So nun gehts auch schon los...
1. Ein ungewöhnliches Benehmen...
Nun waren schon sieben Jahre vergangen, seit Noel nach Hogwarts gekommen war. Inzwischen war wieder Juni geworden und der Abschlussball von ihrem Jahrgang stand kurz bevor. Es war ein aufregendes Jahr für Gryffindor gewesen, hatten sie doch einen berühmten neuen Schüler bekommen. Harry Potter ging nun auch in Hogwarts zur Schule.
Noel stürmte gemeinsam mit Athany, ihrer Hauskameradin, in die große Halle. Außer Atem ließen sie sich auf ihre Plätze fallen und grinsten Richard an.
„Na ihr zwei, wie war es in Hogsmeade?", fragte er ebenfalls grinsend.
„Klasse! Es war echt lustig!"
„Das glaube ich euch gern. Es war das letzte Mal, morgen Abend ist der Abschlussball und dann lassen wir das alles hinter uns.", erklärte Richard leise. Noel nickte traurig und griff nach dem Kürbissaft.
„Kommt es nur mir so vor, oder ist es hier wirklich so heiß. Ich könnte den halben See leer trinken, so einen Durst habe ich." Auch Athany schnappte sich den Krug und stürzte ein Glas Saft hinunter.
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Kichernd tauchten die drei Erstklässler wieder unter dem Tisch ab.
„Das wird ein Spaß. Mal sehen, was der Trank bewirkt..", flüsterte der junge Slytherin. Man nannte ihn Draco Malfoy. Sie hatten ein paar Phiolen im Mülleimer, des Slytheringemeinschaftsraum gefunden. Die Phiolen mit dem hellblauen Trank waren nicht beschriftet gewesen. Also beschlossen sie, den Trank auszuprobieren, an jemand unwichtigem, was wäre da besser als ein paar Gryffindors. Unauffällig waren sie zum Gryffindortisch geschlichen und hatte eine der Phiolen in einem Krug mit Kürbissaft entleert. Lachend eilten sie zurück zum Slytherintisch.
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Ganz plötzlich veränderte sich etwas in der kleinen Gruppe am Ende des Gryffindortisches. Athany sprang auf, als ein Hufflepuff die Halle betrat.
„Dieser verdammte, hinterhältige Mistkerl. Da hängt er, am Arm dieser kleinen Hexe...", rief sie aus und zückte ihren Zauberstab. Richard sah sie total verwirrt an. Seit wann war Athany so aufbrausend, noch nie hatte sie so deutlich ihre Gefühle gezeigt. Die Gryffindor schwang ihren Zauberstab und der Hufflepuff sank wenig später zu Boden. Sein Gesicht war von Pusteln übersäht, die heftig knallend aufplatzten, aus ihnen krabbelten kleine Tierchen. „Rache ist süß!", flüsterte Athany und sank erschöpft auf ihren Platz zurück. Athany kniff die Augen zusammen und sah dann Richard an, der sie mit einem merkwürdigen Blick musterte.
„Was ist los, Richard?", fragte sie leise. Richard öffnete den Mund und schloss ihn gleich wieder, er sah zu Noel und runzelte die Stirn.
„Und was ist jetzt mit dir los?", fragte er leicht gereizt. Noel tat nichts ungewöhnliches, sie schwieg. Richard schüttelte sie sanft, das war nicht die Noel, die er kannte. Gut, im ersten Jahr war sie ähnlich drauf, aber sobald sie erst aufgetaut war, brachte niemand und nichts sie zum Schweigen, außer sie schlief. Sie war eine Quasselstrippe. Doch nun saß sie hier und sagte kein Wort.
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„Was ist hier los? Warum haben Sie Mr. Silvers verhext, Miss Ashwood?", fragte der Direktor mit ernstem Blick.
„Ich glaube, sie hat sich gerächt, Sir. Andrew hat sie eiskalt sitzen lassen.", flüsterte Richard.
„Aber...aber ich habe doch gar nichts getan.", stammelte Athany.
„Irgendetwas stimmt hier nicht, Sir...", bemerkte Richard. „Athany ist eigentlich immer ein nettes Mädchen gewesen. Mit Noel ist auch etwas...sie war lange nicht so ruhig." Albus sah Noel ins Gesicht, doch sie blickte unbeteiligt an ihm vorbei.
