Kapitel 1

Alena war lange nicht mehr hier gewesen, aber dennoch wusste sie, dass sie heute hier gebraucht wird, heute wird sie die zweite Verbindung zu Ilahja erhalten. Im Grunde hatte sie keine Ahnung, wie diese aussehen sollte, aber dennoch... Ihre Mitstreiter der Wirrin hatten ihr davon abgeraten hier her zu kommen, aber sie musste ihren Gefühlen folgen und ihr sicheres Geheimversteck in den Bergen verlassen und nach dieser Verknüpfung zu früheren Zeiten zu suchen.

Es gab bestimmte Gründe warum Alena der Hauptstadt Mysteria Neria fern bleiben sollte, aber an diesem Morgen hatte Alena all diese in den Wind geschlagen und war mit ihren blauen Funken in ihre zweite Heimat gereist. Ihre erste Heimat gab sie auf Wunsch Ilahja's auf und kam mit der Sternenmacht mach Mysteria um auf ihre beste Freundin zu waren, aber während dieser langen Zeit des Wartens waren einige beunruhigende Dinge geschehen.

Zum einem war Silvana, Aja's bösartige Tante, wieder auf der Bildfläche erschienen und hat es tatsächliche geschafft sich den Planeten unter den Nagel zu reißen. Wobei eigentlich niemand sagen konnte, wie sie das angestellt hat, denn es ist still und heimlich vonstatten gegangen. Plötzlich eines Morgens saß Silvana an Königsthron und verkündete die neue Königin zu sein. Alle vermuten, dass Silvana irgendetwas Verbotenes angestellt hat, aber weil es leider niemand beweisen konnte und alle, die versuchten der bösen Königin etwas entgegen zu setzen, auf spurlose Art und Weise verschwand, war Silvana die Königin Mysterias geblieben.

Zum anderen hatte Alena die Gruppe Wirrin gegründet, welche sich schon seit Jahren auf die Suche nach Ilahja machten, aber bisher ohne nennenswerten Erfolg. Als Silvana wieder auftauchte und den Planeten unterwarf, wurde Wirrin zu einer Art Widerstandsbewegung und es wurde noch mehr Zeit darin investiert Ilahja zu finden, denn man war sich darin einig, dass nur sie Silvana aufhalten kann. Eigentlich hatte Wirrin einen guten Ruf und da Alena viele Leute beschäftigte, wenn diese auch nicht viel, bis gar nichts verdienten, aber unter Silvana wurde dies alles zerstört und Alena und ihre Anhänger mussten die Stadt verlassen. Sie richteten in Geheimversteck hoch in Bergen ein, wo niemand es finden konnte, aber dennoch war es gefährlich dazu zu gehören, denn wenn man sich nur versteckt, kann man ja nichts verändern. Im Großen und Ganzen versuchten die Mitglieder Wirrins zu verhindern, dass der Planet noch mehr vor die Hunde geht, als es schon ist.

Den damals noch jungen Hexen war nach einen kurzen Blick in die dunklen Augen der bösen Königin klar geworden, dass sie es mit Ilahja's Tante zu tun hatten, welche vor vielen Jahren auf Selency gewesen ist und dafür gesorgt hat, dass der sternförmige Planet ins Chaos gestürzt war. Der Tod der Königsfamilie hatte eine Panik ausgelöst und Streitigkeiten und die neue Machtbesetzung forderten ihren Tribut, so dass der ganze Reichtum aufgebraucht wurde und es allen Menschen sehr schlecht ging, aber davon bekam Alena nicht wirklich etwas mit, denn sie setzte sich schon wenige Tage nach Ilahja's Tot nach Mysteria ab.

Das und die Tatsache, dass leider auch Silvana ganz genau weiß, wer Alena ist und sie somit auch weiß, wo sich die Sternenmacht befindet, waren die Hauptgründe von Alena die Stadt zu verlassen.

Alena zog die Kapuze ihres Umhanges tiefer über ihr Gesicht, damit sie niemand erkennen konnte. Leise schlich sie durch die ziemlichen leeren Straßen von Neria, denn sie wusste, dass hinter jeder Hausmauer auch Soldaten der Königin stecken konnten. Besonders, wenn sie so wie jetzt, sich immer näher an das Schloss heran wagt.

