Disclaimer: Copyright © an der Handlung bei ShadowRiddle. Original Copyright © by Joanne K. Rowling, 1997-2006

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Warnung: Dark, Slash, Post-Hogwarts
Den bereits erschienenen sechsten Band, werde ich NICHT mit einbeziehen, schon alleine deshalb, weil einige Kapitel vor dessen Erscheinung entstanden sind.

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Teile: 10?

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Pairing: Draco/Harry und andere, jedoch werde ich mein Augenmerk mehr auf diese Beiden richten.

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Vorwort: In dieser FF werden euch Gestalten aus der germanischen Mythologie begegnen und womöglich noch aus anderen. Bitte denkt daran, ich leihe sie mir nur aus. Was ich damit sagen will ist, ich werde sie mir so zu Recht stutzen, dass sie in meine FF passen und sie womöglich nichts mehr mit verschiedenen Legenden und Sagen gemein haben werden. Außer den Namen. Außerdem werden einige der Harry Potter Charaktere ziemlich OOC sein. Ihr seid hiermit alle gewarnt. Im Übrigen wird es keinen Lemon geben.

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Widmung: Ich widme diese FF, GinnyMalfoy und vickysnape. Dafür, dass ich euch, ständig mit meinen Selbstzweifeln in den Ohren liege. Vor allem aber Gin, du musst beinahe jeden Tag mein Gejammere ertragen. Du weißt ja ich hab dich lieb und Vicky dafür, dass sie genauso wie Gin mein Versuchskaninchen ist. Ich hab euch lieb.

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Beta: Wie immer GinnyMalfoy schmatz

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Titel: Götterdämmerung

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Kapitel 1:

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Die große Bibliothek auf Malfoy-Manor war erfüllt von Kerzenschein, in dem riesigem Kamin prasselte freudig ein Feuer und erwärmte den ansonsten kalten Raum. In der Mitte stand ein großer Tisch, auf dem sich unzählige Bücher türmten. Manche von ihnen waren geschlossen, aber die meisten lagen offen da.

Ein brauner Wuschelkopf lugte hinter ein paar aufgetürmten Büchern hervor. Hermione Granger saß nun schon seit drei Tagen in dieser Bibliothek und suchte nach Schutzzaubern und Flüchen, die ihnen dabei helfen sollten Harry zu retten. Sie schüttelte leicht ihren Kopf und fuhr sich mit der rechten Hand über die müden Augen.

"Es hat keinen Sinn.", murmelte sie. Ihr Blick fiel über die hohen Bücherregale. "Es sind so viele."

Hätte jemand während ihrer Schulzeit zu ihr gesagt, dass sie sich in einer Bibliothek nicht zu Recht fand, dann hätte sie ihn ausgelacht. Die Bibliothek der Malfoys war groß, sogar noch größer als die von Hogwarts und sie fand sich nicht darin zu Recht.

Frustriert über ihre eigenen Gedanken, verschränkte sie die Arme auf dem Tisch und legte ihren Kopf darauf, sie schloss kurz ihre Augen. Ein leises Geräusch vor ihr, ließ sie hochsehen. Auf der anderen Seite des Tisches stand der Hausherr und zog langsam seinen Zauberstab aus seinem Gehstock. Hermione versteifte sich und sie verfluchte sich dafür, wieder einmal ihren Zauberstab im Zimmer vergessen zu haben.

In letzter Zeit passierte ihr das immer wieder, aber sie wollte so viel Zeit wie nur irgendwie möglich in der Bibliothek verbringen, dass sie nie zurückgehen wollte um ihn doch noch zu holen. Nun musste sie die Rechnung dafür begleichen, sie schallt sich selber eine Närrin, wie kann man auch im Haus eines Muggelhassers, ohne seinen Zauberstab herumlaufen?

Sie sah Lucius Malfoy in die Augen und runzelte leicht die Stirn, in ihnen sah sie nicht den gewöhnlichen Hass. Hermione konnte jedoch nicht genau beschreiben was sie sah.

Lucius Malfoy schwang seinen Zauberstab mit einer ausladenden und schwebenden Bewegung über den Tisch und murmelte: "Zurück". Alle Bücher bis auf jenes, auf dem noch immer Hermiones Hände lagen, schwebten in die Luft und kehrten an ihren Platz in den Regalen zurück.