„Miss McKey?" Sie hob zwar den Kopf, aber sie sagte nichts. „Seit wann sind die beiden so und was haben sie davor getan?", fragte Albus den Gryffindor nun.
„Ähmm...ich weiß nicht. Sie waren in Hogsmeade...und eben haben sie etwas getrunken...", erzählte Richard.
„Was haben sie getrunken?"
„Kürbissaft! Ich mag den nicht mehr, seit Tom meinen einmal mit Schneckenschleim verfeinert hat."
„Kürbissaft?" Albus nahm den Krug und roch an dem Saft. „Severus! Wir brauchen deine Fachkompetenz!", rief er zum Lehrertisch hinüber. Professor Snape kam herangeeilt.
„Was kann ich tun?", fragte er.
„Mit diesem Kürbissaft stimmt etwas nicht. Kannst du herausfinden, was darin ist?" Severus nahm den Krug entgegen und eilte aus der Halle.
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Irgendjemand brachte Andrew Silvers, den Hufflepuff zur Krankenstation, während die anderen Schüler zu Abend aßen. Der Direktor blieb beim Gryffindortisch stehen. Er und Minerva behielten Noel und Athany im Auge, falls die beiden noch etwas anstellen sollten. Doch Athany verhielt sich inzwischen wieder vollkommen normal.
Gerade, als das Dessert von den Tischen verschwand und die ersten Schüler aufbrachen, betrat Severus die große Halle.
„Severus, was ist es?"
„Der Erträglichtrank..."
„Aber der wirkt doch nicht auf diese Weise!", rief Minerva aus.
„Wenn er verdorben ist schon..."
„Was kann man tun?"
„Ihren größten Wunsch erfüllen...habe ich mal gehört.", murmelte Richard.
„Miss Ashwood wollte sich unbedingt rächen. Sie ist wieder in Ordnung.", erklärte Severus.
„Was könnte Miss McKeys größter Wunsch sein?", fragte Minerva leise.
„Das könnte ein Problem werden..." Albus sah Severus irritiert an. „...sie hat mir mal verraten, ungewollt, dass sie sich nichts sehnlicher wünscht, als bei ihren Eltern zu sein..."
„Aber...aber ihr Eltern...sind tot...", entfuhr es Richard und er sah Noel entsetzt an.
„Ja,...ich hoffe nur...dass die vergangenen Jahre ihr Wünsche verändert haben.", murmelte Severus. „So lange müssen wir sie im Auge behalten, damit sich dieser Wunsch nicht erfüllen kann." Er sah auf Noel hinunter und Minerva registrierte verblüfft die Sorge in seinem Blick.
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Richard ließ Noel den Rest des Abends nicht aus den Augen. Sie schwieg noch immer. Was, wenn der Professor Recht hatte? Was, wenn sie sterben wollte? Besorgt beobachtete er, wie Noel den Gemeinschaftsraum verlassen wollte.
„Wohin willst du?", fragte er.
„Schlafen, was denn sonst? Es ist spät.", rief sie entnervt. Natürlich, Richard hatte verdrängt, dass die Zimmer der siebten Stufe außerhalb des Gryffindorbereichs lagen. Bedrückt sah er Noel weggehen, er konnte ihr wohl kaum in ihr Schlafzimmer folgen. Als er wenig später selbst den Gemeinschaftsraum verließ, hielt er verdutzt inne.
„Professor?" Severus fuhr ertappt herum. „Machen Sie sich etwa auch Sorgen?" Er nickte leicht.
„Ich lasse gerade nachsehen, ob sie in Ordnung ist.", erklärte er. Und in diesem Moment öffnete sich eine Wand und ein Hauself erschien., er war bekleidet mit einem schwarzen Kissen.
„Miss McKey geht es gut...sie schaut in eine Erinnerungsschale.", piepste der kleine Kerl aufgeregt.
„Pass ein wenig auf sie auf, aber geh ruhig schlafen, wenn sie zu Bett geht.", ordnete Severus an und der Hauself verschwand wieder in der Wand. Richard sah den Professor forschend an und grinste dann.
„Dann kann ich ja in Ruhe schlafen gehen.", meinte er und ging langsam davon.
