Lieber Leser/-innen!

"Weissu Minerva" habe ich vor über 10 Jahren geschrieben. Ich wurde immer mal wieder dazu aufgefordert, eine Fortsetzung zu schreiben. Aber ich hatte immer das Gefühl, dass mein Kommentar auf alle Schneep-Schnulzen fertig erzählt war... Tja... Bis jetzt.

Es gibt ein neues Kapitel "Weissu Minerva"! Dazu musste ich aber das alte "Weissu Minerva" an einigen Stellen überarbeiten (beeindrucken, dass ich auch nach 10 Jahre nicht viel anders gemacht hätte...); die überarbeitete Version findet ihr also hier, quasi "Weissu, Minerva... RELOADED"

Viel Vergnügen...

Hogsmeade. 30 Grad Jupiter vor ¼ Umdrehungen Saturn zu Drittelmars. Vollmond. Im ortseigenen Pub herrschte Hochbetrieb, kein Wunder bei der Tageszeit waren alle Hogsmeader unterwegs, wer wollte schon einen Samstagabend in den eigenen vier windschiefen Wänden verbringen.

Auch Professor Minerva McGonagall und Professor Severus Snape zog es an diesem lauen Sommerabend in das besagte Etablissement. Nach all den anstrengende Wochentagen wünschten sich beide nichts sehnlicher als einen gemütlichen Abend außerhalb von Hogwarts und da beide keinerlei Aufsichtspflichten für diese Nacht hatten, schien sie geradezu perfekt.

Gutgelaunt (sofern das für Severus überhaupt möglich war) betraten die beiden den Pub und setzten sich an den nächsten freien Tisch.

Madame Rosmerta, die Wirtin des "3 Besen", stürmte sofort auf die beiden zu und begrüßte sie überschwenglich:

„Se...äh...Professor Snape, welch Freude Di… Sie hier zu sehen!" Ein zartes Rosé färbte ihre Wangen. „Das Übliche?" Severus nickte beiläufig und tat so als studierte eine längst veraltete Wanderkarte der Umgebung. Minerva entging nicht, dass Rosmerta die Stirn runzelte, aber mit einem Seitenblick auf sie, Minerva, nahm Rosmertas Gesicht wieder einen ähnlich beiläufigen Ausdruck wie Severus an.

„Professor McGonagall, was wünschen Sie?"

Minerva hob eine Augenbraue und sagte freundlich:

„Dann bringen Sie mir doch auch das Übliche." Ja, sie war öfter im 3 Besen. Aber Snape?

Hastig verließ Madame Rosmerta den Tisch ihrer soeben eingetroffenen Gäste, um sich um den Rest ihrer Kundschaft zu kümmern. Der irritierte Ausdruck in Rosmertas Augen war Minerva nicht entgangen.

„Also. Sie wollten hier etwas mit mir besprechen, Minerva?", erkundigte sich Severus. „Ich verstehe nicht, warum wir das nicht auch im Lehrerzimmer konnten. Aber nun gut."

„Och, wissen Sie, wenn ich ehrlich bin, hatte ich nur keine Lust, den Abend hier alleine zu verbringen", erwiderte sie verschmitzt.

Severus schnaubte hörbar.

„Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich nicht mitgekommen..."

„Eben!", freute sich Minerva.

„Dabei habe ich einen riesigen Stapel Hausarbeiten zu korrigieren... und bei der Dummheit ihrer Bande dauert das Wochen... Ich habe weder Zeit noch Lust…"

Er unterbrach seinen Vortrag, da Madame Rosmerta nun die bestellten Getränke brachte. Eine Flasche Donnerberger Muskat, las Minerva auf dem vergilbten Etikett, für Severus nebst Glas und ein Glas mit selbigem Getränk für Minerva. Die beiden bedankten sich höflich und Rosmerta ging ihren Pflichten nach, wobei Minerva sich des Eindrucks nicht erwehre konnte, dass Rosmerta sich gerne dazu gesetzt hätte. Aber Severus starrte auf den Tisch vor ihm, als stünde dort das Rezept für den Stein der Weisen. Erst als Rosmerta außer Hörweite war, hob er wieder den Kopf.

„Wo war ich stehen geblieben?", fragte Severus und schenkte sich ein Glas ein.

„Bei der Dummheit meiner Hausschüler", entgegnete Minerva nicht ohne ihr süffisantes Grinsen verbergen zu können. „Aber eigentlich können Sie das auch bei der nächsten Konferenz mit mir besprechen!"

