Disclaimer: Die handelnden Personen und die Orte an denen diese Geschichte spielt, sind das geistige Eigentum von Joanne K. Rowling. Ich beabsichtige nicht mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, sie dient lediglich der Unterhaltung. Mir gehören nur Jane Baker, Nicole Smith, Sarah Smith bzw. Black, Sophie Evans, Lucy Potter, Samantha Lestrange, Debbie Grant und Josh Black sowie einige unbedeutende Nebencharaktere
Die Rebellion des Phönixorden
Kapitel 1
Machtwechsel
„Ausgezeichnet," sagte Voldemort, „Samantha, wärst du so freundlich Mr. Fudge und seine Tochter nach Hause zu bringen und den Todessern zu sagen, dass ihre Wache nicht länger notwendig ist. Im Anschluss daran, besuchst du die Redaktion des Tagespropheten und sorgst dafür, dass ein Artikel geschrieben wird, der den Ministerwechsel ins richtige Licht rückt."
„Natürlich mein Lord," sagte sie.
Sie verwandelte die Vase erneut in einen Portschlüssel mit dem sie Fudge und seine Tochter zurück in sein Haus brachte. Mrs. Fudge sprang erleichtert von der Couch auf, als ihr Gatte und ihre Tochter unbeschadet zurück kehrten.
„Eure Wache ist nicht länger notwendig," sagte Sam zu den Todessern.
Diese nickten knapp und gaben Fudge und seiner Frau ihre Zauberstäbe wieder. Sam wartete nicht auf das weitere Geschehen, sondern disapparierte. Jedoch nicht gleich zur Redaktion des Tagespropheten, sondern zu ihrer eigenen Wohnung. Von dort schickte sie einen Patronus an Dumbledore.
„Mein Vater ist der neue Minister. Informieren sie den Rest des Ordens, alle sollen sich in Sicherheit bringen. Ich weiß noch nicht wie die nächsten Schritte und Gesetzesänderungen aussehen."
Nachdem der Adler aus dem Fenster gesegelt war, disapparierte sie zur Redaktion des Tagespropheten. Da sie immer noch ihre Todesserrobe trug wurden bei ihrem Erscheinen Zauberstäbe gezogen und auf sie gerichtet.
„Ich würde lieber nicht angreifen," sagte sie kühl, „das könnte dazu führen, dass ihr in Askaban landet."
Sie selbst hielt ihren Zauberstab gesenkt.
„Selbstverteidigung gegen Todesser ist erlaubt," erwiderte einer der Reporter.
„Sie werden feststellen, dass sich die Gesetzeslage kurzfristig etwas geändert hat," erklärte sie kühl.
Die Tatsache, dass man ihr bis jetzt noch keinen Fluch auf den Hals gejagt hatte, gab ihr das Gefühl einen ziemlich guten Auftritt hinzulegen. Das sollte dich nicht wundern, wenn du nicht in der Lage wärst gute Auftritte abzuliefern wärst du ziemlich tot, erinnerte sie sich selbst.
„Die Gesetze können sich nicht plötzlich ändern!" rief der gleiche Reporter wie zuvor.
„Verspüren sie einen Todeswunsch?" fragte Sam kühl, während sie ihren Zauberstab beiläufig von einer Hand in die andere wandern ließ, „ich könne ihn mit Leichtigkeit erfüllen."
Der Mann schrak zusammen, senkte aber den Zauberstab nicht.
„Gibt es hier irgendwo einen kompetenten Reporter, ich möchte, dass ein Artikel für morgen geschrieben wird, in dem über den Machtwechsel berichtet wird."
„Welcher Machtwechsel?" fragte eine andere Reporterin.
„Mein Vater, Rodolphus Lestrange, wurde kürzlich von Fudge zum neuen Minister ernannt, außerdem wurde der Sonderzustand erklärt, was dem Minister gestattet, Gesetze nach seiner Auffassung zu ändern und das Ministerium neu zu sortieren. Fudge ist wohl unter dem immensen Druck, den dieser Krieg verursacht zusammengebrochen. Aber keine Sorge, das neue Regime wird für ein schnelles Ende des Krieges sorgen."
„Das neue Regime aus mordlustigen Todessern?" fragte der Reporter von zuvor angriffslustig.
„Wie heißen sie?" fragte Sam.
„Jimmy McMillian."