Noel saß auf ihrem Bett und hielt behutsam das Denkarium in ihren Händen. Ihr Vormund hatte es ihr geschenkt, nachdem sie es in seiner Vitrine so sehnsüchtig betrachtet hatte. Er hatte ihr auch gezeigt, wie sie die Personen und Szenen einzeln aufrufen konnte. Eine einzelne Träne lief ihre Wange hinab und tropfte auf ihre Hand, als die Szene, die sie sich immer wieder ansah, in sich zusammenfiel. Vorsichtig stellte sie die Schale mit ihren Erinnerungen zur Seite und ging zu Bett.
Richard erwartete sie am nächsten Morgen bereits vor der Tür, gemeinsam gingen sie zum Frühstück hinunter.
„Also, verrätst du mir deinen größten Wunsch? Ich kann dir vielleicht helfen, damit er in Erfüllung geht. Mir gefällt es nämlich gar nicht, dass du so ruhig bist."
„Ich weiß es nicht, Richard.", murmelte Noel und ließ es sich schmecken. Sie entwischte Richard gegen Mittag, als er kurz in seinem Zimmer gewesen war. Suchend lief er durchs Schloss und rannte so direkt in Severus hinein.
„Sie haben Noel nicht gesehen, oder? Sie ist mir nämlich entwischt."
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Der Professor folgte einfach seinem Gefühl, als er auf den Astronomieturm stieg. Und es war richtig gewesen, er entdeckte die Gryffindor nicht weit von der Brüstung. Sie sah in den Himmel hinauf und sie war nicht allein. An der Mauer neben ihr lehnte der schwarz gekleidete Hauself.
„Du sollst also auch auf mich aufpassen.", stellte sie gerade fest. „Wie heißt du eigentlich?"
„Snatch, Miss."
„Okay Snatch, wenn du etwas besseres zu tun hast, geh ruhig. Ich glaube nicht, dass es mein Wunsch ist zu sterben, sonst hätte ich es bestimmt schon getan...auch wenn ständig jemand in meiner Nähe ist.", erklärte Noel und schenkte dem Hauselfen ein Lächeln. Der verbeugte sich tief und schüttelte den Kopf.
„Es ist mein Befehl, Miss!"
„Schon okay, ich werde jetzt auch wieder runter gehen. ---- Professor Snape!" Noel erschrak heftig, als sie Severus neben der Tür entdeckte.
„Miss McKey! Mr. Lionheart macht sich Sorgen um Sie."
"Braucht er nicht, Sir! Ich stelle schon nichts an.", murmelte sie und ging an ihm vorbei ins Treppenhaus.
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Noel saß mit den anderen ihres Jahrgangs bei einem herrlichen Abendessen in der großen Halle. Sie seufzte laut.
„Was ist los, Noel? Ist es immer noch die unglückliche Liebe?", fragte Athany leise.
„Noel ist verliebt? In wen? Kann es sein...", fragte Richard aufgeregt.
„Nein Richard, es hat nichts mit meinem größten Wunsch zu tun...ich habe die Sache schon abgehakt, denn es würde nicht funktionieren."
„Wieso?"
„Es gibt viele Gründe, die mich zwar nicht stören würden, aber ihn bestimmt." Richard bedachte sie mit einem eigenartigem Blick.
„Welche Gründe könnte einen Mann hindern, dich zu lieben?", fragte Athany leise.
„Der Altersunterschied, seine Lebenseinstellung, meine Art."
„Blödsinn, deswegen lässt man dich doch nicht gehen.", rief Richard aus.
„Er schon, ich würde nur gern noch einmal...ach nichts..." Noel senkte den Kopf unter seinem Blick und ignorierte ihn dann gekonnt..
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"Sie benimmt sich wenigstens nicht so komisch..."
„Wie du damals?" Albus sah ihn schmunzelnd an, Severus hatte ihm von damals berichtet.
„Ja, sie verhält sich normal, nun gut...ihr Schweigen wird langsam unheimlich..."
„Der Glanz in ihren Augen fehlt." Die beiden Männer sahen Minerva verblüfft an. „Ja, stimmt doch , es ist, als wäre alles Leben daraus verschwunden.", erklärte sie leise.
„Das ist mir noch gar nicht aufgefallen, Minerva.", flüsterte Albus und sah zu der Gryffindor hinüber.