Merkwürdigerweise waren nur wenige Leute auf der Straße, was zu dieser frühen Stunde normalerweise nicht so ist. Leider konnte Alena nicht sagen, was dahinter stecken könnte, aber Alena hatte lange Zeit es heraus zu finden, denn sie musste die Verbindung zu Ilahja finden. Da die Hexe aber nicht wusste, wie lange und vor allem wo sie zu suchen hatte, war diese Mission eine heikle Angelegenheit. In diesem Moment war Alena zu einem Mitglied der Wirrin unterwegs, bei dem sie die nächsten Tage verbringen sollte und welcher ihr bei ihrer Suche helfen sollte.

Schnell huschte Alena um die nächste Ecke und verschwand in einer schmalen Seitenstraße. Am Ende der Straße klopfte sie leise an die Tür eines kleinen heruntergekommenen Hauses, welches sie eigentlich anders in Erinnerung hatte, aber sie wusste, dass es das richtige Haus sein musste. Wenig später öffnete sich die Tür einen Spalt breit und eine ängstliche, aber harte Stimme fragte „Wer ist das?" Erleichtert seufzte Alena als sie die Stimme ihres alten Freundes hörte, welches wohl nicht gerade erfreut klang jemanden zu empfangen. „Stefan… Ich bin's Alena!" murmelte sie.

Nun hörte sich Stefan's Stimme unglaublich erleichtert an. „Alena … Wie geht's dir?" Er öffnete die Tür etwas weiter und Alena huschte ins innere des Hauses. „Könnte gar nicht besser sein" erwiderte sie freudig. Dann erschrak sie förmlich. Nicht nur das Haus hatte sich verändert auch Stefan war nicht mehr wieder zuerkennen. Seine dunklen Haare waren lang und fielen ihm in Gesicht, seine Züge wirkten hart, wie seine Stimme und er sah ziemlich erschöpft aus. „Sag Stefan … Was ist passiert? Mit dem Haus? Mit dir? Mit der Stadt?" fragte sie besorgt und sah sich im Raum um. Der lange Gang war leer, aber am Ende des Ganges stand eine Tür offen, wo ein Licht sanft heraus schien. „Du hast einiges verpasst…" entgegnete er und führte Alena ins Wohnzimmer, welches nur spärlich eingerichtet war. Sie setzte sich auf das große beige Sofa und erkundigte sich noch mal „Stefan … was ist hier passiert?"

„Silvana … das ist passiert…" regierte er ziemlich aufgebracht und somit anders als erwartet. „Du warst nicht da… du hast die Veränderung nicht gesehen … es ist schrecklich was sie und ihre Dämonenkrieger aus der Stadt machen" erzählte er nun ruhig, aber wie immer noch hart weiter.

Ein Schatten huschte über seine Augen. Etwas muss vorgefallen sein, was auch ihn ganz persönlich betrifft…

Aber Alena wusste nur genau was er meinte, denn sie hatte es in anderen Orten gesehen. Die Krieger, die alles aus ihr Eigentum betrachten und denken einfach machen zu können was sie wollen und Silvana, die ihre ganze Energie, dafür verbracht Alena zu finden, statt sich um ihr Volk zu kümmern und ihren Kriegern Einhalt zu gebieten.

„Wie geht es deiner Familie?" fragte sie um ihn nicht weiter an das zu erinnern, aber sie wusste ja auch nicht, dass sie damit seinen wunden Punkt traf. Wenige Monate bevor Alena die Stadt verlassen musste, hatte Stefan Alena's Freundin Sharon geheiratet. Eigentlich hatte Alena Stefan nur kennen gelernt, weil er mit Sharon zusammen war. Aber als sie diese Frage stellte, sackte er neben ihr auf dem Sofa zusammen und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. „Was ist?" fragte Alena besorgt und legte ihm eine Hand auf die Schultern. Plötzlich murmelte er leise „Sharon ist tot…" Die junge Hexe hatte in ihrem Kampf mit ihren Mitstreitern schon viele Leute verloren, aber kein Verlust ist ihr so nahe gegangen, wie diese schlichten Worte. „Wie ist…?" aber sie schaffte es nicht die Frage zu vollenden. „Sie haben sie geholt…" beantwortete Stefan ihre unvollständige Frage. Alena wusste sehr genau, was er meinte. Die Krieger hatten gefallen an Sharon gefunden und sie einfach mitgenommen und sie ist nie mehr zurückgekommen. Ihr kam es vor als fiel sie in ein tiefes Loch bestehend aus Trauer und Kummer. Wieder hatte sie eine gute Freundin verloren. Wie viele Freunde mussten noch sterben bis das alle endlich ein Ende hat.