Er steckte den Stab in seinen Gehstock zurück und schritt um den Tisch herum. Die grauen Augen fixierten sie, neben ihr blieb er stehen und legte seinen Gehstock vor ihr ab. Er drehte sich auf dem Absatz um und ging eine der Bücherreihen entlang. Seine langen Finger strichen sanft über die Einbände. Als er gefunden hatte was er suchte, zog er ein großes und schweres Buch heraus und ging zurück. Dabei wurde er stets von Hermiones aufmerksamen Blick verfolgt.

Er legte das Buch vor der jungen Frau ab und ging wieder zurück, um weiter zu suchen. Hermiones Augen huschten zwischen dem Gehstock und dem Buch hin und her, sie hatte verstanden. Es war seine Art ihr zu zeigen, dass er ihr helfen würde und, dass er ihr auch noch seinen Zauberstab vor die Nase legte, ließ sie erleichtert ausatmen.

Hermione besah sich das Buch genauer Schwarzmagische Flüche für Weißmagier´. Sie schmunzelte leicht, wer hätte gedacht, dass man ausgerechnet in der Bibliothek von Malfoy-Manor so ein Buch finden würde. Vorsichtig schlug sie das, in altes Leder gebundene, Buch auf und begann es zu lesen.

In der Zwischenzeit brachte Lucius Malfoy noch mehr Bücher zu ihr. Er stand erst unschlüssig neben dem Tisch, setzte sich dann jedoch und sah Hermione zu, wie sie das Buch richtiggehend verschlang.

Hermione bemerkte erst sehr viel später, dass sie beobachtet wurde und hob stirnrunzelnd den Kopf. "Was?", sie wusste nicht so genau woher sie den Mut nahm, Lucius Malfoy eine so giftige Frage zu stellen, aber sie tat es dennoch.

Malfoy verengte seine Augen und das Grau stach noch kälter hervor, als für normal. Er öffnete den Mund um ihr zu antworten, als er hörte wie hinter seinem Rücken die Tür zur Bibliothek geöffnet wurde. Hermione neigte ihren Kopf etwas zur Seite und Lucius Malfoy drehte sich auf dem Sessel herum.

Draco stand im Türrahmen und schaute überrascht auf die beiden. Langsam kam er näher und sein Blick schweifte zwischen Hermione und seinem Vater hin und her.

"Sagt mir, dass ich träume.", er ließ sich neben Hermione auf einem Stuhl nieder und fixierte seinen Vater mit demselben eisigen Blick, den auch dieser beherrschte.

"Ein wenig mehr Respekt mein Sohn. Tom will Potter da rausholen und ich will nicht, dass ihm oder meinem einzigen Erben etwas zustößt, nur weil diese Hexe es nicht fertig bringt ein paar Zaubersprüche zu finden.", Lucius Malfoy hob angewidert eine Augenbraue. "Und außerdem will ich nicht, dass ein Schla... eine Muggelgeborene, länger als nötig in meiner Bibliothek herumspioniert."

"Wer sollte hier mehr Respekt zeigen, Vater?"

"Draco...", Hermione legte eine Hand auf den Unterarm von Draco und wollte ihn so beruhigen.

Draco schüttelte den Kopf. "Nein Hermione, mein Vater muss endlich lernen, dass die Welt im Wandel ist, auch seine. Es geht nicht mehr nur um Reinheit oder nicht. Wir werden alle bedroht und wir sollten alle gemeinsam an einem Strang ziehen."

Er funkelte seinen Vater an. "Egal wie sehr du dich auch dagegen sträubst, ich würde alles tun um Harry da rauszuholen."

Lucius ließ sich von seinem Sohn nicht einschüchtern und schürzte die Lippen. "Potter! Ein Halbblut!", meinte er mit einer abfälligen Stimmlage.

Draco streckte angrifflustig das Kinn vor. "Ja und!"

"Toujours pur, Draco!", Lucius erhob sich halb von seinem Stuhl und stütze seine Hände auf dem Tisch ab.

Draco war ebenfalls aufgesprungen, der Stuhl auf dem er bisher gesessen hatte fiel polternd um und er verengte seine Augen. "Pas toujours, Père!"

"Dein Sohn hat Recht, Lucius.", erklang eine Stimme von der Tür. Lucius wirbelte herum und wollte bereits etwas sagen, als er jedoch den Ausdruck in den Augen seiner Frau sah, hielt er lieber den Mund.

