Rechteabtretung: siehe Kapitel 1

Hinweise des Autors:

Überraschend hat sich beim abtippen meiner Notizen die Handlung schon wieder etwas selbstständig gemacht. Ursprünglich gab es den ersten Teil dieses Kapitels nicht. Aber nun bin ich sehr glücklich darüber. Man erhascht einen ersten Blick auf die Beziehungen zu Severus.

An dieser Stelle sollte ich erwähnen das ich alles ab Ende des 5. Bandes ignoriere. Sirius ist tot - aber die nächsten 2 Jahre verhielt sich Voldemort, abgesehen von vereinzelten Anschlägen ruhig. Wir befinden uns im 7. Schuljahr Harry Potters.

Wichtig: Ich muss die Warnung bezüglich des hohen Ratings von Kapitel 1 auf dieses Kapitel ausweiten. Mir wurde beim abtippen bewusst dass für Leser die nicht regelmäßig mit Schwerkranken/verletzten zu tun haben der zweite Teil durchaus belastend sein kann.

- Kapitel 2: Schatten und Licht -

Hogwarts einigen Tage zuvor

„Es sind 7 Tage Albus! Wir müssen ihn finden!" Eine sichtlich aufgebrachte Minerva McGonagall schritt vor dem Schreibtisch des Schulleiters auf und ab. Ihr Haar war nicht wie sonst ordentlich zu einem Dutt gebunden sondern hing ihr in wilden Locken über den Rücken. Die Roben sahen aus als hätte sie in ihnen geschlafen. Ihr Gegenüber sah nicht viel besser aus. Tiefe Sorgenfalten zeigten sich auf dem sonst so aufmunternd wirkenden Gesicht des Schulleiters. Auch ihm war anzusehen dass die letzten Tage keine Guten gewesen waren.

„Minerva. Wir tun alles was möglich ist. Bitte. Setz. Dich. Hin."

Mit einem tiefen Seufzen ließ sich die Lehrerin einen Sessel sinken. Der aufgewühlte Blick war aus dem Fenster, das sich hinter dem Schreibtisch ihres Kollegen und Freundes befand gerichtet. „Was sollen wir nur machen, Albus? Was wenn wir ihn nicht rechtzeitig finden? Ich würde mir nie vergeben wenn Severus..." sie brach ab und schlug die Augen nieder. Ihr Gegenüber blieb stumm. Was sollte er auch sagen? Ihn plagten die selben Ängste.

Seit Harry Potter vor einigen Tagen mitten in der Nacht an seine Bürotür gehämmert hatte und ihm deutlich aufgebracht von seiner Vision erzählt hatte, hatte er nichts unversucht gelassen seinen Spion zu finden. Zuerst hatte er gehofft, dass die grausamen Bilder die Harry ihm geschildert hatte eine Falle wären wie damals bei Sirius. Aber als Severus auch nach 24 Stunden spurlos verschwunden blieb, schwand seine Hoffnung. In einer Krisensitzung des Orden des Phönix wurden in höchster Eile Pläne geschmiedet um den Tränkemeister zu finden. Remus Lupin benutzte seine Kontakte zu den Werwölfen und anderen Kreaturen. Moody und Tonks forschten im Ministerium und Fletcher in der Nocturngasse nach. Filius Flittwick und McGonagall hatten die Schuleulen mit einem Zauber belegt der auf ihren Reisen nach der magischen Signatur von Severus Snape suchen würde. Sollte eine von ihnen auf ihren Flügen in seiner Nähe sein würden sie zumindest wissen wo sie suchen mussten. Etwas Ähnliches tat auch Fawkes. Der Phönix war seit Tagen unterwegs und suchte nach dem Mann.

Aber erfolglos.

Und jeden Tag schwand ihre Hoffnung mehr. Jeden Tag sah er den leeren Stuhl am Lehrertisch, die zunehmend verzweifelten Blicke der Kollegen wenn sie ihm Lehrerzimmer „Severus'" Sessel sahen. Die Schüler wussten zwar nicht was los war, jedoch merkten sie das irgendetwas nicht stimmte. Bald würde er eine Erklärung zum Verschwinden ihres Tränkemeisters abgeben müssen.

Am Schlimmsten sah jedoch der junge Potter aus. Wo er zuvor versucht hatte die Verbindung zu Voldemort zu unterdrücken tat er nun das Gegenteil. Dumbledore wusste nicht was der junge Mann die letzten Tage mitansehen musste, da sich dieser weigerte „nicht-relevante Dinge" zu teilen. Aber ein Blick auf die tiefen Augenringe, die abgehackten Bewegungen und die Teller von denen er kaum etwas aß ließen erahnen das was immer Potter in der Nacht miterleben musste furchtbar war.

