Hallöchen. Hab da noch son paar Bargeschichten auf meinem Rechner gefunden. Das hier ist eine davon. Und da ja eine Fortsetzung gewünscht wurde... Hier ist sie.

Kommentare sind immer gern gesehen. Und vielen Dank für die bisherigen Reviews!!!

Charaktere: Anko, Ibiki


-Beim letzten Schluck, da küss mich-

„Der Keks rollt über die Straaaßeee,

was will er denn auf der Straaßeee?

Da rollt er doch nur weiter…

Denn platt macht ihn doch keeiner

Weeeeiiiil….:

Der Keks, der is doch schon platt, harhar,

der is schon platt, ja platt."

Grölte Anko gerade aus Leibeskräften, hielt sich an einem Laternenpfosten fest und schwang betrunken herum. Jetzt taumelte sie, ohne es zu merken in die andere Richtung die Straße weiter.

Genma, Kakashi und Kurenai waren schon längst ins Bett, nur sie hatte noch ein wenig in der Bar bleiben wollen, hatte dort dickköpfig ausgeharrt und gehofft, dass, wenn keiner schaute, sie vielleicht doch noch einen schwachen Chunin abgreifen könnte. Doch die Bar hatte sich ziemlich bald gelehrt, was nicht zu letzt an einer ziemlich aggressiven Kunoichi lag, die einen Krug nach dem anderen getrunken hatte um ihren Kummer zu ertränken… und sich gleich mit.

Kakashi, Genma und Kurenai hatten die Sinnlosigkeit des Unterfangens bald eingesehen und hatten sich verkrümelt, doch Anko hatte sich tapfer bewiesen, wie standfest sie doch war und sich nicht von dem Kerl namens Sake besiegen lassen… Zumindest redete sie sich das ein.

Irgendwann hatte der Barkeeper sie rausgeschmissen und nun stolperte sie lärmend und singend, und sich an alles mal eben kurz anlehnend, durch die Straßen Konohas… immer dem Licht nach.

Dem Licht der Straßenlampen nach.

Sie lachte und sang weiter ihr selbstgedichtetes Lied, das Lied vom einsamen Keks auf der Straße. Gelegentliche „RUHE!!"-Rufe von Anwohnern der umliegenden Häuser störten sie nicht im Geringsten.

Sie verlor für einen Moment total das Gleichgewicht und wankte ein paar Schritte rückwärts und stieß gegen etwas. Sie entschuldigte sich innigst bei dem Werbeschild gegen das sie angerempelt war, verbeugte sich ein paar Mal und schwang weiter, als sie plötzlich anhielt und stutzte.

„Nanu? Was macht die Wand hier?", fragte sie verwirrt und beäugte das neue Phänomen vor ihren Augen schmatzend.

Die schwarze „Wand" lachte leise.

„Is ja auch egal… Isch will n Bett…" Sie umrundete die Wand höchst vorsichtig und lief ein paar Schritte die Straße weiter. Dabei nahm sie wieder ihr Lied vom Keks auf- nur, dass es jetzt zwei waren- sprang kurz in Angriffsposition, als der Wind ihr ein Blatt ins Gesicht wehte, und taumelte nach kurzer Diskussion darüber weiter. Dann verlor sie das Gleichgewicht und lag im nächsten Moment eingerollt und laut schnarchend auf der Straße.

Die „Wand" schmunzelte erneut während sie das Schauspiel beobachtete. Dann ging Ibiki zu der am Boden liegenden Anko, hob sie auf und trug sie mit sich.

Anko kämpfte ein Auge offen. „Thehe…jetz bin isch vollends hinüber…ich wird grad vonna Wand entfuhrt…führt…"

„Ich bring dich nach Hause, Anko, ich entführe dich nicht."

Verwirrt betrachtete sie das verschwommene Bild der „Wand". „Nicht? Keine Enfuhrung? Hätt isch aba ma gut gefunden…"

Ibiki schmunzelte in seiner tiefen Bass-Stimme.

„Ibiki…", wisperte Anko leise, als sie ihn endlich erkannte. „Lass… lass uns noch was trinken, und beim letzten Schluck, da küss misch…"

Er begegnete ihrem versoffenen Verführerblick. „Du trinkst heut nichts mehr, Anko."

„Ach, isch wüsst da schon noch was…"

Als sie sich fester an ihn krallte, und ihre Kurven absichtlich, wenn auch betrunken unbeholfen, an ihn rieb, wurde er nicht einmal nervös.

„Anko."

„Ibiki…ki."

„Wenn ich dich nach dem letzten Schluck küsse, erinnerst du dich morgen nicht einmal mehr daran."

„Das wär aba escht…schade…Ibikiki."

Seine Miene verdüsterte sich. Ibikiki?

Anko schnarchte bereits wieder, und er brachte sie zu ihr nach Hause und legte sie in ihr Bett. „Das wäre wirklich schade. Lass uns noch mal drüber reden, wenn du nüchtern bist und bei klarem Verstand, Anko.", sagte er und verschwand leise aus ihrem Apartment.


Als Anko am nächsten Morgen angezogen in ihrem Bett erwachte, war sie zuerst enttäuscht, dann allerdings einfach nur noch verkatert. Sie hatte ab einer bestimmten Uhrzeit einen Filmriss vom vergangenen Abend, verdammt, sie hatte schon wieder übertrieben. Und warum um alles in der Welt überkam sie das starke Gefühl, „Ibikiki" zu wispern und sich an dunklen Mauern zu schmiegen?

Ende