„Passen sie auf, was sie in wessen Gegenwart sagen, nicht alle Todesser sind so geduldig und friedfertig wie ich."
„Er hat doch Recht," sagte eine andere Reporterin, die jetzt demonstrativ neben Jimmy trat.
„Und Sie sind?" fragte Sam gelangweilt.
„Vivien Johnson."
„Nun, ich bin sicher man wird sich bei ihnen Beiden melden," erwiderte Sam.
„Drohen sie uns?"
„Ich warne Sie. Und jetzt will ich, dass mir jemand diesen Artikel schreibt, sie beide scheinen mir dafür allerdings ungeeignet."
Sie ließ ihren Blick durch die Reihe der Reporter wandern.
„Miss Kimmkorn, sie können wunderbare Hetzartikel schreiben. Können sie auch propagieren?" fragte Sam.
„Selbstverständlich, aber was wird aus meiner Pressefreiheit?" fragte sie.
„Ihre Pressefreiheit gibt es nicht mehr. Also schreiben sie diesen Artikel, oder ich sorge dafür, dass sie nie wieder irgend etwas schreiben," zischte Sam.
Obwohl sie dafür ihre Position als Todesserin nutzte, war es eine enorme Befriedigung, zu sehen wie die aufgeblasene Klatschreporterin verängstigt zusammenzuckte.
„Schön, dass Sie mich verstehen, ich warte hier bis sie den Artikel geschrieben haben."
Rita Kimmkorn griff nach Pergament und Feder und begann zu schreiben.
„Wo ist der Chefredakteur?" fragte Samantha.
Eine älter Frau mit grauen Haaren trat vor, „das bin ich, Amanda Priest."
„Schön, ich möchte bitte alles kontrollieren was sie für Morgen geschrieben haben und der Rest, abgesehen natürlich von Miss Kimkorn, kann nach Hause gehen."
Sie folgte der Chefredakteurin in ihr Büro und ließ sich alles zeigen, was von der Ausgabe für den 7. Mai bereits fertig war. Sie ließ den Bericht über die Malfoy Verhandlung umschreiben, wohl wissend, dass sie inzwischen wohl bereits aus Askaban befreit waren, ebenso wie alle anderen inhaftierten Todesser. Ansonsten gab es keine Artikel, von denen Samantha glaubte, dass sie Voldemort missfallen würden.
„Passen sie besser auf ihre Reporter auf," sagte Sam zu Mrs. Priest, nachdem sie auch den Artikel von Rita Kimmkorn abgesegnet hatte, „oder es könnte passieren, dass sich die Anzahl ihrer Mitarbeiter deutlich verringert."
„Ich werde mit Johnson und McMillian reden," sagte die Hexe.
„Ich hoffe, dass ihr Gespräch Früchte tragen wird. Ich wünsche nicht, dass an der morgigen Ausgabe noch irgend etwas geändert wird, sie können diese Redaktion für heute schließen."
Die Chefredakteurin sendete die Zeitung zum Druck, ehe sie selbst gefolgt von Sam die Redaktion verließ. Sam apparierte in ihre eigene Wohnung. Sie fühlte sich ausgelaugt vom Kampf im Ministerium und den darauf folgenden Aufträgen, die sie für Voldemort hatte erledigen müssen.
Kämpfen gestaltete sich verdammt schwierig, wenn man seine eigentliche Position nicht bekannt geben durfte. Sie sehnte sich nach Charlie, befürchtete aber, dass es gefährlich werden könnte ihn jetzt zu treffen. Sie schickte ihm einen Patronus und fragte, ob er einen sicheren Ort kannte. Er schlug in seiner Antwort das Haus seiner Eltern vor und sie willigte ein. Das Haus war tatsächlich besser geschützt als seine eigene Wohnung und sie musste ihn jetzt einfach sehen, egal ob seine Eltern da sein würden oder nicht.
Sie apparierte zum Fuchsbau und wäre beinahe von Charlies Bruder Bill verflucht worden, der im Wohnzimmer saß.
„Ich bin's Sam," rief sie kurz bevor er einen Fluch sprechen konnte.
„Ein gut gemeinter Tipp," sagte Bill, dem der schrecken ins Gesicht geschrieben stand, „zieh demnächst eine andere Robe an."
Sam sah an sich hinunter und stellte fest, dass sie tatsächlich noch ihre Todesserrobe trug.
