Raum bot.

„Die spielt verdammt gut oder?", riss der Barkeeper sie aus ihren Gedanken.

Janet wandte sich ihm wieder zu und wusste auch so, wenn er meinte.

"Ja, wirklich, wenn gleich sie anscheinend wohl eher auf was anderes abzielt." Janet wusste, dass sie dies nicht hätte sagen sollen, aber sie konnte sich einfach nicht den Kommentar verkneifen.

„Ach das ist jeden Abend dasselbe. Immer umringt von Fremden. Ich weiß auch nicht was sie sucht.", sinnierte er weiter und stellte die beiden Kurzen vor sie auf den Tresen.

Leicht schnaubend, nahm Janet ihr Getränk in die Hand und trank es auf Ex, das Glas klirrend zurück auf die Bar stellend und mit einer Handbewegung Nachschub verlangend.

"Das sieht man doch."

Wieder stellte er einen Doppelten vor ihr und sah sie dabei undurchsichtig an.

„Oft sieht man nur das, was man sehen will … oder was die Person vorgeben will zu sein. Und ich denke, dass ist auch bei ihr der Fall."

Doch Janet schnaubte nur wieder und nahm die Gläser mit sich. Ohne einen Kommentar drehte sie sich um, vermeidend den Billardtisch anzusehen und einfach nur hoffend, dass der Alkohol bald anfing zu wirken.

Denn so gern sie doch seinen Worten Glauben schenken wollte, konnte sie es ganz einfach nicht.

Die Realität sah anders aus …sie und der Colonel.

Glauben wollte sie es nicht, doch es schien ihr wohl nichts anderes übrig zu bleiben. Ebenso wie wohl auch Daniel dies akzeptieren musste. Noch eine weitere Wunde für sein Herz. Als wäre die Sache mit Sha're nicht schon schlimm genug ... aber vielleicht haben sie und Daniel sich deshalb wieder gefunden. Dann konnten sie wenigstens gemeinsam das hier durchstehen. Auch, wenn es noch schöner wäre, wenn sie andere, schöne Sachen miteinander teilen könnten.

Ende Kapitel 2