„Und über was sollen wir uns dann bitte unterhalten?", raunzte Snape.

Minerva erfreute es ungemein, dass er nicht prompt die Flucht ergriffen hatte. Trotzdem bestand ihr nun die Aufgabe bevor, den Abend mit einem Zeitgenossen zu verbringen, der ähnlich zutraulich und anschmiegsam war wie Fluffy oder ein Hippogreif. Vielleicht hätte sie sich vorher bei Hagrid über den Umgang mit solch komplizierten magischen Geschöpfen informieren sollen. Oder in der Hexenwochen-Rubrik „Warum Zauberer nicht Zuhören und Hexen bessere Hauszauber können".

Snape leerte sein erstes Glas Muskat mit einem Zug und schenkte sich nach.

„Was wollen Sie denn wissen?", fragt er verdrießlich. Aber immerhin ein kleiner Finger.

„Was haben Sie gegen Gryffindor?", kam es von Minerva wie aus der Pistole geschossen.

„Ich dachte, wir wollten nicht über die Schule sprechen?", ätzte er sogleich und nahm einen Schluck aus seinem Glas.

„Da haben Sie Recht... Hm..." Was könnte sie ich noch fragen? Der Gedanke, dass es keine ihrer grandiosen Ideen war, Severus Snape zu einem Plausch ins 3 Besen mitzunehmen, drängte sich zurück in ihr Bewusstsein. Aber ja? Warum hatte sie ausgerechnet Severus Snape mitgenommen? Weil sie Herausforderungen liebte. Und war es nicht viel Spannender etwas aus diesem verschlossenen, unnahbaren Mann, der ein Glas nach dem anderen leerte (ganz schön trinkfest), herauszubekommen als beispielsweise aus der redseligen Professor Sprout? Dann mal gleich ans Eingemachte.

„Warum sind Sie eigentlich nicht verheiratet?", Minerva beugte sich neugierig vor.

„Für Gespräche dieser Art ist es noch zu früh, meine Guteste", grinste Snape sie an, dem es offensichtlich Spaß machte, Minerva auflaufen zu lassen. Er hatte sie durchschaut. Minerva seufzte und trank ebenfalls einen Schluck. Snape leerte sein Glas schon wieder und goss sich ein neues ein.

„Haben Sie auch den Donnerberger?", lenkte sie nun in ein wenig verfängliches Thema ein.

„Jaah...das ist mein Lieblingswein", freute sich Severus.

„Aha! Wie sind Sie denn auf den gekommen?"

„Lange Geschichte", erwiderte Severus, dem es sichtlich Spaß machte Minerva zu reizen, um zu sehen, wie lange sie sich diese Art von Nicht-Gespräch gefallen lassen würde. Ja, wie lange würde sie sich das gefallen lassen? Zuhause warteten zwei ungelesen Ausgaben vom Tagespropheten und eine Flasche „Orientalischer Ozean– Ein Bad im Meer vor Indien", die sie bisher nicht geöffnet hatte, weil sie befürchtete, dass der Badezusatz sein Versprechen allzu ernst nahm.

"Dann erzählen Sie sie mir doch."

"Später...", ließ Snape wissen und machte sich daran sein drittes Glas zu leeren. „Der Wein is klasse... aber Professor McGonagall, wie sind Sie eintlich auf ihn gekommen, der is doch nichts für Frauen... bei dem Promillehalt!"

„GE-halt", verbesserte Minerva, die mit Erstaunen die sich schnell leerende Flasche beäugte, aus der Severus sein nächstes Glas füllte. „Empfehlung von Dumbledore. Und wenn man nicht zu viel trinkt..." Sie blickte zu seinem Glas, das sich bereits wieder um die Hälfte geleert hatte. „... dann lässt sich das auch gut aushalten."

„Hehe... Dumbledore... das hätte ich mir ja gleich dengn könn´n", schmunzelte Snape und leerte sein Glas.

„Was soll das denn bitte heißen?!", schreckte Minerva auf.

„Ooooch... nix", tat Severus unschuldig.

Sein Blick fiel auf die geleerte Flasche. Suchend wanderte sein Blick durch das Lokal und stoppte bei Madame Rosmerta, die zwei Tische entfernt eine Bestellung aufnahm.

