Kapitel 2
Das grelle Licht blendete sie.
Die Sonne schien und erfüllte den ganzen Raum mit Licht.
Noch sah sie alles verschwommen.
Sie guckte sich in dem fremden Zimmer um.
Es war grün und war im viktorianischen Stil eingerichtet.
Die Sachen müssen ein vermögen gekostet haben, dachte sie sich.
Erst jetzt nahm sie die Person mit roten Haaren war, die auf einem Stuhl saß und mit dem Kopf auf dem Bett lag in dem sie lag.
Sofort
erkannte sie Bill.
Er schien zu schlafen.
Jetzt erst erinnerte sie sich wieder an das was geschehen war.
Sie hatte gehofft es wäre nur ein Albtraum gewesen.
Doch jetzt überfielen sie wieder das Gefühl von Schmerz, leere und Traurigkeit.
Doch der Schmerz schien in dem Moment viel größer zu sein als an dem besagten Abend.
Sie guckte zur Seite auf ihren friedlich schlafenden Bruder, mittlerweile nahm sie alles wieder deutlich war.
Schnell wandte sie ihren Blick von ihm ab und schluckte ihre Tränen herunter.
„Bill?", sagte sie mit schwacher Stimme.
Ihr immer noch schlafender Bruder rührte sich nicht.
„Bill?", sagte sie wieder, doch diesmal mit lauterer und festerer Stimme.
Sein Kopf erhob sich, er rieb sich den Schlaf aus den Augen.
Sie bemerkte seine Ringe unter den Augen, er sah schrecklich müde und traurig aus.
Als er bemerkte das Ginny die jenige war die ihn geweckt hatte, wirkte sein Gesichtsausdruck viel glücklicher und er lächelte.
„Oh Gin", sagte er erleichtert und umarmte sie.
Sie erwiderte seine Umarmung nicht sondern blieb einfach liegen und bewegte sich nicht.
Doch sie war glücklich über seine Umarmung, Bill war immer derjenige, der sie am meisten respektiert hat und keine Scherze mit ihr getrieben hat wie Fred oder George.
Nein mit ihm konnte sie über alles reden und sie wusste er würde sie wie eine Erwachsene behandeln.
„Geht's dir gut?", fragte er mit besorgter Stimme und löste seine Umarmung.
Sie ignorierte die Frage und fragte: „Wo bin ich?"
„Das hier ist Malfoy's Haus. Er hat dich gefunden und uns sofort bescheid gesagt das du hier bist."
Malfoy war zum Orden übergetreten, nachdem sein Vater in seinem siebten und letzten Jahr in Hogwarts, vor einem Jahr, in dem großen Kampf gefallen ist.
Harry hatte Voldemort damals besiegt doch noch immer gab es viele Todesser die Muggelstämmige und „Blutsverräter" umbrachten.
„und…wie lang bin ich schon hier?"
„Zwei Tage lang warst du nicht bei bewusst sein. Ich bin so froh, dass du endlich wach bist."
„Wo sind die anderen?"
„Arthur, Percy und Charlie sind im Ministerium und versuchen heraus zu finden wer die Todesser waren und Fred und George müssten jeden Moment hier sein."
„Was ist mit…mit..Ron?", fragte sie vorsichtig doch irgendwie wusste sie die Antwort.
Sie konnte sie in seinem Gesichtsausdruck ablesen, sein Lächeln erblasste und stattdessen überkam ihn Traurigkeit.
Eine bedrückende Stille herrschte zwischen den beiden.
Ginny guckte ihren Bruder mit großen Augen an.
„Bill? Bitte sag was lost ist! Was ist mit Ron?!"
„Ginny du..du solltest dich ausruhen", sagte er vorsichtig und schob die Decke höher um sie richtig zu zudecken, doch er kannte Ginny er wusste sie würde nicht aufhören zu fragen bis er ihr antwortete.
„Bill! Bitte?!?", sie flehte ihn an.
„Er..Er hat's nicht geschafft Gin, die Todesser..sie haben ihn….", er stoppte und konnte nicht weiter reden, er senkte seinen Kopf und Ginny sah eine Träne über seine Wange rollen.
Ginny wendete den Blick von ihm ab und starrte jetzt wieder and die Decke.
Auch sie merkte wie ihr Tränen über die Wangen rollten.
Ron war gefallen.
Sie konnte nicht glauben wie sie in nur einer Nacht zwei Menschen die sie liebte verlieren konnte.
Ihre liebenswerte Mutter und ihr überfürsorglicher Bruder.
„Aber mach dir keine Sorgen Gin, wir werden das schaffen. Zusammen schaffen wir alles", er quälte sich zu einem Lächeln und gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Sie starrte noch ein paar weitere Minuten an die Decke bis sie das Geräusch des Apparieren hörte.
Erschrocken wandte sie sich von der Decke ab und sah jetzt zu 3 Personen die mitten im Raum standen.
„Gin!", riefen ihre Zwillingsbrüder gleichzeitig liefen zu ihr hin und umarmten sie.
Auch Fred und George sahen Müde, erschöpft und Traurig aus, was für sie sehr untypisch war.
„Ich glaub ihr erwürgt sie gerade, sie kriegt ja kaum noch Luft.", sagte eine kalte und doch etwas amüsierte Stimme, die ihr bekannt vor kam.
