Als Autor ist man doch immer glücklich über Feedback. Hier ist das Ende, würde mich freuen, wenn ihr sagt, wie ihr es findet.
Hermione sah helles Licht durch ihre Lider hindurch und kniff die Augen zusammen. Bei dem Versuch zu seufzen merkte sie, wie ausgetrocknet ihre Kehle war. Sie wollte den Kopf wegdrehen, doch sie konnte sich nicht bewegen. Genervt wollte sie Knurren und das einzige, das es brachte, waren abermals Schmerzen in ihrem Hals. Auch ihre Beine fühlten sich seltsam an, der rechte Arm und ihr Bauch. Es fühlte sich an, als habe sie ein Messer in der Lunge, das das Atmen ungemein erschwerte. Wieso konnte sie sich nicht bewegen? Es lag nichts auf ihr, sie war nirgendwo festgemacht, jedenfalls fühlte es sich nicht so an. Als das schmerzende Licht nachließ, öffnete sie zaghaft die Augen. Die Dunkelheit im Raum tat ihr gut, sie konnte Umrisse erkennen, auch wenn ein Auge scheinbar zu geschwollen war, denn sie konnte es nicht völlig öffnen und es schmerzte. Sie hörte etwas, ein dumpfes Geräusch, wie Schritte, nur dunkler und schwerer. Jemand war hier und es beruhigte sie. War sie vorher aufgeregt gewesen? Sie wusste es nicht, alles war so surreal, die Gefühle dumpf, matt. Eine Berührung an ihrer Hand, die sie kaum wahrnahm. War da etwas auf ihrer Stirn, ihrer Wange, ihren Lippen? Küsste sie jemand? Irgendwo in ihr war ein Gefühl, das ihr Sicherheit gab. Derjenige würde ihr nichts tun, würde auf sie achten. Schnell war sie wieder weg, in dieser Welt, in der sie so kurze Zeit verbracht hatte, die doch so lang schien. Was war davor gewesen? Wer war sie? Alles zu schwere Fragen. Sie brauchte Ruhe.
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„Oh, Hermione, sie sind wach." Diese Stimme holte sie aus diesem angenehmen Zustand zwischen Wachen und Schlafen. Es musste lange Zeit vergangen sein, seit sie das letzte Mal aufgewacht war. Nun spürte sie die Präsenz der anderen Person nicht. Stattdessen hörte sie Poppys Stimme. Es war seltsam zu wissen, wo sie war und wer sie war, aber nicht zu wissen, was passiert war. Angestrengt überlegte sie, sie war doch diejenige, die immer alles wusste. Krieg…. Es war die finale Schlacht gewesen. Sie hatten gewonnen, sonst würde sie jetzt nicht hier liegen und versorgt werden.
„Harry.", krächzte sie und ihre Stimme klang, als sei sie seit Wochen nicht benutzt worden. Vielleicht war es ja auch der Fall.
„Ihm geht es gut, genauso wie allen anderen. Ruhen sie sich noch ein wenig aus. Ich werde ihre Wunden versorgen." Die Krankenschwester machte sich daran etwas von ihrem Körper zu nehmen, denn sie spürte diesen ziehenden Schmerz. Wie ein Pflaster, das man zu langsam abzog.
„Ich möchte nicht schlafen." Wieder tat das Reden ihr weh. Poppy reichte ihr endlich ein Glas Wasser, ließ sie in großen Schlücken trinken, nachdem sie es ihr an den Mund gehalten hatte. Warum konnte sie ihre Hände nicht bewegen? „Wie geht es Ron?" Das Reden klang ungeschickt, war ungewohnt, doch tat es nun wenigstens nicht mehr so weh.
„Allen geht es gut. Ruhen sie sich aus.", befahl die Schwester herrisch, teilte Hermione so mit, dass es nicht allen gut ging. Sie wollte nach Ginny fragen. Und Neville. Und… Severus. Wie ging es ihm? Lebte er noch, oder hatte Voldemort persönlich ihn für seinen Verrat getötet? Wieder blieben die erhofften Emotionen aus. Sie fühlte verdammt noch mal nichts, abgesehen von dem leichten körperlichen Schmerz, der ihr nichts auszumachen schien, sie fühlte sich bloß leer.
„Wie lange muss ich noch hier bleiben?", flüsterte sie mit bebender Stimme.