Narzissa Malfoy kam mit kleinen und gemächlichen Schritten näher. Die Schleppe ihres Bodenlangen Kleides schleifte etwas über den Boden. Sie trat ihrem Mann mit erhobenem Kopf gegenüber. Das Blau ihrer Augen strahlte ihm regelrecht entgegen. Durch die Schlichtheit ihres Kleides kamen sie noch mehr zur Geltung. Sie neigte ihren Kopf etwas zur Seite und nickte Hermione freundschaftlich zu.

Sie sah ihrem Mann fest in die Augen. "Und bevor du etwas sagst, was du später mit Sicherheit bereuen würdest, solltest du mich jetzt zu einem kleinen Spaziergang in den Garten begleiten."

Ohne eine Antwort von ihrem Mann abzuwarten, hackte sie sich bei ihm ein und zwinkerte ihrem Sohn zu. Lucius Malfoy war über das plötzliche Auftauchen seiner Frau so dermaßen überrascht, dass er widerstandslos mitging.

"Merci, Maman.", murmelte Draco und ließ sich wieder zurückfallen. Zu seinem Glück hatte Hermione den Stuhl gleich wieder aufgestellt.

Nachdem sich die Tür der Bibliothek hinter den beiden Malfoys geschlossen hatte, atmete Hermione befreit auf und auch Draco holte zischend Luft. Sie blieben einige Minuten sitzen und sprachen kein Wort, sie ließen die Ruhe des Moments auf sie einwirken und dankten allen Göttern für das rechtzeitige Auftauchen von Narzissa.

Draco öffnete seine Augen einen spaltbreit, als er von Hermione ein leises Kichern hörte. Er sah sie fragend an, aber sie kicherte einfach weiter und brach sogar noch in ein lautes Lachen aus.

"Was ist so witzig?"

Hermione schüttelte den Kopf, ihr Gesicht war schon ganz rot von dem vielem lachen und sie bekam sich noch immer nicht ein. Sie versuchte ein paar Mal antworten, versagte jedoch kläglich bei dem Versuch. Stattdessen tat sie das naheliegendste, sie hob den Gehstock von Lucius Malfoy in die Höhe, der bisher in ihrem Schoß gelegen hatte.

Draco riss die Augen auf und musste auch lachen. "Er hat seinen Zauberstab vergessen?" Er machte ein strenges Gesicht alà Lucius Malfoy. "Denk daran, Draco!", er stand auf und hielt die Nase in die Höhe und stolzierte herum, während Hermione schon fast vom Stuhl fiel. "Das wichtigste Instrument eines Zauberers ist sein Zauberstab und den sollte man nie vergessen, geschweige denn, ihn aus den Händen geben. Am besten wäre es natürlich du würdest auch mit ihm schlafen."

Draco konnte den elendslangen Vortrag seines Vaters nicht mehr zu Ende vortragen, da er selber schon lachen musste. "Und dann ... und dann vergisst er ihn selber."

"Chrmchrm!"

Hermione und Draco wirbelten herum und sahen sich einem vor wutschäumenden Lucius Malfoy gegenüber. Sein Gesicht war schneeweiß und man konnte an den Wangenkonchen erkennen, wie sich sein Kiefer hin und her bewegte. An seiner Schläfe pochte eine Ader die Draco zeigte, dass sein Vater mehr als nur sauer war.

Mit vor Wut bebenden Schultern machte Lucius ein paar Schritte und streckte auffordernd seinen Arm aus. Hermione hatte verstanden, traute sich jedoch nicht ihm entgegen zu gehen, sondern warf ihm seinen Gehstock zu und versteckte sich dann hinter Draco.

Wenn Lucius Malfoy in diesem Moment gekonnt hätte, hätte er Hermione und Draco bestimmt mit einem der Unverzeihlichen belegt. Draco hatte bisher noch nicht erlebt, dass sein Vater so derartig wütend werden konnte. Ein Klatschen brachte die Beiden dazu, auch endlich der Person hinter Lucius Malfoy Beachtung zu schenken.

Tom Riddle stand in der Tür und klatschte noch immer in die Hände. "Ich wusste gar nicht, dass du auch sehr erfolgreich als Schauspieler dein Geld verdienen könntest, Draco. Ich habe schon einige Male erlebt, dass Lucius nachgeahmt wurde, aber keiner war bisher so gut wie du."

Riddle grinste von einem Ohr bis zum anderen, als wäre er ein kleiner Schuljunge und Malfoys Kiefer mahlte noch mehr. Mit einem mörderischen Blick auf seinen Sohn wandte er sich um und stolzierte aus der Bibliothek.

Tom Riddle wandte sich ebenfalls um. "Du solltest ihn nicht unnötig reizen. Er braucht noch Zeit, gib sie ihm."