Alena spürte ihre Augen feucht werden und kurz darauf auch eine Träne über ihre Wange rinnen. „Ich hätte da sein sollen..." schniefte sie und kam sich auf einmal so richtig falsch vor, weil sie ihre Freunde einfach hier zurück gelassen hatte und sie selbst geflohen ist. Stefan hatte neben ihre seine Hände vom Gesicht genommen und blickte nun Alena an. „Du kannst nichts dafür!" versuchte er sie langsam zu beruhigen, aber Alena hörte ihm kaum. Er legte seine Hand um ihre Schulter, aber Alena schob diese wieder weg und sie wischte sich mit der Hand über ihre Augen „Ich komm mir so feige vor, weil ich euch alleine gelassen habe…!" versuchte die Hexe Stefan begreiflich, aber er winkte ab und entgegnete „Du hast eine Aufgabe deiner Königin, du musstest gehen." Aber egal was er sagte Alena kam sich nicht wirklich besser vor. „Aber ihr seid meine Freunde…!" protestierte sie schwach und stand auf. Sie ging eine Schritte vom Sofa weg und blieb dann stehen. Mit einer fahrigen Bewegung wischte sie sich ihre Tränen aus den Augen und sah schweigend zu Boden. „Weißt du was mein größter Wunsch ist?" hörte sie Stefans Stimme leise von hintern, aber die Hexe drehte sich nicht um und sagte auch kein Wort. Alena zuckte einfach nur mit den Schultern und starrte weiter auf den Boden, als ob es etwas total Spannendes zu sehen gibt. Sie hörte Stefan aufstehen und auf sie zugehen, aber Alena rührte sich nicht. „Ich wünsche mir die Mörder meiner Frau zu finden und zu bestrafen…" stieß er hart hervor und legte seine Hand auf Alena's Schulter „Alena … ich möchte bei Wirrin wieder aktiv mithelfen!" Stefan's Frage kam plötzlich und ihr kam es vor als würde sie aus allen Wolken fallen. „Was?" platzte es aus ihr heraus. „Aber was wird aus deiner Familie?" hinterfragte sie besorgt.

In diesem Augenblick ging die Tür auf und zwei Kinder stürmten lachend in den Raum. „Papa…" rief das Mädchen lachend und fiel ihren Vater um den Hals. „Wir haben gesehen, dass wir Besuch haben." erklärte der Junge und schaute zwischen Stefan und Alena hin und her. „Hi … ich bin Alena, eine alte Freundin eures Vaters!" stellte sich die ältere Hexe einfach vor. Das junge Mädchen lies von ihren Vater ab und schaute Alena mit großen Augen an „Ich hab schon von dir gehört!" platzte es aus hier heraus. Stefan wandte sich an seine Kinder und erkundige sich so als ob er es selbst nicht wusste „Lisa, Oliver … Was hab ich euch gesagt, wie man sich verhält, wenn wir einen Gast haben?"

„Oh, Sorry…!" meinte Oliver leise und drehte sich zu Alena. „Guten Tag!" begrüßte er leise, fast schüchtern die ältere Hexe und streckte ihr zaghaft die Hand entgegen. Alena lächelte Oliver ermutigend zu und schüttelte kurz seine Hand, wobei sie gedämpft „Hallo" sagte. Lisa hingegen sah Alena nur kurz in die Augen und meinte laut „Hallo" Aber nach einen strafenden Blick ihres Vaters fügte sie höflich hinzu „Freut mich Sie kennen zu lernen!"