„Eine Woche, wenn alles gut verheilt." Auch die Schwester war leiser geworden, sie schien enttäuscht zu sein und zog sich zurück. Dann kamen die Tränen. Nicht aus Trauer, nicht aus Angst, sondern aus reiner Verzweiflung. Hermione wollte fühlen.
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Schwer atmend bewegte Hermione den Zauberstab. Sie konnte ihn wieder führen, doch es kostete sie einiges an Energie, die sie eigentlich nicht hatte. Wie sollte sie denn sonst ihre Sachen packen? Und eines stand fest: Sie musste hier weg. Sie konnte nicht in diesem Schloss bleiben, wo überall etwas an die Schlacht, an eine glückliche Zeit davor und an so viel mehr erinnerte. Severus hatte sie kein einziges Mal gesehen, in der Woche, in der sie nun schon wieder bei Bewusstsein war und sie war froh darüber. Sie wollte ihn nicht sehen, konnte es nicht. Sie wusste, dass sie ihn lieben musste, so hatte sie doch vorher so gefühlt. Sie wusste ja nicht einmal, ob er lebte, wer überhaupt lebte und wie es den anderen ging. Es war ihr egal, denn immer noch fühlte sie sich leer. Es konnte an den Schmerzmitteln liegen, die sie nehmen musste. Sie nahmen jegliche Gefühle mit dem Schmerz mit und man fühlte sich nur noch tot. Mittlerweile wünschte sie sich sogar Schmerzen, um überhaupt zu fühlen. Irgendetwas. Nie hatte sie so viel geweint, wie jetzt, ohne den Grund dafür zu wissen, zu spüren. Erschöpft ließ sie sich auf die Couch sinken. Das Schloss hatte nicht viel abbekommen, da der Kampf hauptsächlich draußen stattgefunden hatte, soweit Hermione sich erinnerte. Aus einem Impuls heraus warf sie eines der Kissen in den brennenden Kamin. War das etwa Wut gewesen? Worauf? Darauf, dass sie sich nicht einmal darüber freuen konnte, dass Voldemort tot war? Es war endlich vorbei. Sie sah in die Flammen, registrierte nur nebenbei, wie sie das Kissen verschlangen, während sie die Füße auf die Sitzfläche zog. Severus war wahrscheinlich tot, sonst hätte Poppy bestimmt etwas gesagt. Seufzend gestand Hermione sich ein, in dieser Woche nicht viel mit der Krankenschwester gesprochen zu haben. Sie hatte niemand anderes gesehen und über niemand anderes geredet. Sie wusste nicht, wie lange sie in diesem seltsamen Zustand gewesen war, doch es schienen Monate zu sein, denn die Bäume verloren ihre Blätter. Herbst. Und keine Schüler in Hogwarts. Waren Albus oder Minerva tot? Vielleicht hatten sie die Schule auch nur geschlossen. Warum lag sie dann nicht im Krankenhaus, sondern hier? Wenn die Schule geschlossen war, für wie lange dann? Für ein Jahr oder vielleicht für immer? Als ihre Tür geöffnet wurde, sah sie nicht hin. Sie hatte Poppy gebeten ihr den Schmerztrank zu bringen, falls es doch zu schlimm wurde. Eben diesen hörte sie auf der Kommode aufkommen. War das Enttäuschung? Kurz hatte sie gedacht, Severus sei hier.
