Disclaimer: Alles gehört JKR!


Schatten der Wahl

2. Nachwirkungen

Harry erwachte mit heftigen Kopfschmerzen. Einen Moment lang war er desorientiert, dann erinnerte er sich. Todesser, die Dursleys. Er setzte sich ruckartig auf und bereute es sofort. Alles um ihn herum drehte sich. Als der Schwindel etwas nachließ, erkannte er eine Phiole auf dem Tisch neben dem Bett auf dem er lag. Harry öffnete sie und roch daran. Als er den Trank erkannte, leerte er sie in einem Schluck, und sein Kopf fühlte sich sofort besser. Dann sah er sich um.

Er lag auf einem großen Himmelbett mit grünen Vorhängen und grüner Bettwäsche. Seide, fiel ihm auf. Das Bett befand sich in einem luxuriös ausgestattetem Raum mit zwei Türen und großen Fenstern an einer Seite. Harry stand auf und etwas fiel klappernd zu Boden. Eine silberne Brosche. Er erinnerte sich vage, sie in der Hand der Frau gesehen zu haben. Ein Portschlüssel? Harry legte sie auf den Tisch, neben die leere Phiole. Dann versuchte er, eine der Türen zu öffnen. Sie war verschlossen. Die andere führte in ein riesiges römisches Badezimmer. Die Fenster waren ebenfalls verschlossen. Auf der Außenseite war ein Balkon. Der Blick zeigte ihm, dass er sich in einem höheren Stockwerk befinden musste. Es war früher Morgen. Harry sah auf einen weitläufigen Garten und einen Wald, über den er nichts sagen konnte, außer, dass er ihn noch nie gesehen hatte.

Er sah sich genauer im Raum um. Es gab außer dem Bett einen riesigen Schrank, ein gut gefülltes Bücherregal, einen Schreibtisch und mehrere Kommoden. Harry öffnete den Schrank und fand zu seiner Überraschung, dass er eine große Auswahl an Roben und anderen Kleidungsstücken enthielt, anscheinend in seiner Größe. Die Bücher in dem Regal behandelten die unterschiedlichsten Themen. Verwandlungen, Tränke, die Dunklen Künste, aber auch Geschichte und Etikette. Harry versuchte nochmals, Tür oder Fenster zu öffnen, erneut ergebnislos. Er war gefangen, aber in einem sehr luxuriösen Gefängnis.

Er war verwirrt. Es waren definitiv Todesser gewesen, die ihn bei den Dursleys überrascht hatten, Harry glaubte sogar, einen von ihnen erkannt zu haben. Er schauderte. Die Dursleys waren höchstwahrscheinlich tot. Harry hatte sie verabscheut, besonders Vernon, aber er wollte sie nicht tot sehen. Wenn es aber Todesser waren, so hätte er erwartet, dass sie ihn auf der Stelle töteten. Oder dass er zumindest in einem Kerker aufwachte. Warum dies hier? Was war der Sinn?

Harry sah sich erneut nach einem Ausweg um, ergebnislos. Schließlich frustriert griff er nach einem Stuhl und schlug ihn mit aller Kraft gegen das Fenster. Er prallte nur zurück, als hätte er Gummi getroffen und riss Harry mit sich zu Boden. Harry murmelte einen Fluch. Offensichtlich gab es keinen Weg nach draußen. Er kam wieder auf die Füße und starrte durch das Glas auf den Garten. Selbst wenn er durch das Fenster käme, der Raum war zu weit oben. Er konnte ohne seinen Zauberstab nichts tun. Er wanderte vor den Fenstern auf und ab, bis er hungrig wurde. Schließlich, als weiterhin nichts geschah, beschloss er, zu duschen. Das Wasser entspannte ihn ein wenig. Als er die Dusche verließ, war die Kleidung, die er getragen hatte, verschwunden. Harry erstarrte und sah sich um, aber in den Räumen war niemand. Nachdem er sich abgetrocknet hatte, entschied er sich, Kleidung aus dem Schrank zu nehmen. Er wählte schließlich eine schwarze Hose und eine grüne Robe, sowie ein Paar schwarzer Schuhe. Alles passte perfekt. Es war offensichtlich teure Kleidung, und typische Zaubererkleidung ebenfalls. Als er sich angezogen hatte, sah er einen Teller mit Broten und eine Tasse Tee auf dem Tisch. Hauselfen, wurde ihm klar. Harry bemerkte zu ersten Mal, wie hungrig er war, und begann hastig zu essen. Als er satt war, setzte er sich, um nachzudenken, kam aber zu keinem Ergebnis.