„Ich Idiot, ich hab ganz vergessen, dass ich dieses Ding noch Trage."
Sie zog die schwarze Todesserrobe aus, unter der sie eine normale Hose und einen Pullover trug.
„Ist Charlie schon hier?" fragte sie.
„Nein. Aber meine Eltern, sie sind in der Küche."
Sie war oft genug in dem Haus gewesen um die Küche zu finden. Wie immer wurde sie von Molly Weasley herzlich begrüßt und es rührte sie jedes Mal fast zu Tränen, dass sie von der rothaarigen Frau fast wie eine Tochter behandelt wurde.
„Es ist schön dich zu sehen Sam," sagte sie nach einer innigen Umarmung, „ich hoffe dir geht es gut. Du bist nicht verletzt, oder? Bill sah fürchterlich aus nach diesem Kampf, aber natürlich konnte er nicht ins Mungo und ich..."
„Du liebe Güte Mum, lass sie doch mal zu Atem kommen!"
Keiner von ihnen hatte Charlies Ankunft bemerkt, doch jetzt stand er in der Küchentür. Sam stieß ein erleichtertes Seufzen aus und flog schon fast in seine Arme, die sich schützend um sie schlossen. Eine seiner Hände strich sanft über ihren Kopf.
„Alles okay?" murmelte er in ihr Ohr.
„Ja, ich glaube schon."
Sie presste ihr Gesicht an seine Brust und spürte, wie ihre Augen feucht wurden und Tränen begannen über ihr Gesicht zu laufen. Er bemerkte dass sie weinte, natürlich bemerkte er es.
„Sam, was ist denn passiert?" fragte er.
Sie merkte, dass er sie hoch hob und irgendwohin trug. Als er sie auf der weichen Couch absetzte wusste sie, dass sie im Wohnzimmer waren. Er setzte sich neben sie und schlang erneut seine Arme um sie.
„Ich bin so froh, dass es dir gut geht," schluchzte sie.
„Und deswegen weinst du? Das passt nicht zu dir, ist irgendjemand getötet oder verletzt worden? Deine Eltern oder jemand aus deiner Familie?"
„Nein denen geht es wunderbar," unter dem Schluchzen klang ihre Stimme bitter, „wahrscheinlich beglückwünschen sie sich gerade, sich zu Voldemorts liebsten Todessern aufgeschwungen zu haben. Und das schlimmste ist ich kann sie noch nicht einmal hassen!"
„Das wirft dir doch niemand vor," sagte er sanft.
„Was genau ist eigentlich nach dem Rückzug passiert?" fragte Charlie.
„Voldemort ist mit mir zu Fudges Haus apparierte. Dann hat er Fudge und seine Tochter mit ins Ministerium genommen und Fudge gezwungen, meinen Vater zum Zaubereiminister zu ernennen außerdem musste Fudge den Sonderzustand erklären."
„Na da hast du ja einen ganz neuen Status, Tochter des Ministers."
„Das ist nicht witzig, Charlie."
„Nein, absolut nicht," gab er zu.
„Was wird jetzt aus uns allen?" fragte sie, „aus dem Phönixorden, aus den Auroren, aus allem?"
„Ich bin sicher, dass der Phönixorden seinen Wiederstand nicht Aufgeben wird," mischte sich Bill in das Gespräch ein.
„Nein," stimmte Charlie zu, „und egal wie es jetzt aussieht, solange wir kämpfen hat Voldemort nicht gewonnen."
Albus hatte auf Samanthas Patronus reagiert, indem er die Warnung an alle Mitglieder des Ordens geschickt hatte. Jetzt bereitete ihm allerdings ein ganz anderes Problem Kopfschmerzen. Was sollte er mit den Schülern machen? Die Schule war zum Teil durch Ministeriumszauber geschützt und er war sich nicht sicher, ob der Schutz der schon durch die Gründer auf Hogwarts gelegt worden war kombiniert mit seinen eigenen Zaubern reichen würde, die Schüler und auch die Lehrer zu schützen.
Es war ärgerlich, aber er vermutete, dass sowohl er selbst, als auch Severus Snape auf Voldemorts Todesliste mindestens unter den ersten Zehn waren. Aus diesem Grund hatte er die Mitglieder seines Personals versammelt, denen er bedingungslos vertraute, Minerva McGonagall, Severus Snape, Pomona Sprout, Filius Flitwick und Rubeus Hagrid.