„Danke.", erinnerte sie sich an ihre Manieren. Die Tür wurde geschlossen und Hermiones Kopf sank auf ihre Knie. Ja, es war Enttäuschung, bodenlose. Und Angst. Verzweiflung. Schmerz, körperlicher, wie seelischer. Hoffnungslosigkeit. Die Wucht der Gefühle traf sie mit einem Mal, ließ sie schmerzerfüllt keuchen. Es tat alles so weh. Als würde sie innerlich verbrennen. Doch am gegenwärtigsten war die innige, tiefe Liebe. Severus! Wo war er? Lebte er? Liebte er sie? Die Couch neben ihr sank ein und starke Arme zogen sie an einen warmen Körper, es fühlte sich gut an. Sie öffnete die Augen nicht, zu oft war sie erwacht und er war nicht da gewesen. Die heißen Tränen bemerkte sie erst, als der Stoff unter ihr nass wurde. Hilflos ließ sie sich fallen, wurde aufgefangen. Ihr Gesicht schmiegte sie an seinen Hals. Er roch so sehr nach Sicherheit. Verzweifelt, die Augen geschlossen krallte sie die Finger in sein Shirt, presste sich mit letzter Kraft an ihn und ihren Mund auf seinen. Doch er erwiderte nicht mit derselben Leidenschaft, zog sie nur sanft an sich und schmuste mit seinen Lippen über ihre. Sachte fühlte sie sich gedrehte, spürte ihn über sich, seine Ellbogen neben ihr aufgestützt, schlossen sie ein und sie wollte es nicht anders. Kurz den Kuss unterbrechend, zog er ihr den Pullover über den Kopf. Sie sah nichts, fühlte und hörte seinen heißen Atem an ihrer Haut, bevor er ihr Schlüsselbein küsste. Sie roch seinen unvergleichlichen Geruch, spürte seinen Mund auf ihren Brüste, nachdem er den BH geöffnet und auf den Boden hatte gleiten lassen. Sanft und zärtlich liebkoste er ihren Körper und sie fühlte jede Berührung vielfach so intensiv, war es doch schon lange her. Ihre Hosen fielen ebenfalls und als seine Lippen ihren Weg an Hermiones Körper nach oben fortführten, fühlte sie seine nackte Haut an ihrer. Er lag zwischen ihren Beinen, seine Erregung an ihrer Scham.
„Sieh mich an.", flüsterte er an ihren Lippen, berührte sie tief in ihr. Wärme durchflutete ihren Körper, nachdem sie ihre Augen geöffnet hatte und seine tiefen, schwarzen Seen sah, die endlich die Gefühle zeigten, die er so lange vor ihr versteckt hatte. Die Augen, die in diesem Moment ihr Innerstes widerspiegelten. Langsam glitt er in sie, den Blick nicht von ihrem abgewendet, den Mund nicht von ihrem nehmend.
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Erschöpft, befriedigt und so unendlich glücklich ließ sie sich an seinen Körper ziehen, fühlte seine Haut an ihrer, hörte seinen Atem.
„Willst du es hören?", fragte die tiefe Stimme schließlich während sie beide in den Kamin sahen. Es war dunkel geworden, kühl, doch seine Umarmung wärmte sie.
„Nein. Doch." Unruhig wand sie sich. „Ich weiß nicht, ob ich es kann."
„Später.", entschied er dann, küsste ihren Nacken. „Schlaf jetzt." Sie schloss die Augen, kuschelte sich näher an ihn. Scheinbar verstand er sofort. „Ich bleibe hier." Beruhigt fiel sie in einen erholsamen Schlaf. Das Koma hatte ihr die Kraft genommen und dieser Sex war mit Abstand, trotz, oder gerade wegen, seiner Sanftheit der meist auslaugende bisher gewesen. Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen.
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Sie erwachte und fühlte ihn an sich, seinen Körper, seine Wärme, seine ruhigen Atemzüge, seine Nähe.
„Wie lange habe ich geschlafen?", fragte sie in die Stille, wissend, dass er ebenfalls wach war.
„Drei Monate. Sie wollten dich wegbringen, aber das wollte ich nicht. Im St. Mungo hätten sie sich nicht gut genug um dich gekümmert." Normalerweise erzählte er nur das Nötigste, gab nichts von sich Preis, doch verstand er, dass sie alles wissen wollte.
„Du warst da, als ich aufgewacht bin, oder?"
„Ich habe deine Hand gehalten, deine Stirn geküsst und dann hast du dich plötzlich geregt. Ich war so glücklich dich endlich wieder zu haben."
„Was ist mit mir passiert? Warum habe ich nichts gespürt, als ich dachte, ich würde sterben?" Er lachte leise, es klang gepresst, versetzte ihr einen Stich. Er zog sie näher zu sich, seine Hand Besitz ergreifend auf ihrem Bauch, das Gesicht in ihren Nacken geschmiegt.