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Noel sah den anderen beim Tanzen zu und ließ sich sogar von Richard zweimal überreden. Während Athany sich ziemlich oft mit Tom O'Rilley auf der Tanzfläche zeigte.
„Er ist ganz nett, außerdem gibt es ab morgen kein Slytherin oder Gryffindor mehr.", erklärte sie auf Noels Frage hin.
„Miss McKey?" Sie zuckte nicht mehr zusammen, langsam rechnete sie zu jeder Zeit mit dem Professor, schließlich hatte sie sieben Jahre gehabt, um sich daran zu gewöhnen. Noel sah ihn fragend an. „Schenken Sie mir einen Tanz?" Überrascht sah sie ihn einen Moment einfach nur an, doch dann legte sie ihre Hand in seine.
Noel genoss den Tanz mit jedem Ton, der verklang, mehr und war ein wenig traurig, als die Musik verging und Severus sie zu ihrem Platz begleitete. Er deutete eine leichte Verbeugung an und schritt davon.
Noel sah ihm einen Augenblick nach, dann schenkte sie Richard ihre ganze Aufmerksamkeit, worüber sich der Gryffindor natürlich sehr freute. Vor allem, da Noel ihre Stimme wieder gefunden zu haben schien.
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„Was ist, Minerva? Du bist so still."
„Ihr Wunsch ist erfüllt worden..." Albus sah hinüber zu den Gryffindors und schmunzelte.
„Es scheint ganz so..." Es freute ihn Noel wieder mit vollem Körpereinsatz reden zu sehen. „Ist der Glanz auch wieder da?" , fragte er leise.
„Ich weiß es nicht, da müsste ich näher ran."
„Worüber sprecht ihr beide?" Minerva sah Severus lächelnd an.
„Miss McKey scheint wieder ganz die Alte zu sein.", erklärte sie. Severus sah nun ebenfalls hinüber.
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Es war weit nach Mitternacht und sämtliche Schüler lagen in ihren Betten. Nicht ganz...ein Portrait im Gryffindorabschnitt schwang leise auf und schloss sich ebenso leise wieder. Noel konnte einfach nicht schlafen, viel zu sehr machte ihr der Abschied von Hogwarts zu schaffen. War das Schloss doch zu ihrem Zuhause geworden. Lautlos schlich sie durch die Gänge und schlug den Weg zum Astronomieturm ein. Langsam stieg sie die Treppen hinauf und trat auf die Plattform hinaus. Es war stürmisch hier oben, der Wind drang durch ihren Umhang und ließ sie erschauern. Er riss an ihrem Haar, bauschte es auf.
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Es klopfte heftig an seiner Tür. Wer konnte das sein? Müde riss er die Tür auf und Snatch, sein zuständiger Hauself stolperte herein.
„Professor Snape, Sir. Sie ist auf den Turm gegangen, vielleicht ist Trank doch nicht vorbei?", piepste er aufgeregt. Severus griff nach seinem Umhang und eilte hinaus.
Außer Atem erreichte er die Plattform und trat hinaus in den Sturm. Sie war noch hier, stand an der Brüstung. Sie wirkte wie ein dunkler Engel, wie ihr Haar und der Umhang sie wie Flügel umwehte. Leise, um sie nicht zu erschrecken, trat er neben sie.
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Noel hörte, wie jemand auf die Plattform trat und war auf eine Schimpftirade gefasst, doch es kam nicht. Jemand näherte sich. Ganz leicht legte sich eine Hand auf ihre Schulter.
„Miss McKey?" Noel stöhnte innerlich auf, musste gerade er hierauf kommen? Jeder andere gern, aber warum gerade er?
„Es geht mir gut, Sir. Ich wollte mich nur verabschieden."
„Hier oben?", fragte Severus sanft. „Sie mögen also nicht weg?" Noel nickte langsam. „Sie können doch jederzeit zurückkommen. Werden Sie einfach Lehrerin." Noel sah ihn entsetzt an.
„Das könnte ich nicht...ich rede viel zu viel."
Irritiert sahen die beiden zum Treppenaufgang. Hatte da gerade jemand gerufen? Severus ging nachsehen.
So, das wars für heute...
Review????
°ganz lieb bittend schaut°
