Hallo liebe Leser!
Ich werf gleich noch mal das erste Kapitel hinterher, weil der Prolog nun wirklich nicht so aussagekräftig ist ;). Ich wünsche Euch viel Spaß und hoffe auf ein paar Reviews *besten-Hundeblick-aufsetz*
Und weil ich was vergessen hab …
Disclaimer: Alles J.K. Rowling ihrs. Ich hab mir die Figuren nur ausgeliehen und werde sie irgendwann zurückgeben (*muhahaha* … Irgendwann ^^). Außerdem verspreche ich, den Personen keinen bleibenden Schaden zuzufügen oder mit ihnen Geld zu verdienen.
Nach dem das alles geklärt wäre, kann es ja weitergehen!
Kapitel 1 – Gewisse Tage
Es war wie in einem klischeehaften Film. In Anbetracht der Person, die sich gerade aus ihrem Bett erhob und sich dabei den Kopf am Bettpfosten einschlug, sollte allerdings eher von einem klischeehaften Buch gesprochen werden. Stöhnend warf sich Hermine Granger zurück in ihr Schülersprecherinnenbett. Wirklich klischeehaft. Die Welt, die sie durch ihr gotisch gewölbtes Fenster erkennen konnte, war düster und wolkenverhangen. Dicke Regentropfen klatschten gegen die Scheiben und der Wind heulte wie Lupin in Vollmondnächten. Klischeehaft, fand Hermine. Wahrscheinlich war heute einer dieser gewissen Tage, an denen es absolut ratsam ist, das Bett nicht zu verlassen. Mit diesem Gedanken im Kopf, sämtliche moralische Aspekte – von wegen Vorbildfunktion, Streberinnenimage und sonstiges – vergessend. Gerade, als sie sich erneut in ihr weiches Kopfkissen kuschelte, fiel ihr Blick auf die Uhr und – ungünstigerweise – auf den dahinter lehnenden Stundenplan. Schreiend flog sie förmlich aus ihrem Bett. In weniger als fünfzehn Minuten würde Zaubertränke beginnen. Wahrscheinlich wäre sie im Bett geblieben, wahrscheinlich hätte es jeder Lehrer entschuldigen können, wenn sie einmal nicht in den Unterricht kam, aber nicht Severus Snape. Sie rannte in ihr Badezimmer (nicht ohne sich ihre Zehen an sämtlichen auf dem Boden liegenden Büchern einzurennen) und begann, sich in Windeseile zu waschen. Natürlich musste genau an diesem Morgen die Zahnpasta quer durch den Raum spritzen und natürlich musste genau an diesem Morgen ihre Haarbürste verschwunden sein und natürlich musste genau an diesem Morgen ihre Kleidung vor ungewollten Falten nur so strotzen. Kurz gesagt, zehntausend Katastrophen später stand Hermine Granger vor den Kerkern – exakt eine Minute und dreiundzwanzig Sekunden nach Snapes türenknallendem Auftritt. Logisch. Einen Moment lang dachte sie ernsthaft an die verlockende Idee, sich ihre Knie aufzuschlagen. Blutige Knie wären garantiert eine Ausrede. Zumindest ein Grund für den Krankenflügel. Und Poppy würde bestimmt vor Snape aussagen, dass Hermine nicht erst nach Unterrichtsbeginn aufgetaucht war. Und Ron und Harry würden auch bezeugen, dass sie sie gesehen hatten. Unsinn! Sie war eine Gryffindor! Löwin bleibt Löwin. Einen Moment lang fragte sie sich, was wohl lauter war, das Pochen ihres Herzens oder ihr Klopfen an die unsägliche Kerkertür. Zögernd trat sie ein, wohlwissend, dass nun alle Blicke auf ihr lagen und dass sie seit diesem Moment Thema Nummer eins sein würde, zumindest den Tag lang. Die Blicke ihrer Mitschüler durchbohrten sie, aber Snape … Snape stand da und sah sie eiskalt an. Was er tat, das war kein Bohren mehr, das war durchlöchern und aufspießen.