„Das fragt die schlaueste Hexe, die ich kenne?" Sie nickte, genoss die Vibration seines Oberkörpers an ihrem Rücken. „Dein Arm war gebrochen, deine Beine eingeklemmt unter einem Baumstamm und dein Kopf verletzt. Du hast so viel Blut verloren, dass es dein Gehirn vernebelt hat und die vielen Schmerzen haben dich taub gemacht." Er schluckte, sie spürte, wie er sich versteifte und wieder durchflutete sie diese Wärme. Er hatte sich um sie gesorgt. Es war schwer für ihn darüber zu sprechen, allerdings wollte er es ihr sagen. „Und dann bist du in ein Koma gefallen, das künstlich verstärkt wurde, damit die Wunden heilen konnten. Sie haben dich ziemlich zugerichtet, bis zu zusammengebrochen bist." Stolz sprach aus seiner Stimme. „Mein Mädchen kriegt man eben nicht so schnell.", flüsterte er. sein Mädchen. Endlich spürte sie es wieder, die Liebe, die Nähe. Und… Hoffnung?
„Wie ist es passiert?"
„Dein Freund Potter hat sich mit Voldemort duelliert, es dann endlich geschafft ihn zu erledigen, als er abgelenkt war." Sie verstand.
„Von dir. Weil du gezeigt hast, für welche Seite du kämpfst." Sie fühlte ihn nicken. „Hast du dich um mich gekümmert?" Wieder nickte er.
„Schließlich darf keiner von diesen unfähigen Ärzten dich berühren. Wer weiß, was sie mit dir gemacht hätten. Dann wärst du jetzt nicht hier." Er klang heiser, belegt, traurig. Zum ersten Mal versteckte er keine Emotion vor ihr.
„Hattest du keine Verletzungen?"
„Nichts Schlimmes." Sie nickte verstehend, rieb ihre kühlen Füße an seinen Beinen. Nichts, was ihn davon abgehalten hätte die anderen Ärzte zu schikanieren. Kurz lächelte Hermione, ehe ein anderer Gedanke sich in ihr Bewusstsein drängte, was sie schlucken ließ.
„Wie geht es den anderen?"
„Potter und Weasley haben es überlebt. Longbottom kurioserweise auch."
„Er ist eben doch nicht so unfähig, wie du immer gesagt hast.", versuchte sie zu scherzen, atmete tief ein, bei dem beklemmenden Gefühl in ihrem Bauch. Er wollte ihr etwas nicht sagen. „Sag es mir, Severus." Sie schloss die Augen, krallte ihre Nägel in sein Fleisch, während ihr Kopf leer war. Kein Name fiel ihr ein, der zu verschmerzen wäre.
„Parkinson, Nott, Crabbe, Goyle, Sybill Trelawney, MacMillan, Abbott." Hermione schluckte, hielt Snapes Hand fester. Kurz stoppte er. „Soll ich aufhören?", fragte er sanft.
„Nein. Ich muss es wissen, bitte." Beruhigend strich seine Hand über ihren Bauch.
„A-" Abrupt unterbrach Hermione ihn.
„Nein." Tief atme sie ein. „Nicht Arthur."
„Nicht Arthur.", beruhigte er. „Aberforth Dumbledore." Weiter versuchte sie ihre Atmung ruhig zu halten. Er hatte ihnen geholfen, er war ein guter Mensch gewesen, warum hatte er sterben müssen? „Finnigan." Sie zog scharf die Luft. Sie hatte nie viel mit Seamus verbunden, doch war das einfach nicht fair. „Finch-Fletchley, Bones, Tonks" Sie drehte sich in seinen Armen um, fühlte seinen Körper und weinte hemmungslos, durch seinen Körper gestützt, hörte immer wieder Namen, schluchzte noch lauter. Warum nur? Die ganze Zeit über hielt er sie fest bei sich, in der schützenden, harten Umarmung.
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Ihr Kopf brummte, tat weh, doch endlich kam Severus zur Tür rein.
„Ich habe doch gesagt, ich mache das.", murmelte er liebevoll und nahm ihr den Zauberstab weg. Grob schob er sie in seinen Sessel, machte sich selbst an den Tee. „Denkst du wirklich, dass du das kannst?" Skeptisch musterte er sie, oft genug hatte er das bereits getan, ihr fehlte nichts. Sie hatte ihre Gefühle wieder und sie hatte Severus.