Severus war noch in England. Soweit waren sie sich sicher. Auch das er sich in einem alten, großen Gebäude befand war durch Potter Beschreibungen klar. Eines der Anwesen eines Todesser vielleicht? Fawkes flog diese nun ab. Versuchte irgendein Lebenszeichen ihres Tränkemeisters zu finden...

Aber es waren 7 Tage.

7 Tage voller Folter – selbst wenn sie Severus finden würden wären die Folgen wohl furchtbar. Sie hatten begonnen das Hauptquartier und einige andere wichtige Örtlichkeiten zu räumen. Bisher hatte Severus sein Wissen für sich behalten können, doch das bedeutete nicht das es so bleiben würde. Sollte der Tränkemeister unter Zwang Informationen über den Orden preis geben mussten sie bereit sein.

- Tag 13 -

„Meine lieben Schüler, ich bitte um eure Aufmerksamkeit."

Ruhe kehrte über der großen Halle ein. Die Schüler sahen zum Lehrertisch empor, ihnen war die angespannte Stimmung der letzten Tage nicht entgangen.

Der Schulleiter stand auf und straffte die Schultern. Er wusste das dieser Abend ein schwerer werden würde.

„Wie jedem von euch aufgefallen sein wird fehlt seit nunmehr 13 Tagen einer eurer Lehrer an diesem Tisch. Ich fürchte es ist nun an der Zeit das ich euch aufkläre." Dumbledore sah Besorgnis über die Gesichter der älteren Schüler huschen. Sein Tonfall zeigte eindeutig das nichts Gutes folgen würde.

„Severus Snape befindet sich nach unserem Wissen seit dieser Zeit in Gefangenschaft des dunklen Lords."

Was auch immer die Lehrer erwartet hatten, das Entsetzen das ihnen entgegenschlug übertraf ihre Vorstellungen. Jüngere Schüler schienen zuerst nicht zu verstehen was dieser Satz für ihren Tränkemeister bedeutete aber die Reaktionen ihrer älteren Mitschüler machte ihnen dies schnell klar. Einige weinten oder waren aufgesprungen, viele starrten jedoch in stummen Entsetzen ihren Schulleiter an. Besonders die Schüler am Slytherintisch waren aufgebracht, war Severus Snape doch für viele von ihnen ein Vertrauter der sie so gut es ging innerhalb und außerhalb Hogwarts unterstützte.

„Ich bitte euch mir euer Gehör zu schenken. Es gibt Dinge die ihr über Severus Snape wissen müsst." fuhr der Schulleiter nach einer kurzen Pause fort. „Viele von euch kennen ihn nur als den strengen Tränkemeister. Das Haus Slytherin jedoch weiß das Severus alles für seine Schüler tun würde. Auch wenn er das meist nicht zeigt." Ein trauriges Lächeln schlich sich auf sein Gesicht. „Tatsache ist, dass Professor Snape NICHT nur als Lehrer in Hogwarts war, im Gegenteil. Diese Anstellung war ursprünglich nur dazu da um ihm die Möglichkeit zu geben die Informationen die er als Spion in den Reihen des dunklen Lords sammelte an mich und das Ministerium weiter zu geben." Dumbledore hörte rechts von sich das Minerva McGonagall leise schluchzte. „Seit nun fast 20 Jahren hat Severus Snape sein Leben riskiert um andere vor Verfolgung, Folter und Tod zu bewahren. Viele unter euch haben Verwandte und Freunde die nur knapp Anschlägen von Todessern entgangen sind, ...die durch eine anonyme Quelle gewarnt wurden... Diese „Quelle" bekommt heute einen Namen." Durch die gesamte Halle hörte man überraschte Laute.

„Wir wissen durch Visionen Mr. Potters das Professor Snape vor 3 Tagen noch... am Leben war." Er stockte kurz. „Er befindet sich wohl in einem steinernen Anwesen im Norden Englands. Im Gebiet das vor 6 Tagen von einem Sturm heimgesucht wurde. Wir haben unsere Suchen nach seiner magischen Signatur in diesem Gebiet verstärkt. Aber es handelt sich trotzdem um viele hundert Kilometer Land. Auch ist es wahrscheinlich das Schutzzauber das Gebäude zusätzlich tarnen. Ich bitte jeden unter euch der vielleicht Familie, Freunde oder Bekannte in diesem Teil Englands hat zu versuchen sich an verlassenen Gebäude dieser Art zu erinnern. An Geschichten oder Warnungen gewisse Orte dort nicht zu betreten." Mit einem Schwenk seiner Hand erschien über den Schülern eine Karte die zeigte von welchem Gebiet er sprach.

