Was denn, die Rumtreiberinnen sind euch nicht genug? Ich bin entsetzt :p. Wir sind viel netter als die Rumtreiber. Attraktiver. Ungebundener. Weniger Vorstrafen...
Aber von mir aus, dann kommt jetzt eben ein Kapitel mit Rumtreibern drin. Habt Spaß beim Lesen. Hinterlasst eine kleine Spende für einen Review-Junkie ;-).
Trovia
Dreimal zweiter Klasse bis Tshwane
Teil 2: Ich hatte ihn mir größer vorgestellt...
Godrics Hollow, England.
31.10.1981.
Als Sirius in den Garten trat, schien aus unerfindlichen Gründen die Sonne. Er blinzelte verschlafen, strich sich müde über die Stoppeln seines Dreitagebarts und nahm den Anblick in sich auf.
Etwas sauste von rechts nach links an ihm vorbei und jaulte dabei „Wawawawaaaa!"
Kahle Apfelbäume raschelten im Wind. Grelles Herbstsonnenlicht fiel über das regendurchweichte Laub am Boden, den Froschteich, den kleinen Fels daneben, und dann Lily, die darauf saß, und goldrotes Haar fiel weit über ihren Rücken wie in einem Gemälde.
Sirius grinste und ließ sich neben ihr auf dem Stein nieder.
Gemeinsam sahen sie zu, als Harry von links nach rechts an ihnen vorbeischoss. „Wawawawaaa!", jaulte er.
„Das war das furchtbarste Geburtstagsgeschenk der Welt", stellte Lily fest.
„Wäre dir lieber, wenn er stattdessen wieder auf deinem Bett rumhüpft?"
Lily schnitt eine lustlose Grimasse. „Wie spät ist es?"
„Fast acht."
„Nachtschicht?"
„Wachdienst im Orden." Sirius gähnte unterdrückt. „Und da dachte ich, wenn ich Geheimniswahrer bin, bekomm ich frei."
„Du bistnicht Geheimniswahrer."
„Ach ja." Sirius blinzelte sich Schlaf aus den Augen. „Richtig."
„Wawawawuaa!", rief Harry und surrte vorbei. Einen Moment lang sah Sirius ihm nach und fragte sich, ob James den Besen frisiert hatte. Dann beschloss er, Lily nicht auf die Möglichkeit hinzuweisen.
Stattdessen sah er hoch zu den Fenstern im ersten Stock, deren Gardinen immer noch zugezogen waren.
„James schläft noch?"
„Ja."
„Glücklicher Bastard."
Lily schnaubte. Sirius beobachtete aus dem Augenwinkel, wie sie sich die Augen rieb, in den Garten blinzelte, der mal aufregender gewesen war, als es noch Besucher gab. Heutzutage kamen nur noch Wurmschwanz und er vorbei, und aus unterschiedlichen Gründen waren sie beide nicht mehr unbedingt die größten Partylöwen. Sehnsüchtig dachte Sirius an sein eigenes Bett in seiner eigenen Wohnung, das er gleich aufsuchen würde, um seine Wachschicht auszuschlafen.
„Was?", fragte er, und Lily zuckte mit den Schultern.
„Als ob hier noch irgendwer ruhig schläft", antwortete sie und winkte ab.
„Wawawawaaaaa!", rief Harry und sauste vorbei.
Sirius wartete noch, bis James aufstand, und trank mit seinem Freund einen Kaffee. Sie rissen unterschiedliche schlechte Witze, die sich proportional zu ihrem Blutkoffein verbesserten, wenn auch nicht sehr. Er verabschiedete sich dann von Lily und Harry, versprach, im Laufe des Tages bei Wurmschwanz vorbeizusehen, verließ das Haus und machte sich auf den Nachhauseweg.
