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Ich sah mit ruhigem Gesichtsausdruck auf die schlafenden Jugendlichen. Selbst nach Maßstäben der Menschen waren sie noch jung. Carter gerade mal 15, Rin 16, Percy 16, Scott 18 und Eragon mit seinen 29 Jahren der älteste, aber immer noch zu jung. Carters und Percys Geschichte hatte mich noch mehr geschockt als die der anderen; eine Begegnung mit einem Balrog wünsche ich niemandem. Wenn selbst ich als Elb, Jahrtausende älter als sie, mich vor dem Balrog fürchtete... nein, daran durfte ich nicht ging ich in Gedanken noch einmal das vorgegangene Gespräch durch...

„...Und dann war einfach alles plötzlich dunkel, ich hatte keine Ahnung mehr wo wir waren, das war noch schlimmer als in der Unterwelt... und ja, ich war da schon mal. Und nein, ich meine nicht das berühmte Paradis. Ich war schon im Tartarus... wo nur die schlimmsten der Ungeheuer gefangen gehalten werden..."Percys Stimme erstarb. Ich richtete mich unwillkürlich etwas auf. „Ihr beide könnt von Glück reden, dass ihr am Leben seid."Das war alles was ich für ihre Geschichte übrig hatte. Von den anderen wurden sie jetzt komplett bestürmt, drehten den Spieß aber schnell um. „Wie seid ihr eigentlich hier gelandet?"
Keiner hatte so richtig Lust darauf zu antworten. Aber schließlich erzählten wir doch alle.

Eragon hatte nach ein paar Monaten allein mit seinem Drachen... Menschen waren schon merkwürdig... Saphira beschlossen, in seine Heimat Alagäsia zurückzukehren, war unterwegs von Wegelagerern aufgehalten worden, hatte versucht, Magie einzusetzen... ab da wiederholte sich die zuvor erzählte Geschichte.

Scott hatte sein Team... immer noch ein seltsames Wort für eine Gemeinschaft... zu einem Spezialtraining...-übung... überredet, bei dem einiges schief gegangen war, sie auf einen alten Feind namens Magneto... echt jetzt?!... gestoßen waren, sich bekämpft hatten und dann das gleiche in grün. Nur ohne Magie. Zumindest ohne bewusst eingesetzte. Und etwas an dieser Geschichte war merkwürdig. Der Junge schien während des Erzählens plötzlich Liebeskummer zu bekommen...

Rin hatte sich mit einem Freund namens Suguro gestritten, dieser hatte irgendwann einfach nach ihm geschlagen... ^^... , Rin hatte seine blauen Flammen ins Leben gerufen und sich bereit gemacht, sich zu verteidigen, als... . Immer das Gleiche.

...und kam zu dem Schluss, dass wir vorsichtiger denn je sein müssten. Diese Insel, auf der wir hier gelandet waren, war nicht besonders groß, und sie ragte kaum einen halben Meter über den Meeresspiegel auf. Eine große Welle oder das Kommen der Flut konnte alle hier in Lebensgefahr bringen. Unweigerlich verirrten sich meine Gedanken zurück zu meinem eigenen Erlebnis...

Elladan und Elrohir kreuzten ihre Schwerter so schnell, dass selbst ein elbischer Betrachter Mühe haben würde, ihm zu folgen. Die beiden (größtenteils) Noldor hatten versucht, einigen jungen Menschen in Minas Tirith den Schwertkampf nahezulegen und waren nach einigen missverstandenen Bemerkungen Elrohirs, des jüngeren der beiden Zwillinge, aufgefordert worden ihren Kampfstil vorzuweisen. Ihr Stolz würde den beiden Elbenfürsten nicht erlauben den Kampf abzubrechen.
Nachdem ich lange Seite an seite mit ihrer Schwester Arwen Undómiel, dem Abendstern Imladris' und Gondors, zugesehen hatte, machte ich mich gedankenverloren auf die Suche nach Aragorn. Der Dunédain war schon seit unserem Kennenlernen einer meiner besten Freunde gewesen, hatte er mir doch gezeigt in einen Moment hineinzuleben statt mich mit der ständigen Ungewissheit zu quälen. Wenig später stoben wir auf unseren Pferden in die Nacht hinaus, Brego und Duáth trugen uns mit großen Sprüngen in die Nacht hinaus. Aber wir waren beide unaufmerksam, hatten am heutigen Tag beide schon ein wenig über unseren Durst hinausgetrunken... Percy meinte dazu nur, wenn man sich besäuft ohne Ende, wird man höchstens noch wie Dionysus. Wahrscheinlich würde das ernster klingen, wenn ich gewusst hätte, wer das war... und den drohenden Angriff einer Orkbande zu spät bemerkt. Aragorn wurde von einem vergifteten Pfeil in die Schulter getroffen, versuchte noch zu kämpfen... Carter murmelte in diesem Abschnitt nur noch, wie froh er war, seine Schwester so weit weg zu wissen. Sie hätte Aragorn als totalen Waschlappen oder schlimmeres bezeichnet. Obwohl ich das diesen Kindern gegenüber niemals, NIEMALS zugeben würde, verstand ich den Sinn dahinter nicht so ganz. Schlimmeres- wäre er dann wohl ein Handtuch?... , war aber nicht mehr wirklich aktiv beteiligt. So oder so, ich kämpfte alleine weiter, spürte, wie mein Körper auf die gewohnten Anstrengungen reagierte, meine Verkrampfungen sich lösten. Bis zu dem Moment, als auch ich getroffen wurde. Das Gift wirkte bei Elben nicht, aber der Schnitt war trotz allem recht... erniedrigend. Seit fast einem Jahrhundert, wenn nicht inzwischen sogar mehr, war ich nicht mehr im Kampf verwundet worden. Und dann von einem so einfältigen Ork. Ein harter Schlag für mein Selbstbewusstsein. Der Wind um mich herum begann warnend zu rauschen, warnend vor einer großen Gefahr... keine 2 Sekunden später stand ich auf dieser Insel, traf kurz darauf die anderen... und Ende der Geschichte...

das ja nicht so sonderlich gut verlaufen war.
Jetzt war es erst mal das wichtigste, dass wir alle wieder heimkamen. 'Vielleicht', schoss es mir durch den Kopf,' frage ich einfach mal was das mit dem Handtuch soll.'