„Ich würde eine vorläufige Evakuierung vorschlagen," verkündete Severus, nachdem Albus ihnen das Problem geschildert hatte.
„Und wie holen wir sie wieder zurück, wenn wir sicher sind, dass die Zauber halten?" fragte Pomona.
„Mich interessiert mehr die Frage, wen holen wir zurück," sagte Minerva.
„Wie meinst du das?" fragte Albus.
„Nun, wenn wir einen Schutz auf die Schule legen, den Voldemort nicht durchdringen kann, dann wird diese Schule sicherlich keine offizielle Bildungseinrichtung mehr sein. Das bedeutet, das Schüler deren Eltern keine Mitglieder des Phönixorden sind und sich auch nicht in ausreichend geschützten Häusern befinden, ihre Eltern der Gefahr aussetzen, von Voldemort für das Verschwinden ihrer Kinder bestraft zu werden."
„Sie hat recht," stimmte Snape zu.
„Was passiert mit den Muggelgeborenen, die können sich alleine bei ihren Eltern in keinem Fall ausreichend schützen, die Siebtklässler vielleicht, aber die Jüngeren wären Voldemort nahezu ausgeliefert," warf Filius ein.
„Und wenn wir gar nicht erst evakuieren?" fragte Pomona.
„Ich glaube kaum, dass alle das Interesse haben an einer illegalen Schule zu sein," sagte Snape, „ein Großteil meiner Schüler wird sich sicherlich mit Vergnügen Voldemort anschließen."
„Ich glaube nicht, dass dies alle deine Schüler betrifft," sagte Dumbledore.
„Nein, aber die große Mehrheit."
„Sollten wir vielleicht eine komplette Schließung der Schule in Erwägung ziehen?" fragte Filius, obwohl ihm anzusehen war, dass ihm die Vorstellung nicht gefiel. Seine Kollegen wiedersprachen auch sogleich heftig.
„Und unsere Schüler Voldemort und seinen verworrenen Lehren, der Gewalt und dem Tod aussetzen? Niemals!" wiedersprach Minerva vehement.
„Ich denke nicht, dass wir das ohne die Schüler entscheiden sollten," meldete sich Hagrid zu Wort.
„Wie meinst du das?" fragte Severus.
„Sie sollten das selbst entscheiden können, oder nicht, ob sie zu ihren Familien gehen wollen, oder ob sie hier bleiben."
„Das ist keine schlechte Idee," meinte Pomona, „dann könnte Voldemort auch nicht die Eltern dafür verantwortlich machen, dass ihre Kinder in Hogwarts geblieben sind."
„Aber sie können nicht hier sein, während wir die Zauber testen und erstellen," erklärte Albus, „wir brauchen dafür mächtige Magie und wie wir alle wissen, kann dies sehr gefährlich sein."
„Also evakuieren wir doch?" fragte Minerva.
„Ich fürchte ich sehe keine andere Möglichkeit."
„Okay, aber wenn wir unseren eigenen Schutz auf die Schule gelegt haben, wie holen wir die Schüler, die zurück kommen wollen zurück?"
„Womit wir wieder am Anfang dieses Gesprächs wären," stellte Severus fest.
„Wie überaus scharfsinnig von dir, das fest zu stellen," erwiderte Minerva spitz.
„Ich würde vorschlagen," sagte Severus, ohne auf Minervas Worte einzugehen, „dass wir die Schule evakuieren, den Schülern aber personengebundene Portschlüssel geben, die es ihnen ermöglichen, nachdem wir die nötigen Schutzvorkehrungen getroffen haben, zurück zu kehren."
„Das ist keine Ideallösung, könnte aber funktionieren," meinte Albus.
„Für jeden Schüler einen personenbezogenen Portschlüssel?" fragte Filius, „dafür brauchen wir Stunden."
„Dann fangen wir besser gleich an."
„AUFGRUND DER UNGEKLÄRTEN POLITISCHEN LAGE WERDEN ALLE SCHÜLER GEBETEN IHRE SACHEN ZU PACKEN UND SICH DANN IN IHREN GEMEINSCHAFTSRÄUMEN ZU VERSAMMELN!"
