2 Vorbereitungen

Etwas über 10 Jahre später

Lily stand in der Küche und überwachte wie die Milch wie von alleine in die Schale gegossen wurde, die Eier aus dem Kühlschrank angeflogen kamen, am Tisch angeschlagen wurden und dann perfekt ohne Schale ebenfalls in der Rührschüssel landeten. Heute war der 31. Juli 1991 und Lily ist extra früh aufgestanden um einen riesigen Geburtstagskuchen zu backen. Alle anderen im Haus schliefen noch seelenruhig. Aber das wird sich bald ändern dachte Lily schmunzelnd.

Normalerweise sind Harry und Nico überzeugte Langschläfer. Aber wie alle anderen Kinder werden sie an besonderen Tagen wie Weihnachten oder eben am Geburtstag früh wach.

Wobei Nico eindeutig der schlimmere von den beiden ist. Er kommt ganz nach James und ist immer für einen guten Streich zu haben. An einigen Tagen kann man nicht einmal gefahrlos durch das Haus laufen, ohne dass nicht vielleicht ein Eimer Wasser auf einer Tür steht und über einem ausgekippt wird beim betreten des Raumes.

Und dank Sirius hat Nico ein endlosen Vorrat an Scherzartikel von Zonkos, die er nur zu gerne einsetzt. Aber als James es mitbekommen hat, dass Sirius seinem Sohn so viel von Zonkos hat zukommen lassen – und das auch noch ohne sein wissen – hat James Jamie einen ebenso großen Vorrat besorgt.

Jamie ist Sirius' achtjähriger Sohn. Vor knapp neun Jahren hat Sirius seine Freunde geschockt als er ihnen mitteilte, dass er seit einigen Monaten in einer Beziehung mit Sarah McKinon ist und diese jetzt ein Kind von ihm erwartet. Das alles ist natürlich schneller passiert als Sirius und Sarah das wollten aber für beide war klar, dass es nun kein zurück mehr gab. Kurz nachdem sie erfuhren, dass sie Eltern werden würden heirateten sie und bekamen am 16. September 1983 Jamie James Black.

Jamie schlägt genauso sehr nach seinem Vater wie Nico nach James. Hogwarts wird sich in acht nehmen müssen. Alleine können Jamie und Nico ja schon eine Hand voll Arbeit sein, aber wenn die beiden sich verbünden, dann sind sie eine Qual für jeden der auf sie aufpassen soll.

Arme Minerva dachte Lily mit einem lächeln. Aber noch hat sie Glück. Jamie wird noch drei Jahre warten müssen bis er nach Hogwarts gehen kann. Aber Harry und Nico würden sich in einem Monat auf den Weg machen.

Lily hoffte darauf, dass Harry Nico ein wenig im Zaum halten würde. Rein äußerlich ist Harry wirklich ein Mini James aber vom Wesen her ist er eine perfekte Mischung von Lily und James. Natürlich ist auch er für jeden Spaß zu haben und wird von seinem Bruder oft genug in Scherze mit hinein gezogen aber Harry ist nie die Treibende Kraft dahinter. Er ist eher ruhiger, beobachtet viel und denkt nach bevor er handelt. Und das ist wahrscheinlich der größte Unterschied zu seinem Vater, der in Harry's Alter ein kleiner Hitzkopf war.

Während Nico seine Zeit lieber mit Streiche spielen und fliegen verbringt, begleitet Harry ihn nur selten mit auf das Quidditch Feld hinter dem Haus. Harry findet man eher in Lilys Arbeitszimmer mit einem Buch aus ihrer privaten Sammlung. Oder Harry begleitet sie in ihr Labor. Zuerst war sich Lily unsicher ob es gut ist wenn Harry dabei ist, da die Kunst der Zaubertränke sehr gefährlich sein kann. Aber Harry war so begeistert wenn er Lily helfen konnte und seine Augen fingen an zu strahlen.

So kam es, dass Harry in den Abendstunden zusammen mit ihr an Zaubertränken arbeitete. Lily erklärte ihrem Sohn, worauf man bei Tränken besonders achten musste und brachte ihm die Grundlagen bei. Harry schien alles aufzunehmen wie ein Schwamm. Er hörte konzentriert zu und stellte Fragen, die Lily im nur zu gerne beantwortete. Schon bald zeigte Lily ihm wie er die Zutaten zu verarbeiten hatte und welche Wirkung die Einzelnen Substanzen haben.