Er schritt an unterschiedlichen niedlichen englischen Häuschen vorbei, grüßte die alte Mrs. Bagshot (und glaubte immer noch nicht, dass Dumbledore ausgerechnet mit Grindelwald befreundet gewesen sein sollte), dachte darüber nach, seinen Dreitagebart doch nicht wegzurasieren, sondern weiter wachsen zu lassen, und trat in eine der engen, dunklen, unbewachten Seitengassen, in denen unnatürlich oft schreckliche Dinge passieren.
Mit Magie, Todessern und Hinterhalten konnte Sirius Black umgehen. All das waren Dinge, mit denen er sich im Laufe der Jahre bestens vertraut gemacht hatte. Was er nicht erwartete, war jedoch eine Person, die mit einem Kampfschrei von einem verlassenen Balkon im ersten Stock eines Hauses auf ihn hinabsprang und ihn zu Boden warf. Einen Augenblick lang kämpfte er und kam sogar fast hoch. Dann gewannen sechs Hände, die alle nicht seine waren, die Oberhand.
„Gib mir den Quantendesintegrator!", rief eine Stimme.
„Wieso willst du ausgerechnet jetzt..."
Ein sehr schwerer und sehr harter Quantendesintegrator traf seinen Hinterkopf. Sirius verdrehte die Augen und sank in sich zusammen.
„Perhaps just once more, Master Harry, for luck?!", fragte die erste Stimme fröhlich.
„Ich frage mich immer noch, wo Sina und Theresa hingeraten sind", murrte eine zweite. „Und wann."
Dann wurde alles schwarz.
Grimmauldplatz 12, London.
September 1995.
Das Geräusch ähnelte dem Geräusch, das eintausend Luftballons machen würden, wenn man sie mit Pudding füllen und vom Tower of London werfen würde. Zumindest, wenn man davon ausging, dass sie keine Passanten trafen (oder nicht so viele, dass es das Klangerlebnis verfälschte) und dass man eintausend Leute fand, die bereit waren, sich auf den Tower of London zu stellen und mit Pudding gefüllte Luftballons hinabzuwerfen - denn wirklich, warum sollte man das tun?
In anderen Worten, das Geräusch war sehr laut und sehr nass.
Aufruhr setzte im Haus ein. Alarmiert strömten alle möglichen Mitglieder des Phönixordens aus ihren respektiven Zimmern auf das Schlafzimmer von Mrs. Black zu, rissen die Tür auf, und steckten simultan ihre Köpfe hindurch.
„Was zum..."
„Heilige..."
„Seidenschnabel!"
Ein Philosoph namens Wittgenstein hätte möglicherweise darauf hingewiesen, dass das Ausrufen eines Hippogreifnamens keinerlei semantischen Sinn ergab, wenn man ihn in einem Universum ausstieß, in dem es keinen zugehörigen Hippogreif mehr gab. Aber dann wiederum hätte Wittgenstein sich vermutlich auch in einer Ecke zusammengerollt und geheult, sobald er zum ersten Mal von ‚Du Weißt Schon Wem' hörte. Der Punkt war jedenfalls, dass Remus Lupin den Namen ausstieß, in einem Raum, in dem er einen Hippogreif erwartete, nur dass er in diesem Raum keinen Hippogreif vorfand, sondern eine ganze Menge Federn. Und Tupfer einer gelben Masse an den Wänden, über deren Herkunft man besser nicht länger nachdachte. Moody machte kein Federlesen und zückte seinen Zauberstab.
Inmitten der Federn lag eine Frau, selbstverständlich splitternackt. Sie krümmte sich zusammen und kämpfte gegen einen Hustenanfall. Das war verständlich, da sie vierzehn Jahre lang mit Lungen geatmet hatte, die sich nicht entscheiden können, ob sie lieber ein Pferd oder ein Vogel sein wollen. Sie hatte vierzehn Jahre lange rote Haare und offenbar gerade einen permanenten Animagusfluch gebrochen.
Sirius Black öffnete und schloss mehrfach hilflos den Mund.
„Lily?", brachte er verständnislos heraus.