Endlich nahm er wahllos ein Buch aus dem Regal und begann zu lesen. Es war ein Buch über Verwandlungen für Fortgeschrittene. Harry vertiefte sich darin und sah erst wieder auf, als ein neuer Teller auf dem Tisch erschien und die Sonne anzeigte, dass es Mittag war.

Die Tage vergingen und niemand störte ihn. Harry fühlte, wie seine Prellungen und Striemen verheilten. Er konnte manchmal nicht anders, als zu denken, das dies um einiges besser war, als sein Leben bei den Dursleys. Immerhin hatte er eine Menge Raum für sich, niemand störte ihn und er konnte lesen, was er wollte. Er fühlte sich schuldig für diesen Gedanken, schließlich waren die Dursleys höchstwahrscheinlich tot. Außerdem mochte alles hier nur eine Täuschung sein, um ihn in Sicherheit zu wiegen, bis er Voldemort ausgeliefert wurde. Aber Harry kam nicht umhin, diesen Gedanken unsinnig zu finden. Voldemort wollte ihn tot, nichts anderes. Vielleicht wollte er ihn vorher foltern, aber dafür war der Cruciatus-Fluch effektiv genug.

Es gab Momente, in denen ihn Panik überfiel, und er verzweifelt an der Tür oder an den Fenstern rüttelte, damit sie sich öffneten. Ein Teil von ihm hoffte, dass vielleicht ein zufälliger magischer Ausbruch ihn retten würde, wie so viele Male zuvor. Es blieb jedoch immer erfolglos, und wenn er sich erschöpft hatte, resignierte er vor der Tatsache, dass er einfach abwarten musste, was geschah. Er konnte nicht gegen einen unsichtbaren Gegner ankämpfen. Was immer seine Entführer mit ihm vorhatten, er würde es erst erfahren, wenn sie es ihm mitteilten.

o

„Willkommen, Todesser."

Rote Augen wanderten über einen Kreis verhüllter Gestalten. Sie zitterten nicht. Der Blick der Augen war zufrieden, fast wohlwollend, seit langem das erste Mal.

„Dies ist ein großer Tag für uns und unsere Sache, meine treuen Freunde. Harry Potter ist tot. Er war nur ein Symbol, aber auch ein Symbol hat Macht. Sein Tod lässt unsere Feinde schwach und hoffnungslos zurück... ihre eigenen Ränke werden ihr Untergang. Sie machten ihn zu ihrem Banner. Sie verführten die Zaubererwelt in den Glauben, er, nur ein Junge, könnte mich besiegen. Und tatsächlich, eine Weile schien es, als wären Glück und Zufall der reinen Macht überlegen. Denn nichts anderes war es, meine Gefolgsleute, das ihn unsere Zusammentreffen überleben ließ. Wie sich nun gezeigt hat. Es scheint offensichtlich... und dennoch...einige glaubten, ein Kind wäre dem mächtigsten Zauberer unserer Zeit überlegen. Zweifel... selbst in meinen eigenen Reihen."

Ein Schaudern lief durch den Kreis, als ein kalter Blick die Gestalten traf. Das schlangengleiche Gesicht des Dunklen Lords verzog sich zu einem bösartigen Lächeln.

„Oh ja, ich weiß es wohl... So, ohne wirkliche Macht, verzögerte er doch unseren Sieg... durch die närrischen Hoffnungen, die sie auf ihn lenkten. Nun, da ihre Lügen offenbar geworden sind, werden sie unsere Macht umso mehr fürchten."

