2. Eine schottische Hochzeit

Waren all diese Erlebnisse schon traumatisch genug, war es noch nichts gegen das, was ihm noch bevorstand: Der Junggesellenabschied dieses wahnsinnigen Feuerwhiskeybarons! (Der ebenfalls kein Junggeselle mehr war!)

„Es tut mir leid, Marcus, aber ich kann Sie leider nicht begleiten", hatte er freundlich aber bestimmt die Einladung abgelehnt, als der Zweimetermann in seinem Türrahmen stand um ihn abzuholen.

„Was, aber warum nicht? Ich rechne fest mit Ihnen, Severus!"

„Ich habe einfach zu viel zu tun, die Arbeit stapelt sich!", er machte eine unbestimmte Bewegung in Richtung seines Büros.

„Ach! Die läuft Ihnen garantiert nicht davon. Ich würde wetten, sie ist morgen noch genauso da wie jetzt!", scherzte Marcus und wischte diese Entschuldigung schneller weg, wie man eine lästige Fliege verscheucht.

„Sicher, wenn ich das früher gewusst hätte…"

„Aber ich habe eine Einladung geschickt, schon vor drei Wochen!", erinnerte ihn Marcus überrascht.

„So? Nun... Aber die Kinder brauchen auch einen Vater, jetzt, wo Hermine dauernd für die Schule unterwegs ist!", führte er als nächstes treusorgend ins Feld.

„Ja, das stimmt, aber nicht heute! Ich habe bereits mit Ihren Schwiegereltern gesprochen, sie kommen gleich vorbei und bleiben dann bis morgen."

Mist!

„Nun, das ist sehr umsichtig von Ihnen", grummelte Severus, jetzt musste er aufs Ganze gehen, setzte eine leidende Miene auf und hielt sich den Bauch: „Ich hätte es auch nicht erwähnt, aber ich muss zugeben, dass mein Magen mir in letzter Zeit Ärger bereitet. Daher sollte ich mich schonen und vor allem Abstand zu jeglichen alkoholischen Getränken nehmen."

„Oh!", machte Marcus besorgt, „Das ist ja schlimm, Severus. Ich schicke sofort Poppy vorbei, die kümmert sich sogleich um Sie. Das haben wir ratzfatz im Griff und dann können wir los, mein Sohn, und ein paar Kumpels warten schon!"

„Aber…", verdammt, das lief ja gar nicht so, wie er sich gedacht hatte und der anschließende Blitzbesuch von Poppy war auch nicht erquicklich, ihre Tränke waren eine geschmackliche Zumutung.

„So, mein Lieber", rieb sich Marcus zufrieden die Hände, als Poppy mit wissendem, letzten Blick auf ihren magenkranken Tränkemeister den Kerker verließ, „das wird wundervoll! Ich freue mich schon seit Wochen darauf, dass wir gemeinsam um die Häuser ziehen, bevor ich dann in vier Tagen diese wundervolle Frau zur Gattin nehme und mich in der nächsten Zeit ausschließlich ihr widme!"

„Sie sollten sich vielleicht sogleich völlig ihr widmen. Ich könnte das verstehen und hätte nichts dagegen einzuwenden."

„Nein, nein", schüttelte Marcus bestimmt den Kopf, „alles zu seiner Zeit!"

„Aha!"

Nun, da war wohl nichts zu machen, denn seine Töchter waren schon vor einiger Zeit aus ihren Zimmern geeilt, als sie den Whiskeybaron gehört hatten, hatten Poppys kritische Blicke bemerkt und schauten ihn nun mit großen Augen auffordernd an. Klar las er in ihnen, dass jede weitere Ausrede von ihnen gnadenlos verraten würde. Onkel Marcus war ja so super nett.

Verdammt, verdammt! Er war auch schon mal besser im Lügen gewesen!

„Was haben Sie denn so vor, Marcus?", erkundigte er sich vorsichtig.

„Ah, das wird eine Überraschung, mein Lieber!", strahlte Grant und zwinkerte den Mädchen verschwörerisch zu.

„Aber doch nicht schon wieder ein Stripclub?", flüsterte er bang.

„Was ist ein Strippenclub, Dad?", wollte Lillian wissen, sie hatte einfach zu gute Ohren.

„Das heißt Stripclub und da…", setzte Eileen an, wurde aber glücklicherweise durch Marcus unterbrochen, „Nein, nein, nichts dergleichen. Ich halte nichts von solch neumodischem Zeugs, bei mir geht es traditionell zu."