Harry hatte schon den ganzen Tag mit etwas ähnlichem gerechnet, zumindest mit irgendeiner Reaktion auf die Geschehnisse im Ministerium. Er fragte sich, was genau nun eigentlich geschehen war. Ungeklärte politische Lage, bedeutete das, dass Voldemort die Macht an sich gerissen hatten. Er, Neville und Ron waren gleichermaßen besorgt. Auch Dean und Seamus war die Anspannung anzusehen.
„Glaubt ihr die Schule wird komplett geschlossen?" fragte Seamus.
„Keine Ahnung, aber scheinbar wollen sie uns erst mal nach Hause schicken," erwiderte Neville.
„Harry du warst doch heute Morgen im Ministerium, was ist da passiert?" fragte Dean.
„Es wurde von Todessern angegriffen, aber ich weiß nicht, wie diese Kämpfe ausgegangen sind, die haben uns einfach da raus geschleust."
„Ich mach mir nur Sorgen um meinen Vater," meinte Dean.
„Schlechte Nachrichten erfährt man immer schnell," versuchte Neville ihn zu beruhigen, „wenn du bislang noch nichts gehört hast, dann geht es ihm wahrscheinlich gut."
Dean nickte, doch er sah nicht wirklich beruhigt aus. Zehn Minuten später kamen die fünf Jungen in den total überfüllten Gemeinschaftsraum der Gryffindors.
„Weiß schon irgendwer was jetzt los ist?" fragte Ron, als sie sich zu Hermine, Lavender und Parvati stellten.
„Nein, seit der Durchsage hat keiner mehr etwas gehört," erwiderte Hermine.
„Ungeklärte politische Lage," murmelte Harry, „das klingt ziemlich scheiße."
„Ron!"
Der angesprochene wand sich zu seinem Bruder um.
„Ein Brief von Mum, wir sollen uns keine Sorgen machen, Bill, Charlie und Dad geht es gut."
„Ein Glück," meinte Ron.
Die Zwillinge stellten sich jetzt ebenfalls zu ihnen, zusammen mit Lee Jordan, Angelina Johnson und Alicia Spinnet.
„Die Lage scheint ziemlich ernst zu sein," sagte Fred, ausnahmsweise mal ohne eine Spur Humor in der Stimme, „sonst würden die uns niemals bitten unser Zeug zu packen."
„Aber vielleicht ist das nur eine vorzeitige Vorsichtsmaßnahme," sagte Hermine hoffnungsvoll.
„Ich glaube du bist ein bisschen zu optimistisch," meinte George.
„Wenn wir nur wüssten wie die Kämpfe ausgegangen sind," warf Dean ein.
„Scheinbar nicht gut," meinte Lee, „sonst würde alles weiter seinen gewohnten Gang gehen."
Es dauerte noch fast eine Stunden, bis Professor McGonagall den Gemeinschaftsraum betrat.
Sofort trat Stille ein, alle waren viel zu gespannt als dass sie ihre Hauslehrerin durch Lärm aufgehalten hätten.
„Ich weiß nicht ob irgendjemand von ihnen es bereits mitbekommen hat, aber heute gab es im Zaubereiministerium einen Kampf. Die Todesser waren so stark in der Überzahl, dass die Kämpfer keine andere Möglichkeit hatten als sich zurück zu ziehen. Außerdem wurde ein neuer Zaubereiminister eingesetzt, Rodolphus Lestrange. Außerdem wurde der Sonderzustand erklärt."
„Sonderzustand?" fragte Hermine entsetzt.
„Mir macht Rodolphus Lestrange wesentlich mehr Sorgen," murmelte Harry.
„Offiziell hat Fudge sein Amt natürlich freiwillig abgegeben, aber nun ja, dieser Zeiten ist von offiziellen Angaben nicht all zu viel zu halten. Nun jedenfalls können wir uns nicht sicher sein, dass ihre Sicherheit in dieser Schule weiterhin gewährleistet ist. Aber wir arbeiten daran diesen Zustand zu ändern. Dennoch hat das Kollegium beschlossen, dass eine vorläufige Evakuierung unumgänglich ist."
„Was soll das bedeuten, Professor?" rief Fred über die Menge hinweg.
„Das bedeutet, dass jeder von ihnen einen personengebundenen Portschlüssel erhält. Dieser bringt sie nach Hause. Sobald wir sicher sind, dass die Schule wieder ausreichend geschützt ist, werden sie in irgendeiner Form benachrichtigt werden. Dann haben sie die Möglichkeit mit ihrem Portschlüssel zurück zu kehren. Doch sie sollten bedenken, dass sie diese Entscheidung nur aus freiem Willen und ihrer eigenen Überzeugung treffen sollten, denn wenn sie zurück kehren, wird Hogwarts vermutlich eine illegale Schule sein."