Lily unterbrach ihren Hustenanfall und sah mühsam zu ihm auf. „Sirius?", flüsterte sie benommen. Sie hatte vielleicht nicht sein Äußeres erkannt, jedoch seine Stimme.
In die Versammlung geriet Bewegung. Chaos kam auf. Alastor Moody forderte Veritaserum, Molly Weasley forderte eine Decke. Die üblichen Kommentare, die in solchen Situationen abgegeben werden, wurden abgegeben („Aber du bist tot!", „Sie ist ein Spion, sie ist ein Spion!", „Also, fünf Sickel Schulden nach vierzehn Jahren Zins und Zinseszins..."). Die einzigen, die nichts zu sagen hatten, waren Fred und George Weasley, die mit glasigen Augen auf Lily hinabstarrten und offenbar überhaupt nicht der Meinung waren, dass sie ihrer Schwester ähnlich sah.
In all dem Trubel bemerkte niemand die beiden Gestalten, die rechtzeitig in eine Zimmerecke geflohen waren und Tarnhelfer 5.0 aktiviert hatten.
„So steht das aber nicht im Skript", sagte Theresa vorwurfsvoll. „So ist das nicht gedacht. Sie haben die Zeitlinie kaputt gemacht!"
Sina seufzte.
31.10.1981.
„Irgendwie hatte ich ihn mir größer vorgestellt", sagte eine Stimme.
Mit einem Stöhnen versuchte Sirius, sich zu bewegen, und ignorierte, dass sein Kopf sich anfühlte wie nach dieser Nacht mit dem Feuerwhiskey, Peters langen Unterhosen und dem Sprechenden Hut, über die sie nicht sprachen. Unter sich fühlte er Stein. Blinzelnd öffnete er die Augen und sah das Gesicht einer Frau vor sich, die ihn verheißungsvoll anlächelte.
„Hallo", schnurrte sie. „Wie geht's?"
„Meike!" Eine Hand geriet in Sirius Sichtfeld, und Meike wurde abrupt davongezogen. „Du bist verheiratet!"
„Man wird ja wohl noch..."
Tuscheln setzte ein. Sirius verzog das Gesicht, hob eine Hand und tastete nach seinem Hinterkopf. Das war eine ziemlich merkwürdige Vorgehensweise für Todesser. Und wenn er dabei war - wo waren ihre Masken?
Aber sein Zauberstab war nicht mehr in der Armhalterung.
Mit einem Ruck setzte er sich auf und war verblüfft darüber, dass er es konnte. Kein Lähmzauber. Keine Ganzkörperklammer. Seine Zehen konnte er alle bewegen.
Eine rothaarige Frau lächelte ihn schüchtern an. „Möchtest du eine Aspirin?"
„Noch nicht erfunden, Julia!", zischte Meike.
„Oh." Geknickt steckte Julia das Päckchen wieder weg.
Ein Augenblick der Pause trat ein. Sie sahen ihn erwartungsvoll an. Sirius räusperte sich. „Großartig", sagte er zu niemand Bestimmtem. „Ich bin von Groupies überwältigt worden."
„Naja", erwiderte Julia gedehnt. „Wir sind schon ziemlich professionell, es ist nur so, dass wir auf dem Weg hierher irgendwo Sina verloren haben, das ist unsere Public Relations Person, und ich mache beispielsweise normalerweise nur die Quantenberechnung..."
„Wie auch immer." Schwungvoll trat Meike vor Julia, lächelte ihn breit und verzweifelt an und stieß Julia unsubtil beiseite. „Mach deinen Job, Julia", murmelte sie aus dem Mundwinkel. „Wir lenken ihn ab!"
Sirius hob eine Augenbraue und sah Julia dabei zu, wie sie sich mit der Vorsicht einer Person, die unauffällig zu sein versucht, ein paar Schritte weit entfernte.
Die Schwarzhaarige räusperte sich und trat neben Meike. „Du wunderst dich vielleicht darüber, dass wir... generell existieren und hier sind."