Aber trotzdem dass ihre Söhne so unterschiedlich sind, haben die zwei ein gutes Verhältnis zueinander. Dadurch, dass sie die ersten drei Jahre die einzigen Kinder hier waren, waren sie unzertrennlich zusammen gewachsen. Erst als Jamie mit dazu kam, hat sich Harry etwas abgewandt und angefangen auch mal ein Buch in die Hand zu nehmen, sehr zu Lilys Freude. Ganz selten half Harry seinem Bruder mit seinen Streichen. Nico kam auf die kuriosesten Ideen und Harry konnte diese mit seinem Wissen in Realität umsetzten.

Ein lautes Stampfen auf der Treppe riss Lily aus ihren Gedanken. Sie schaute zur Tür durch die ihre fünfjährige Tochter Tiara Lilian in die Küche gestürmt kam. Tiara war der kleine Nachzügler in der Familie aber keinesfalls weniger geliebt. Sie hatte Harry im Handumdrehen um ihren Finger gewickelt. Harry hatte immer ein wachsames Auge auf seine Schwester, da Nico sie relativ schnell zu eines seiner Lieblingsopfer erkoren hat. Lily würde ja Mitleid mit ihrer Tochter haben aber Tiara war bestens in der Lage sich gegen ihren Bruder zu wehren. An einigen Tagen ist das Haus in Godrics Hollow quasi ein Kriegsgebiet. Und zwar genau dann, wenn Sirius und Sarah mit ihren beiden Kindern vorbei kommen. Die Grenzen sind klar gezogen. Nico und Jamie gegen Tiara und Marlene.

Marlene ist genau wie Tiara fünf Jahre alt. Die beiden sind sogar am selben Tag zur Welt gekommen. Am 1.4.86 erblickten die beiden Mädchen das Licht der Welt und das ist jetzt kein Aprilscherz. Tiara kam mit einer Woche Verspätung während Marlene drei Wochen zu früh kam. Todesser griffen in den Grimmauld Platz erfolglos an, aber Sarah hat sich trotzdem so stark aufgeregt, dass die Kleine schon eher gekommen ist.

Tiara und Marlene sind unzertrennlich und haben sich ein Beispiel an ihren großen Brüdern genommen. Manchmal bricht zwischen den Vieren ein regelrechter Krieg aus, den Sirius und James dann schlichten müssen. Wobei der Schlichtungsversuch dann meistens darin endet, dass Nico und Jamie einen von kurzer Dauer geprägten Waffenstillstand mit den Mädchen eingehen und die Vier zusammen gegen die Marauder agieren.

„Ich hätte nicht gedacht das du auch so früh aufstehen würdest" sagte Lily zu ihrer Tochter und beobachtete wie ein Löffel alle Zutaten zu einem cremigen Teig verrührte.

„Ich musste schon mal Nicos Geschenk vorbereiten" sagte Tiara und grinste sie schräg an. Auch Tiara hatte Lilys roten Haare geerbt nur waren sie bei ihr wirklich Feuerrot. Dazu hat sie James' braunen Augen und ihre spitze Nase bekommen was Tiara im großen und ganzen ziemlich frech aussehen ließ.

„Was hast du getan?" fragte Lily ihre Tochter misstrauisch.

„Gar nichts Mama." sagte Tiara mit ihrer besten Unschuldsmiene. „Kann ich dir beim backen helfen?"

„Ich lasse dich erst dann helfen, wenn du mindestens 15 Jahre älter bist und vorher keinen Kontakt zu deinem Vater oder Sirius hattest" sagte Lily. Sie kannte ihre Tochter. Sie war vielleicht noch nicht so weit um zu zaubern, aber durch Sirius hatte sie genügend Möglichkeiten um an Scherzartikel zu kommen, die die Haare verfärbten oder andere Dinge zu tun.

Tiara schmollte ein wenig und setzte sich an den Tisch. „Für wann sind die anderen eingeladen?" fragte sie.

„Um 12 sollten die Gäste alle da sein. Obwohl Sirius und Sarah wahrscheinlich schon eher kommen. Remus kommt schon um 10 weil ich noch ein bisschen was mit ihm besprechen muss." sagte Lily.