„Rosi!", rief er. Selbige dreht sich erstaunt um und eilte zu den beiden. Snape strahlte sie an. „Du brings mir doch noch ein Fläschchen vonnem guten Dröpfchen?"

„Jaja, selbstverständlich, Se... Professor Snape!" Mit diesen Worten hastete sie davon, um kurz danach mit der bestellten Flasche wiederzukehren.

Snape goss sich erneut ein. Minerva beobachtete ihr Gegenüber und musste grinsen. Er hatte wirklich einen sitzen. ‚Das muss ich doch ausnutzen...', dachte sie bei sich. ‚War mein Plan doch nicht umsonst.'

„Wir war das noch gleich mit ihrem Junggesellendasein?", forschte sie nach und schaute interessiert zu Severus, der versuchte Korkenbrösel per Schnipsen in den Aschenbecher zu befördern.

„Nix is da...", nuschelte Snape.

„Warum sind Sie denn nun nicht verheiratet?", bohrte Minerva nach. „Irgendjemand wird es doch geben, der auf…" Fettige Haare. „…Ihre dunkle Ausstrahlung steht. Oder Sie brauchen doch auch mal jemanden… Für… Also, der Ihnen Ihre Knöpfe wieder annäht."

„Sie sin ja auch nich verheirat´t..."

„Professor, das ist doch kein Argument!"

„Wohl!", maulte Snape, „ich mach wenixns nich mit dem gleichn Kerl seit Jahr un Tag rum..."

„Sie und ein Mann? Ich kann Ihnen nicht folgen, Professor."

„Typsch, Gryffndoa... die könn´n mir niiiiiieeeee folgn...un jetz sagn se endlich Sevrus su mir, so heiß ich nämch... nich Profssor. Un außdem meinde ich SIE middem Kerl!"

Nach diesem Redeschwall nahm er einen tiefen Zug aus seinem Glas und versuchte Minerva mit seinen Augen zu fixieren.

„Ich und ein, ähm, Kerl? Ich weiß nicht, was Sie meinen Pro...Severus."

„Na Sie un Dumbdore!" Snape verdrehte die Augen. „Das weißoch jeder!"

Minerva war nun wirklich geschockt.

Snape fuhr fort:

„Ums mit Albus Wordn zu sagen: Es is ein wohlgehüts Geheimnisss, folich weißes die gaaanse Schullle!"

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll, Severus."

„Am bessn nix, ich weiß eh alls. Hehe... von wegn Gespräch von Schuuulleida su Schellvertrtr... su Ihn, hehe, Schäferstünchen!"

Eine absurde Unterstellung. Minerva kam nun doch der Gedanke diesen Abend vorzeitig zu beenden, aber ihre Neugier dem sichtlich angeheiterten Snape doch noch ein paar persönliche Dinge zu entlocken erschien ihr immer noch attraktiv. Snape machte sich Gedanken darüber, mit wem sie ihr Himmelbett teilte? Das waren ja völlig neue Seiten. Sollte er doch glauben, was er wollte. Vielleicht war es ja auch gar nicht so schlecht, wenn er so etwas von ihr dachte.

„Nun gut", lenkte sie ein. „Lassen wir´s dabei, aber Sie sollten trotzdem nicht von mir auf sich schließen... Ich meine..." Minerva errötete nun doch leicht. "...Sie sind ein Mann und Männer, wie natürlich auch Frauen, haben doch bestimmte Bedürfnisse."

Snape starrte sie an und Minerva überlegte, ob er nun vielleicht doch nicht so betrunken war, wie sie vermutet hatte.

Er hob eine Augenbraue.

„Dürfnisse? Ssso...wassie nich sagn...aber nich mit mid mir!"

Minerva blähte die Nasenflügel. Das konnte er erzählen, wem er wollte. Aber unter diesem bis zum Hals zugeknöpften Wams befand sich auch nur ein normaler Mann. Und solange er sich nicht mit einem Eunuchentrank selbst kastriert hatte…

„Severus, bitte, Sie wollen mir doch hier nicht erzählen, dasa Sie nicht auch mal Lust verspüren!"

„Lust? Nä, nich mehr!", grunzte Severus.

„Ich bitte um eine Erklärung!" Doch ein Eunuchentrank?

Snape seufzte.

"Weissu, Minerva... das is nich so einfach middn Fraun."

Minerva grinste.

"Wem sagen Sie das..."

"Na, Ihn! Abba Sie sin ja selba eine!"