Daraufhin lachte Alena kurz und sagte zu dem kleinen Mädchen „Du erinnerst mich an deine Mutter!"

„Echt?" platze es darauf hin aus Lisa heraus und sie setzte hinzu „Das sagt Daddy auch immer…!" Das kleine Mädchen grinste Alena breit an. Die ältere Hexe nickte nur und wandte sich dann wieder an Stefan. „Ich werde etwas spazieren gehen … Vielleicht finde ich etwas heraus!" Lisa hüpfte neben ihr auf und ab und rief „Ich komme mit…!" Aber leider musste sie das ablehnen. „Ich kann dich nicht mitnehmen… Vielleicht ein anderes Mal…" erklärte sie dem kleinen Mädchen bedauernd, aber sie lächelte.

„Aber ich komme mit!" sagte Stefan plötzlich. Auch lies er nicht zu, dass Alena protestierte, denn er wandte sich an die Kinder. „Lisa, Oliver, ich bring euch jetzt hinüber zu Tante Lotte und dann besuchen Alena und ich einen alten Freund … Wir werden bald zurück sein…!" erklärte er den Kindern. Alena wolle eigentlich etwas erwidern, aber sie sah die Entschlossenheit in seinen Augen, darum schaute sie einfach nur stumm zu, wie Stefan seinen Kindern in die Schuhe und Jacken half.

Als alle vier draußen auf der Straße standen, zog Alena wieder die Kapuze ihres Umhanges tief in ihr Gesicht. Alena hielt sich im Hintergrund als Stefan an die Tür seiner Nachbarin klopfte. Nur wenige Minuten später hörten sie Schritte und die Tür wurde geöffnet. Eine alte Frau steckte den Kopf heraus und meinte leise „Hallo!"

„Lotte wäre es möglich, dass ich Lisa und Oliver ein oder zwei Stunden bei dir lasse?" fragte Stefan seine Nachbarin hoffnungsvoll. „Oh … Stefan du bist's … Natürlich, natürlich!" erwiderte Lotte etwas verwirrt, aber sie strahlte die Kinder an und öffnete die Tür etwas weiter um sie einzulassen. Lisa umarmte noch mal ihren Vater und murmelte „Pass auf dich auf!" Die Worte klangen komisch aus dem Mund des jungen Mädchens, aber Stefan versprach es ihr und küsste sie noch mal auf die Wange. Auch Oliver schloss er kurz in die Arme und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. „Wir sehen uns am Abend…" verabschiedete er sich noch. Auch Alena winkte ihnen kurz zu.

„So wohin gehen wir als erstes?" fragte Alena dann leise Stefan, welcher sich ebenfalls einen Umhang angezogen hatte und nun auch mit der Kapuze versuche sein Gesicht zu verstecken. „Wir besuchen einen alten Freund!" meinte er nur und ging davon. Bei der Straßenecke spähte er hinunter und gab dann Alena ein Zeichen, damit sie kommen konnte. Eine kurze Weile gingen sie schweigend durch die Straßen der Stadt. Irgendwie kam Lena der Weg bekannt vor, aber im Moment konnte sie sich nicht erinnern woher. „Komm schnell" flüsterte Stefan plötzlich und zog Alena um die nächst Ecke. Keine Sekunde zu früh, denn im nächsten Moment kamen einige Soldaten vorbei geschwankt. Es war gut möglich, dass diese Soldaten aus einem Gasthaus kamen, denn sie waren nicht mehr wirklich nüchtern.

Ohne ein weiters Wort zu verlieren huschten sie weiter die Straße entlang. Wie Lena noch wusste, waren sie auf den Weg zur Hauptstraße und tatsächlich als sie um die nächste Kurve bogen, huschten sie die Hauptstraße entlang. Wieder zog Alena an ihrer Kapuze. Sie hatte wohl doch etwas Angst entdeckt zu werden. Unerwartete wurde sie wieder daran erinnert, dass sie schon so lange nicht mehr hier gewesen ist. Die einst schöne, helle und belebte Straße lag nun schmutzig, dunkel und menschenleer vor ihnen. Zwar hörte sie noch wie früher hier und dort eine Katze über die Straße huschen, aber ansonsten war eine merkwürdige Stille über der breiten Straße.