Plötzlich hörte Lily von oben ein lauten Schrei und ein kurzes Poltern. Lily sah dass ihre Tochter ein breites Grinsen im Gesicht hatte und ebenfalls nach oben zur Decke schaute.

„Tiara" sagte Lily warnend und ,achte sich auf den Weg zum Zimmer ihres Sohnes. Oben angekommen sah sie ihren Sohn triefend nass aus seinem Zimmer kommen. Nico blieb abrupt stehen als er sie bemerkte und regte sich sofort über seine Schwester auf. „Tiara hat mein ganzes Zimmer geflutet Mama" rief er. Als Lily einen Blick in sein Zimmer warf konnte sie sich nur mit Mühe ein grinsen verkneifen.

Auf dem ganzen Boden verteilt standen Plastikbecher die randvoll mit Wasser gefüllt waren. Die Becher neben Nicos Bett waren allesamt umgekippt sowie einige wenige auf dem Weg vom Bett zur Tür.

„Was hast du jetzt schon wieder gemacht Nico?" fragte Harry verschlafen als er aus seinem Zimmer in den Flur trat.

„Tiara meinte, dass sie unheimlich lustig ist" erwiderte Nico.

Lily ließ mit einem Zauber das ganze Wasser und die Plastikbecher verschwinden und wandte sich zu ihren Jungs.

„Happy Birthday" sagte sie strahlend und nahm Nico in den Arm. „Ihr seid so schnell groß geworden!" Lily ließ Nico los und wollte Harry in den Arm nehmen der aber schnell von ihr weg wich.

„Du bist jetzt genau so nass wie Nico!" Lily sah an sich runter und stellte fest das Harry recht hatte.

„Wer Harry zuerst umarmt" schrie Nico und stürzte sich auf seinen Bruder der wieder versuchte zu entkommen. Harry drehte sich um und rannte in Richtung Küche, dicht gefolgt von Nico.

Lily wollte ihren Jungs gerade folgen als die Tür zu ihrem Schlafzimmer auf ging und James raus kam. „Was hat Nico jetzt schon wieder gemacht?" fragte James verschlafen. Sie musste unweigerlich lachen, James sah genau so aus wie Harry vor wenigen Sekunden.

„Tiara hat Plastikbecher voller Wasser in Nicos Zimmer aufgestellt" antwortete Lily als sie leicht die Augen verdrehte.

James grinste nur „Ich komme sofort, lass mich nur eben was anderes anziehen"


Das gemeinsame Frühstück war wie immer chaotisch. Aber Harry kannte das nicht anders von seiner Familie. Nico ist schon vor seinem ersten Bissen mit Tiara aneinander geraten und die beiden diskutierten Lautstark darüber, ob England dieses Jahr eine Chance hat, den Europa Cup zu gewinnen. Mum versuchte für Ordnung zu sorgen und stieß Dad unter dem Tisch mit dem Fuß an damit er ihr hilft.

Gerade als alle fertig mit dem essen waren kamen zwei Eulen die ihre Hogwarts Einladungen brachten. „Wir gehen nach Hogwarts!" rief Nico aufgeregt und rannte mit dem offenen Brief um den Tisch herum. „Wann gehen wir in die Winkelgasse Dad?" fragte ich.

Mum und Dad die schmunzelnd zusahen wie Nico total ausflippte versteiften ihre Schultern. „Ich weiß noch nicht Harry." sagte Dad ernst. „Es ist etwas schwierig zur Zeit."

„Aber Dad, wir brauchen unsere Schulsachen. Und ich wollte endlich mal wieder nach Flourish und Blotts."

„Ich weiß" seufzte Dad und schaute Mum an. „Dora und Remus passen sicherlich gerne einen Nachmittag lang auf Marlene, Jamie und Tiara auf, sodass Sirius uns begleiten kann. Während wir beide mit den Jungs bei Ollivanders sind, können sich Sirius und Sarah vielleicht schon mal um die anderen Sachen kümmern. Wie die Zutaten für Zaubertränke, Pergament und die Schulbücher" argumentierte Mum.

„Ich spreche gleich mal mit ihm" gab Dad nach. „Aber eigentlich dachte ich, dass jetzt Geschenke ausgepackt werden sollen?" damit blieb Nico abrupt stehen und sah zu uns hinüber.