Nun begann das Stimmengewirr erneut, die Schüler tuschelten besorgt und aufgeregt zugleich.
„Ich bitte sie nun, nacheinander zu mir zu kommen, so dass ich die Portschlüssel an sie binden kann, sobald dies geschehen ist, können sie den Portschlüssel aktivieren indem sie bis drei zählen. Erstklässler zuerst."
Nach und nach leerte sich der Gemeinschaftsraum. Lucy winkte Harry nachdem sie ihren Portschlüssel bekommen hatte.
„Sehen uns gleich!" rief sie.
Er nickt, dann verschwand sie mitsamt ihrem Gepäck. Die Fünftklässler waren gleich danach dran.
„Ich denke wir sehen uns in den nächsten Tagen," sagte Harry an Hermine, Ron und Neville gewand. Die drei nickten. Nacheinander bekamen sie ihre Portschlüssel. Harry aktivierte seinen und wurde in den vertrauten Strudel gezogen.
Als Hermine im Wohnzimmer aufschlug empfing sie nichts als Stille.
„Sirius! Sarah!" rief sie, doch niemand antwortete ihr. Sie hörte auch nicht Josh schreien, oder sonst irgend ein Geräusch. Das änderte sich jedoch, als neben ihr eine zweite Person im Wohnzimmer landete.
„Malfoy!"
Verblüfft und wütend starrte sie ihn an.
„Ich kann nichts dafür Black, das war Snapes Idee, reg dich lieber über ihn auf."
„Oh das wird Sirius gefallen," murmelte Hermine.
Sie könnte platzen, ausgerechnet Malfoy in ihrem Wohnzimmer und von ihrer Familie keine Spur, wunderbar. Doch auch das änderte sich so gleich, als aus dem Flur das deutliche Plopp einer Apparation zu vernehmen war.
„Hermine?"
„Ich bin hier!"
Sirius trat ins Wohnzimmer und erstarrte als er Malfoy sah.
„Wo kommst du her?"
„Snape meinte das wäre eine gute Idee, ich hab ihm gleich widersprochen," erklärte Malfoy.
„Na wunderbar," sagte Sirius.
Hermine hatte die Arme verschränkt und starrte Malfoy feindselig an.
„Lass du dich erst mal begrüßen," meinte Sirius zu ihr und zog sie in eine liebevolle Umarmung.
„Wo sind Sarah und Josh?" fragte sie.
„Bei den Potters, eigentlich wollte ich dich auch rüber holen, aber das ist jetzt natürlich hinfällig."
„Wohl kaum," erwiderte Hermine, „wir können Malfoy auf die Couch legen und mit einem Petrificus Totalus belegen."
„Seit wann so grausam?" fragte Sirius, doch sie konnte das unterdrückte Lachen in seiner Stimme hören.
Malfoy sah unbehaglich zu Boden.
„Geht's dir gut?" fragte Hermine.
„Ja, mir geht's ausgezeichnet."
„Harry hat uns eine ziemlich wilde Geschichte erzählt."
„Ja, das war wirklich ziemlich wild," bestätigte Sirius.
Jetzt sah Malfoy neugierig aus.
„Er hat gesagt du wärst mit dem Cruciatus gefoltert worden."
„Berufsrisiko."
„Sirius," ihre Stimme klang fast tadelnd, „das ist nicht lustig."
„Rodolphus Lestrange ist Zaubereiminister, angesichts dieser Tatsache ist gar nichts mehr lustig."
„Was machen wir jetzt?" wechselte Hermine das Thema, „wenn ihr doch alle bei den Potters seit. Außerdem ist das Haus besser geschützt als unseres."
„Und was ist mit Draco?" fragte Sirius, „es wäre nicht besonders fair ihn hier allein zu lassen. Und James würde vermutlich lieber einen Kurzurlaub mit Snape machen als Draco in seinem Haus zu haben. Ganz abgesehen davon, dass Dumbledore ihm erst mal das Geheimnis verraten müsste."
„Ich bin sicher, James würde zustimmen ihn im Keller einzusperren. Und Harry zu überreden ihn zu foltern wäre auch nicht schwierig."