"Er hatte jetzt fast zwei Jahre um sich daran zu gewöhnen!"

"Im Gegensatz zu mir, hatte dein Vater immer die Wahl. Es war sein freier Wille Voldemort zu folgen. Du kannst nicht von ihm verlangen, dass er von einem Tag auf den anderen ein anderer Mensch wird.", Tom hatte sich wieder zu Draco und Hermione umgedreht.

"Den ersten Schritt in die richtige Richtung hat er doch schon getan, in dem er Hermione und die anderen hier leben lässt.", Tom grinste schief und holte ein zusammengefaltetes Stück Papier aus seiner Robentasche. "Ehe ich es wieder vergesse.", er legte es auf dem Tisch ab und ging.

Hermione die noch immer hinter Draco stand lehnte ihren Kopf gegen dessen Rücken. "Er war ziemlich sauer, oder?"

Draco schüttelte leicht den Kopf. "Nein, er IST es noch.", er musste sich räuspern damit die Worte über seine Lippen kamen.

Gemeinsamen gingen sie zum Tisch zurück und Hermione schnappte sich die Karte, die ihnen Tom da gelassen hatte, während sich Draco auf der anderen Seite hinsetzte. Sie breitete sie auf dem Tisch aus und ihre Augen wurden immer größer und größer.

Draco hatte sie beobachtet und fragte jetzt neugierig. "Was ist los?"

"Eine Karte des Slytherinkerkers."

"WAS?", Draco sprang auf und umrundete mit schnellen Schritten den Tisch um sich neben Hermione zu stellen. Er fuhr mit dem Zeigefinger die verschiedenen Gänge nach.

"Das ist der Wahnsinn, weißt du was das bedeutet?", er sah Hermione nicht einmal an und beantwortete sich selber seine Frage. "Wir können Harry mit Leichtigkeit da rausholen."

"Ich glaube nicht, dass das so leicht werden wird. Die Karte der Rumtreiber wäre jetzt genau das Richtige."

"Welche Karte?", Draco runzelte de Stirn.

"Harrys Karte. Als sein Vater in der Schule war, hat er zusammen mit seinen Freunden eine Karte von Hogwarts erstellt. Wenn man zu ihr sagt Ich schwöre feierlich ich bin ein Tunichtgut´, dann kann man fast alle Gänge von Hogwarts sehen und auch wer gerade in ihnen unterwegs ist."

"Deshalb hat man euch nie erwischt, weil ihr schon vorher abgehauen seid."

Hermione grinste erst nur und nickte dann. "Glaub mir, Harry hat im letzen Schuljahr noch ganz andere Dinge damit gemacht. Wenn ich bloß wüsste wo er sie damals versteckt hat, bevor er in die Winkelgasse gegangen ist."

Die Dämmerung brach bereits über Malfoy-Manor herein und die Beiden saßen noch immer über den Plan gebeugt da und studierten ihn. Hermione strich sich mit den Händen über die Augen und massierte ihre Schläfen. Sie schnaufte einmal frustriert auf und verbarg ihren Kopf in ihren Händen.

Draco sah sie von der Seite her an. "Was ist los?"

"Es ist alles meine Schuld.", murmelte sie. "Hätte ich ihn..."

"Hör auf damit, Hermione!", kam es von der Tür. Hermione und Draco sahen hoch. Ron hatte gerade die Tür zur Bibliothek hinter sich geschlossen und kam jetzt näher. "Du hast es gut gemeint und du kannst nichts dafür. Gib dir nicht selber die Schuld."

"Aber ich...", Ron schüttelte bestimmend den Kopf und Hermione verstummte. Sie hatten in den letzten eineinhalb Jahren sooft darüber gesprochen und sie drehten sich jedes Mal im Kreis.

Flashback Anfang

"Harry, warte auf mich.", ein brauner Wuschelkopf stürmte die Treppe zur Eingangshalle herunter und stoppte erst kurz vor dem schwarzhaarigen Gryffindor. Hermione musste erst einmal wieder zu Luft kommen bevor sie mit Harry sprechen konnte.

Der lächelte sie nur an. "Lass dir Zeit, Hermione."

Sie wedelte mit einer Hand vor ihrem Gesicht herum. "Ich ... ich wollte dir dein Geschenk schon heute geben und dann kannst du es gleich einlösen."

Harry schaute sie fragend an. "Was meinst du?"

