Viel Spaß bei der Fortsetzung! ^_^

Hab diese Kapitel noch mal überarbeitet. Es sind einige Änderungen dazu gekommen.

Die Zauberin

Duncan betrat den Thronsaal von Castle Grayskull und war überrascht niemanden vorzufinden. Der Saal lag verlassen und leer da.

„Zauberin?"

Keine Antwort.

„Zauberin? Wo seid ihr?"

Wieder keine Antwort. Was war nur los? Wo konnte sie nur sein? Er wollte sie so gerne sehen. Er kam gerne nach Castle Grayskull. Und jetzt hatte er auch einen Grund immer wieder zu kommen. Der Grund war die Tochter der Zauberin. Er war sehr stolz darauf, dass die Zauberin ihm so viel Vertrauen entgegen brachte, als sie ihm ihre Tochter anvertraute. Die Kleine war inzwischen 1 ½ Jahre alt. Er kam regelmäßig und berichtete der Zauberin von ihren Entwicklungen. Er liebte die Kleine sehr. Sie hatte ein immer fröhliches und sonniges Gemüt. Ihr Kinderlachen ließ sein Herz aufflammen. Doch noch mehr brannte sein Herz vor Feuer, wenn er mit der schönen Zauberin zusammen war und ihr von ihrer Tochter erzählte. Er freute sich, wenn sie lachte und es schmerzte ihn sie traurig zu sehen.

Ja, er liebte die Zauberin schon seit ihrer ersten Begegnung. Aber wo war sie jetzt?

"Man-At-Arms?!"

Duncan horchte auf. Das war nicht die Stimme der Zauberin.

„Man-At-Arms?"

„Ja? Wer spricht da?"

„Ich. Der Geist von Castle Grayskull."

„Oh!", der Geist hatte noch nie zu ihm gesprochen. „Wo ist die Zauberin?"

„Sie ist in ihren Gemächern!"

„In ihren Gemächern?", fragte Duncan verwundert. Er war schon oft in ihren Gemächern gewesen. Doch gewöhnlicher Weise, wartete sie immer im Thronsaal auf ihn und geleitete ihn dann in ihre Gemächer. Wieso ließ sie ihn ein und begrüßte ihn nicht?

„Ich habe euch herein gelassen, Man-At-Arms! Vielleicht könnt ihr sie ja aufheitern."

„Ich? Aufheitern? Was ist mit ihr?" Duncan wurde nervös und besorgt.

„Ich weiß es nicht. Geht zu ihr. Vielleicht könnt Ihr der Zauberin mehr helfen, als ich. Ich vermag ihr nicht helfen zu können."

Duncan wusste, dass der Geist nie in ihre privaten Gemächer ging. Ihre privaten Gemächer waren ihre Räumlichkeiten, in denen sie sich zurückziehen konnte, vor allem. Es war ein unausgesprochenes Verbot für den Geist, die Räumlichkeiten der Zauberin zu betreten. Und es hielt sich akribisch daran.

Duncan ging auf die Tür zu, die zu ihren Räumen führte. Er hatte das Gefühl etwas Verbotenes zu tun. Aber die Worte des Geistes hatten ihn doch sehr beunruhigt. Was konnte denn nur los sein mit ihr?

Er öffnete die Tür und trat hindurch. Er betrat als erstes ihren Wohnraum. Der Raum war eben so leer wie der Thronsaal. Auch die kleine Küche war leer. Alles war aufgeräumt. Nirgends stand etwas herum. Er wollte nicht in ihrem privaten Reich herumschnüffeln. Sollte er zurückgehen? Aber der Geist ... Vielleicht hatte der Geist recht und sie brauchte wirklich jemanden der ihr half, egal was es war. Er schritt auf die nächste Tür zu und zögerte, ehe er sie öffnete. Er klopfte an. „Hallo? Zauberin?"

Er erhielt keine Antwort. Er drückte die Klinke runter und öffnete die Tür. Hinter der Tür befand sich ein kleiner Gang. Er ging leise durch den Gang bis zu einer weiteren Tür. Wieder klopfte er an. „Zauberin? Seid ihr hier?"

Wieder bekam er keine Antwort. Was war nur los? Wo war sie bloß? Er öffnete auch diese Tür und spähte in den Raum dahinter hinein. Es war ein Schlafraum. In der Mitte stand ein riesiges Himmelbett. Und auf dem Bett lag eine schmale Gestalt. Duncan brauchte nicht lange um die Gestalt zu erkennen. Auch ohne ihr Falkenkostüm konnte er sie wieder erkennen.

„Zauberin? Ist alles in Ordnung? Was habt ihr?"

Keine Antwort. Er hatte erwartet, dass sie aufschrecken würde und ihn wütend anfunkeln würde, wie er es nur wagen könnte hier in ihren Gemächern herumzuschleichen. Aber sie blieb still. Schlief sie etwa? „Der Geist hat mich hereingelassen."