Jäh bemerkte sie die großen, dunklen Flecken auf der Straße. „Was ist das?" flüsterte sie leise ohne wirklich eine Antwort darauf zu erwarten. „Blut!" kam es ebenso leise von Stefan. Wie angewurzelt blieb sie plötzlich stehen. Wie kann das sein? Was ist da passiert? Unzählige Fragen schossen ihr durch den Kopf, aber sie wusste, dass es jetzt nicht der richtige Augenblick ist diese Fragen zu stellen.

Überraschend wurde sie von Stefan wieder ander Hand gezogen und sie stürzten zusammen in die nächste Seitenstraße, auch hier waren dunkle Flecken auf den Boden. Was ist hier geschehen?

Noch viel weiter Male bogen sie in immer dunklere Seitenstraßen ab, bis sie schließlich vor einem kleinen schäbigen Haus standen. Stefan klopfte kurz an die Tür und wartete. „Wo sind wir?" fragte Lena flüsternd und betrachtete die schmierigen Wände des Gebäudes. Aber bevor er dazu kam zu antworten wurde die Tür einen Spaltbreit geöffnet und eine leise, verstimmt klingende Stimme fragte „Wer stört?" Irgendwie kam Lena die Stimme ja bekannt vor, aber im Moment wusste sie nicht, wohin sie sie stecken sollte. „Akira … ich bin's Stefan!" antwortete Stefan schnell und war ohne eine Antwort Akiras abzuwarten auch schon durch die Tür ins innere des Hauses verschwunden, wobei er Lena hinterher zog. „Ich glaube du kennst Alena noch?" fragte er Akira und wies mit der freien Hand auf Lena, welche ist ihre Kapuze vom Kopf getan hatte. „Hallo Akira … Lange nicht gesehen!" begrüßte sie ihren alten Freund und ihre wurde zum ersten Mal wirklich bewusst, wie viele Freunde sie in Neria gehabt hatte. „Alena was führt dich hier her?" fragte Akira freudig, die Tatsache, dass er eigentliche keinen Besuch empfangen wollte, ist vergessen und er geleitet Lena ins Wohnzimmer, wo seine Frau Ayashi am Sofa sitzt und ein Buch las. „Ich suche nach etwas oder jemanden!" erwiderte Lena gleich und als sie Ayashi erblickte, sagte sie „Aya … Wie geht's dir?"

„Lena? Bist du das?" hinterfragte sie verwirrt als Lena plötzlich vor ihr stand. Alena nickte nur und lächelte Aya an. Plötzlich war Ayashi auf den Beinen und Lena um den Hals gefallen. „Oh… ich hab dich so vermisste … Du kannst dir nicht vorstellen was wir uns für Sorgen gemacht haben, als du so plötzlich die Stadt verlassen hast…!" teilte ihr Aya aufgeregt mit. „Ich wollte nicht gehen … jedenfalls nicht so plötzlich … aber ich musste, weißt du…" erwiderte Lena leise und versuchte die Tränen die ihr auf einmal in die Augen gekommen sind, zurück zu halten. „ Ja schon klar…" murmelte Aya und lies wieder von ihr ab. Stefan und Akira standen in der Tür und sahen milde lächelnd die Begrüßung der zwei Frauen zu. Aber jetzt fragte Akira „Was genau suchst du eigentlich?"

„Eine weiter Verbindung zu Ilahja!" erläuterte Lena einfach, jedoch bevor Akira oder jemand anders weiter fragen konnte, hatte Alena ihre Frage gestellt „Warum sind so viele dunkle Blutflecken auf der Straße?" wollte sie nun aufgewühlt wissen. „Weißt du …" begann Stefan, aber Ayashi unterbrach ihn und teile Lena mir einer traurig wütenden Stimme die Wahrheit über Silvana mit „Silvana ist böse … Sie hält nichts vom Leben eines Menschen und sie meint die Macht, die sie inne hat auch noch demonstrieren zu müssen!" Diese wenigen Worte hatten Alena mehr als mit jeder Beschreibung begriffen, was Silvana getan haben müsste. Sie schluckte die Tränen hinunter, welcher ihr wieder in Augen steigen wollten und meinte mit einer bestimmten Sicherheit in der Stimme „Dann ist es jetzt noch wichtiger als vorher…!" Ohne es auszusprechen wussten alle Anwesen, was sie meinte. Ilahja musste gefunden werden…. Koste es was es wolle…