„Ich hätte es vielleicht etwas anders formuliert", erwiderte Sirius langsam.
„Wir sind Raumzeitreisende", erklärte die Frau. „Ein Team hochspezialisierter Multiversalkorrektoren mit der Lizenz, durch den vierdimensionalen Raum zu reisen."
„Raum, Zeit und Universum", warf Meike erklärend ein. Sie runzelte die Stirn, zählte lautlos bis drei und zuckte mit den Schultern.
„Genau." Die Schwarzhaarige nickte bekräftigend. „Ich bin Geli. Ich bin die Übersetzerin. In den letzten vierundzwanzig Stunden habe ich beispielsweise gelernt ‚Wir sind keine Spione, erschießen Sie uns nicht' auf Russisch zu sagen." Sie zeigte auf Meike. „Das ist Meike. Sie ist unsere Portalarchitektin. Sie erschafft die Portale, die uns durch die Dimensionen transportieren, oder zumindest, nachdem unsere Navigatorin einen Kurs berechnet hat, die... ähm, nicht hier ist. Und das ist Julia. Sie ist Quantenmechanikerin. Sie..." Geli warf einen zweifelnden Blick in Julias Richtung. „Sie repariert Quanten", schloss sie unsicher.
„Schau, alles hat mit der Chaostheorie zu tun", fuhr Meike fort. Sie sah angestrengt nicht in Julias Richtung, die unschuldig abseits stand, und Sirius behielt sie misstrauisch im Auge, während er zu folgen versuchte. „Du kennst die Chaostheorie, ja? Sie besagt, dass eine sehr, sehr kleine Änderung des Systems..." Sie deutete mit zwei Fingern an, wie klein genau. „...das ganze System komplett verändern kann. Es hat mit Fraktalen zu tun. Julia kann es erklären, aber..." Sie winkte schnell ab, als Sirius wieder in Julias Richtung sah. „...es ist überhaupt nicht wichtig."
„Der Punkt ist", fuhr Geli fort. „dass eine kleine Änderung auch mal das ganze System zum Kollapsbringen kann. Oder retten. So wie dieses. Aber du hast Glück!" Sie wippte bekräftigend auf den Fußballen. „Denn ihr steht unter Artenschutz. Hohe Verkaufszahlen und alles. Deshalb sind hochqualifizierte Reparateure geschickt worden..." Bekräftigend zeigten Meike und Geli aufeinander und nickten sich zu. „...um den Schaden zu beheben."
„Hochqualifizierte... was?", erwiderte Sirius betäubt.
„Hochqualifizierte", bestätigte Geli. „Wir sind extra berufen worden."
„Niemand war überraschter als wir", fügte Meike bescheiden hinzu.
„Ah ja." Nervös flackerten Sirius Augen zu Julia, die von einem Bein auf das andere trat. Er räusperte sich. Er konnte damit umgehen. Wenn nicht er, wer dann? Er war ein Black. Er hatte jahrelange Erfahrung mit inzestuösen Verrückten, von denen manche ihre Socken aßen (sie sprachen nicht darüber, verstand sich). Er musste nur aufpassen, dass sie ihn nicht ablenkten, so dass sie nicht tun konnten, was auch immer sie tun wollten. „Okay, und... Wartet. Das Universum kollabiert?"
„Implodiert, um genau zu sein", erwiderte Geli. „Julia hat es uns genau erklärt. Aber es ist nicht wichtig", fügte sie hinzu. „Also, alles hat mit dem Torbogen zu tun. Schon mal davon gehört? Steht in der Mysteriumsabteilung. Groß. Schwarz. Ungewöhnliche Klangkulisse."
„Ein architektonisches Meisterwerk", fügte Meike fachkundig hinzu.
