Peinlich, peinlich, Potter!

Disclaimer: Tja... den hätte ich beim Prolog fast vergessen. drop Darum kommt er jetzt: Nichts aus dem Harry Potter-Universum gehört mir. Dieses Recht gebührt allein JKR und WB. Nix meins-

Harry fuhr schreiend aus dem Schlaf. Sein Puls raste und sein Atem ging viel zu schnell. Er keuchte. Schon wieder hatte er diesen schrecklichen Traum gehabt. Weiches Blondhaar... stahlgraue Augen... feuchte Lippen... sanfte Hände... warme Haut...

Sein eigenes Keuchen riss ihn in die Realität zurück. Grässlich! Ein schrecklicher Traum. Überhaupt kam es ihm sehr merkwürdig vor. Er war doch nun schon seit zwei Monaten mit Ginny Weasley zusammen. Warum träumte er dann also nicht von ihr? Warum erschien in seinen Träumen immer wieder Malf... – ein Junge?

Harry schüttelte den Kopf um alle Gedanken an seinen Traum zu verscheuchen. Unruhig blickte er sich um. Ah, ja richtig. Jetzt viel es ihm wieder ein. Er war ja nicht in seinem Himmelbett im Gryffindorgemeintschaftsraum und auch nicht in seinem Bett im Ligusterweg. Er lag in einem der riesigen Doppelbetten der Blacks in seinem Haus am Grimmouldplace. Irgendwo im Zimmer knackte es und Harry spürte, dass ihn jemand in der Dunkelheit anstarrte. Zwei Augen glommen keine drei Meter von seinem Bett entfernt im Dunkeln.

„Kreature! Sofort raus hier!", brüllte Harry entsetzt und schmiss ein Kissen nach dem Hauself.

„Herr, ich habe euch rufen hören. Hat es einen tieferen Sinn, dass ihr Master Draco's Namen gestöhnt habt?"

Harry spürte wie ihm das Blut aus einer anderen Region nun in den Kopf stieg. Er war kurz davor einen der Unverzeihlichen nach Kreature zu schleudern, da disapparierte der Hauself boshaft kichernd.

Sobald Kreature weg war sackte Harry in sich zusammen. Womit hatte er das nur verdient? Er hatte ein Haus, das er nicht wollte; einen boshaften Hauself und einen Kampf der nicht wirklich seiner war am Hals. Und zu allem Überfluss plagten ihn seit einigen Wochen nun auch noch feuchte Träume von seinem Erzfeind. Harry seufzte frustriert.

Ein Blick auf seinen Wecker genügte um festzustellen, dass es erst halb fünf war. Missmutig stand er auf und blickte an sich herab. Wie er erwartet hatte: Eine ragende Morgenlatte. Also würde er erst mal kalt Duschen gehen müssen. Natürlich wusste Harry, dass es da noch eine andere Alternative gegeben hätte, aber über die dachte er erst lieber gar nicht nach. Er zog kaltes Wasser vor.

Als Harry aus dem Badezimmer tapste kam er an Rons und Hermines Zimmer vorbei. Die beiden hatten sich, als feststand, dass Harry nicht nach Hogwarts zurückkehren, sondern in sein Haus in London ziehen würde, kurzer Hand entschlossen mit ihm eine WG zu eröffnen. Hermine hatte sich sofort als Managerin und Hausverwalterin aufgespielt und zusätzlich zu Ron auch noch Fred, George und Neville genötigt einzuziehen. Fred und George weilten nur gelegentlich in den Hauptstadt, darum war ihr Zimmer meist leer. Die einzige Person, die wirklich mit ständiger guter Laune durchs Haus geisterte war Neville. Er war geradezu aufgeblüht und schien mehr als froh zu sein den Fängen seiner Großmutter entkommen zu sein.

