AN: So hier hätten wir das nächste Kapitel! Viel Spass!

Disclaimer: Twilight gehört Stephenie Meyer!

Zum Kapitel:
Es gibt eine kleine Diskussion in Carlisles Büro und Edward verliert die Beherrschung ... Und auch die Heimfahrt läuft für ihn nicht ganz ohne Probleme ab!


Edwards PoV

Ich schluckte die Rüge von Dad hinunter, während ich an meinen Fingern herum spielte und meine Schwester an sah. Als ich hörte, wie er sich in seinem Stuhl bewegte, wanderten meine Augen wieder zu Carlisle. Er hatte sich nach vorn gebeugt, die Hände auf der Tischplatte gefaltet und sein Blick ruhte auf mir. Ich seufzte laut und genervt. „Ich sage es gerne noch mal! Ich wollte nicht, dass Bella Swan von diesem Van zerquetscht wird," sagte ich mit lauter Stimme. „Das hätte dir nicht gefallen und mir auch nicht, Dad!"

Als ich den Satz zu Ende gesprochen hatte, wusste ich sofort, dass ich in dem lauten Ton zu weit gegangen war. Er knurrte und Rosalie fasste diese Warnung in Worte. „Bist du verrückt geworden, Edward?"

Mein Kopf ruckte herum und meine jetzt goldenen Augen blitzten vor Zorn. „Halt die Klappe, Rose! Was geht dich das eigentlich an?" Ich fuchtelte mit den Händen herum, als ich versuchte mich zu kontrollieren. „Das ist eine Sache zwischen Dad und mir! Du hast damit doch gar nichts zu tun!"

Sie brachte mich zur Weißglut! Noch ehe ich wusste, was ich da tat, sprang ich von meinem Stuhl und Rose ging sofort in Verteidigungsstellung über. Wütend starrten wir uns an. Rose machte eine Bewegung nach vorne und ich warf mich auf sie. Der Stuhl fiel um und wir gingen fauchend und knurrend zu Boden.

„SCHLUSS JETZT," rief Dad wütend, doch keiner von uns reagierte entsprechend.

Als ich mit der Faust ausholte, um den ersten Treffer zu landen, wurde mein Arm gepackt und ich zurückgerissen. Carlisle packte mich mit einer Hand am Kragen der Jacke und ging mit mir einen Schritt zur Wand, während Rosalie sich aufrappelte. Ich wollte sie gerade noch mal anfauchen, doch der Blick von Dad schob einen Riegel davor. Er hatte es satt! Unser Vampirvater war durch mit mir und das würde ich später zu spüren bekommen. Obwohl ich vor der Wand stand, versuchte ich instinktiv zurück zu weichen. Carlisle zeigte mit der freien Hand auf den Stuhl, der noch stand. „Setz dich hin, Rose!"

Sie ließ sich auf den Stuhl sinken. Ich atmete heftig, als die Augen meines Vaters wieder Golden wurden, hob er einen Finger vor mein Gesicht hielt. „Ich denke, es ist mal wieder eine private Unterhaltung fällig, Edward! Die ständige Gereiztheit und Streitigkeiten von euch beiden gehen mir in letzter Zeit ziemlich auf die Nerven! Und ich-"

Der Pager, der jetzt summend auf dem Schreibtisch hin- und herzuckelte unterbrach die Standpauke abrupt. Dad ließ mich los und ging zum Tisch. Er griff nach dem Gerät, drückte eine Taste und las die Nachricht durch. Dann steckte er ihn in die Tasche und nahm ein Stethoskop, was er sich um den Hals hängte. Ich sah auf den öden Fußboden des Büros, doch spürte, dass er sich zu mir umgedreht hatte. Ein Krampf schoss durch meinen Körper und ich zuckte kurz.

„Ich hab Bauchschmerzen," sagte ich dann. Es war die Wahrheit! Meine rechte Hand zog ich an meinen Körper, um den Versuch zu unternehmen die Schmerzen zu lindern. Rose warf mir einen verächtlichen Blick zu und sah dann weg. Mein Vater zog eine Augenbraue hoch. Scheinbar glaubte er mir nicht wirklich. Das nahm ich ihm aber nicht übel. Ich hatte über die Jahre hin weg sehr großes Talent dazu entwickelt, mich aus unangenehmen Situationen heraus zu lügen. Und auch öfter damit Erfolg gehabt. Leider überwog der Nichterfolg … Ich ließ meinen Blick auf den Boden sinken, als ich mir der schmerzhaften Erinnerungen und Konsequenzen bewusst wurde. Dad konnte Lügen nicht leiden. Und er machte das jedes Mal sehr klar!