Oh je! Dann war ja alles klar, ging es Severus seufzend durch den Sinn als er nach seinem Umhang griff und den Seinen mit hängenden Schultern zum Abschied zuwinkte.

„Viel Spaß, Dad!", riefen sie auch noch voller Begeisterung, diese Ahnungslosen!

Spaß? Ha! Von wegen Spaß! Es war der Anfang vom Ende! Aber was machte es schon, wenn er einen Leberschaden bekam, was machte es schon, wenn er wie sein Vater enden würde. Genau, nichts, und weder seine Frau, noch seine unsolidarischen Töchter sollten ihm je mit Vorwürfen kommen, immerhin waren sie Schuld an seinem Leiden. Genau!

Diesem verflixten Abend war es nämlich zu verdanken, dass Severus jetzt jeden verdammten schottischen und irischen Pub von außen und innen kannte. Der traditionell veranlagte Marcus war nämlich der Meinung gewesen, dass es für seine Geschäftsbeziehungen sehr wichtig wäre, dieses besonders freudige Ereignis seiner anstehenden Hochzeit mit all seinen Kunden zu feiern.

Und ganz ohne Zweifel: er hatte eine Menge!

Selbstverständlich erlaubte Marcus keine anderen Getränke als seinen guten Princewater Whiskey und somit war es kein Wunder, dass sich Severus, ehrlich gesagt, nur noch an ein Drittel der besuchten Pubs wirklich erinnerte. Er wusste nach diesem Abend definitiv nicht, was schlimmer war: ein Stripclub oder diese Kneipentour!

Dankenswerterweise hatte Hermine ihm schon eine extragroße Portion eines extrastarken Antikatertrankes bereitgestellt, als ihn der Bräutigam am frühen Morgen des nächsten Tages wie erwartet sturzbesoffen in seinem Kerker ablieferte. Trotzdem wünschte er sich die nächsten zwei Tage den Tod, verschanzte sich in seinem Bett und wollte keinen sehen noch hören, ganz besonders das Brautpaar nicht!

Dem hätte er am liebsten einen unverzeihlichen Fluch zukommen gelassen, allen beiden!

Nun, aus lauter Nachsicht und Freundschaft tat er es dann doch nicht, sondern er hatte sich bemüht, seine Contenance zu bewahren. Sehr redlich!

So, und nun stand er hier in seinem Bad in einem tonnenschweren Fummel herum und tat sich mal wieder leid. Hermine schien seine trüben Gedanken zu lesen, denn sie grinste ihn mit bester Laune an und gab ihm einen kleinen Kuss.

Dann steckte sie ihm abschließend eine wunderschöne rote Rose ins Knopfloch. „So, fertig!", befand sie zufrieden. „Ergib Dich heroisch in Dein schlimmes Schicksal, mein Lieber und geh mal nachsehen, was Deine Töchter so alles treiben, ich muss meine Haare noch in Ordnung bringen."

„Wenn es denn sein muss", klagte Severus voller Selbstmitleid und bewachte die nächste halbe Stunde seine drei Mädchen dabei, wie sie sich ihre Haare flochten, sich in karierte Strümpfe und karierte Kleider warfen und abschließend kleine rote Rosen in ihr Haar steckten (er konnte sie nur mit Mühe davon abhalten, auch sein Haar mit diesen Blumen zu verzieren!). Sie hatten deutlich mehr Spaß an all dem als er, wie angesichts des vielen Gekichers und Geschnatter nicht zu übersehen oder zu überhören war. Allerdings war er mit dem Ergebnis ihrer Bemühungen doch sehr zufrieden. Drei sehr hübsche junge Damen strahlten ihn am Ende mit glühenden Wangen aufgeregt an.

Fehlte nur noch seine Frau. Nach kurzer Suche fand er sie in einem atemberaubenden, bodenlangen Kleid aus dunkelblauer Wildseide, das mit seiner gefalteten Schulterschleppe das Plaidelement der schottischen Männer aufnahm, im Bad stehen, wo sie die letzten Nadeln in ihr wohlfrisiertes Haar steckte.

„Ah, Severus, Du kommst gerade recht", freute sie sich und deutete auf die lange Reihe kleiner Knöpfe, die sich hinten an ihrem Kleid befanden, „Mach bitte mal zu."