„Ich werde jetzt gehen!" meinte Lena bestimmt und zog wieder ihre Kapuze über ihren Kopf. „Wohin?" sagten alle wie aus einem Munde, aber Alena sah sie nur kurz der Reihe nach an und sagte, dass was sie vorher auch schon gesagt hat „Ich suche die Verbindung zu Ilahja…!" Dann drehte sie sich um und ging in Richtung Haustür.

Hinter sich hörte sie hastige Schritte und Bewegungen und als sie das Haus verlies, kamen auch die andern Vier hinterher. „Wir kommen mit" meinte Akira bestimmt und zog sich ebenfalls die Kapuze seiner Jacke tief über sein Gesicht. Alena sah ein, dass es keinen Sinn hatte zu protestieren und so nickte sie ihnen nur kurz zu und machte sich auf den Weg Richtung Schloss, weil aus Gründen bestimmte, sie, wusste dass sie diese Verknüpfung zu Ilahja dort finden wird.

Es war gefährlich sich so nahe in das Gebiet des Feindes zu wagen, aber Alena musste ihren Gefühlen trauen. Lautlos schlichen ihre alten Freunde und sie durch die Gassen. Je näher sie dem Schloss kamen desto dunkler scheint es zu werden. Es ist so still so unheimlich still, bemerkte Alena mit einem Schaudern, aber je mehr sie von den roten Flecken auf den Straßen erblickte, welche in Richtung Schloss auch immer mehr wurden, umso mehr wurde sie in ihren Entschluss gestärkt Ilahja zu finden. Es war nur so schwer auch nur eine Spur ihrer besten Freundin zu erhaschen, denn wie findet man die Wiedergeburt einer Toten. Leider waren die restlichen Mitglieder der Wirrin dagegen das Ritual zu machen. Ja, es gab etwas womit man Ilahja mit Leichtigkeit finden konnte, aber alle hielten es für zu gefährlich.

„Vorsicht…" flüsterte sie ihren Freunden zu als sie einige Soldaten in der Ferne hören konnte. Sie drückten sich an die Mauer des Hauses, neben dem sie gerade gegangen hatten und versuchten sich in dessen Schatten zu verbergen. Alena blickte sich schnell um auf der Suche nach einem Fluchtweg, aber entlang der engen Gasse war nichts zu erkennen, was ihr weiterhalf. In die eine Richtung konnten sie nicht weiter, weil die Soldaten auf den Weg waren, zwar nicht zu ihnen, aber sie kamen ihn ihre Richtung.

Ihr einzige Möglich war es einen Umweg in Richtung Schloss zu machen. Schnell tauchten sie in einen Seitenstraße ab, aber Alena wusste, dass die Soldaten sie dennoch gesehen hatten. Jetzt konnte sie nur noch hoffen, dass sie sich hier nicht allzu auffällig verhalten haben. Leider so schien das Glück diesmal leider nicht auf ihrer Seite zu sein. Da sie es nicht zu einem Kampf kommen lassen wollten, eilten sie schneller die Straßen entlang.

Sie brauchten länger zum Schloss als wenn sie die Hauptstraße genommen hatten. Immer waren ihnen noch ihre Verfolger auf den Fersen, aber außer durch ein paar vorsichtige Blicke über die Schulter beachteten sie diese nicht. Trotz ihrer Suche nach der Verbindung zu Ilahja versuchten sich ganz normal zu geben. So als ob sie nur vier Freunde wären, welche des Nachts etwas spazieren gingen.

Alena konnte vor sich das Schlossportal sehen, aber leider konnten sie es sicht nicht leisten länger stehen zu bleiben, denn sonst würden ihre Verfolger misstrauisch werden. Es grenzte an ein Wunder, dass sie noch nicht eingeholt worden sind. Vielleicht lautet der Befehl der Verfolger nur „Beobachten" und nicht „Kämpfen". Eigentlich war es ihr egal!