„Ich zuerst. Mein zwei Minuten älterer Bruder kann warten." sagte er frech und grinste mich an.

„Und weil ich zwei Minuten älter bin, bekomme ich zuerst meine Geschenke. Ich musste immerhin ganze zwei Minuten länger im Leben darauf warten wie du."

Mum und Dad gaben uns unsere Geschenke und sahen gespannt zu wie wir sie auspackten. Mein Geschenk war relativ groß und schwer. Als ich es komplett ausgepackt hatte, sah ich eine Reihe von Büchern. Helga Milford's Grundwissen. Zu jedem wichtigen Schulfach auf Hogwarts gibt es ein Buch, dass einem die Grundlagen erklärt und an einigen Punkten Hinweise auf weiterführende Lektüre gab. Schnell setzte ich ein lächeln auf mein Gesicht und bedankte mich bei Mum und Dad.

„Habt ihr was dagegen wenn ich hoch gehe und schon mal ein bisschen dadurch blätter?" fragte ich. Als beide nickten machte ich mich schnell auf den Weg in mein Zimmer.

„Harry! Ich habe ein neues Quidditch Set bekommen. Sollen wir nachher raus gehen und spielen?" fragte Nico schnell.

„Geht klar, kleiner Bruder. Wenn du bereit bist für die nächste Niederlage" neckte ich ihn und rannte in mein Zimmer.

„Ich setzte auf Harry" hörte ich Tiara hinter mir noch Nico zurufen.

Oben angekommen stellte ich die Bücher ordentlich auf meinem Schreibtisch ab und schaute sie mir genauer an. Das war kein schlechtes Geschenkt. Helga Milford hat sehr viel Arbeit in diese Bücher gesteckt die sehr akkurat sind. Aber Harrys Problem war, dass er vieles was er von den Büchern lernen könnte schon weiß. Seine Mutter hatte ihm selber die Grundlagen für Zaubertränke beigebracht und Harry hatte vor Jahren in ihrem Arbeitszimmer eine Kiste mit ihren alten Schulsachen gefunden. Inklusive aller Lehrbücher die sie je besaß.

Harry war damals eigentlich nur neugierig gewesen und wollte ein Buch über Tränke haben, aber dann hat er all die anderen Bücher gesehen. Schnell hatte Harry sie alle in sein Zimmer gebracht und hat sie von vorne bis hinten durchgelesen. Und darauf war Harry stolz.

Magie ist nichts, dass man für selbstverständlich ansehen sollte. Man muss hart an sich und seiner Magie arbeiten. Nur so hat man die Chance großartig zu werden. Und genau das hatte Harry vor. Er wollte große Dinge tun, er wollte in die Geschichte eingehen. Harry fühlte, dass er besonders war. Wenn er sich ganz stark konzentrierte dann fühlte er etwas durch seine Adern rauschen – etwas großes, unbezähmbares. Er wusste, dass er in diesen Momenten seine pure Magie spürte die durch seinen Körper strömte, die darauf drängte auszubrechen. Harry wusste von wo sie kam, er spürt sie stets am stärksten an seinen Pulsadern. Von dort aus wanderte sie durch seinen ganzen Körper.

Als er eines abends mit fünf in seinem Bett lag und das alte Zauberkunstbuch seiner Mutter las stieß er auf den Zauber der Gegenstände fliegen ließ – Wingardium Leviosa. Harry wusste, dass es funktionieren würde. Er konzentrierte sich ganz stark auf den Bilderrahmen der auf der anderen Seite des Raumes stand. Langsam hob er die Hand und stellte sich vor, wie der Bilderrahmen nach oben steigt. Aber nichts geschah. Harry konzentrierte sich weiter und versuchte es an dem Abend immer wieder. Schließlich, kurz bevor er aufgeben wollte, bewegte sich der Bilderrahmen. Eine Ecke ging leicht nach oben, viel aber sofort wieder runter.

Harry saß in seinem Bett und eine Welle des puren Glückes überkam ihn als er den Bilderrahmen anstarrte. Er hatte es geschafft. Naja, nicht ganz. Aber er wusste das es nicht unmöglich war. Er musste nur hart an sich arbeiten und er durfte nicht aufgeben. Mit diesem Gedanken viel Harry erschöpft zurück in seine Kissen und schlief sofort ein.