„Nun", brummte Hogwarts Tränkemeister tief und streichelte, anstatt ihrem Wunsch nachzukommen zärtlich ihren nackten Rücken entlang, was ihr eine wunderschöne Gänsehaut einbrachte. „Ich finde zwar, dass dieses Kleid sehr, sehr apart ist und Du darin wunderschön aussiehst, aber ohne das Kleid würde es mir noch viel besser gefallen."

„Gut, dann lass ich es eben weg", lachte Hermine, „mal sehen, was die anderen Gäste dazu sagen!"

„Nein, nein", berichtigte sie Severus sogleich und ersetzte seine Finger mal kurz durch seine Lippen, „wir blieben dann natürlich hier!"

„Aber dann kann Minerva nicht heiraten, und das geht gar nicht!", erinnerte ihn Hermine an seine Mission, zog ihren Mann zu sich herum und küsste ihn zärtlich. Hm, das war doch schon mal ein guter Anfang, ging es Severus durch den Sinn. Doch viel zu bald löste sie den Kuss und verlangte: „So! Jetzt mach bitte die Knöpfe zu, hol meine Elfenquarzkette aus der Schublade und halt mich nicht länger davon ab, pünktlich fertig zu werden!"

„Du warst auch schon mal kooperativer", brummelte Severus.

„Ich bin sehr kooperativ", widersprach Hermine, „denn ich habe extra Deine Lieblingsunterwäsche angezogen, damit Du einen weiteren Anreiz hast, brav und wohlerzogen zu sein!" Damit griff sie sich ihren Lippenstift und bedeutete ihrem Mann energisch sie nicht länger begehrlich anzustarren, sondern zügig ihre Aufträge zu erfüllen.

Nun, denn … Auch dieses Fest würde an ihm vorübergehen. Irgendwie. Immerhin hatte er den Ring des Bräutigams sicher in seiner Westentasche, freute sich tatsächlich schon auf das sicherlich sehr exquisite Speisenangebot des schottischen Feuerwhiskeybarons (von den Getränken würde er heute besser Abstand halten, sonst bekam er doch noch einen Leberschaden!) und auf den einen oder anderen Tanz mit seiner Frau. Zudem gönnte er seinen Damen natürlich auch ihren Spaß.

Nach einigen Ermahnungen an seine hibbeligen Töchter und einem weiteren Kuss beim Anlegen der Elfenquarzkette kam er dem Rat seiner Frau nach und schaute mal nach der Braut. Wieder einer dieser lästigen Trauzeugenaufgaben!

Auf dem Weg hinauf in die Räumlichkeiten der Schulleitung blieben nicht wenige Schüler staunend stehen und starrten ihrem Tränkemeister in seinem ungewohnten Outfit mit offenen Mündern nach. Sehr schön, so konnte er doch noch den ein oder anderen Hauspunkt abziehen, was seine Laune ein wenig aufhellte.

Nach einem kurzen Klopfen trat er in die privaten Räumlichkeiten seiner Noch-Chefin und fand sich einer schluchzenden Pomona, einer schniefenden Poppy, einer – wenn das überhaupt möglich war - noch verkniffener als üblich aus der Wäsche schauenden Madam Pince gegenüber, die sich um eine sichtlich nervöse Minerva scharrten. Alle waren sie in Unmengen von grün-blauem Karo gehüllt und je mit einem Glas Sherry bewaffnet. Schon wieder!

„Was ist denn hier los?", erkundigte sich Severus vorsichtig und hoffte sehr, dass egal was es war, dieser Kelch schnell an ihm vorübergehen wollte.

„Na, was schon", seufzte Pomona und rückte ihren Hut zurecht, „es ist so schön und so aufregend, da wird man doch noch ein wenig ergriffen sein dürfen."

„Aha!", enthielt sich Severus jeden weiteren Kommentars, er hatte schon erfahren, dass die Damen nicht wirklich an seiner objektiven Meinung interessiert waren.

„Du siehst übrigens…" überlegte Poppy überrascht und wischte sich die Tränen aus den Augen, „so anders aus."

„Ja, er sieht … klasse aus!", konkretisierte Minerva erstaunt.

„Tatsächlich!", erkannte jetzt auch Pomona und vergaß kurz ihre Ergriffenheit und selbst Miss Pince zog erstaunt eine Augenbraue in die Höhe.

„Schon gut", versuchte Severus unbehaglich die Aufmerksamkeit von sich weg zu lenken, „Wie weit seid Ihr denn, wir wären fertig und könnten uns langsam aber sicher auf den Weg machen!"