Voldemorts Blick wanderte über seine Gefolgsleute und blieb schließlich an einer der Gestalten haften.

„Severus..."

Der Angesprochene trat vorwärts, verbeugte sich und küsste den Saum seiner Robe. „Mein Lord..."

„Sag mir, wie reagiert Dumbledore auf den Verlust seines kostbarsten Spielsteins?"

„Er ist tief getroffen, mein Lord. Mitglieder des Ordens bezweifeln sein Urteil. Sie glauben er hätte was geschehen ist verhindern müssen. Er ist verwirrt, weil er nicht weiß, wie es geschehen konnte. Er ist schwächer als jemals zuvor."

„Ah, erfreuliche Neuigkeiten."

Voldemort lächelte selbstzufrieden. Es war ein angsteinflößender Anblick, selbst für die, die ihm nahe standen.

„Ihr mögt gehen, meine Freunde... Geht, feiert diese freudigen Ereignisse... und säht die Furcht in den Herzen unserer Feinde..."

„Ja, mein Lord...", kam die Antwort von unterschiedlichen Stimmen. Einige ruhig, andere enthusiastisch, einige leise vor Verehrung.

Voldemort lächelte, als sie verschwanden, einer nach dem anderen. Nur wenige blieben zurück. Er setzte an, um etwas zu sagen, aber hielt inne, als sein Blick auf eine Gestalt fiel die er offensichtlich nicht erwartet hatte.

„Gibt es noch etwas?"

Die Gestalt warf sich plötzlich vor ihm zu Boden, ohne jedoch seinen Mantel zu berühren.

„Meister, ich habe ein Geständnis zu machen. Ich beuge mich unter jedes Urteil, welches Ihr über mich fällt."

Voldemort hob die Augenbrauen, aber er betrachtete die Gestalt mit einem kalkulierenden Blick.

„Ja?"

„Ich habe euch verraten, Meister."

Überraschtes Aufkeuchen von den verbliebenen Todessern. Der kalkulierende Blick verschwand und wurde ersetzt durch Überraschung und Zorn.

„Wie das?"

Die Gestalt zuckte nicht zusammen unter dem tödlich kalten Tonfall. Seine Stimme war ruhig, als er begann.

„Wie Ihr vielleicht wisst, hatte ich eine intime Beziehung mit Lily Evans, als ich noch zur Schule ging. Ich hatte Gefühle für sie, trotzdem sie ein Schlammblut war. Aber sie fürchtete sich vor dem, was ich war und verließ mich, um James Potter zu heiraten. Sie wusste um mein Geheimnis... dass ich Euer treuer Diener war... aber sie behielt es für sich. Jahre später trafen wir uns wieder. Sie war schwanger mit Potters Kind. Sie erinnerte sich... sie bat mich, das Kind zu beschützen... und in einem Moment der Sentimentalität stimmte ich zu. Ich gab ihr meinen Zauberereid. Wenig wusste ich damals, was dieses Kind bedeutete! Dumbledore, wie habe ich nie herausgefunden, erfuhr davon. Er verdächtigte mich, ein Todesser zu sein, so erzählte er mir von der Prophezeiung... und brachte mich so dazu, Euch zu verraten."

„Die Prophezeiung?", unterbrach ihn der Dunkle Lord.

„Ja, die Prophezeiung, die er von Sybill Trelawney erhalten hatte. Er zeigte sie mir, und ich wusste, Ihr würdet das Kind töten."

„Wie lautet sie?"

Der Todesser schwieg einen Moment, offenbar versuchte er sich zu erinnern.

„Der mit der Kraft den Dunklen Lord zu bezwingen nähert sich...", zitierte er dann. „geboren denen, die sich ihm dreimal widersetzten, geboren wenn der siebente Monat stirbt... der Dunkle Lord wird ihn als seinen Gleichgestellten kennzeichnen, aber er hat eine Macht, der der Dunkle Lord nicht kennt... und einer muss durch die Hand des anderen sterben, da keiner leben kann solange der andere überlebt... der mit der Kraft den Dunklen Lord zu besiegen wird geboren wenn der siebente Monat stirbt."