„Ent…ent…entschuldigen Sie, Sir. Ich hatte … ich wollte … ich konnte …", ihr Stotterkonzert wurde von einem – gelinde gesagt – aufgebrachten Tränkemeister im Keim erstickt: „So so, Granger. Sie kleine Besserwisserin meinen wohl, Pünktlichkeit gelte nicht für Schülersprecherinnen!" „N…n…nein, Sir! Ich war nur … habe nur …" „RUHE! Sie erklären mir mittels drei kurzer, aussagekräftiger und grammatikalisch sauberer Sätze den Grund ihrer Verspätung!" „Ich … hatte gestern viel zu tun. Und … äh … hab verschlafen. Und … mh …" sie konnte ihm nun schlecht erklären, dass sie Probleme mit ihrer Körperpflege gehabt hatte. Sie war eine Hexe verdammt noch mal! Sie hätte all diese ganzen langandauernden, zeitverschwendenden Prozeduren mittels zwei einfacher Zaubersprüche extrem verkürzen können! Eine Ausrede, Hermine, du brauchst eine Ausrede! Und zwar SCHNELL! „Und … hm … ich … habe mein Zaubertränkebuch auf meinem Zimmer liegen gelassen und gerade, als ich hier in der Nähe war, ist es mir wieder eingefallen und da bin ich noch mal zurück und da muss ich dann wohl …" In dem Moment fiel ihr auf, dass sie etwas falsches gesagt haben musste. Aber was? Der Blick ihres Tränkemeisters, der zwischenzeitlich zu höhnisch gewandert war, kehrte nun zur eiskalten Anfangsposition zurück. Aber wie … ? „Miss Granger! Wenn Sie einmal in ihrem Leben ANDEREN Menschen zuhören würden, anstatt nur selbstverliebt ihren eigenen Gedanken zu lauschen dann wüssten Sie, dass wir in dieser Stunde kein Buch brauchen, da wir die Zutaten für den Verdopplungstrank bereits letzte Stunde erarbeiteten …" Mehr hörte sie nicht. Natürlich! Wie in Trance zog die letzte Stunde an ihrem geistigen Auge vorbei. Verdammt! Als sie aus diesem Delirium erwachte hörte sie nur noch Snapes höhnisches „ … zehn Punkte von Gryffindor für Unpünktlichkeit, fünf für inkorrektes Sprechen und zehn für gedankliches Abschweifen während Ihr Lehrer mit Ihnen spricht! Setzen!" Mit heruntergefallener Kinnlade warf sich Hermine auf den einzigen freien Platz – hinter Neville. Na toll, nun hatte sie Snape überlebt und würde Nevilles Unfähigkeit zum Opfer fallen. „Ach ja, bevor ich es vergesse: Miss Granger, zwei Rollen Pergament über die Wichtigkeit korrekter Umgangsformen, mit besonderem Schwerpunkt auf zu spät kommen!", höhnte er süffisant in ihr Ohr. Es hätte sie schlimmer treffen können. Schaudernd dachte sie an Pokale scheuern unter Filchs Aufsicht. „Und natürlich bekommen Sie eine Strafarbeit. Filch benötigt dringend Hilfe, 20 Uhr, heute Abend!", seine höhnische Stimme war immer noch dicht an ihr. Verdammt. In Gedanken korrigierte sie sich. Der schlimmste Fall war eingetroffen.