„Was? Ist es denn schon so spät?", keuchte Minerva und stürzte panisch den Rest Sherry hinunter, was ihr sogleich einen Hustenanfall bescherte.

„Kurz vor Zwölf", verkündete Severus mit schnellem Blick auf seine Taschenuhr, „im wahrsten Sinne des Wortes übrigens und damit die letzte Gelegenheit, doch noch diesen ganzen Wahnsinn abzublasen!"

„Also wirklich, Severus!", schimpfte Poppy und klopfte besorgt ihrer Schulleiterin auf die Schultern, die sich gerade unter heftigem Husten und mit hochrotem Gesicht auf ihr Sofa hatte fallen lassen, „Minerva, meine Liebe, ist alles in Ordnung?"

„Nein! Ich glaube, ich kann das nicht!", verkündete die stammelnd und wischte sich den Schweiß von der Stirn.

„Aber natürlich kannst Du das!", entgegnete Poppy und hielt ihr schon mal vorsichtshalber das Riechsalz entgegen, „Du hast es übrigens schon mal gemacht, mit ein bisschen Mühe erinnerst Du Dich bestimmt wieder."

„Ach, damals war ich jung und wild und voller Flausen im Kopf!"

„Die Flausen sind immer noch da, wenn ich daran denke, dass Du diesen Schotten unbedingt heiraten musst!", brummte Severus spöttisch.

„Außerdem hast Du gegen Despoten gekämpft, über Jahre eine Schule geleitet und dabei mehr als schwierige Lehrkräfte, wie z.B. diesen Tränkemeister hier, in Schach gehalten. Da wirst Du doch noch ‚Ja' sagen können!", munterte Pomona ihre Freundin energisch auf. „Außerdem bist Du nicht allein, wir sind da und selbstverständlich dieser schwierige, aber heute ungewöhnlich gutaussehende Tränkemeister ebenfalls."

„Der übrigens nie wieder erwähnt, dass er Deine Hochzeit für Wahnsinn hält", schärfte ihm Pomona ein.

„Schade!", seufzte Severus und griff nach Minervas Cape. „Hier, wir sollten trotzdem aufbrechen, sonst wird diese Naturgewalt, die Du unbedingt zu heiraten gedenkst, hier einfallen und Dich holen!"

„Er wird auch sofort damit aufhören, Deinen zukünftigen Ehemann zu beleidigen", ergänzte Poppy eindringlich.

„Ihr nehmt einem jeden Spaß", beschwerte sich Severus.

„Sie sollten ihr als Trauzeuge eine Stütze sein, und …", rief ihm Irma Pince mahnend in Erinnerung, wurde aber unterbrochen, als drei wilde Blumenmädchen zur Türe herein stürmten.

„Tante Minerva, bist Du fertig, wir sind ja sooo aufgeregt!", riefen sie durcheinander und Lillian hüpfte vor lauter Vorfreude wie ein Jojo auf und ab.

„Gebt mir noch einen kleinen Augenblick", bat die sonst so unerschrockene Schulleiterin matt und fächelte sich Luft zu.

„Oh, Tante Minerva! Du siehst noch käsiger aus als Dads Knie!", befand Sera kritisch und krabbelte auf den Schoß der Schulleiterin, um sie fest zu drücken.

„Danke, das baut mich jetzt wirklich auf", musste die Braut dann doch grinsen und schloss auch die beiden anderen Granger-Snape-Mädchen in ihre Arme.

„Mum hat gesagt, wir müssen los, sie wüsste nicht, wie lange sie Dad noch davon abgehalten bekommt zu verschwinden", erzählte Eileen und zwinkerte ihrem Vater frech zu.

„Dieses Vorgehen ist durchaus im Bereich des Möglichen, wenn ihr alle weiterhin so unverschämt seid!", schmollte dieser.

„Außerdem hab´ ich Hunger, Tante Minerva", vermeldete Lillian.

„Was? Das geht ja gar nicht! Schau mal, ob Du in der Dose noch ein oder zwei Kekse findest", lachte Minerva und deutete auf ihren Schreibtisch.

„Ui", freute sich auch Sera und selbst Eileen war den Ingwerkeksen der Schulleiterin nicht abgeneigt. Immerhin war Heiraten anstrengend und kräftezehrend, und das Essen kam dabei bekanntlich immer erst am Schluss! Leider!