„Und jedes Mal, wenn jemand durch das Meisterwerk durchfällt, haben wir Arbeit", kommentierte Geli unbegeistert. Meike verdrehte die Augen. Geli konzentrierte sich wieder auf Sirius. Sirius konzentrierte sich wieder auf Julia. „Die Sache ist die. Sobald jemand durch den Torbogen fällt, ist er nicht einfach tot. Er hört auf, zu existieren. Zip. Finite Incantatem, okay? Und das ist ein Problem. Denn wenn normalerweise jemand stirbt, bleibt ein Stückchen zurück. Staub, Knochen, Seelenstückchen und dergleichen. Nicht so hier. Und dadurch geht die ganze Balance kaputt."
„Das Chi", fügte Meike hinzu. „Das Ying und Yang. Die innere Stabilität gemäß des Ritterschen Schnittverfahrens. Es ist wie ein großes schwarzes Loch, das über kurz oder lang alles in sich aufsaugt." Sie machte eine ausdrucksstarke Geste und zuckte mit den Schultern. „Dann bricht alles zusammen."
„Jemand fällt durch den Torbogen in der Mysteriumsabteilung?", wiederholte Sirius verwirrt. „Heute?"
„In vierzehn Jahren", erwiderte Geli. „Aber es ist trotzdem ein wenig dringend, mit dem Kriegsende heute Nacht und allem."
„Peter Pettigrew wird euch an Voldemort verkaufen", erklärte Meike und zögerte nicht im Geringsten, den Namen auszusprechen. Ihr Ton klang insgesamt danach, als spreche sie von so unaufregenden Dingen wie dem Wetter. „Und Voldemort wird James und Lily töten, und er wird versuchen, Harry zu töten, aber der Todesfluch wird abprallen, weil Lily sich für Harry geopfert hat - ‚Töte mich, nicht ihn!', und so weiter -, und Voldemort wird sterben, und der Krieg ist vorbei. Und du wirst als Pettigrews Mörder verurteilt und gehst nach Askaban." Sie breitete bestärkend die Arme aus. „Siehst du? Wenig Zeit."
Sirius hatte Mühe, Julia im Auge zu behalten und gleichzeitig das aufzunehmen. „Ich verstehe nicht ganz", erwiderte er zögerlich.
„Natürlich nicht", antwortete Geli tröstend. „Im Prinzip hat das nämlich alles nur insofern mit dir zu tun, dass wir die Sache gerne klären würden, bevor du in Askaban bist. Die Tarnmechanismen hatte Theresa alle in der Tasche, und es ist so schwierig, in ein Gefängnis einzubrechen."
Julia kratzte sich ungeduldig an der Nase.
„Aber wenn alle... wenn dann alle tot sind... oder Verräter sind", gelang es Sirius, seine Gedanken zu artikulieren. Sein Gehirn unternahm einen ersten Anflug eines Versuchs, sich vorzustellen, dass in der Unsinnsgeschichte der drei Frauen eine gewisse Wahrheit steckte, und scheiterte. „...wer ist dann übrig, um durch den Torbogen zu fallen?"
„Naja", erwiderte Geli und zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Das wärst dann du."
Ungläubig konzentrierte Sirius sich auf sie.
Hinter ihm beschloss Julia, dass er hinreichend abgelenkt sei, und zückte ihren Quantendesintegrator.
„So", sagte Meike jovial und tätschelte Sirius die Schulter. „Zauberstab in der Armhalterung, Zwei-Wege-Spiegel in der Hosentasche, Geldbörse in der Robentasche, alles wieder da. Geh heim, sei nicht allzu verwirrt und schlaf dich aus."
„Irgendwie hab ich das Gefühl, wir hätten was übersehen", murmelte Julia in sich hinein.
Interessiert scharrten die Frauen sich um den Zauberer und sahen dabei zu, wie seine Augen aufeinander zu und dann wieder in Position wanderten.
„Ausschlafen", antwortete Sirius gedehnt und verschlissen.