Voldemort starrte mit Unglauben auf den Mann hinunter, wie auch die anderen Todesser. Einer von ihnen zitterte, aber keiner bemerkte es.

„Ich wusste, dass es Lilys Kind war.", fuhr der kniende Mann fort. „Mein Schwur zwang mich, es vor Euch zu beschützen, und das tat ich. Ich hasste Lily dafür, dass sie mich in diese Situation gebracht hatte und ich hasste das Kind... den Jungen später... für was er war, aber ich hatte keine Wahl, ich war gebunden. Ironischerweise brachte es mir Dumbledores Vertrauen."

Der Mann lachte heiser.

„Der alte Narr, er glaubte ich täte es für seine Seite. Dabei verabscheute ich alles was ich tat. Letztes Jahr brach ich meinen Schwur beinah, als er mich dazu brachte Potter Okklumentik beizubringen und ich Eure Erinnerungen in seinem Geist sah. Glücklicherweise sorgte mein Hass allein dafür, dass ich im Unterrichten versagte. Ich wollte nichts mehr, als von ihnen freizukommen, aber ich wusste, ich konnte nicht zurück. Nun, da er tot ist, hat es endlich ein Ende. Ich erwarte keine Vergebung von Euch. Ich verdiene keine. Es war idiotisch, sich von einem Schlammblut wie Evans verführen zu lassen. Ich wage nicht den Schaden zu ermessen, der durch meine Narrheit entstanden ist. Ich habe alles verraten, woran ich glaube. Ich wollte nur, dass Ihr die Wahrheit wisst."

Der Dunkle Lord starrte einige Sekunden auf ihn hinunter, dann machte er eine Bewegung mit seinem Stab. Die Todesserrobe und die Maske verschwanden, ließen den Mann nur mit einer Hose bekleidet. Der enthüllte Körper war von etlichen Narben gekennzeichnet, einige davon noch nicht sehr alt.

„Du wirst bezahlen für das was du getan hast.", zischte Voldemort, sein Blick gnadenlos auf dem Mann vor ihm.

„Tut was immer Ihr wünscht, mein Lord.", erwiderte Severus Snape ohne aufzusehen.

o

„Ich habe euch alle heute aus einem traurigen Anlass hergebeten."

Dumbledore betrachtete die Gruppe trauernder Menschen vor sich. Hermione saß sehr gerade neben Ron, der ihre Hand hielt. Er starrte starr geradeaus, bemüht kein Gefühl zu zeigen. Arthur Weasley hielt seine Frau Molly im Arm, deren Augen rot und verweint waren. Sie wirkte ausgelaugt, so als hätte sie tagelang nicht geschlafen. Die beiden Zwillinge kümmerten sich um Ginny, die kaum besser aussah, als ihre Mutter. Dumbledore seufzte tief.

„Nur mir und Mister Potter war es bekannt, dass er Testament verfasst hat. Er wollte nicht, dass sich irgendjemand sorgt, deswegen bat er mich, es geheim zu halten. Er schrieb es mir diesen Sommer. Ich nehme an, nach Sirius Tod wollte er sicher gehen, dass seine Angelegenheiten geregelt sind, sollte ihm etwas zustoßen. Keiner konnte ahnen, wie voraussehend das war."

Ginny schluchzte, und George strich ihr beruhigend über den Rücken.

„Remus Lupin konnte leider heute nicht hier sein.", fuhr Dumbledore fort. Er hoffte, seine Bekümmerung über die Bitterkeit des Mannes zu verbergen. „Dies ist jedoch nicht so schwerwiegend, da die Dinge, welche ihm vermacht wurden, leider Opfer des Feuers wurden."

Der alte Zauberer seufzte erneut. „Ich werde daher das Testament verlesen, wie es ist."

