Wortanzahl: 937 Wörter
Kapitel 2
"Oh Gott. Wie kann man nur so ... so offensichtlich sein?"
Wütend zerschnitt Sam ihr schnitzelähnliches Objekt, während Jack ihr in der fast leeren Kantine gegenüber saß.
„Womit kann man so offensichtlich sein? Und Carter … ihr Schnitzel ist schon Tod. Es kann nicht mehr leiden oder was auch immer sie mit ihm vorhaben.", meinte Jack grinsend und zwinkerte ihr dabei zu.
"Schnauze...", blaffte Sam ihr Gegenüber an, bevor sie sich wieder erinnerte wer dies war und wo sie waren ... "...ähm Colonel, mein ich. Aber geben Sie doch zu. Sie haben ähnliche Gelüste, wenn Sie Daniel und Janet zusammen sehen."
„Ach ich denke, sie sind nur auf Spaß aus und wollen nichts Festes haben?", lenkte er gekonnt von ihrer Frage ab und wartete gespannt auf ihre Antwort. Doch Sam durchschaute ihn sofort.
„Lenken sie nur nicht ab. Sie wissen genau was ich meine. Wie die beiden flirten und sich anschmachten … widerlich."
Jack hob jedoch nur eine Augenbraue und nahm einen Bissen seines Essens ohne darauf zu reagieren. Zwar war seine Meinung ähnlich wie die seines COs, doch er würde auch glücklich sein, wenn Daniel glücklich war. Dies verdiente sein Freund. Vor allem nach der Sache mit Sha'Re. Egal wie weh es ihm tat.
„So Carter und nun zu meiner Frage zurück … haben sich urplötzlich ihre Lebenseinstellungen geändert. Nicht jede zweite Nacht mehr eine Neue mit nach Hause nehmen?"
Als er dies fragte, grinste er sie dabei an, doch in seinen Augen lagen ein ernster und auch ein klein wenig sorgenvoller Blick.
Genau der Blick, mit dem er Daniel manchmal ansah.
Aber nicht nur er war gut darin Dinge zu ignorieren, weswegen Sam ihm keine Antwort gönnte. Stattdessen wandte auch sie sich eher wieder ihrem Essen zu und vermatschte wütend die Kartoffeln mit den Erbsen und Mohrrüben. Leicht angeekelt sah Jack dann zu wie die Blondine einen Bissen dieses farblich sehr unappetitlichen Mixes aß.
„Ich bin glücklich wenn er es ist. Auch wenn ich lieber an seiner Seite wäre. Aber ich gönne ihm das Glück mit Janet.", sagte Jack dann doch leise.
Sam erstarrte mitten beim Essen und sah ihn mit großen Augen an. Mit solch einem Geständnis hätte sie nie gerechnet … nicht von ihm.
"Wie können Sie das sagen? Wollen Sie nicht auch glücklich werden ... Sir?"
Und sie musste sich wirklich zwingen ihn nicht zu duzen. Sie waren auf der Arbeit und es gab schon genug Gerüchte über SG1. Da brauchten sie die Gerüchteküche nicht noch weiter anzuheizen.
Jack zuckte nur mit den Schultern und aß dann einen Bissen, ehe er antwortete.
„Doch, sicher will ich das. Aber wenn das in Zukunft heißt mit ihnen Streifzüge durch Bars zu unternehmen, dann soll mir das fürs Erste genügen."
„Dann müssen sie sich noch ein anderes Hobby suchen. Ich werde ein wenig kürzer treten.", sagte Sam leise und schaute dabei betrübt auf ihren Teller.
„Also gibt es doch einen Grund! Ist es unsere schöne Frau Doktor?", fragte Jack schmunzelnd.
Doch als er ihr ernstes, regelrecht sehnsüchtiges Gesicht sah, wurde auch sein Lächeln durch eine ernsthafte Miene ersetzt.
„Sie hat's voll erwischt, oder?", fragte er wissend und blickte kurz zu Daniel und Janet hinüber.
„Was hat sich verändert?", fragte er leise, während er sie musterte.
„Als wir und vor ein paar Wochen in dieser … speziellen Bar getroffen hatten und sie darauf angesprochen hatte, waren sie strickt gegen eine Beziehung. Warum regt es sie jetzt auf, dass die beiden anscheinend ein Paar sind?"
„Ich war letztes Wochenende bei meinem Bruder gewesen. Wissen sie … er ist nur 5 Jahre älter und hat alles. Ein großes Haus, zwei süße Kinder und … eine klasse Frau.", antwortete sie traurig und schaute nun erst auf.
„Und ja … mich hat es voll erwischt."
Frustriert seufzte sie auf und stocherte weiter in ihrem Essen herum.
Sekunden lang starrte Jack seine Freundin, denn dies wurde Carter mit den Wochen, einfach nur an, bevor er mit der Miene eines Mannes, der eine Hiobsbotschaft überbringen musste, eine Hand auf Sams Schulter legte.
„Wissen sie Carter … ich muss ihnen leider was Schlimmes mitteilen. Egal wie gern ich den Doc habe, doch auch sie kann ihnen leider keine Kinder schenken. Außer sie haben doch dieses spezielle Equipment, von dem sie damals erklärt haben, dass sie es nicht haben und brauchen um ihren `Mann´ zu stehen."
Sekundenlang starrte Sam ihn ganz einfach nur an, ehe sie aus ihrer Starre erwachte.
Hart schlug sie dem lachendem Jack auf die Schulter und sich dabei selbst das Lachen nicht verkneifen.
„Dann adoptiere ich eben eine ganze Footballmannschaft an Kindern, setzte mich zur Ruhe und gewinne den Superbowl."
„Ach und wie wollen sie diese ganzen Mäuler füttern ohne Job?", fragte Jack grinsend, bevor er noch hinzufügte. „Obwohl ich zugeben muss, dass Mama Sam einen guten Klang hat!"
„Dazu habe ich meine Partnerin und einen sehr großen Gewinn im Lotto. Außerdem würde es dann nur Mama heißen.", korrigierte sie ihn grinsend.
„Und was ist mit ihnen?"
„Ein Häuschen im Grünen … wo man seine Ruhe hat und angeln kann … und meinen Partner oder Partnerin … und vielleicht... wären auch ein paar Kinder nicht schlecht."
Auf seinem Gesicht lag ein trauriges Lächeln und Sam konnte nicht anders als beruhigend ihre Hand auf seine zu legen. Egal, wo sie gerade waren. Für ein, zwei Sekunden musste sie einfach ihren CO und Freund trösten, wenn er sich an seinen schlimmsten Teil seiner Vergangenheit erinnerte.
Vorsichtig legte er seine zweite auf ihre, bevor er sie mit einem leichten Lächeln ansah.
„Danke!", sagte er leise, bevor sie sich beide nach einem letzten, winzigem Lächeln wieder ihrem Essen zuwandten.
Ende Kapitel 2