Sie richtete ihren Blick in eine Ecke des Zimmers von wo aus die Stimme kam und da sah sie die blonden, fast weißen Haare und die hellgrauen Augen die sie anguckten und ihr das Selbe Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gaben wie in der Nacht, in der er sie auf seinen Händen trug.
Draco Malfoy.
Er war ganz in Schwarz gekleidet und lächelte sie an.
Vor einem Jahr hätte sie denjenigen für verrückt gehalten, der ihr gesagt hätte das Draco Malfoy sie eines Tages mal anlächeln würde, doch er hatte sich verändert.
Er ist zu den „guten" übergetreten und ist nicht mehr so Kalt wie er es einmal war.
Anfangs hatte er immer noch viel von „Reinblütigen" Zauberern gehalten, doch auch diese Einstellung liegt er immer mehr ab.
Menschlicher ist er geworden.
Fred und George ließen sie sofort los und lachten.
„Tut uns leid Gin...", sagte Fred.
„..Ja, aber wir haben dich so vermisst wir dachten schon du würdest gar nicht mehr aufwachen!", beendete George den Satz.
Sie antwortete mit einem Lächeln: „Ich hab euch auch vermisst!"
„Tut mir leid Gin, aber ich muss leider los.
Ich komm heut Abend noch mal vorbei und bring dann die anderen auch noch mit!
Harry und Hermine wollen dich ach unbedingt besuchen.", sagte Bill mit einem Entschuldigtem Blick.
Sie nickte nur, umarmte ihn zum Abschied noch mal und schon verschwand er mit einem Plop aus dem Zimmer.
„Ja tut uns leid Gin, aber wir müssen auch schon wieder weg.
Heut kommt ne neue Lieferung, wir kommen heut Abend aber auch mit den anderen!
Halt die Ohren Steiff!", und schon waren auch Fred und George verschwunden.
Jetzt waren nur noch sie und Malfoy in dem Raum.
„Soll ich dir etwas bringen? Hast du Hunger oder willst du was Trinken?", fragte er und kam dabei immer näher.
„Nein alles bestens, Danke!", antwortete sie mit einem gespieltem Lächeln.
Er setzte sich auf den Stuhl neben ihrem Bett, auf dem Bill zuvor gesessen hatte.
Sie fühlte sich unwohl, weil er sie mit einem besorgten Blick ansah und gleichzeit erkannte sie sein Mitleid für sie in seine Augen.
Mitleid.
Genau, das was sie nicht wollte.
Sie wollte kein Mitleid, sie wollte normal behandelt werden.
Seinem Blick, wich sie aus.
„Und wie fühlst du dich?", fragte er dann nach ein paar Minuten Stille, seine Augen immer noch auf sie gerichtet.
Nun erwiderte sie seinem Blick und zwang sich noch einmal zu einem Lächeln.
„Mir geht's gut!"
Er guckte sie unglaubwürdig an und zog eine Augenbraue hoch.
„Im ernst! Mir geht's wirklich gut!", versuchte sie ihm verzweifelt zu erklären, obwohl sie selber wusste das es eine Lüge war.
Die
Wahrheit war, dass sie am liebsten einschlafen und nie mehr aufwachen
würde.
Sie wollte raus aus diesem Albtraum, sie wollte
fliehen und alles hinter sich lassen.
Malfoy atmete tief ein und meinte dann.
„Na wenn du meinst also ich geh dann mal, du solltest dich noch etwas ausruhen.
Wenn du etwas brauchst dann schrei einfach.", er zwinkerte ihr zu.
Langsam stand er auf und macht sich auf den Weg zur Tür.
Er stand kurz vor der Tür, als Ginny ihn rief.
„Malfoy!?"
Er dreht sich zu ihr um und sah sie an.
Sie hatte sich auf dem Bett aufgesetzt.
„Ja?"
„Ich…Ich wollte nur Danke sagen, dafür dass du.."
„Immer wieder gern", unterbrach er sie und verließ anschließen das Zimmer.
Er wusste sie log was ihr befinden anging, doch er wollte sie nicht bedrängen.
Aber sie hatte so viel durchgemacht sie sollte sich erst mal erholen.
Sie ließ sich wieder ins Bett zurückfallen und atmete tief ein.
Ich vermisse euch so sehr, warum habt ihr uns alle nur allein gelassen.
Es ist einfach nicht fair, ihr wart nicht bestimmt dazu zu sterben!
Ich will doch nur, dass ihr zurück kommt und jetzt bei mir seid.
Das ihr sagt 'Es wird alles wieder gut werden!'
Wenigsten euch einmal noch im Arm halten zu können, das ist alles was ich will.
Ich vermiss euch so!!
Sie fing an zu weinen während sie in Erinnerungen von ihrer Mom und ihrem Bruder schwelgte.
Ihre Tränen wische sie sich aus dem Gesicht und versuchte die Tränen runter zu schlucken.
Ich muss stark bleiben.
Ich muss den anderen doch zeigen, dass ich damit fertig werde und kein kleines Kind mehr bin, ich will nicht, dass sie mich weinen sehen!
Doch sie konnte die Tränen nicht Stoppen und so weinte sie sich in den Schlaf ohne zu merken das Draco die ganze Zeit über an der Tür stand