Ich spürte seine Vampiraugen auf mir. „Bist du sicher?"

Ich verzog das Gesicht und nickte stumm. Dann sah ich ihn wieder an. Carlisle ging zur Tür. Dann lockte er mich mit dem Finger zu sich und legte die Hand auf die Klinke. Ich trat langsam von der Wand weg und ging zu ihm. Ich hatte schon vor einer Stunde Schmerzen gehabt, aber wollte es für mich behalten. Doch jetzt war die Katze aus dem Sack, wie man so schön sagte. Dad legte mir eine Hand auf die Schulter und sah mir in die Augen. „Du fährst jetzt nach Hause, okay? Sofort und keinerlei Umwege. Hol dir eine Wärmflasche und leg dich ins Bett. Ich bin in ..." Er zog den Ärmel des Kittels zurück und sah auf die Uhr. „Drei Stunden da. Wenn es schlimmer wird, ruf an und ich komme früher."

Ich nickte. „Okay, Dad."

Carlisle klopfte mir aufmunternd auf die Schulter. „Bist du sicher, dass du fahren kannst? Ich will keine weiteren Unfälle!"

„Ja, klar," erwiderte ich überzeugend und er öffnete die Bürotür. „Bis nachher."

„Bis nachher," wiederholte er seufzend. Seine Stimme verriet, dass er mehr als genervt war.

Ich zog die Tür hinter mir ins Schloss und ging gemächlich mit einer Hand auf meinem Bauch den Flur hinunter. Mit der anderen Hand zog ich die Schlüssel zu meinem Volvo aus der Jackentasche und trat durch einen Seiteneingang hinaus auf den großen Parkplatz. Ich schlenderte über den Platz, öffnete die Tür meines Autos und stieg ein. Wieder verzog ich vor Schmerzen das Gesicht zu einer Fratze. Ich startete den Motor fuhr an dem Pförtner vorbei und hob kurz die Hand, um ihn zu grüßen und lenkte dann meinen silbernen Volvo auf die Hauptstrasse von Forks.

Nachdem ich zwei Kreuzungen passiert hatte und den Kern der kleinen Stadt hinter mir gelassen hatte, trat ich frustriert aufs Gaspedal und preschte nach vorn. Ja, ich war sauer! Rosalie hatte mich mal wieder zur Weißglut getrieben und dann hatte ich mich selbst noch tiefer in die Scheiße reingeritten, als nötig. Ich ließ eine Hand auf dem Lenkrad, während ich mit der anderen meinen schmerzenden Bauch massierte. Warum war ich nur wieder auf meine Schwester losgegangen? Und dann noch in Dads Büro und vor seinen Augen? Ich seufzte tief und zog dann scharf die Luft ein, als der nächste Krampf einsetzte. Oh ja, mein Vampirvater würde mich nachher ordentlich übers Knie legen. Da war ich ganz und gar nicht scharf drauf!

Als ich weiter über die Strasse, die durch den Wald führte, rauschte versuchte ich meinen Atem zu kontrollieren. Auf den Geschwindigkeitsmesser achtete ich nicht. Doch plötzlich erstarrte ich und trat auf die Bremse. Die Reifen quietschten laut, als ich langsamer wurde. Verdammter …

Das blau-graue Polizeiauto was mit blinkenden Lichtern auf mich zu kam, war nicht zu übersehen. Und, so wie ich es erahnt hatte, fuhr er an mir vorbei, wendete dann und reihte sich hinter mir ein. Die Sirene wurde angestellt und jaulte vor sich hin. Ich sah nach vorne, doch vor mir war kein anderes Fahrzeug. Also galt diese unmißverständliche Aufforderung sofort rechts ran zu fahren und zu stoppen wohl mir. Ich schluckte, setzte dann den Blinker und fuhr an den Waldrand. Das Dienstfahrzeug machte das Selbe und stoppte drei Meter hinter mir. Die laute Sirene verstummte.

Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass die Polizisten das nur machten, um sofort wieder los zu fahren, falls der Vordermann versuchen würde zu fliehen. Ganz kurz spielte ich auch mit diesem Gedanken, verwarf ihn aber dann wieder als ich in den Seitenspiegel schaute. Der Cop stieg aus, ließ die Tür offen und kam näher heran. Nicht Chief Swan! Klasse … Den hätte ich gut erpressen können, weil ich schließlich seine Tochter vor dem Tod bewahrt hatte.

Ich ließ mein Fenster herunter und legte dann beide Hände brav auf das Lenkrad, so wie es immer verlangt wurde. Der Polizist trat an die Fahrerseite, Klemmbrett in der Hand und sah mich an. „Sir? Wissen sie wie schnell sie gerade gefahren sind?"

„Nein, aber sie sagen es mir sicher gleich," fauchte ich ihn an und biss mir dann auf die Lippe. Cullen, was geht in deinem Kopf vor? Hat dieses Mädchen dich so aus der Fassung gebracht, dass du dir jetzt selbst ein Grab schaufelst?

Ich schielte kurz zu dem in schwarz gekleideten Polizisten und sah, dass er sich Notizen auf seinem Klemmbrett machte. „Führerschein und Zulassung bitte, Sir!"

Ein neuer Krampf, stärker als der davor, brachte mich dazu durch den Mund zu atmen, als ich in das Handschuhfach griff und nach den gewünschten Papieren suchte. Fünf Sekunden später gab ich Officer Knox den Führerschein und die Zulassung durch das geöffnete Fenster. Der junge Cop aus Swans Truppe kontrollierte in aller Ruhe die Sachen, während ich betete, dass er nicht sofort Carlisle anrufen würde. Dann begann er zu schreiben.

„Ah," machte er erstaunt. „Dr. Cullens Sohn?"

„Ja," seufzte ich verbissen und drückte wieder meine Hand gegen meinen Bauch. Der Uniformierte grinste leicht und schüttelte den Kopf. Er schrieb weiter, während er irgendetwas davon murmelte, dass doch der Sohn eines so renommierten Arztes wie Dr. Cullen, besser auf die Verkehrsregeln achten sollte! Ich konnte ihn dafür umbringen … wirklich!

Als er fertig war, reichte er mir den gelben Strafzettel, meinen Führerschein und die Zulassung für den Volvo wieder durch das Fenster. Schnell überflog ich den bekannten Wisch und verdrehte die Augen. Ich war um einiges zu schnell gewesen, selbst für diese Waldstrasse, die ich auch mit geschlossenen Augen fahren konnte. Ganz unten war eine gestrichelte Linie zu erkennen. Daneben stand in Druckbuchstaben: Unterschrift der Erziehungsberechtigten! Mein Kopf schlug gegen das Lenkrad. Ich machte jammernde Geräusche, die der Streifenpolizist natürlich auch hörte. „Sir?"

Ich hatte ganz vergessen, dass Knox noch da stand und mich beobachtete. Ich sah ihn an. „Ja?"

„Ihre Eltern müssen unterschreiben," klärte er mich auf und nickte bedauernd.

„Ich weiss," sagte ich leise.

Der Cop nickte. „Trotzdem einen schönen Tag noch, Sir!"

Du … Ich ließ das Fenster nach oben, beobachtete ihn noch, wie er zu seinem Dienstfahrzeug ging und ein stieg. Er stellte die Lichter ab, fuhr an, wendete auf der Strasse und rauschte in Richtung Stadt. Nachdem ich all meinen Frust und meine Schmerzen herausgebrüllt hatte, startete ich auch den Motor des Volvo und fuhr in mäßigem Tempo nach Hause. Meine Gedanken drifteten wieder zu der Person, der ich das alles zu verdanken hatte: Isabella Swan.

Tbc ...

AN2: Natürlich sind die Schmerzen echt, denn Edward würde in meinen Stories doch niemals lügen, oder? Jetzt hat er leider noch ein Problem, denn er hat ein Ticket kassiert, lol ... Wird er das Carlisle denn sofort auf die Nase binden, wenn der später nach Hause kommt? Oder muss Dad früher kommen, weil es seinem Sohn so schlecht geht? Wir werden sehen! Danke fürs Lesen! Eure Vanessa