Die junge Frau wollte nur ihren Hinweis und dann so schnell wie möglich weg von hier. Langsam gingen sie am Schloss vorbei. Je näher sie zum Schloss kamen, desto deutlicher konnten sie eine Gestalt am Portal erkennen. Diese stellte sich auf jungen Mann heraus, welcher die Tür anstarrte.

Alle vier Freunde blickten sich aufmerksam um. Nur niemand von ihnen hatte auch nur die geringste Ahnung, wie sich dieser Hinweis zeigen wirt. Als sie an dem jungen Mann vorbei gingen, fühlte Alena etwas Warmes um ihren Hals. Sofort suchten ihre Hände das Stenenamulett.

Es strahlte eine Wärme aus und hatte leicht zu leuchten begonnen. Hatte dieser Junge etwas damit zu tun? War er der Hinweis? Sie blickte sich ihren Freunden um und deutete auf den Jungen. Alena hatte keine Möglichkeit mit ihm zu sprechen und wusste auch sonst nicht, was sie machen sollte.

Glücklicherweise wurde ihr diese Entscheidung abgenommen, denn der junge Mann hatte plötzlich damit begonnen an das Schlosstor zu hämmern und zu schreien.

„Lass meine Elter frei…!"

Er schrie es immer und immer wieder. Alena konnte es nicht mit ansehen, wie dieser Junge verzweifelt nach seinen Eltern verlangte. Sie ging zu ihm hin und berührte ihn mit der Hand leicht an der Schulter. „Nicht…" murmelte sie leise. Das war das einzige, das ihr in diesem Moment eingefallen war. Was sollte sie ihm denn schon sagen? Dass seine Eltern verloren sind? Oder das alles gut wird?

Die nächsten Ereignisse passierten ganz schnell hintereinander. Die Soldaten, also ihre Verfolger, traten aus den Schatten der Häuser und zerrten den Jungen vom Tor weg. Gleichzeitig hatte Alena und ihre Freunde Kampfposition eingenommen und einer der drei Soldaten flog auch schon, wie eine Puppe durch die Luft und krachte hart auf den Boden.

Aber es hatte weder Akira, noch Aya oder Stefan auch nur irgendeinen Zauber angewandt. Es war der Junge gewesen. „Ich will meine Eltern!" meinte er verzweifelt.

Plötzlich trat es Alena wie ein Schlag. Dieser unbekannte junge Mann sah genau so aus wie David Sew. Das kann nicht sein? Oder doch? Schnell versuchte sie die Situation zu überblicken und zu überlegen. Wicht war dabei… Kampf um jeden Preis vermeiden.

Alena versuchte ihren Freunden ein Zeichen zu geben, aber sie wusste nicht ob sie es verstanden hatten. Mit einer kleinen Handbewegung flogen auch die anderen zwei Soldaten durch die Luft. Im selben Augenblick produzierte Akira hinter ihren Rücken einen Menge dichten Rauch. Alena stürzte nach vor, packte den Jungen an der Hand und verschwand in einen Strom aus blauen Funken in die Nacht hinein.

Und noch bevor sich der Nebel verzogen hatte, ging das Schlosstor auf und eine Frau kam heraus. „Wo ist es?" schrie sich in die Nacht hinaus. Diese Frau hatte lange schwarze Locken, durchdringend, dunkelbraune, fast schwarze Augen und eine anmutige Statur. Dennoch sah sie so aus als wäre sie gerade aus dem Bett gesprungen. Ihr Harre standen in alle Richtungen ab und sie trug nur ein schwarzes, langes Seidennachthemd und eine Morgenmantel.

Inzwischen hatte sich der Nebel gelegt und nicht nur Alena und der unbekannte Junge sind verschwunden, sondern auch Akira, Ayashi und Stefan waren zu ihren Familien zurückgekehrt. Aber nur um zu packen und die Stadt dann so schnell wie möglich zu verlassen.

Zum Glück hörte Alena nicht mehr wie Silvana ihre Soldaten zu Schnecke machte, weil sie das Amulett nicht hatten. Was interessiert schon die Königin, dass sie vom Amulett nichts gewusst hatten?