Er setzte sich aufrecht hin, nahm einen großen Schluck aus seinem Glas und schaute Minerva tief in die Augen. Er räusperte sich, atmete tief und begann:

„Fraun! Ich hab geine Lust mehr auf Fraun! Es is ja nich so, dass ich niiiieee welche hadde...hehe...im Gegnteil! Es gipt swei Ardn von Fraun, die ein wolln mir imma ersähln, daß ich ein klompexbeladner Mann bin und aus mir nen Weichei machn, die andan wolln nur mit mir vögln, weil sie auf Aschlöcha stehn oder weil ich sooooo düsta bin."

Minerva lehnte sich zurück und lächelte in sich hinein. Als hätte sie es geahnt. Der Abend fing nun doch an interessant zu werden. Sie nahm ihr Glas, nippte daran.

„Schießen Sie mal los. Ich bin ganz Ohr."

„Allso. Su den ersen. Die denkn all ich hadde ne schleche Kindheid oda wudde mal endäuscht vonner Frau, aber das is nich waaaaahr. Ich hadde ne tolle Kindheid, nedde Eldern, große Schweser, grüüüne Wiesn unnen aldn Bauernhof. Nadülich hamse auch mal gestritten. Aber dasis a auch normal. Man würds idylsch nennen. Und Endäuschung? Neeee, nich bei mir! Nur irgnwann ham die Weiba imma vesuchd mich su ännern. Un das maaaaag ich nich. Ich bin so wich bin! Das könnense aba nich kapiern und ersähln mir was von Klompexn. Ichab numal kein Lus allen innen Hindan su kriechen, das is mir su eng. Verstehsu, Minerva?"

„Voll und ganz, Severus.", antwortete Minerva verschmitzt und grinste. „Und die andere Hälfte, für die Sie nur ein Lustobjekt sind?" Bei dem Wort "Lustobjekt" musste sie sich ein herzhaftes Lachen redlich verkneifen.

„Mommenoch..." Severus musste sich erst noch ein Glas Wein eingießen, das er aber sofort wieder leerte. „So...nun su den andan, sie dengen sich irgendwie, dass ich so unheinlich bin, weiß nich wieso. Undas mach sie an. Verschdeh eina die Fraun! Fühl sich von mir annesogn wie Mottn vom List."

„Angezogen von was?"

„List. Mottn werdn vom List annesongen."

„Ach, Sie meinen Licht." Soso, Severus hielt also ein Licht um das Motten schwirrten. Dabei sah er selber wie ein großer, dunkler Flattermann aus. Minerva fing herzlich an zu lachen.

„Sagich doch. Keinahnung wie se auf so´n Müll komm. Ichab schon imma nur gmacht, wassich willll! As ich noch jünnga war, habich das imma aussenutzd."

Severus grinste delikat.

„Soso, Severus, Sie haben das ausgenutzt. Wie darf ich das bitte verstehen?!", hakte sie nach, obwohl sie natürlich genau wusste, was er meinte. Aber sie fand die Vorstellung wie ein absolut betrunkener Severus über "seine" Frauen sprach einfach zu köstlich, um an dieser Stelle aufzuhören.

„Bissu so naiv oda tussu nur so? Ich bin mid denen ins Betttegang! Was glaubsu, wen ich schon alls inna Kisde hatte."

Er goss sich ein erneut nach.

„Äh, keine Ahnung. Woher soll ich das auch wissen?" Minerva hob eine Augenbraue.

„Weissich nich. Aber, weissu was Minerva?!" Er ließ ihr keine Zeit um zu antworten. "Ich weisses selba auch nich! Die letze war Rosi." Er nickte Richtung Theke.

„Nein! Sie hatten eine Affäre mit Madame Rosmerta?" Minerva amüsierte sich königlich über dieses „Geständnis".

„Jaaaaah...", grinste Snape schielend. „Und ich kann Dir sagn, dassie gut blasn kann!"

Minerva hustete.

„So genau wollte ich das dann doch nicht wissen."

Snape lachte so sehr, dass zwei Knöpfe seiner Jacke aufsprangen, was ihm aber gar nicht auffiel.

„Aber das Problem is, dasse dengt, wir würdn irgndwann mal richdich susammen sein... Ich habihr gesat, um unsere Affäre su beendn, daß ich Seit brauche. Un sie glaubt jetz, dass ich allein sei muss, um mir üba meine Gefühle klaa su werdn. Hehehe..."

Er trank sein Glas leer.