Die Anspielung war deutlich und befriedigt stellte Hermine fest, dass Malfoy zusammenzuckte.
„Hey, ganz ruhig," sagte Sirius, „das war überflüssig. Du bist kein kleines Mädchen mehr, also verhalte dich bitte fair."
Hermine konnte sich nicht erinnern, von Sirius jemals in dieser Form getadelt worden zu sein und einen Moment lang war sie sprachlos. Ihre Sprachfähigkeit kehrte allerdings schnell wieder zurück.
„Ich soll mich fair verhalten, gegenüber..."
„Hermine!" Sie merkte, dass er ärgerlich wurde und geriet dadurch nur selbst in Rage.
„Ich versteh das nicht, er hat Lucy entführt und du behandelst ihn als wäre er ein willkommener Gast. Du kannst ihn gerne weiter so behandeln, aber verlang von mir nicht, dass ich das auch tue."
„Ich verlange von dir nichts weiter als zivilisiertes Benehmen und offen gestanden wundert es mich, dass ausgerechnet du Probleme damit hast."
„Ich gehe jedenfalls!" verkündete sie wütend, „zu Lily und James. Ich bin ja gespannt, was Sarah dazu sagt, dass er hier ist."
Sie entzündete den Kamin und warf Flohpulver hinein. Kurz darauf war sie im Wirbel der Flammen verschwunden.
„Hermine da bist du ja!"
Kaum dass sie richtig aus dem Kamin heraus war, wurde sie schon von Sarah umarmt.
„Wie geht's dir Schatz?"
„Wunderbar."
„Was ist los, warum bist du so gereizt und wo ist Sirius?"
Sarah sah jetzt ein wenig alarmiert aus.
„Er unterhält sich wahrscheinlich mit unserem neuen Mitbewohner."
„Was für ein Mitbewohner?" fragte Sarah.
„Snape war der Meinung, dass Draco Malfoy bei uns bestens aufgehoben ist."
Sie hätte vor Wut platzen können.
„Malfoy wohnt bei euch?" fragte Harry.
Hermine sah in seinen Augen den gleichen Zorn den auch sie selbst verspürte.
„Sieht ganz so aus."
„Ich weiß du bist normalerweise gegen Gewalt, aber sollen wir ihn nicht einfach in Stücke fluchen?" fragte Harry.
„In diesem Fall würde ich es unterstützen."
Hermines Blick fiel auf James der auf der Couch saß und der so aussah als wäre auch er gewillt ein solches Projekt zu unterstützen.
„Ach lasst doch Malfoy in Ruhe," sagte Lucy.
Sowohl Harry als auch Hermine wirbelten zu ihr herum.
„Ist das dein Ernst?" fragte Harry.
„Ja ist es. Er kann doch nichts dafür, dass Hogwarts so plötzlich geschlossen wurde."
„Ja, aber er kann etwas für alles andere das er getan hat," erwiderte Harry hitzig.
„Ja, aber alles andere was er getan hat ist meine Sache, nicht eure und wenn ich nicht das Bedürfnis verspüre ihn in Stücke zu fluchen, solltet ihr es besser auch lassen."
„Lucy..." sagte Hermine ungläubig.
Harry jedoch ging an die Decke.
„Sag mal spinnst du? Der Mistkerl hat dich entführt, du hättest verdammt noch mal drauf gehen können. Er hat dich davor monatelang ausspioniert und benutzt und du verteidigst ihn."
„Ja, ich denke schon," erwiderte sie seelenruhig.
„Was ist nur los mit dir, hast du ihm jetzt verziehen oder was?"
„Nein hab ich nicht, aber... ich hab mir angehört was er zu sagen hatte und ich weiß, dass es richtig war. Und ich hasse ihn nicht mehr. Und das solltet ihr auch nicht."
Hermine fragte sich, wann Lucy so verdammt erwachsen geworden war. Das klang so gar nicht nach dem Mädchen dass sie seit zehn Jahren kannte. Harry schien sich langsam zu beruhigen und setzte sich aufs Sofa.
„Warum?" fragte er, „ich meine warum hast du ihn auf einmal angehört?"
„Keine Ahnung, es war so eine seltsame Situation. Erst hat er mich im Ministerium vor diesem Todesfluch gerettet und dann als wir in Hogwarts waren... ich weiß auch nicht genau..."
