Nach einer Weile lehne ich mich genervt an einen Baum und schaue in den Sternenhimmel. Sie sind viel besser zu sehen, als zu Hause. Zu Hause! Was wohl Mum und Dad machen, wenn sie merken, dass wir nicht mehr zu Hause sind? Ob sie es vielleicht schon gemerkt haben?
Wie bekommen wir nur raus, wie wir hier hergekommen sind und wie wir wieder zurückkommen?
Nicht mal mein Handy funktioniert, dass hab ich inzwischen auch schon versucht! Es ist gerade so als wären wir in ´nem einzigen großen Funkloch! „Dein Handy geht auch nicht, oder?"
„Nein! Absolut Tod! Dabei war der Akku voll. Naja, hier wird's ja wohl Telefonzellen geben!"
„Müsste!" Und wirklich ein paar Meter weiter, taucht vor uns eine alte Telefonzelle auf. Nachdem ich schnell nach Kleingeld gewühlt habe und fündig wurde, schmeißt Sarah es sofort ein und wähl unsere Nummer. Doch dann legt sie plötzlich auf. „Die Nummer ist nicht vergeben!" meint sie traurig und setzt sich neben der Telefonzelle auf den Boden. Sie atmet schwer. Das kann doch nicht sein! Schnell versuch ich es selbst noch einmal, doch ohne Erfolg.
„Sarah, wir schaffen das schon! Das Telefon ist bestimmt nur kaputt! Komm wir gehen zum Strand, da wolltest du doch eben noch hin!" Langsam hellt sich ihre Miene wieder auf und sie lächelt mich an. Was tut man nicht alles für seine kleine Schwester!
„Man gibt's hier nirgendwo ein Kino, oder ein Einkaufszentrum?" Hier ist ja wirklich gar nichts los, nicht mal Teenager die um diese Zeit draußen, etwas blödes verzapfen! IN unserer Stadt war immer was los, egal um welche Uhrzeit.
„Nein! Da musst du schon in die nächst größere Stadt fahren!" grinst Sarah und biegt gerade um eine Ecke.
„Sicher, dass du weißt wo du hin willst? Wehe wir verlaufen uns! Hier sieht alles gleich aus." grummle ich. Meine Laune ist schon am Nullpunkt angekommen. Am liebsten würde ich jetzt in meinem Zimmer, auf dem Bett liegen und Musik hören.
„Hier kann man sich wirklich nur im Wald verlaufen! Und ja ich bin mir sicher! Aber weißt du was, ich glaub hier gibt es auch kein Hotel, oder so!" unsicher sieht sie sich um.
„Man das ganze hier ist voll Kontraproduktiv! Ich hab wirklich keine Lust auf das ganze! Wir sind Kilometer weit weg von zu Hause und dann auch noch in so einem langweiligen Fleck!" Ich wäre immer noch für Spanien!
„Wir finden schon was zum schlafen. Vielleicht nimmt uns ja jemand für ein paar Nächte auf. Können ja morgen mal fragen!" ich zucke mit den Schultern.
„Und Heute? Willst du die ganze Nacht, rumlaufen?"
„Naja, so lange ist es bis Morgen früh auch nicht mehr, denk ich! Und ich will ja sowieso zum Strand, da kann man schon die paar Stunden totschlagen!" kichert sie und läuft einfach munter weiter. Ach ja und ich werd bestimmt niemanden fragen, ob wir bei ihm übernachten dürfen! Sicher nicht!
Nach einer Weile, die wir durch diese Stockdunkle, sagen wir doch Spaßes halber Stadt gelaufen sind und eigentlich nichts weiter, als Häuschen hier und Bäume da gesehen haben, kommen wir langsam aber sicher dem Strand näher. Ich kann das Wasser rauschen hören.
„Guck da ist der Strand. Ich hatte recht! Schön oder?" Ja, wirklich... Es ist zwar dunkel aber der Mond, den man hier echt gut sehn kann, taucht alles in ein silbernes Licht. Plötzlich höre ich lautes Lachen und schau mich genauer um und wie ich mir schon gedacht habe, sind wir hier nicht alleine!
„... Hey, wir sind nicht die einzigen hier!" Ich nicke in die Richtung in der ein paar Leute an einem Lagerfeuer sitzen und sich unterhalten. Die scheinen uns noch nicht bemerkt zu haben.
„Lass uns wieder gehn!" japst es plötzlich hinter mir.