Er zog eine Pergamentrolle hervor und öffnete das Siegel. Dann begann er zu lesen.

„Ich, Harold James Potter, im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, vermache folgendes: Meine Bücher, außer die über Quidditch, und meinen Unsichtbarkeitsmantel: Hermione Granger, der klügsten Hexe die ich je gekannt habe und einer wunderbaren Freundin. Ich weiß, sie wird das richtige damit tun. – Die Bücher sind leider verbrannt, Miss Granger, aber der Umhang hat durch seine Magie das Feuer überstanden."

Hermione nickte verstehend, dann schluchzte sie und lehnte ihren Kopf gegen Rons Schulter. Ron strich ihr über den Kopf ohne das Gesicht von Dumbledore zu wenden.

„Meine Quidditchbücher, Karten und Poster, sowie meinen Besen und die Karte der Marauder: Ron Weasley, einem großartigen und loyalen Freund. Wenn ich mir einen Bruder gewünscht hätte, wärst du es gewesen. Leider hat nur die Karte das Feuer überstanden, Mister Weasley."

Rons Kiefer spannte sich und er blinzelte und senkte den Kopf, versuchend seine Beherrschung zurück zu gewinnen. Seine Hand umklammerte Hermiones.

„Meine Eule Hedwig: Ginny Weasley, die immer wie eine kleine Schwester für mich war. Ich weiß, du wirst dich gut um sie kümmern, Ginny."

„Ich verspreche es, Harry.", flüsterte Ginny.

„Meinen Anteil an Weasleys' Wizard Wheezes, sowie 20 000 Galeonen, an George und Fred Weasley, meine besten Partner. Denkt euch ein paar gute Scherzartikel für mich aus, Jungs."

„Ehrensache.", sagte Fred, und George nickte.

„Mein restliches Vermögen einschließlich den Inhalt meines Gringotts- Verlieses: Arthur und Molly Weasley. Ich habe meine Eltern nie kennen gelernt und die Dursleys waren nie Eltern für mich, damit waren sie das nächste, was ich jemals zu Eltern hatte."

„Du warst immer wie ein Sohn für mich.", schluchzte Molly Weasley und Arthur nickte zustimmend.

„Ich liebe euch alle. Sollte Voldemort noch leben, gebt dem Bastard einen Tritt von mir. Ich weiß ihr könnt es. Ihr seid das beste, was mir je passiert ist. Trauert nicht zuviel über was immer geschehen ist. Ich wünsche mir, dass ihr euer Leben weiterlebt und so glücklich werdet, wie ihr nur könnt. Professor Dumbledore..."

Dumbledore stockte einen Moment, dann las er weiter... „Wir hatten unsere Auseinandersetzungen in der Vergangenheit, aber Sie waren immer ein weiser Mentor für mich. Ich kenne nun die Prophezeiung, aber ich bin sicher, Sie können Voldemort auch ohne mich besiegen. Er ist nichts gegen Sie und all die Zauberer und Hexen auf Ihrer Seite. Harry."

Dumbledore rollte das Pergament zusammen. Die Gruppe sah nun noch trauriger aus als zuvor. Er legte die Karte, den Mantel und Harrys Zauberstab vor sich auf den Tisch, sowie den Gringotts-Schlüssel.

„Dies sind die einzigen Besitztümer, die das Feuer überstanden haben, aufgrund der ihnen eigenen Magie. Harry hat nichts über seinen Stab gesagt, aber ich würde ihn gerne behalten, wenn niemand einen Einwand dagegen erhebt."

Keiner sagte etwas. Dumbledore lächelte traurig und Fawkes neben ihm gab ein paar beruhigende Zirplaute von sich.

„Er würde nicht wollen, dass wir uns hier verkriechen.", sagte Fred.

„Ja, er würde wollen, dass wir ihnen allen zeigen, dass es uns noch gibt.", fügte George hinzu.

„Richtig, Brüder." Ron nickte grimmig. „Er würde nicht wollen, dass wir aufgeben."

