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Als Clark gegangen war, füllte Lex sich ein Kristallglas mit teurem Cognac und dachte ernsthaft darüber nach, ob er den Verstand verloren hatte. Wenn nicht er, dann dieser Lehrer. Er nahm einen tiefen Schluck und seufzte. Die Augen geschlossen, ließ er seinen Kopf in den Nacken fallen und spürte die beißende Hitze des Alkohols langsam seine Kehle herunter rinnen.

Einen Tag lang mit Clark in Fesseln. Er musste auflachen. Es war absurd! Zumal diese Aufgabe für ihn selbst womöglich schwieriger werden konnte, als für den Schüler, der sie absolvierte. Schüler! Ha! Er hob das Glas zu einem spöttischen Toast auf sich selbst, bevor er einen weiteren Schluck nahm.

Absurd... oder so etwas wie der Himmel auf Erden... Lex ermahnte sich, ernsthaft zu bleiben.

Es gab Einzelheiten, die bedacht werden sollten, wenn er sich nicht völlig unvorbereitet in diese Sache stürzen wollte. Und er kannte sich gut genug, um zu wissen, dass dies fatal wäre. Die Tatsache, dass er im Knast landen könnte, war dabei die geringste seiner Sorgen.

Er nahm einen letzten Schluck der goldenen Flüssigkeit. Clark würde zum Beispiel essen müssen, und trinken. Nun, es gab Strohhalme, und seine Küchenchefin würde schon etwas kreieren können, was nicht unbedingt erforderte, dass Clark gefüttert werden musste. Andererseits... ein angenehm warmes Gefühl kroch durch seine Eingeweide bis hinunter in die Kniekehlen...

Lex schloss die Augen und massierte mit zwei Fingern seine Nasenwurzel.

Warum zum Teufel hatte er eigentlich zugesagt?

Ah, richtig. Weil Clark ihn mit diesem „Blick" angesehen hatte. Weil er so bezaubernd errötet war, als er sich aus der Affäre ziehen wollte. Weil er... „gelächelt" hatte. Feuer frei - Kent-Lächeln - Widerstand zwecklos! Lex schnaubte und schüttelte den Kopf. Vielleicht sollte er Clark in Zukunft nur noch mit Sonnenbrille entgegentreten...

Er würde es Clark nicht allzu leicht machen, auch wenn das bedeutete, dass er sich selbst damit auf des Messers Schneide begab.

„Clark, mein Freund, das wird ein Test für uns beide."

Er ließ den restlichen Cognac zurück, als er sich auf den Weg in seinen Fitnessraum machte. Bewegung und Schweiß, das brauchte er jetzt.


Ihre Besprechung am nächsten Tag im Talon verlief recht problemlos. Clark sprach von sich aus das Thema an, das Lex schon Kopfzerbrechen bereitet hatte. Beim Laufen war er zu dem Schluss gekommen, dass es Grenzen geben würde, ganz gleich, was dieser Lehrer sagte. Zum Glück hatte Mr. Keating den Schülern genau dasselbe erklärt.

Clark betrachtete eingehend seine Tasse mit Kakao, während er Lex mit einigem Räuspern darlegte, dass er ohne die Fesseln und allein zur Toilette gehen würde, und dass „einen Tag lang" nicht unbedingt „24 Stunden" bedeuten müsste.

„So etwas dachte ich mir schon. Beruhigend, zu hören, dass dein Mr. Keating nicht völlig weltfremd ist."

Sie einigten sich auf den kommenden Samstag. Dann war keine Schule und Clark würde auch auf der Farm frei bekommen. Seine Eltern waren zwar wenig begeistert, dass er diese Hausaufgabe mit Lex' Hilfe erledigen würde, aber sie hatten letztlich zugestimmt. Allerdings hatte Clark ihnen nicht alle Einzelheiten erklärt. Nebensächliche Einzelheiten, wie die Sache mit den Fesseln...

tbc.