„Ich brauche Seit für mich allein." Severus füllte sein Glas nach. „Fraun!" Severus schüttelte den Kopf.

„Ach deswegen kriegt sie immer so ein dämliches Grinsen, wenn sie an unseren Tisch kommt." Minerva verstand langsam.

„Aber was Sie da tun, Severus, ist nicht nett, geschweige denn fair."

Snape schaute sie mit großen Augen an, in denen sich langsam ein spöttischer Glanz ausbreitete.

„Fair? Du wills mir was von fair ersähln?!" Er verschluckte sich vor Lachen. „Ich war doch noch nie fair oda nett. Warum sollde ich das ändan?"

„Sie scheint doch wirklich ernsthaft an Ihnen interessiert zu sein, so sagen Sie ihr doch wenigstens, dass Sie nichts für sie empfinden."

„Bloß nich! Fallsich doch ma wieda Bock aufne Frau ham sollde, hab ich eine su der ich gehn kann."

Minerva starrte ihn an.

„Severus, mit Verlaub, diese zweite Art von Frauen hat recht, Sie sind ein Arschloch!"

Snape prostete ihr zu.

„Ich weiß!"

Minerva schüttelte den Kopf. Nein, das ging zu weit. Es mochte ja noch als Anekdote aus der Jugend amüsant sein, aber nicht in seinem Alter. Nicht, wenn sie direkt daneben saß. Es wäre etwas anderes, wenn die beiden ein Arrangement von Gleich zu Gleich getroffen hätten. Aber nicht so. Sie warf einen Blick durch das Lokal und bat Madame Rosmerta um die Rechnung.

„Wir sollten jetzt besser gehen. Ihnen ist nicht zu helfen."

„Habich auch nie beauptet", nölte Snape. "Ich will aba noch ein Fläschchen Weinchen!"

„Nein, es reicht Sie sind sowieso schon zu betrunken, Professor."

Sie verstummte, als Madame Rosmerta an den Tisch trat. Rosmerta warf einen waidwunden Blick in Snapes Richtung. Dieser verdrehte die Augen und legte den Kopf auf die Tischplatte.

Minerva zückte ihre Geldbörse und zahlte den geforderten Betrag, der angesichts der Unmengen Alkohol höher als erwartet war.

„Ich danke Ihnen für Ihren Besuch und hoffe Sie bald wieder als meine Gäste begrüßen zu dürfen", leierte Rosmerta.

„Darauf kannsu Gif nehmn!", strahlte Snape sie an um kurz danach gehässig Minerva zuzugrinsen. „Vielleis bleib ich einfach jetz da?", flüsterte er ihr zu.

Minerva zog hörbar Luft durch die Nase.

„Ich wünsche Ihnen noch eine angenehme Nacht, Madame Rosmerta." Mit diesen Worten begab sie sich zum Ausgang. Snape schlurfte hinter ihr her.

Minerva genoss den ersten Zug frische Luft, der ihr entgegenschlug, nachdem sie den stickigen Pub verlassen hatte. Plötzlich hörte sie ein lautes Rumpeln hinter sich. Snape war die Treppe hinunter gesegelt. Sie seufzte. Das konnte ja ein schöner Heimweg werden.

Er rappelte sich auf und grinste Minerva an. Kurzerhand hakte er sich bei ihr unter.

„Es wa aba ein schöna Amd. Vielleis verbrinich doch gerne Seit mit Ihnen." Er hielt inne, als würde er sich über seine eigenen Worte wundern. Vielleicht hatte er auch etwas gesagt, bevor er es gedacht hatte.

Minerva hob eine Augenbraue.

„Na dann können Sie ja mich heiraten, wenn Sie Ihre Zeit gerne mit mir verbringen. Denn wohnen tun wir ja im Prinzip auch schon zusammen."

Severus schaute sie schräg von der Seite an.

„Weissu Minerva...", seufzte Snape. „Du bis mir su ald."

30 Jahre waren doch nichts in Zaubererjahren. Und intellektuell ebenbürtig. Minerva schnaubte.

„Lassen Sie uns endlich nach Hause gehen."

Hogsmeade. 87 Grad Jupiter vor 1/16 Umdrehungen Saturn zu Viertelmars. Immer noch Vollmond. Immer noch Hogsmeade.

Zwei Gestalten verließen das beschauliche Dörfchen auf dem Weg nach Hogwarts. Die größere Gestalt torkelte merklich.