„Ich werde ehrlich zu euch sein. Unsere Hoffnung unseren Freund und Kollegen zu diesem Zeitpunkt noch lebend wieder zu finden schwindet..." Ein Windhauch fuhr durch die Halle und alle Banner an Lehrer und Haustischen färbten sich schwarz. „Aber mit eurer Hilfe können wir Severus Snape vielleicht zumindest nach Hause bringen. - Bis es soweit ist werden wir ihm in Gedanken beistehen." Dumbledore ließ seinen Blick ein letztes Mal durch die Halle schweifen.

„Die Leitung des Hauses Slytherin übernimmt ab heute Professor Sinistra. Der Unterricht der nächsten 3 Tage fällt aus. Die Türen jedes Lehrers steht euch in dieser schweren Zeit offen. Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit."

- Tag 14 -

Ein Patronus eilte ins Quartier der stellvertretenden Schulleiterin. Diese schreckte von ihrem Buch hoch als Dumbledores Stimme erklang. „Wir haben den Standort von Voldemorts Hauptquartier. Alle sofort zur Invasionsbesprechung!" Bei den letzten Worten war Minerva McGonagall schon nicht mehr im Raum. Es war soweit. Wo Voldemort war musste auch Severus sein.

- Tag X -

Dumbledore war gerade dabei das Ministerium über den Tod des dunklen Lords zu informieren und sich um Harry zu kümmern. Der junge Mann schien sich noch nicht bewusst geworden zu sein das es vorbei war. Und als der Schulleiter zu dem enthaupteten Leichnam des ehemaligen dunklen Lords blickte musste er zugeben das er sich auf … MEHR .. vorbereitet hatte.

Der junge Potter hatte den dunklen Lord mit einer Klinge aus reiner, wilder Magie enthauptet. Einfach so... Nach all ihrer Planung am Tag zuvor war das schwierigste tatsächlich die Ausschaltung der wachhabenden Todesser gewesen. Sobald sie den Thronsaal betraten... war es vorbei.

„Mein Junge... wie...?" Grüne Augen sahen zu ihm auf. „Sie haben nicht gesehen was er Professor Snape angetan hat, sir. Er musste sterben, so schnell wie möglich. Damit nie wieder jemand durch ihn so leiden muss." Tränen liefen über die Wangen des jungen Mannes. „Wo ist er?"

Remus Lupin hatte in diesem Krieg viel gesehen und viel erlebt. Aber nichts hätten ihn auf das was er in Kerkern Voldemorts sehen würde vorbereiten können.

Sie waren in Zweierteams unterwegs. Die meisten um das Anwesen zu sichern und sich versteckende Todesser dingfest zu machen. Die leicht Verletzten halfen den Heilern beim Versorgen der Opfer.

Er, Minerva und 2 andere Teams waren mit den Zellen betraut worden. Und mit jeder Tür hinter der sie nur wieder nur die Leiche eines bedauernswerten Unbekannten fanden wurde ihre Hoffnung geringer. Neun von zehn Zellen...

Der Werwolf betete zu allen Göttern das hinter dieser Tür Severus Snape war – egal wie. Selbst nach all den Jahren der Feindschaft war es unerträglich nicht zu wissen was mit dem Mann geschehen war. Und nach allem was Snape für ihre Seite getan hatte hoffte Remus inständig das er lebte. Ohne ihn wäre dieser Krieg anders ausgegangen. Wenn Snape nicht bis zum Schluss ihre Geheimnisse – Das Hauptquartier, die Schutzhäuser, Namen von Mitgliedern des Ordens... - für sich behalten hätte... So viele wären gestorben.

Ja, der Mann musste noch leben. Und er musste das was auch immer hier geschehen war heil überstehen!

Mit einem letzten tiefen Atemzug trat Remus zur letzten Tür. Minerva legte eine zitternde Hand auf seinen Schulter.

Der Geruch der ihnen entgegenschlug war entsetzlich. Selbst der 'Frischluftzauber' den Beide benutzten half nicht.

In der Mitte des Raumes kniete eine Gestalt, wobei es eher danach aussah als wäre das Einzige was diese aufrecht hielt die Ketten um deren Hals. Remus wollte sich schon fast abwenden um eine Bare für den Körper heraufzubeschwören als er es hörte...

Ein Giemen, leise ungleichmäßige Atemgeräusche!