"Na morgen ist doch der erste Weihnachtsfeiertag und du könntest morgen dein Geschenk nicht einlösen, aber heute schon.", sie grinste ihn an und hielt ihm ein Briefkuvert hin.

Harry nahm es an sich und drehte es unschlüssig hin und her.

"Na los, mach es schon auf!", quengelte Hermione. Harry löste das Siegel und nahm die Karte heraus, seine Augen weiteten sich als er den Inhalt des Geschriebenen begriff.

"Wenn es zu einem Kampf kommt, würde dir deine Brille im Weg sein, oder wenn du sie verlierst, nicht auszudenken. Du wärst deinem Gegner ausgeliefert, blind wie ein Maulwurf, wie du nun Mal ohne deine Brille bist.", sprudelte es aus ihr heraus.

"Danke Hermione, aber ich...", Harry kratzte sich am Kopf. "Ohne meine Brille bin ich es nicht."

"Du wirst doch trotzdem noch Harry sein. Mit oder ohne Brille, aber in einem Kampf bist du ohne besser dran."

Harry nickte ergeben, so gesehen musste er Hermione schon Recht geben, aber er hatte sich schon so sehr an seine Brille gewohnt. Es würde bestimmt eine große Umstellung sein.

"Wann muss ich dort sein?"

"Du kannst jeder Zeit hin.", Hermione lächelte ihn an. "Wenn du jetzt noch gehst könntest du noch rechtzeitig zum Mittagessen wieder hier sein."

"Und alle damit schocken.", jetzt musste auch Harry grinsen.

"Ich werde alle ablenken.", meinte Hermione mit dem Brustton der Überzeugung.

Harry beugte sich zu ihrem Ohr. "Und wie willst du das bei Dumbledore schaffen?"

"Öhm.", war ihre einzige, geistreiche Antwort und Harry lachte kurz auf.

"Du schaffst das schon. Wenn nicht du, wer dann?", er küsste sie auf die Wange und ging in Richtung Eingangstor.

Hermione wuselte noch einmal zu ihm und umarmte ihn. "Frohe Weihnachten, Harry."

Harry legte die Arme um seine Freundin. "Dir auch."

Nachdem sie sich gelöst hatten, ging Hermione in die große Halle. Harry sah ihr so lange nach, bis er sie aus den Augen verlor und ging langsam rückwärts. Er schüttelte leicht den Kopf, bis er mit seinem Rücken gegen ein weiches Hindernis stieß. Hände legten sich sanft auf seine Hüften und hielten ihn davon ab, vor Schreck hinzufallen.

Harry atmete durch die Nase ein und stockte, er kannte diesen Geruch. Er würde ihn unter Tausenden herauskennen. An dieser Schule gab es nur einen der so verführerisch nach Vanille roch. Nur ein einziger Schüler schaffte es, dass Harry in seiner Nähe glaubte, sein Herz würde gleich aus seinem Körper ausbrechen.

Dass ausgerechnet dieser Junge seine Hände so sanft auf Harrys Hüften legen würde, hätte dieser jedoch nie geglaubt. Harry befürchtete schon, dass er gleich in Flammen aufging, so sehr brannten diese Hände auf seinem Körper.

Genüsslich und tief atmete er durch die Nase ein, nur um dieses Vanillearoma in sich aufzunehmen. Langsam, jede Sekunde auskostend die diese Hände auf seinem Körper verweilten, drehte er sich um.

Harry musste seinen Kopf etwas heben um in die sturmgrauen Augen sehen zu können. Es war tatsächlich er, dem sich Harry gegenüberfand und noch immer lag zumindest eine Hand auf seiner Hüfte. Harry legte seinen Kopf leicht schief und musterte den blonden Jungen vor sich. Es hat einige Zeit gedauert, bis sich Harry daran gewöhnte, dass Draco Malfoy anscheinend keinen Streit mehr mit ihm suchte und sich auch ansonsten weitestgehend aus den Häuserstreitigkeiten heraushielt.

Zum ersten Mal wurde ihm richtig bewusst, wie schön dessen Augen waren. Wie sie das Licht reflektierten und ihn in ihren Bann zogen. Harry schaffte es gerade noch so, sich nicht in diesem Sturmgrau zu verlieren.

Harry schluckte. "Malfoy?", hauchte er und wollte sich selber schon dafür verfluchen, dass seine Stimme so leise klang. In Gedanken beschimpfte er sein Herz als Verräter, weil es so hart gegen seinen Brustkorb schlug. Seinem Gegenüber, der, wie es Harry in diesem Moment auffiel, viel zu nahe war, musste es einfach auffallen.