„Ja. Es wird gehen." Bis vor ein paar Stunden lag sie noch in seinen Armen, oben in ihren Räumen, bis Harry überraschenderweise aufgetaucht war. Severus hatte geöffnet, gesagt, Hermione brauche ihre Ruhe. Und so war es auch gewesen. Die ganzen Toten musste sie erst verarbeiten, realisieren, sie hatte nicht so viel Zeit gehabt sich daran zu gewöhnen, wie die anderen. Harry hatte versprochen wieder zu kommen. Und in einer halben Stunde wollten die drei Freunde sich bei ihr Treffen, da Severus und Poppy verboten hatten das Schloss zu verlassen. Über die Zukunft hatte sie mit Severus nicht gesprochen, war ihm bloß kommentarlos nach hier unten gefolgt. Sie wusste, dass sie ihn liebte und sie wusste, dass er etwas für sie empfand, wie weit diese Gefühle reichten, konnte sie nicht sagen. Schweigend tranken sie den Tee, Severus hatte ihn kreiert, er sollte ihre Nerven beruhigen, ohne die Gefühle zu blockieren, das war ihr wichtig gewesen und deswegen hatte sie jegliche Schmerzmittel abgelehnt. Die leere Tasse stellte sie auf dem Tisch ab.
„Ich denke, wir sollten hoch gehen." Wir? Sein Arm legte sich wie selbstverständlich um ihre Taille, ihre Lippen fanden sich und er ließ sie auch nicht los, als sie nach oben gingen. Albus und Minerva hatten sie besuchen wollen, Severus hatte es abgelehnt. Seit er am vorigen Tag gekommen war um sie zu halten, war er nicht von ihrer Seite gewichen und hatte sich um alles gekümmert, nichts an sie heran gelassen und sie wortlos getröstet, wenn die Gefühle wieder auf sie einzustürzen drohten. Diese Ausbrüche waren wohl auf die monatelangen Hemmungen zurückzuführen. Vor ihrer Wohnung standen Ron und Harry. Severus nahm nur widerwillig den Arm von ihr, damit sie sich auf ihre beiden Freunde stürzen konnte. Sie schluchzte, hörte Ron schniefen und Harry weinend lachen. Es tat so gut die beiden zu sehen, zu spüren, zu riechen.
„Wir dachten schon, wir hätten dich verloren.", murmelte Ron in ihr Haar. „Aber die Fledermaus hat nicht aufgegeben." Tief sog er ihren Duft ein, küsste sachte ihre Wange. Sie vernahm ein dunkles Knurren, was die beiden kurz auflachen ließ.
„Wir lieben dich." Harry hielt sie fest, die Brille hing schief und tat ihr ein wenig an der Schläfe weh, doch es war egal. Sie hatte die beiden nicht verloren. Irgendwo hörte sie Severus Stimme, die das Passwort knurrte und somit die Tür öffnete. Die drei Freunde stolperten hinein, Severus schloss hinter ihnen und ging in die Küche. Gemeinsam ließ das Trio sich auf die Couch sinken, mit Hermione in ihrer Mitte. Severus stellte ein Tablett mit Gläsern und Flaschen auf den kleinen Tisch.
„Ich wusste gar nicht, dass ich so etwas hier habe.", schluchzte sie lachend, nahm dankend das Hochprozentige von Severus an, ihre Hände zitterten vor Aufregung und Freude. Ron und Harry lachten ebenfalls, wischten sich verstohlen über die Augen, während Severus sich erhob. Nur ein Blick in Richtung der beiden genügte und sie nickten eifrig, sahen dem Tränkemeister hinterher, wie er die Räume verließ.
„Er hat dich vom Schlachtfeld getragen, blutend und humpelnd, aber er hat niemanden an dich ran gelassen, nur Poppy. Wir dürften dich nicht besuchen, nachdem wir versorgt wurden." Harry lächelte bei Rons Erzählung. Scheinbar waren sie damals wütend auf Severus gewesen, hatten es jedoch eingesehen. Der Dunkelhaarige trank einen Schluck und knüpfte an.
„Erst nach einer ganzen Woche hat er es zugelassen, stand wie ein Wachhund neben dem Bett. Er hat die Zeit entweder bei dir oder in seinem Labor verbracht, um neue Tränke zu brauen. Wir sind nach zwei Monaten aus dem Schloss raus, zum Fuchsbau. Poppy hat versprochen uns zu schreiben, falls du aufwachen solltest." Auch Hermione trank etwas. Und es half ungemein. Als das Glas leer war, hatte sie sich beruhigt. Ron nahm die Erzählung nach einem vorsichtigen Blick zu ihr wieder auf.