Harry blieb kurz stehen und dankte im stillen allen Göttern dieser Erde, dass die Wände und Zimmertüren so dick waren. Trotz der massiven Eichentür hörte man gedämpftes Wummern und erstickte Schreie durch die Tür. Hermine und Ron hatten in den letzten drei Wochen das Bett und damit auch dieses Zimmer kaum verlassen. Harry fragte sich im stillen, wie Hermine ihre zwei Jobs und ihr Fernstudium zusätzlich zu diesem Sexualleben hinbekam.

Er schüttelte bewundernd den Kopf und machte sich auf den Weg in die Küche. Dort öffnete er den Kühlschrank und holte sich eine eiskalte Dose Cola heraus. Mit wenigen, hastigen Schlucken trank er sie aus.

„Harry!" Neville platzte völlig außer Atem in die Küche. „Harry! Kreature ist weg!"

Harry starrte Neville verdattert an. Longbottom trug einen um mindestens drei Nummern zu kleinen, hellgelben, mit Teddybären bestickten Pyjama, der scheinbar ein Geschenk seiner Großmutter war. Doch nicht die Teddybären fesselten Harrys Aufmerksamkeit. Harrys Blick wanderte unaufhaltsam tiefer – auf Neville's Schritt zu. Der alte Schlafanzug saß dort nur zu eng. Ja, Longbottom trug seinen Namen zu recht.

Ach du sch!!! Was tat er da? Er glotzte Neville auf den Schwanz?! Er träumte unangenehm fantasievoll von Malfoy?! Was war nur mit ihm los? Er war doch nicht schwul!

„Ähm... Harry?", fragte Neville. Harry riss sich von Neville's Pyjamahosen los.

„Was sagst du da? Kreature ist weg? Woher willst du das denn wissen?"

„Er ist kichernd in meinem Zimmer erschienen und hat mich geweckt. Dann hat er mir als einzigem ‚Reinblüter', der nicht zu den Weasley's gehört, mitgeteilt, dass er dringend mal zu den Malfoys müsse. Als er verschwand, wirkte er extrem gut gelaunt. Ich dachte mir, dass das nichts gutes verheißen kann, darum hab ich dich ja gesucht."

Harry blinzelte. Es dauerte eine Weile bis die Nachricht bis in sein hormongeplagtes Gehirn vordrang. Doch dann dämmerte ihm langsam, welche wichtige Botschaft Kreature wohl für die Malfoys hatte.

„Er sagt es ihm! Er wird es ihm erzählen!", murmelte er entsetzt vor sich hin.

Schnell riss er seinen Zauberstab aus dem Gummibund seiner Boxershorts, warf etwas Flohpulver in den Kamin und verschwand in den grün auflodernden Flammen.

Mit einem Knall landete er in Malfoy Manor. Harry stand im Kamin eines großartigen Esszimmers. Die Tatsache, dass es sich um einen Speisesaal handelte, fiel Harry daran auf, dass Narzissa und Lucius Malfoy, der unter mysteriösen Umständen aus Askaban entlassen worden war, an einer großen Eichentafel saßen und ihr Frühstück zu sich nahmen. Verdutzt und völlig fassungslos starrten sie Harry an.

„Morgen", nuschelte er und rannte an dem Sprachlosen Pärchen vorbei. Beim Hinauslaufen hörte er gerade noch wie Lucius Malfoy, „Kneif mich, Zissa! Ist da gerade ein halbnackter Potter durch meinen Speisesaal gerannt?", zu seiner Frau sagte.

Es dauerte nicht lange, da hatte Harry sich restlos in den weitläufigen Gängen von Malfoy Manor verlaufen. Panisch irrte er auf der suche nach seinem Hauself umher. „Kreature, wo bist du?", rief er mehrmals leise.

Plötzlich öffnete sich eine Tür am Ende des Ganges und ein verwuschelter Blondschopf schaute aus der Tür. „Was soll der Radau da draußen? Ich will schlafen!", brüllte er.

Harry wurde ganz schwummrig in der Magengegend und er vergaß für einen Moment Luft zu holen. Hektisch blickte er sich nach einem Versteck um – doch es gab keins. Nicht einmal eine Blumenvase oder ein Hutständer stand im Gang.