Nur zu gerne hätte Minerva anstatt eines Ingwerkeks einen weiteren Sherry oder wenigstens einen Tee als Beruhigung zu sich genommen, aber alle wurden von einem sehr durchdringenden Ton, der sie glatt von den Stühlen riss, unterbrochen.

„Nnnnnnooooööööööömmmmmm", schallte es durch das gesamte Schloss, was Severus mit der wilden Phantasie eines bewaffneten Überfalls der gesammelten dunklen Mächte der Zaubererwelt besorgt das Fenster aufreißen ließ.

„Großer Merlin, ich fasse es nicht!", murmelte er ergeben, als er die Ursache dieses infernalischen Lärms ergründet hatte. Dabei musste er zudem sehr Acht geben, dass seine neugierigen Töchter ihn nicht aus der Fensteröffnung schoben.

„Tante Minerva, da sind vier Dudelsackspieler, die trööten da ganz laut!", rief Sera, als auch sie einen Blick nach der Lärmquelle erhaschen konnte.

„Das nennt man Pfeifen!", korrigierte sie ihre ältere Schwester Eileen.

„Die Pfeifen doch nicht, die Trööten!", widersprach Sera.

„Das nennt man trotzdem so."

„Ich denke, meine Liebe", überlegte Irma Pince spitz und stopfte sich mit bekannt stoischem Gesichtsausdruck Watte in die Ohren, „das ist eine eindeutige Aufforderung!"

„Oh, wie aufregend!", freuten sich Pomona und Poppy, „Dein Brautgeleit!"

„Geht das nicht etwas leiser?", grummelte Severus und sah sich ebenfalls nach adäquaten Materialien um, die er sich in die Ohren stecken konnte.

„Das ist so ergreifend!", schniefte Pomona und selbst Eileen erkundigte sich beeindruckt, „Hast Du Mum auch von Dudelsackspielern abholen lassen, Dad?"

„Wie? Nein, sie hat den Weg zur großen Halle auch so pünktlich und ohne nennenswerte Probleme gefunden!", antwortete Severus und erzählte seinen Töchtern besser nichts davon, dass seine Frau vor lauter Aufregung tatsächlich eine Besenflucht nach Las Vegas in Erwägung gezogen hatte.

„Also, das hier finden wir aber viel, viel romantischer!", urteilten seine Töchter einvernehmlich und sahen ihren pragmatischen Vater sehr missbilligend an.

„Dafür haben wir aber jetzt keinen Hörschaden!", führte Severus zu seiner Ehrenrettung ins Feld.

„Minerva!", riss nun auch eine verzückte und unglaublich begehrenswert ausschauende Hermine Granger die Türe zu Professor McGonagalls Privaträumen energisch auf, „Wir müssen los! Die ersten Bilder fallen schon von den Wänden! Aber es ist phantastisch! Wenn ich noch mal heirate, dann unbedingt einen Schotten!"

„Wie bitte?!", meinte sich ihr Noch-Ehemann verhört zu haben.

„Du hättest eben doch ein paar Pfeifen organisieren sollen", zuckte Sera frech mit den Schultern und zog ihren erschütterten Dad energisch zur Türe hinaus.

„Da waren schon genug echte Pfeifen", grummelte der und hätte nur zu gerne nähere Details erzählt, aber die wollte gerade mal keiner hören…

„Nun ja, dann wollen wir mal…" seufzte nämlich Minerva angesichts des Lärms ergeben und gab dem Zupfen und Schieben von Eileen, Poppy, Pomona und Lillian nach.

Das mit dem seelischen und körperlichen Schaden war wirklich nicht so weit hergeholt, ging es Severus auf dem Weg zum Apparierplatz immer wieder durch den Sinn. Obwohl er sehr würdig eine sichtlich nervöse Braut am Arm führte und seine Mädchen eifrigst Blumen streuten, das übrige Lehrerkollegium sich ihnen anschloss, ging ihm das ohrenbetäubende Gedudel der Dudelsäcke wirklich auf die Nerven. Da machte es auch nichts, dass der Weg durch die komplette Schülerschaft gesäumt wurde, die die Braut ein ums andere Mal hochleben ließen, ihr alles Gute wünschten und ihrerseits Unmengen an Blumen überreichten. Nein, er war mit seiner Meinung augenscheinlich völlig alleine, allen anderen schien das absolut nichts auszumachen. Hermine flüsterte sogar immer mal wieder: „Ach, ist das schön, so feierlich!"

Großer Merlin! Diese Weiber!

Wo sollte das nur hinführen …