„Ginny hat erzählt, dass er an deinem Bett saß und mit dir geredet hat, dich angefleht hat endlich aufzuwachen. Sie hat gesagt, er habe geweint." Ron schien es nicht zu glauben, Hermione schon. Liebevoll zog sie die beiden Männer zu sich herunter und drückte jedem einen dicken Kuss auf die Wange.
„Ihr seid einfach die Besten."
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Ron rollte mit den Augen, bei Harrys glücklichem Bericht von Ginnys und seinem neuen Haus.
„Irgendwann wirst du das verstehen, mein Kleiner." Sie rubbelte ihm durch die Haare, was ihn und Harry lachen ließ. Fröhlich stimmte sie mit ein. Es war wie früher, als seien diese schrecklichen Dinge nicht alle passiert. Plötzlich riss Severus die Tür auf, musterte Hermione eingehend und kam scheinbar zu dem Schluss, dass die beiden ihr nichts getan hatten. Harry und Ron verstanden ihren ehemaligen Lehrer und umarmten ihre Freundin an der Tür, um dann gemeinsam zu gehen. Hermione entging Severus' skeptischer Blick dabei nicht. Ob es Eifersucht war, konnte sie nicht sagen, denn er verschloss sich wieder vor ihr. Einerseits fand sie es schön, dass er sich so um sie kümmerte, doch ließ sie sich nicht gerne bevormunden. Bevor sie etwas einwenden konnte, merkte sie, dass sie keine Kraft mehr hatte. Vielleicht hatte der dunkle Mann ja doch Recht.
„Lass uns gehen.", sagte er wie nebenbei und zog sie aus der Tür, legte den Arm um sie. Kurz küsste er sie, bevor sie den Weg nach unten antraten. Sie schwiegen beide, hingen ihren Gedanken nach. Das Schloss kam Hermione leer vor, die Stimmung zwischen ihnen beiden war so anders. Aber es war auch schon lange her. Sie musste sich immer anstrengen, um sich an etwas zu erinnern, da alles so weit weg schien. Und nun war sie einfach nur glücklich, dass er da war. Es war selbstverständlich für ihn, dass sie bei ihm in seinen Räumen schlief. Sie wusste, er wäre gegangen, wenn sie es gewollt hätte, doch das Gefühl heute neben ihm aufzuwachen, war zu schön gewesen.
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Atemlos schmiegte sie sich an ihn, legte ein Bein um seine Hüfte.
„Nein, nicht.", bat sie, als er aus ihr heraus gleiten wollte. Sie beide nebeneinander, ineinander…. Es war zu schön, um schon zu enden.
„Ich hatte Angst um dich.", begann er, sie an sich pressend, schwer atmend noch von der Lust, die nur langsam abklingen wollte. „Du hast gesagt, dir würde schon nichts passieren, aber sie haben dich gekriegt, als ich nicht hingesehen habe. Jeden Tag war ich bei dir, aber du wolltest einfach nicht zu mir zurückkommen. Ich dachte, ich hätte dich verloren." Seine Stimme zitterte, verzweifelt, nahezu schmerzhaft hielt er sie. Sie genoss den leichten Schmerz. Er hatte sie also gesorgt und er war so offen zu ihr. „Doch ich durfte dich nicht verlieren, denn dann wäre alles vorbei gewesen. Hörst du?" Eindringlich sah er in ihre Augen, sah wahrscheinlich die Gefühle in ihnen. „Ich will dich nicht verlieren, ich will nicht, dass du gehst. Bleib bei mir. Geh studieren, feiern, aber komme jeden Abend zu mir zurück." Er wollte, dass sie blieb. Unwillkürlich kuschelte sie sich näher an diese Mauer aus Trost, Geborgenheit, Sicherheit und Liebe. Es war nur noch ein Flüstern und doch verstand sie die nächsten Worte lächelnd, ehe sie glücklich an seiner Seite einschlief. „Ich liebe Dich, Hermione."
Ende.
Danke für's lesen. Na, wenn das kein Happy-End ist, weiß ich auch nicht! Wer mich kennt, weiß, dass ich Sad-Ends einfach nicht schreiben kann. Ich wollte es, aber ich konnte nicht. Meinen Respekt vor jedem, der es schafft das gut rüberzurbingen.
Lasst mir eure Meinung da und bitte auch die, die die Story unter Favs gespeichert haben.
LG,
Marian