Die Zauberin lag bäuchlings auf ihrem Bett, das Gesicht im Kissen vergraben.

"Zauberin? Was habt ihr?", er trat an ihr Bett und streckte eine Hand nach ihr aus. Wagte es aber nicht sie zu berühren. "Zauberin?"

"Wie bitte?", fragte er leise. Sie hatte was ins Kissen gemurmelt, aber er konnte sie nicht verstehen.

"Tee...lana", klang ihre Stimme erstickt aus dem Kissen. "Mein ... Name ist ... Teela...na."

Duncan stand wie paralysiert da. Was war das? Sie hatte ihm ihren Namen genannt? Zum ersten Mal wurde ihm bewusst, dass er ihren Namen nie gekannt hatte. Sie war immer nur die "Zauberin" gewesen. Die schmale Gestalt streckte ihre Hand aus und tastete nach seiner Hand. Ihre schlanken Finger umschlungen sacht und kühl seine Hand.

"Bitte ... geh nicht weg."

Immer noch erstaunt, lächelte und nickte er. Sie konnte es nicht sehen.

"Geh nicht... Ich mag jetzt nicht alleine sein. Er drückte sachte ihre Hand und setzte sich auf die Bettkante. Sie spürte es und richtete sich auf und wandte sich ihm zu, den Blick gesenkt. Duncan fiel auf, dass ihre Haare offen waren. Lang und rot fielen sie ihr ins Gesicht. Sie sah so traurig aus. Er streckte seine freie Hand nach ihrem Gesicht aus, zögerte kurz und strich dann ihre Haare zu Seite. Sie sah ihn an. Traurige, grüne Augen, Augen wie Teela. Duncan blickte sie sanft an.

"Zau...," ihr Blick verriet Enttäuschung. "Teelana!", verbesserte er sich, ihr Blick wurde wieder sanfter und blieb an seinem hängen.

"Ich vermisse sie so sehr!", hörte er ganz leise ihre Stimme.

Sie? Ihm war sofort klar, dass sie von Teela sprach. Ihrer kleinen Tochter. „Bitte! ... Erzählt mir mehr von ihr, Duncan!", bat sie leise. Duncan nickte und begann Leise ihr von ihrer kleinen Tochter zu erzählen. Er erzählte von allen ihren Fortschritten und von allen lustigen kleinen Episoden, wie sie z. B. den zwei Jahre älteren Prinzen gefoppt hatte und ihn mit Wasser bespritzte, als er gar nicht damit gerechnet hatte.

Duncan legte seine Hände in seinen Schoß und erzählte weiter. Sie saß aufrecht da und sah schrecklich müde und traurig aus. Sein Herz schmerzte. Sie musste so einsam sein in dieser riesigen leeren Burg. Nicht mal ihre Tochter konnte bei ihr sein. Zu seinem großen Erstaunen lehnte die Zauberin sich an ihn und er wagte es seine Arme um sie zu legen und ihr tröstend über den Rücken zu reiben. Während er ihr immer weiter über Teela erzählte, wurde ihm seine Nähe zu ihr Bewusst. Sein Herz schlug schnell und wild. Sie musste es einfach spüren. Und warum wurde es auf einmal so heiß hier? Nein, es durfte nicht geschehen. Er durfte nicht hier sein.

"Danke. Es bedeutet mir sehr viel. ... Und es ist so schön Gesellschaft zu haben."

"Oh, Teelana..., " er streichelte ihr über ihre Wange.

"Ich möchte nicht, dass du dich verpflichtet fühlst herzukommen," murmelte sie.

"Ganz und gar nicht. Ich komme sehr gerne her. Ich freu mich immer herzukommen. ... Ich bin gerne hier. Ich bin gerne mit dir zusammen", sagte er leise. War das zu viel? Nein, ihr Blick verriet das Gegenteil.

"Ich ... Mir war zuvor nicht bewusst, wie einsam ich hier eigentlich bin. Ich ..."

"Sshhh... Schon gut", murmelte Duncan und beugte sich vor, um sie sanft zu küssen. Sie zuckte nicht weg. Sie wehrte sich auch nicht. Im Gegenteil, sie erwiderte einen Kuss sogar. Sein Herz machte einen Sprung. Sie trennten sich. Er blickte sie an, um zu sehen, ob das auch wirklich in Ordnung gewesen war. Ja, es schien so. Er lächelte. Sie lächelte leise zurück.

"Kann ich dir irgendwie helfen?"

"Hmja, ... Halt mich einfach fest, bitte!" Sie lehnte sich an ihm. Und er hielt sie fest. Er hielt sie einfach nur fest.

TBC

Freue mich auch hier über Reviews. Danke. ^_^

Ich kann einfach nicht anders. Mir gefielen Man-At-Arms und die Zauberin schon seit jeher am Besten. Irgendwann, keine Ahnung mehr wann, hab ich mir eine Geschichte über sie ausgedacht. Nun, dass hier ist das Ergebnis. Ich hoffe es gefällt euch.