Er schaute sich die neuen Bücher auf seinen Tisch noch einmal genauer an. Er würde sie durchlesen noch bevor er zu Hogwarts geht. Sei es auch nur um noch einmal sein Wissen aufzufrischen. Denn seid er fünf war, ist eine menge Zeit vergangen und Harry ist schon viel weiter mit den Büchern seiner Ma. Er würde sich vom theoretischen Wissen auf den Stand eines Viertklässlers schätzen. Auf jeden Fall hatte er alle Bücher aus den ersten vier Jahren für jedes Fach durch. Das einzige das ihn nervte, war das er keinen Zauberstab hatte mit dem er üben konnte. Was hätte er nicht alles getan um ihn nicht schon mit 8 oder 10 zu bekommen. Aber Mum und Dad waren stur geblieben.

Harry war sich sicher im Umgang mit der Theorie. Nun wartete er ungeduldig darauf, sein Wissen endlich in die Praxis umzusetzen.


Harry war kurz davor einzuschlafen als er sah, dass die Tür zu seinem Zimmer wieder aufging und Nico rein kam.

„Töten wir meine Packung Berty Botts Bohnen oder deine?" fragte er neckend. Harry musste grinsen. Er und sein Bruder hatten seit einigen Jahren eine kleine Tradition an ihrem Geburtstag. Sie würden sich in einem ihrer Zimmer treffen und eine ganze Packung der Bohnen jeder Geschmacksrichtung essen, während sie sich über alles Mögliche unterhielten.

„Hogwarts" sagte Nico als er sich gegenüber von Harry an das Fußende des Bettes setzte.

„Ja, Hogwarts. Ich kann es gar nicht abwarten. Stell dir nur mal vor was wir dort alles lernen können!" sagte ich begeistert.

„Oder die ganzen Streiche die wir den Slytherins spielen können" sagte er grinsend.

„Übertreibe es nicht. Mum tötet dich. Denk dran, ohne dich hat sie immer noch zwei Kinder. Das reicht voll und ganz" sagte ich als ich die Tüte aufriss und die erste Bohne raus nahm. Eine giftgrün aussehende. Ich steckte sie in den Mund und hoffte auf was gutes.

„Bäh, Spinat" angewidert schüttelte ich mich und schluckte die Bohne runter.

Nico kicherte und nahm sich selber eine rote. „Lecker, Kakao. Und Mum tötet mich nicht. Ich bin ihr Lieblingskind, weil ich genau wie Dad bin" sagte er lachend.

„Mum hat Dad in seiner Jugend gehasst" sagte ich lachend und Nico streckte mir nur die Zunge raus.

„Ich kann es gar nicht abwarten bis wir beide in Gryffindor sind. Wir können das ganze Schloss mit Ron erforschen." träumte Nico.

„Ich weiß nicht, ob ich bei euch in Gryffindor lande." sagte Harry zögerlich und suchte als nächstes eine gelbe Bohne aus – Zitrone.

„Warum glaubst du nicht in Gryffindor zu landen?" fragte Nico ihn und ignorierte die Tüte.

„Ich weiß nicht, ich bin nicht so Hitzköpfig wie du und Dad. Ich nehme mir lieber ein gutes Buch und lerne. Du weißt selber, wenn wir zusammen Streiche gespielt haben, dann war ich der Schlaue Kopf im Hintergrund. Ich glaube ich bin eher Ravenclaw Material." sagte ich nachdenklich.

Nico schien kurz darüber nachzudenken. „Ravenclaw ist auch ok. Ich hätte dich natürlich lieber bei mir aber wenn Ravenclaw das beste für dich ist" sagte er schließlich. Harry war gerührt. Trotz dem dass sie beide so unterschiedlich waren, am Ende konnte er sich immer auf Nico verlassen.

„Du und deine Streberfreunde ihr könnt Ron und mir dann immer mit den Hausaufgaben helfen" setzte er noch schnell grinsend hinzu und nahm sich eine pinke Bohne. „Ihhh, das schmeckt wie Kotze!"