Langsam entfernte sich die Hand und Harry spürte Malfoys Fingerkuppen die fast zärtlich über seine Hüfte strichen und dann plötzlich verschwunden waren.

"Frohe Weihnachten ... Potter.", Malfoy machte einen Schritt zu Seite und ging an Harry vorbei. Seine Schulter streifte dabei leicht die von dem Gryffindor, jedoch reagierte Malfoy nicht darauf, zumindest nicht offensichtlich, nur Harry kam es so vor, als würde bei ihm wieder einmal der Blitz einschlagen.

Harry sah ihm kurz nach und drehte sich mit schwerem Herzen und einem ergebenen Seufzer um und schritt aus dem Tor, verfolgt von sturmgrauen Augen, aber das bemerkte er nicht mehr.

Hermione knetete nervös ihre Hände unter dem Tisch. Es war bereits das Abendessen und Harry war noch immer nicht zurück. Dumbledore und die Lehrer betraten die große Halle und alle machten ein bedrücktes Gesicht. Selbst Snape merkte man an, dass er tief betroffen war.

Die Lehrer nahmen an dem großen Tisch platz, nur der Schulleiter blieb davor stehen und drehte sich zu den Schülern. Sein Blick schweifte durch die Halle und blieb an Hermione und Ron etwas länger hängen.

Hermione schluckte schwer und sie hatte eine schlechte Vorahnung.

Dumbledore räusperte sich. "Ich muss ihnen leider mitteilen, dass heute Vormittag, Harry Potter entführt wurde. Niemand weiß wo er sich zurzeit befindet."

Totenstille legte sich über die Halle und man hätte eine Nadel zu Boden fallen hören können. Niemand sprach und fast alle Schüler starrten ihren Schulleiter entsetzt an.

Hermione schluchzte laut auf, sie schlug sich die Hand auf den Mund und rannte aus der Halle hinaus. Vereinzelt hörte man nun lautes Aufschluchzen und selbst der Slytherintisch verhielt sich ruhig. Alle waren mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, so, dass niemanden auffiel wie Draco Malfoy die Halle verlies. Noch nicht einmal Ron Weasley, der seine Schwester am Hals hängen hatte und dem selbst eine Träne über die Wange lief. Er wäre jetzt gerne bei Hermione, jedoch ließ ihn Ginny nicht los.

Hermione war nicht weit gelaufen, sondern saß nur wenige Meter neben der Tür und weinte herzzerreißend, die Tränen rannen wie Sturzbäche über ihre Wangen und immer wieder murmelte sie dieselben Worte: Es ist meine Schuld´. Sie zog die Nase hoch und suchte in ihrer Robe nach einem Taschentuch, als ihr eines gereicht wurde.

Sie nahm es in die Hand und schnäuzte sich, erst danach sah sie hoch. Sie riss überrascht die Augen auf. Draco Malfoy ging vor ihr in die Hocke, damit sie nicht so hoch sehen musste.

"Es ist nicht deine Schuld, Granger.", meinte er mit leiser Stimme. Ehe er sich versah, hing Hermione an seinem Hals und weinte an seiner Schulter, er legte leicht seine Arme um sie. Selbst ihm entkam ein Schluchzer, so wurden die beiden auch von den anderen Gryffindors gefunden. Die die beiden ungläubig anstarrten.

Flashback Ende

"Wiesel hat Recht, es ist nicht deine Schuld."

Ron blinzelte Draco böse an, wenn sich in den letzten zwei Jahren etwas nicht geändert hatte, dann war es das Verhältnis der beiden. Sie stritten sich noch immer und hin und wieder kam es sogar vor, dass die beiden rauften. Es war für alle etwas Normalität in dieser so veränderten Welt.

Hermione lächelte leicht. "Werdet ihr es jemals schaffen euch zu vertragen?"

"Kaum!", kam es zeitgleich von den Beiden.

Für den Rest der Nacht, vergruben sich die drei in der Bibliothek und wurden nur hin und wieder von einer Hauselfe unterbrochen, die dafür sorgte, dass sie sowohl etwas aßen, wie auch tranken.

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«Toujours pur, Draco!» - «Immer rein, Draco!»

«Pas toujours, Père!» - «Nicht immer, Vater!»

«Merci, Maman.» - «Danke, Mama.»

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Zum Link mitden Reviewantworten, kommt ihr wie immer über mein Profil.