„Minerva! Dieser hier lebt noch!" Wenigstens ein Überlebender... Doch bevor er die Zelle betrat beseitigte er das Blut und... andere Dinge die den Boden bedeckten. Danach sprach er einen sanften Reinigungszauber auf den Angeketteten.

Leise trat er zu dem Mann. „Hörst du mich? Wir sind hier um dich zu befreien. Hab keine Angst." Nichts deutete darauf hin das er gehört worden war.

So sanft wie möglich legte er seine Hand an die Wange des Mannes. Dieser zuckte etwas, als wolle er zurückweichen war aber zu schwach. Vorsichtig hob er den Kopf etwas hoch um zu sehen ob er die arme Seele kannte.

„Bei Merlin! Er ist es!" Minerva war neben ihn getreten und hielt ihm bereits eine Phiole Wasser mit einem Stärkungstrank entgegen. Sie blickte gequält auf Snape hinab. „Oh Severus... Was haben dir diese Monster nur angetan?"

Das Wimmern das der einst so stolze Mann von sich gab als die ersten Tropfen Wasser in seinen Mund geträufelt wurden war herzzereißend. „Es ist ein Wunder das er überhaupt noch lebt. Sieh dir seinen Hals an. Wie lange haben diese Schweine ihn so angekettet gelassen? Merlin... er besteht ja nur noch aus Knochen! Und all diese Wunden..." Besorgt blickte Remus auf den geschundenen Körper vor sich. „Minerva... Was ist mit seinen Augen?" Die Hexe die gerade die Fixierungsflüche von den Ketten genommen hatte, sah auf als sie den Ton in Remus Stimme hörte. Ihr Blick fiel auf das hagere Gesicht des Tränkemeisters – auf dessen Augenlider, die, nun da dessen Kopf im Nacken lag merkwürdig eingefallen aussahen. Sie unterdrückte mit Mühe den Würgereiz. „Sie haben ihm die Augen ausgestochen! Oh Merlin!" keuchte sie. Remus musste sich kurz abwenden.

Es dauerte einige Momenten bis er sich wieder unter Kontrolle hatte. „Komm, wir müssen ihn hier raus bringen. Wer weiß was sie ihm noch alles angetan haben."

Minerva nickte grimmig. „Ich werde seine Arme betäuben, die Wunden an seinen Handgelenken sehen schlimm aus. Stumm befreite sie Snape von den Ketten an Armen und Hals während Remus den Mann stützte. Als sie ihn vorsichtig seitlich auf die Decke sinken ließen erhaschte sie erstmals einen Blick auf dessen Knie. Minerva wandte sich gerade noch rechtzeitig ab bevor sie sich erbrach.

Die Wochen des Kniens hatten furchtbare Folgen gehabt. Die Knochen seiner Knie lagen frei, seine Unterschenkel waren teils dunkel verfärbt aufgrund der schlechten Durchblutung. Einige Zehen waren schwarz und abgestorben.

Remus machte auch die Beine seines Kameraden gefühllos bevor er mit einigen Zaubern das abgestorbene Gewebe entfernte und die infizierten Wunden magisch verband. Dann hob er die Beine vorsichtig an damit Minerva, die sich wieder gefangen hatte, die Decke unter ihnen ausbreiten konnte. Sie wickelten Snape so gut es ging in die Decke bevor Remus ihn auf seine Arme hob. „Man spürt sein Gewicht gar nicht." flüsterte er zutiefst besorgt. Der Kopf des Mannes war kraftlos gegen seine Schulter gesunken. Wahrscheinlich war dieser nicht einmal mehr bei Bewusstsein.

Mit schnellen Schritten machten sie sich auf den Weg aus den Kerkern. Hinauf in die Haupthalle, in der Albus Dumbledore sie empfangen würde. In die Hände von Madam Pomfrey. Sankt Mungos war keine Option solange auch nur ein Todesser noch frei war.

Trotz des Sieges waren es Gestalten mit ernsten Gesichtern die mit ihrer fragilen Fracht nach Hogwarts zurück kehrten.

Tbc

Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich auf jedes Review! Es freut mich auch das meine älteren Geschichten durch diese hier wieder gelesen werden ^^

Wie vielleicht auffällt habe ich viele Dinge sehr wage gehalten, die Invasionsbesprechung, den Endkampf. Sie sind nicht wichtig für diese Handlung und ich glaube jeder hat schon mindestens 20 verschieden Versionen des Endkampfes zwischen Harry und Voldemort gelesen.

Das nächste Kapitel ist handschriftlich schon fertig.

Vielen Dank auch hier an meine treue Beta mimaja. Du bist die Beste.