Harry musste lachen und fühlte sich so gut wie schon lange nicht mehr. Nico sah, dass sein Bruder ihn auslachte und warf sich auf ihn drauf. Die beiden fingen an zu rangeln und landeten schon bald zusammen auf dem Fußboden.


Alles in allem war sein Geburtstag gestern ein voller Erfolg. Von Sirius und Sarah hat Harry ein Buch von James Ford bekommen, 'Das magische Großbritannien von gestern' und eine riesige Tüte Berty Botts Bohnen in sämtlichen Geschmacksrichtungen. Da Harry und Nico gestern direkt seine Tüte vernichtet haben wollten sie Harrys Tüte zusammen in Hogwarts essen. Von Dora und Remus bekam er ein Buch über die vier Gründer von Hogwarts zusammen mit einem neuen Reinigungsset für seinen Nimbus 2000.

Die Weasleys und die Longbottoms waren da und kurz darauf ist ein Quidditch Matsch entfacht. Percy hatte keine Lust und so sind Dad und Sirius mit eingesprungen. Sirius, Charlie, Ron, George, Jamie, Marlene und ich gegen Dad, Nico, Tiara, Fred, Ginny, Neville und Bill. Am ende war es kanpp aber wir haben gewonnen. Fred und George haben ausnahmsweise in verschiedenen Teams gespielt und schon nach wenigen Sekunden wusste niemand mehr, wer wer war. Dad und Sirius haben lieber versucht sich gegenseitig vom Besen zu werfen um den kleineren die Chance auf ein gutes Spiel zu geben. Nico hat die Krise bekommen, weil er nicht genügen Zeit hatte um Punkte zu erzielen, weil ich den Schnatz immer in Rekordzeit gefangen habe.

Am Nachmittag haben wir Mum's Kuchen gegessen und das Chaos wurde perfekt. Bei Sarah hat man es zuerst gesehen. Ihre normalerweise langen blonden Haare waren auf einmal blau. Sirius der gerade am trinken war, hat die neue Haarfarbe seiner Frau zuerst gesehen und spuckte vor lachen in sein Glas. Wenig später hatten alle quitsch bunte Haare und Tiara schlug heimlich unterm Tisch mit Marlene die Hände zusammen. Die beiden die einzigen, die verschont geblieben sind.

„Tiara!" rief Mum lauter und konnte nur zusehen wie die zwei Mädchen von Tisch aufsprangen und vor Freude lachend davon liefen. Dicht gefolgt von ihren Vätern und den Weasley Zwillingen, die alle Rache versprachen.

Harry und Nico schauten sich an und verdrehten die Augen. „Jede Wette sie hat heute morgen irgendwas in den Kuchen gemischt als Mum zu mir ins Zimmer kam?" fragte Nico ihn.

Kurz darauf sind die Gäste nach Hause gefloot und Harry hat sich schnell in sein Zimmer geflüchtet und begann seine neuen Bücher zu lesen. Kurz bevor er sich schlafen legen wollte kam seine Mum in sein Zimmer und sagte ihm, dass sie morgen mit Sarah und Sirius in die Winkelgasse flooen würden.

Und genau da war Harry jetzt. Mum und Dad wollten so schnell wie Möglich wieder nach Hause, deswegen würden sich Sirius und Sarah wirklich schon mal um die einfachen Dinge wie Bücher und Zaubertrankzutaten kümmern, während er seinen Zauberstab bekam.

Sie machten sich schnell auf den Weg zu Ollivanders und Harry kam nicht umhin zu bemerken, dass die Gasse leer war. Einige wenige Menschen hetzten gestresst von Ladentür zu Ladentür und versuchen ihre Einkäufe so schnell wie möglich zu erledigen. Die Geschäfte sehen aus als hätten sie nicht viele Besucher und alles in allem machte die Winkelgasse einen düsteren Eindruck. Neben den Eingangstüren der Geschäfte hingen Fahndungsfotos von gesuchten Todessern die wegen verschiedener Straftaten gesucht wurden.

Bei Ollivanders angekommen staunte Harry nicht schlecht. Überall standen riesige Regale mit winzigen Boxen in denen die Zauberstäbe lagen.

„Mr. Ollivanders. Schön Sie wieder zu sehen. Wir wollen nicht unhöflich sein, aber wir haben es etwas eilig" sagte Dad verschmitzt.