„Genau", stimmte Meike ihm in einem Tonfall zu, für den sie sehr qualifiziert war, weil sie Babys mochte. „Alles ist nie passiert. Wir waren nur ein Teil eines Traums. Eines besonders schönen, zweifellos freudianisch-sexuellen..."
„Meike!"
„Schon gut." Meike seufzte. Sie packte Sirius an den Schultern, drehte ihn in Richtung Straße und versetzte ihm einen Stoß. „Ciao. Und meine Güte, rasier dich mal wieder! Kein Wunder, dass dich alle für den Bösen halten werden!"
Mit in den Hosentaschen vergrabenen Händen sahen sie zu, wie der konfundierte Mann auf die Straße zu taumelte. Geli warf einen letzten Blick auf ihren Handtranslator, der für den Verwirrmechanismus zweckentfremdet worden war, und steckte ihn mit einem zufriedenen Nicken weg.
„Ich hab trotzdem das Gefühl, dass wir was übersehen haben", murmelte Julia und verengte die Augen. Dann wurde sie abgelenkt, weil die anderen beiden sich erwartungsvoll zu ihr umwandten. „Oh." Sie zückte ihren Desintegrator und schwenkte ihn. Er piepte protestierend. „Von meiner Seite sind wir fertig. Ich hab ein paar Seelenstückchen extrahiert und erfolgreich horkruxifiziert. Wir können problemlos in die Zukunft nach dem Schleiervorfall reisen, ähm, zumindest, wenn wir den Weg ohne Theresa finden, und die Seelenmarmelade fliegen lassen."
„Dann ist wieder ein Teilchen von Sirius im Lande und das Gleichgewicht wieder hergestellt", fügte Meike glücklich hinzu. „Und alles ist wieder stabil, und wir können zurück nachhause... wenn wir nicht auf dem Weg verloren gehen, ganz ohne Theresa... und Harry Potter lesen, anstatt mit seinem Patenonkel zu sprechen." Sie seufzte andächtig. „Nicht, dass ich ein Problem damit gehabt habe, mit seinem Patenonkel zu sprechen."
„Julia?" Geli hob die Augenbraue. „Alles in Ordnung?"
„Jaah", erwiderte Julia gedehnt und zuckte hilflos mit den Schultern. „Ich habe nur das Gefühl, dass wir irgendwas übersehen haben. Irgendetwas Wichtiges. Wir haben ihm doch alles zurückgegeben, oder nicht? Spiegel, Geldbörse... nicht dass ihm sein Zauberstab fehlt, wenn er morgen Peter stellen geht."
„Wir haben alles zurückgegeben", beruhigte Geli sie. „Du bist nur nervös."
„So nervös, dass ich mir die Fußnägel abkauen könnte", bestätigte Julia, und Geli schauderte ob der neuen Bilder in ihrem Kopf.
Sie begann sich mit Meike darüber zu beraten, wo man ohne einen Penny oder Knut in der Tasche ein Frühstück bekommen konnte, bevor sie in die Zukunft aufbrachen. Julia drehte sich wieder in die Richtung um, in die Black verschwunden war, und runzelte die Stirn.
„Irgendetwas völlig Offensichtliches...", murmelte sie.
Sirius Black taumelte in der absoluten Glückseligkeit einer vollkommen konfundierten Person durch die Straßen. Heim, dachte er. Heim, heim. Schlafen. Traum. Er wäre jetzt ein exzellenter Spielgefährte für seinen Patensohn. Absolut auf dem gleichen Level, wenn auch nicht auf der gleichen Altersfreigabe.
Frauen, dachte Sirius selig.
Und er überhörte völlig die zunehmend panische Stimme, die aus seiner Jeanstasche tönte.
„Sirius! TATZE! Was soll das heißen, wir sterben heute Nacht! Was soll das heißen, Peter verrät uns!", bellte James. „Nimm jetzt sofort diesen Zwei-Wege-Spiegel in die Hand und hör endlich zu...
Sirius!
SIRIUS BLACK!"
Tbc...