Schuldbewusst starrte sie in ihren Kessel, als ihr glücklicherweise rechtzeitig auffiel, dass der Rest der Klasse bereits sehr vertieft mit der Zubereitung des Trankes war. Bevor Snape ihr noch mehr Punkte abziehen konnte, lief sie automatisch an das Zutatenregal und griff noch automatischer nach den Utensilien, die sie zur Zubereitung des Trankes brauchte. Um ein Haar hätte sie die mit Drachenschweiß gefüllte Phiole auf den Boden fallen lassen, aber glücklicherweise war die hinter ihr stehende Lavender geistesgegenwärtig und verhinderte durch geschicktes Auffangen eine Katastrophe. Sich nun zu bedanken, wäre zu auffällig. Hermine würde das nach der Stunde tun. Der Verdopplungstrank, der unlebendige Gegenstände quasi „klonte", war recht einfach herzustellen, kein Problem für Hermine und so konnte sie recht schnell ihre Verspätung aufarbeiten. Der Tag schien nach den anfänglichen Katastrophen doch wieder in geordneten Bahnen zu laufen.
Gegen Ende der beiden Stunden musste sie dies jedoch revidieren. Gerade, als sie begann, eine Phiole mit ihrem Trank zu füllen, geschah es. Neville Longbottom, prädestinierter Katastrophenverursacher, stolperte über seine eigenen Plattfüße, riss dabei Hermines Tasche mit sich, was zur Folge hatte, dass sich deren Inhalt über den Kerkerboden verstreute. Dummerweise versuchte Neville etwas, was Menschen seiner Art nie versuchen sollten: Er versuchte, die Katastrophe abzumildern, indem er sich im Fallen an Hermine klammerte. Die, überrascht und keineswegs im Stande, ein Gewicht von Nevilles Ausmaßen zu halten, stürzte ebenfalls zu Boden und vergoss dabei schluckweise ihre fast schon bis zum Rand gefüllte Phiole Verdopplungstrank. Das wiederrum hatte zur Folge dass sich nun in rasender Geschwindigkeit sämtliche Dinge, die in Berührung mit dem Trank kamen, vervielfachten. Hochrot vor Zorn schwebte Snape zu den beiden am Boden liegenden Gryffindorschülern. „LONGBOTTOM! DREISSIG PUNKTE VON GRYFFINDOR FÜR UNFÄHIGKEIT! GRANGER ZWANZIG PUNKTE VON GRYFFINDOR FÜR UNVERANTWORTLICHEN UMGANG MIT EINEM ZAUBERTRANK!" Immer noch wütend zielte er mit seinem Zauberstab auf all die doppelten Dinge, um die Verdopplung rückgängig zu machen. Anschließend vereiste er Hermines Phiole und die Pfütze aus Zaubertrank darum. Hermine, zu geschockt, um irgendetwas zu erwidern, fühlte nicht einmal mehr Zorn über Snapes Ungerechtigkeiten in sich hochsteigen. Ihr Gehirn war wie leergefegt, sie fühlte sich matt und einfach … überfordert.
Am Abend lag sie in ihrem Bett und dachte über all die Katastrophen nach, die der nach dem Zaubertränkedebakel gefolgt waren, nach. Zunächst hatte sie natürlich eine neue Phiole abgefüllt und Snape zur Bewertung überlassen. Wobei sie inständig hoffte, er möge nicht bemerkt haben, wie sie beim Verlassen des Raumes über die kleine Eisfläche geschlittert und fast erneut zu Boden gegangen wäre … auch hoffte sie, dass niemand bemerkt hatte, wie sie nach Verwandlung mit ihren Haaren im Türrahmen hängen geblieben war, wie sie später gegen Draco Malfoy torkelte, wie sie in der Bibliothek einen riesigen Stapel Bücher umwarf und so weiter und so weiter. Hoffentlich hatte auch niemand bemerkt, wie sie später unter Filchs und Mrs Norris' Aufsicht, die jedem Folterknecht zur Ehre reichen würde, sämtliche Stufen des Westflügels hatte schrubben müssen und wie sie dabei natürlich auf den rutschigen Stufen ausgeglitten war, wie sie auf Trickstufen hereinfiel und wie sie – am Ende ihrer Kräfte – in ihren Wischeimer trat. Traumatisiert schloss sie die Augen. Schlimmer konnte es wohl nicht mehr werden.