Ginny rieb sich die Tränen aus den Augen und setzte sich auf. Ihr Gesicht war plötzlich ruhig und sehr entschlossen.

„Ich werde herausfinden, wer immer es getan hat.", sagte sie. „Sie werden dafür bezahlen."

Es klang wie ein Schwur. Molly Weasley sah erschrocken auf ihre jüngste Tochter.

„Sie werden alle bezahlen, die ganze Todesserbande.", stimmte Ron zu, und streckte die Hand aus. „Für Harry."

„Für Harry.", sagten Fred und George und legten ihre Hände auf seine.

„Für Harry.", wiederholte Ginny heftig, ihre Hand hinzufügend. „Für Harry.", flüsterte Hermione und legte ihre Hand hinzu.

Die fünf sahen sich in die Augen. „Voldemort wird diesen Tag bedauern." Keiner von ihnen stockte bei dem Namen.

o

„Ich sah diesen Tag kommen, oh so oft, aber er hat niemals auf mich gehört."

„Halt den Mund, Sybill.", schnappte Madame Hooch plötzlich.

Minerva McGonagall warf der Quidditchlehrerin einen scharfen Blick zu, aber sah, dass die Frau beinah weinte. Rolanda hatte eine Menge von Harry gehalten. Trelawney warf ihr einen gekränkten Blick zu.

„Wie kannst du nur so rüde sein. Du hast kein Verständnis für anderer Leute Trauer."

Rolanda schnaubte nur.

„Der arme Junge.", sagte Poppy Pomfrey. „Er war mehr im Krankenflügel als jeder andere Gryffindor. Dabei trotzdem immer so freundlich und rücksichtsvoll."

„Er war mutig und gerecht. Ein wahrer Gryffindor wie man ihn nur selten findet.", sagte Minerva mit bedrückter Stimme. Die Frauen um sie herum nickten kummervoll und einige Momente herrschte trübsinnige Stille.

Plötzlich richtete Trelawney sich auf und versteifte sich. Die anderen Frauen starrten sie an. Ihre Augen rollten herum und sie begann, mit tiefer, hohler Stimme zu sprechen.

„Es ist ein Haus zu bauen, doch die Tiere bekriegen sich.

Wenn die Schildkröte das Vertrauen des Tigers verliert und der Drache ihn verlässt,

wird der Phoenix fallen...

doch wenn die schwarze und die weiße Katze seine Fersen bewachen,

wird Hydra brennen,

und er von der Asche emporsteigen."

Alle am Tisch betrachteten sie ungläubig.

„Was ist?", fauchte die Wahrsagelehrerin. „Was seht ihr mich so an?"

Minerva fing sich als erstes.

„Nichts, Sybill. Du siehst müde aus. Warum gehst du nicht, und ruhst dich ein wenig aus?"

„Ja, Sybill.", fügte Poppy hinzu. „Etwas Schlaf wird uns allen gut tun."

Trelawney betrachtete sie misstrauisch, aber nickte.

„Ich bin tatsächlich müde, und diese anstrengenden Ereignisse belasten mein inneres Auge. Gute Nacht dann."

„Gute Nacht, Sybill.", erwiderten die anderen höflich. Als sie gegangen war, starrten sie sich an.

„Dumbledore sollte davon erfahren.", sagte Rolanda schließlich.

Minerva nickte. „Ich gehe zu ihm, sobald seine Gäste gegangen sind."


A/N: Wow, so viele Reviews für nur ein Kapitel! Danke, danke, danke!
Alles wird sich aufklären, keine Sorge!

Cat Ballou: Danke für den Hinweis, manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich den deutschen oder den englischen Ausdruck verwenden soll. Ich versuche in Zukunft, einheitlich zu bleiben. Ich leugne, dass es meine Absicht war, meine Leser ein wenig konfus zu machen... Aber es könnte helfen, wenn du weiter liest. ;-)

Kissymouse: Diejenigen, die das Haus in Brand gesteckt haben, sorgten dafür, dass man Harry für tot halten würde.