Jetzt hatte auch der verschlafen dreinblickende Draco bemerkt, dass ihn nicht etwa ein tollpatschiger Hauself geweckt hatte. Er rieb sich die Augen, angelte hinter sich ins Zimmer, zog eine randlose Brille hervor und setzte sie auf. Dan blinzelte er überrascht Harry an. „Potter?! Was machst du denn hier?"

„Ähm...", stotterte Harry. Er versuchte nicht daran zu denken, dass er mit seiner Boxershorts etwas unzureichend bekleidet war und man die Situation aus Dracos Sicht durchaus eindeutig auslegen konnte. „Ich suche den Hauself von Sirius Mutter. Sein Name ist Kreature. Du hast ihn nicht zufällig gesehen?", versuchte er zu erklären und lief rot an.

Ein wissendes Grinsen breitete sich über Dracos Züge aus und er zog spöttisch eine Augenbraue hoch. „So, so... Kreature. Aber sicher habe ich den gesehen!"

Harry wurde bei Dracos Anblick ganz anders. Er wünschte sich nichts mehr, als dass sich ein großes schwarzes Loch unter ihm auftäte und ihn verschlänge. Doch nichts dergleichen geschah. Stattdessen schoss Harry ein grässlicher Gedanke durch den Kopf. ‚Er weiß es! Er weiß es!'

„Komm doch rein Potter!", meinte Draco und grinste noch breiter. „Wenn ich ehrlich bin hätte ich nicht gedacht, dass du mich so heiß und innig liebst, dass du eine so mutige Offensive startest!", witzelte Draco und deutete auf Harrys Boxershorts.

Die Bemerkung war nur als Scherz gemeint gewesen, trotzdem lief Harry bis unter die Haarwurzeln rot an und fauchte: „Ich mag dich nicht! Ich kann dich eigentlich nicht mal ausstehen! Aber ich will meinen verfluchten Hauself wieder haben!"

„Und was gibt dir Anlass anzunehmen, dass er hier ist? Ich werde ihn kaum gestohlen haben. Ich habe genügend eigene Lakaien, Potter."

Harry meinte aus Malfoys Stimme zwischen der gewohnten Arroganz einen Hauch Enttäuschung herauszuhören. Aber das konnte ja nicht sein. Er musste sich irren.

Plötzlich erschien mit einem Plop Kreature im Raum. Harry schaute Draco vorwurfsvoll an.

„Da ist er ja!"

„Master Draco! Master Draco! Ich habe wichtige Neuigkeiten für sie!", plärrte Kreature kaum das er angekommen war.

Mit dem Mut der Verzweiflung warf Harry sich auf den Hauself und hielt ihm den Mund zu.

„Potter was soll das? Bist du jetzt schon so weit herabgesunken Hauselfen zu belästigen? Lass meinen Wohnungsmakler los!". Der Malfoy wirkte mehr als verärgert.

Harry blinzelte ihn verdattert an. „Dein Wohnungsmakler? Das ist aber mein Hauself!"

„Ja, ich weiß. Aber er ist auch mein Makler. Er ist nun mal der beste auf dem Gebiet. Wusstest du Halbblut etwa nicht, dass in der Zaubererwelt Elfen für so etwas zuständig sind? Nun ja, und Kreature hat halt ein besonderes Talent dafür. Und jetzt lass ihn los!"

Harry ließ widerwillig von Kreature ab.

Draußen auf dem Gang näherten sich energische Schritte. „Ich glaube, das ist mein Vater", meinte Draco. „Es ist wohl besser wenn du jetzt gehst."

Harry nickte, auch wenn ihm unwohl dabei war, Kreature hier zu lassen. Er musste einfach darauf vertrauen, dass der Elf die Klappe hielt. Alles war besser als einem wütenden Lucius Malfoy nur in Unterwäsche zu begegnen.

Harry schnappte sich eine Prise Flohpulver von Dracos Kaminsims, kletterte in den Kamin und verschwand.