„Mr. und Mrs. Potter, ich habe mich schon gefragt wann Sie kommen." grüßte Mr Ollivanders zurück. Dad hatte recht. Der Mann war unheimlich. Trotzdem trat ich schnell einen Schritt nach vorne um vor Nico dran zu kommen. Mr. Ollivanders Augen vielen auf mich als er langsam zu mir kam.

„Ich denke ich habe genau das richtige für dich mein Junge." sagte er, als er sich nach rechts drehte und eine Box von ganz oben aus dem Regal holte. „Mahagoni, 14 Zoll, Drachenherzfaser" und damit drückte er Harry den Stab in die Hand. Über ihnen flogen plötzlich alle Boxen aus den Regalen, krachten in das gegenüberliegende Regal und vielen zu Boden. Ollivander nahm ihn schnell den Stab aus der Hand und Harry sprang zur Seite um nicht von den herunterfallenden Boxen getroffen zu werden.

Vorne vorm Tresen fing Nico schallend an zu lachen und Mum und Dad schmunzelten leicht. „Klares nein. Hier, versuch diesen. Kirschholz, 12 Zoll mit Veelahaar" Diesmal zerbrach die Vase auf dem Tresen als Harry den Zauberstab in die Hand nahm und Ollivanders nahm ihm auch diesen Stab schnell wieder weg.

Nach fünf weiteren erfolglosen Versuchen wurde Harry auf etwas aufmerksam. Irgendwas rief ihn. Es kam von dem kleinen Regal hinter dem Tresen. Als Harry Mr. Ollivander fragte was das für Zauberstäbe wären wurde der ältere Mann nachdenklich. Langsam ging er hinter seinen Tresen und Harry folgte ihm.

„Das sind ganz besondere Zauberstäbe mein Junge. Sehr mächtig. Sie bestehen aus dem Holz der Weißeiche. Ein unnachgiebiges Holz, dass sehr selten ist. Ich selber habe in meinem Leben nur diese fünf aus dem Holz gefertigt." sagte er als er fünf Boxen nebeneinander auf den Tresen legte.

Der zweite von rechts war derjenige von dem Harry gerufen wurde und er strecke die Hand danach aus. Mr. Ollivanders lächelte leicht und öffnete schnell die Box bevor Harry da dran kam „Weißeiche, 13 Zoll mit einer Phönixfeder als Kern." Damit reichte er ihm einen weißen Zauberstab und Harry spürte sofort, dass das der richtige war. Ohne das er sich Konzentrieren musste spürte er wie seine Magie durch seinen Körper strömte. Die Luft um ihn herum wurde warm und Harry sah wie um ihn herum alles zu schweben begann.

„Interessant. Ich glaube wir können große Dinge von Ihrem Sohn erwarten" sagte er an seine Eltern gewandt. Aber Harry folgte Mr. Ollivanders nicht mehr. Er besah sich seinen Zauberstab. Er war weiß und hatte einen kunstvoll gearbeiteten Griff. Dort wo der eigentliche Stab begann ging ein winziger roter Stich spiralförmig in Richtung Zauberstab spitze. Harry war sprachlos als er seinen Stab betrachtete und bekam nicht mit wie sein Bruder schon die ersten Stäbe selber ausprobierte.

Nach einer halben Stunde hatte auch Nico seinen Zauberstab gefunden. Mahagoni, 10 Zoll mit einer Drachenherzfaser als Kern. Mum und Dad bezahlten und wir trafen uns mit Sirius und Sarah vor Madam Malkins um unsere Uniformen abzuholen für die wir vorher Maß standen. Danach besorgten sie noch schnell die Koffer bevor sie alle zurück nach Godrics Hollow flooten.

Zu Hause angekommen brachte Harry alles schnell in sein Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Er nahm seinen Weißholzstab und schaute ihn noch mal genau an.

„Wingardium Leviosa" sagte Harry und führte die richtige Bewegung in Richtung Kopfkissen aus. Sofort schwebte das Kissen mehrere Zentimeter in die Höhe und blieb einen halben Meter über seinen Bett in der Luft am schweben.

Er hob den Spruch wieder auf und versuchte den nächsten Zauberspruch.

„Engorgio" sein Kissen wuchs und war jetzt doppelt so groß wie vorher.