Schnurrend räkelte ich mich in meinem warmen Bett und trat die Bettdecke von meinen Beinen

Anfang der Zeit

Schnurrend räkelte ich mich in meinem warmen Bett und trat die Bettdecke von meinen Beinen. Fast schon bildete ich mir Sonnenstrahlen ein, die mich durch mein Fenster Wachkitzeln würden, ähnlich wie an jedem Morgen in Phoenix, die ich seit gut drei Jahren nur noch aus Erinnerungen kannte. Schade eigentlich.

Mühsam rappelte ich mich auf und setzte mich auf die Bettkante, damit meine Beine wieder durchblutet waren, wenn ich ins Bad schlurfen würde. Wieso in aller Welt hatte ich Mikes Mutter bloß versprochen in aller Frühe im Geschäft auszuhelfen?

Ich zwang mich aufzustehen, zu duschen, meine Zähne zu putzen und all das morgens im Bad zu erledigen, was halt jeder normale Mensch so tat.

Danach fühlte ich mich um einiges frischer und versuchte dem Tag mit ein wenig besseren Laune gegenüber zu treten. Die drei Stunden im Laden würden schnell vorbeigehen und dann konnte ich endlich wieder zu meinem Lieblingsvampir. Bei dem Gedanken an Edward kribbelte es in meiner Magengegend und ich schmierte summend mein Brot zuende. Dass es mir nach der langen Zeit mit ihm jedes Mal wieder so erging konnte ich bis heute nicht verstehen. Er war einfach was Besonderes.

Mit einem panischen Blick zur Uhr stopfte ich mir mein Frühstück in den Mund und schmiss mir meine Tasche über die Schulter. Eilig durchwühlte ich Charlies neu zugelegtes Schlüsselkästchen über dem Flurschrank nach dem Zündschlüssel für meinen Transporter. Es hatte meinen Vater schon immer genervt wenn auf jedem Schrank Schlüssel verstreut herumlagen.

Endlich hatte ich ihn dann doch noch gefunden und stürmte zur Haustür heraus. Ich schlug die Tür hinter mir zu sprang die Stufen hinunter.

Verdutzt blieb ich stehen als ich den Volvo sah der hinter meinem guten alten Transporter geparkt hatte. Im nächsten Moment machte mein Herz Luftsprünge weil mein persönlicher Engel an der Beifahrertür gelehnt auf mich wartete.

Da war es wieder! Er lachte sein schiefes Lächeln was ich so liebte und ließ mich seufzend von ihm an seinen eiskalten Körper ziehen. „Guten Morgen, mein Schatz.", sagte er sanft und drückte mir einen Kuss auf die Stirn.

„Wieso holst du mich ab?", flüsterte ich und saugte seinen wunderbaren Duft ein, der sofort meine Sinne belebte. So konnte ein Tag wirklich gut beginnen.

„Ich hatte Sehnsucht, Bella."

„Achso. Ich auch."

„Das will ich hoffen!", lachte Edward und drückte mein Kinn hoch um seine Lippen kurz auf meine zu platzieren.

Mein Herz pochte schneller und ich seufzte glücklich.

„Wir müssen los, sonst kommst du zu spät!", ermahnte er mich und hielt mir die Beifahrertür auf, bevor er blitzschnell auf den Fahrersitz rutschte. Ungewohnt leise, nicht so polternd wie mein Transporter, startete der Motor.

„Hast du gut geschlafen, mein Engel?", fragte er.

„Es ging so, hatte einen schlechten Traum!"

„Natürlich, ich war ja auch nicht bei dir!". Grinsend beobachtete er meine Finger die kleine Kreise auf seine Handfläche malten, während seine Hand auf der Gangschaltung ruhte. „Ich hole dich nachher wieder ab, dann fahren wir zu mir nach Hause. Ich hinterlassen Charlie schnell einen Zettel."

Ich hatte überhaupt nicht bemerkt dass die Fahrt zu Ende war und wir vor dem Eingang des einzigen Sportgeschäftes standen, was es in Forks gab. Eigentlich kein großes Kunststück, denn in der verregneten Kleinstadt gab es keine langen Einkaufspassagen oder Sonstiges.

„Okay!", trällerte ich fröhlich und gab ihm einen langen Kuss, einen zu langen Kuss. Stöhnend löste er sich von mir, schloss die Augen kurz und öffnete sie wieder. „Es ist früh am Morgen, Bella Schatz. Fordere mich nicht so!", mahnte er mich mit einem Grinsen.

Ich bemerkte erst jetzt, dass seine sonst so topasfarbenen Augen tiefschwarz waren. Er hatte Durst und dann viel es ihm viel schwerer seine Selbstbeherrschung zu behalten wenn wir uns so nahe waren.

„Du solltest Jagen gehen, Edward."

„Ja, es tut mir Leid.", sagte er betroffen. „Ich habe ja gleich drei Stunden Zeit bis ich dich wieder hier abhole."

„Du musst dich nicht entschuldigen. Außerdem werden diese Zeiten bald vorbei sein, dann fällt es dir nicht mehr so schwer."