Hermine, die bis dahin immer noch am Kamin gestanden hatte setzte sich nun zu Harry auf das Sofa.
„Tja, sieht ganz so aus als müssten wir uns deinem Willen beugen," stellte Hermine fest.
Sie und Harry tauschten einen Blick.
„Aber falls du's dir anders überlegst, kannst du uns jederzeit bescheid sagen," fügte Harry hinzu.
Sirius sah einen Moment lang verärgert auf den Kamin, in dem Hermine soeben verschwunden war. Dann seufzte er resigniert auf. Er konnte ihr nicht wirklich einen Vorwurf machen, denn trotz Geständnis und Hilfe bei der Befreiung, blieb die Tatsache, dass Draco Lucy entführt hatte.
Aber er wusste, vielleicht besser als die anderen, wie leicht Menschen dumme Dinge machten. Er hätte Snape fast umgebracht, als er noch zur Schule gegangen war.
„Tja, das ist wohl keine besonders herzliche Begrüßung," sagte er entschuldigend zu Draco.
„Ach was soll's, Black... ich meine Hermine mochte mich noch nie."
„Ich weiß," erwiderte Sirius.
Seltsame Situation, dachte er, während er Draco musterte, der trotz seiner Nervosität bemüht war, seine stolze Haltung zu bewahren.
„Wie ich sehe, hat sich an der Reinbluterziehung nichts geändert," meinte Sirius.
„Was?" fragte Draco verwirrt.
„Deine Eltern haben dir eingebläut, in keiner Situation Schwäche zu zeigen, egal wie es eigentlich in dir aussieht, war bei mir nicht anders."
„Es ist schwer sich daran zu erinnern, dass Sie eigentlich zur Familie gehören."
„Du. Und ich gehöre nicht mehr zur Familie, genauso wenig wie du. Wir sind ausgestoßen. Biologisch sind wir mit ihnen Verwandt, aber für sie sind wir eine Schande die es aus ihrem Stammbaum zu löschen gilt, wenn möglich durch Mord."
„Ich weiß. Mein Vater war ja heute nicht gerade undeutlich."
Seine Stolze Fassade war zusammengebrochen. Er erinnerte Sirius so stark an sich selbst, dass es fast schmerzte. Sirius setzte sich auf die Couch und bedeutete Draco sich ebenfalls zu setzen. Der Junge folgte der Aufforderung.
„Weshalb haben Sie...du, ich meine die Vormundschaft, wieso hast du die beantragt, ich hab Lucy entführt ich hätte sie fast getötet, ich hab sie getötet, ich meine du müsstest mich hassen."
Das waren die Fragen, die er sich selbst immer noch nicht ganz hatte beantworten können. Diese ganze Geschichte wiedersprach so offensichtlich seinem eigentlichen Wesen. Er war nie gnädig gewesen, bereit eine zweite Chance zu geben. Erst recht nicht, wenn es um Menschen ging, die ihm so nahe standen wie Lucy. Was also machte diesen Jungen anders? Wieso bekam er die Chance, die Sirius so vielen anderen verwehrt hätte.
„Ehrlich gesagt weiß ich es selber nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich auch sechzehn war, als ich meine Eltern verlassen habe, weil ich weiß wie es ist aus dieser verdammten Reinblutideologie auszubrechen. Ich kann's dir nicht sagen."
Draco blickte nachdenklich auf den Boden. Sirius fragte sich, wie viel von der Erziehung seiner Eltern noch in ihm steckte.
„Du weißt ja, dass eigentlich gar nicht geplant war, dass du hier wohnst."
„Ja, es tut mir auch leid..."
„Ich wollte dir keine Vorwürfe machen, nur ein paar grundsätzliche Sachen klarstellen. Meine Frau ist eine Muggel, in diesem Haus und auch sonst nirgendwo gibt es Beleidigungen oder Angriffe gegen Muggel, klar."
„Ich hab kein Problem mit Muggeln... denke ich zumindest."
„Gut, ich wollte nur, dass dir das bewusst ist."
Draco nickte.
„Komm mit," sagte Sirius, „ich zeig dir dein Zimmer."
AN: So das war der Einstieg in Teil 2. Ihr seht, es geht nahtlos weiter. Ich hoffe es gefällt euch und ihr schreibt fleißig auch wenn ich so lange für dieses update gebraucht habe.
Bye Sanny