Er sah mich mürrisch an und nickte. Ich wusste wohl, dass er nicht gerne über meine Verwandlung sprach, die früher oder später, eher früher, bevorstand. Dann würde ich endlich fest zu ihm gehören und das eine ganze lange Ewigkeit. Einen kleinen Teil dieser ewigen Bindung würde ich heute in genau einer Woche hinter mich gebracht haben. Unsere Hochzeit, vor der ich mich so fürchtete. Ich atmete tief durch und er strich mir behutsam eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Er deutete den Seufzer mal wieder völlig falsch und war wieder der Überzeugung es galt meiner Angst davor ein Vampir zu werden.

„Ich muss los!", sagte ich und küsste ihn schnell auf die Wange, löste meine Hand von seiner und schlug die Beifahrertür zu. Ohne besonders viel Lust betrat ich den Laden.

Es gab tatsächlich so viel im Laden zu erledigen das die Zeit so schnell verging wie noch nie. Bevor mich Mies Mom um noch mehr Zusatzstunden bitten konnte, schnappte ich mir meine Tasche und machte Feierabend. Ich kniff ein Auge zu und blickte hoch zum Himmel, der, wie üblich, mit dichten Regenwolken behangen war. Aber man gewöhnte sich an alles. Auch an einen Vampir als Verlobten, der in diesem Moment am Fahrbahnrand hielt und mir die Tür öffnete.

Zufrieden stellte ich fest dass seine Augen jetzt wieder den schönen topasfarbenen Ton und einen leichten Goldschimmer hatten.

„Du siehst wieder wesentlich besser aus!", bemerkte ich und spürte seine kalten Lippen auf meinen.

„Ich war ja auch frühstücken!", grinste er und strich mir über den Nasenrücken.

„Dann gehörst du ja jetzt wieder ganz mir."

Wieder einmal fuhr Edward viel zu schnell durch das kleine Forks und der längeren Straße durch den Wald, bis wir an dem Haus seiner Familie angekommen waren. Alices Porsche und Rosalies roter Flitzer standen auf der Einfahrt und Edward parkte seinen Volvo direkt dahinter.

Blitzschnell war Edward an meiner Seite und half mir aus dem Auto, nahm mir meine Tasche ab und bugsierte mich ins Haus, wo Alice mir, wie jeden Tag, zur Begrüßung um den Hals fiel und mir einen Kuss auf die Wange drückte.

„Hi Alice.", hustete ich und warf Edward einen vielsagenden Blick zu.Sie erdrückt mich gleich vor Freude!

„Alice! Noch ist Bella ein Mensch mit gebrechlichen Knochen.", mahnte er sie und legte einen Arm um meine Tallie.

„Sorry Bella! Ich vergesse das immer so leicht.", kicherte sie und zwinkerte ihrem Bruder zu. „Die Anderen sind im Wohnzimmer. Wir haben eine Pizza für dich kommen lassen Bella."

Ich nickte dankbar und folgte dem überdrehten Vampirmädchen in das große gemütliche Wohnzimmer, wo mich Edward neben sich auf das Sofa zog, nachdem mich auch Esme stürmisch umarmt und Carlisle mich grinsend begrüßt hatte.

Während der Fernseher lief und ich mir hungrig von Zeit zu Zeit ein Stück Salamipizza nahm, überflutete mich Alice mit ihren ständig wachsendem Ideenberg zur Hochzeit und ihren Plänen zur Vorbereitung. Ich hörte nur mit einem Ohr zu und grinste über Edward, der gebannt dem Baseballspiel im Fernseher folgte und seine Nase bei dem Geruch der Pizza gerümpft hatte. Ich wusste dass die vielen Gerüche der ganzen Zutaten ihn nervten und eigentlich aß ich auch nur ungern bei den Cullens. Irgendwie kam ich mir dann immer verfressen vor, weil Vampire nun einmal keine feste menschliche Nahrung zu sich nehmen konnten und ich hier ein Stück nach dem anderen verschlang.

Jaspar, Emmet und Rosalie waren auf Jagd und eigentlich war ich recht froh darüber dass das andere bildhübsche Vampirmädchen nicht hier war. Rosalie war nicht besonders gut auf mich zu sprechen und da sich immoment einfach alles um Edwards und meine Hochzeit drehte, war ihre Laune fast auf dem Nullpunkt. Auch wenn ich mich nach dem klärenden Gespräch mit ihr wesentlich besser verstand als zu Anfang. Sie hatte mir schließlich erklärt warum und wie sie über mich dachte.

„Findest du nicht auch das rote und weiße Rosen dem noch den letzten Schliff geben würden? Die Freesien bleiben natürlich, die will Edward ja so gern.", fragte Alice mich und ich zuckte zusammen als ich ihre schöne Stimme ganz nah und leise an meinem Ohr hörte.

„Huh?", machte ich und schob meine Gedanken beiseite.

„Ich mag rote Rosen.", murmelte Edward auf die Frage seiner Schwester, die eigentlich an mich gerichtet war.

„Edward! Ich habe mit Bella geredet, hör auf uns ständig über meine Gedanken zu belauschen!", knurrte sie und schlug ihm aufs Knie.

„Wenn du dir das alles so bildlich vorstellst. Außerdem habe ich Mitspracherecht!"

„Hat er!", stimmte ich meinem Engel zu und legte meine Wange an seine kalte Schulter. Mir lief ein Schauer über den Rücken. Er roch so unwiderstehlich gut.

„Von mir aus.", seufzte Alice ergeben.

„Aber ich mag die Idee auch!", gab ich zu und tippte ihr auf die Nasenspitze.

Denkt bitte an das Reviewknöpfchen! xD

Bis zum nächsten Chap!!