Okay Leute. Der letzte Teil von den Blitzbriefen. Ich werd noch ne kleine Oneshot reinstellen und dann ist schluss.

Tut mir Leid, dass nicht mehr über den Inhalt der eigentlichen Briefe oder über die Beziehung von den beiden rauskommt, aber die Autorin schien ihre Leser da wohl lieber im Dunklen lassen zu wollen.

Aber jedenfall wünsche ich viel Spaß, auch beim letzten Kapitel

Drake

Die Blitzbriefe II: Innere Angelegenheiten Zweiter Teil

„Nun.", sagte Roy, ein unglücklicher Ausdruck verdunkelte sein Gesicht. „Ich denke das Erste was wir machen sollten ist- ist nachsehen ob sie wirklich verstorben ist."

Iris schaute Roy abwartend an, aber er sah nicht danach aus, als würde er sich bewegen wollen.

„Lasst mich.", sagte Alan entschlossen. Er ging zu dem Körper hinüber, dann trat er schnell mit dem Fuß gegen Hepburgs Bein.

„Nun.", meinte er. „Sie ist definitiv tot."

„DAD!", hisste Iris, völlig gedemütigt. Das war schlimmer als sie damals Richard Scarsborough nach Hause (obwohl sie es besser gewusst hatte) mitgebracht hatte und er aus dem Küchenfenster geklettert war, in dem Versuch vor ihren Eltern, den anzüglichen Fragen und dem selbstgemachten, magischen Bananenkuchen ihrer Mutter, zu fliehen.

„Gut, erste Sachen zu erst, wir sollten besser das Kriminalamt informieren, genauso wie die Muggelpolizei.", meinte Mr. Henderson nach einer Weile.

„Aber Dad!", rief Iris aus. „Sie war immerhin ein Mitglied der magischen Gesellschaft… sollten wir nicht selbst etwas unternehmen?"

„Iris.", erwiderte Alan. „Ich hasse es dir das sagen zu müssen, aber die Muggel sind um so vieles besser in solchen Dingen als wir. Sie haben diese Maschinen, all diese Ausrüstung! Sie machen etwas mit diesem Ding das sie Geheimhaltungserklärung nennen und finden den Täter innerhalb Minuten! Wir indessen… nun, nimm die magischen Fähigkeiten weg und die Meisten von uns werden dann nicht mal in der Lage sein einen Papierkorb zu finden."

„Ich würde!", erwiderte Iris hitzig.

„Sicher, Liebling.", sagte Alan in einem Ton, der bis zu diesem Moment exklusiv für seine Frau reserviert gewesen war.

„Aber… was ist wenn sie etwas unpassendes finden? Irgendwas was sie nicht erklären können?", fragte Roy.

„Oh, sie wissen schon über alles bescheit.", erwiderte Mr. Henderson. „Oder zumindest, die höchsten Angestellten tun es. Nur aus Liebenswürdigkeit tun sie als würden sie es nicht wissen. Es ist ziemlich süß von ihnen, wirklich. Obendrein kommt noch, dass du schreckliche Kopfschmerzen bekommst, wenn du zu oft mit Oblivate belegt wirst. Ich nehme an, sie hatten irgendwann keine Lust mehr dazu und tun so als würden sie Dinge nicht bemerken."

Iris keuchte.

„Nein, sie werden eine oder zwei Personen vom Kriminalamt rüberschicken um Kontakt aufzunehmen, aber merkt euch meine Worte, es werden die Muggel sein, die das Problem lösen."

Detektiv Spencer war ein kleiner, stämmiger Mann, Mitte fünfzig, mit einem weltbewusstem Ausdruck im Gesicht und einem aus Südlondon stammendem Akzent.

„Richtig.", sagte er als er eintrat. „Was haben wir denn hier?"

„Einen toten Körper.", bot Alan hilfreich an.

„Sie ist- nun, sie war- Rena Hepburg.", sagte Iris.

„Kannten Sie sie?"

„Oh nein, nicht wirklich… wir haben sie erst gestern getroffen. Aber wir dachten sie hätte- sie hatte etwas von einem Museum in dem ich arbeite und so sind wir hergekommen um sie zu konfrontieren. Nur… nun, sie war tot."

„Hmm." Detektiv Spencer schaute Iris scharf an. „Und Sie hatten nichts mit ihrem Tod zu tun, richtig?"

„Oh nein!", rief Iris entsetzt aus. „Natürlich nicht!"

„Er… Ich auch nicht." sagte Roy vorsichtig.

„Weder ich.", warf Alan nochmals hilfsbereit ein.

Detektiv Spencer rollte leicht mit den Augen. „Richtig.", sagte er, griff in seine Tasche und brachte ein kleines, viereckiges Ding zum Vorschein, von dem Iris wusste es war ein 'puter. „Ich brauchte Ihre Namen und Adressen, bitte."

Genau dann, apparierten zwei ziemlich außer Atem geratene Zauberer mit einem ‚Pop' in das Wohnzimmer.

Detektiv Spencer blinzelte. Alle schauten ihn geschockt an.

„Oh.", sagte er schließlich. „Welche von denen also. Lasst eure Hände von mir. Ich hab' nichts gesehen und es wird auch so bleiben, okay? Mit meinem Kopf wurde schon genug getrieben heute, vielen Dank auch. Nun, ich hab ein paar Fragen die wir durchgehen müssen. Umso schneller wir anfangen umso schneller beenden wir es auch."

Obwohl sie scheinbar schnell angefangen hatte, ging die Fragerei noch eine Weile weiter. Iris, Roy und Mr. Henderson wurden immer und immer wieder über ihre Aufenthaltsgründe gefragt und welche Beziehung sie genau mit der toten Frau hatten. Detektiv Spencer holte eine weitere „seltsam aussehendes Maschinenteil" (wie Will es genannt hätte) heraus und ließ es über den toten Körper gleiten. Offensichtlich, schien es zu sagen, starb Hepburg in den letzten vier Stunden. Wie Iris später bemerkte war es genau wie Magie.

Nachdem all dies ermittelt worden war, wurden sie gefragt was sie diesen Morgen getan hatten. Es war ziemlich offensichtlich das die Muggelpolizei ihnen gegenüber ziemlich misstrauisch war und das Kriminalamt kaum. Sie hatten offensichtlich von Iris gehört und waren mehr als willig Nachsicht walten zu lassen. Nach einigem Geflüster in einer Ecke zwischen Detektiv Spencer und dem Kriminalamt Repräsentanten, wurden ihnen gesagt das sie nicht mit aufs Büro kommen mussten. Detektiv Spencer sah ziemlich verstimmt darüber aus, nahm aber, wenn auch unwillig, ein wenig Haut von jedem von ihnen und sagte ihnen, dass sie das Land nicht so bald verlassen dürften.


Als Iris endlich wieder in ihrer Wohnung angekommen war, fühlte sie sich ziemlich erschöpft. Mr. Henderson und Will versuchten sie aufzuheitern, aber es funktionierte nicht. Sie hatte Rena Hepburg nicht wirklich gekannt und glaubte auch nicht dass sie eine angenehme Person gewesen war, aber sie war dennoch ziemlich schockiert über ihren Tod. Es war offensichtlich Mord gewesen und Iris hatte seit Jahren von keinem solchen Verbrechen in der magischen Gesellschaft gehört.

Oben drauf kam noch, auch wenn sie sich ein wenig schuldig fühlte darüber nachzudenken, dass sie wusste das ihr Buch und ihre Nachforschungen umsonst waren. Sie war sich ziemlich sicher, dass Hepburg die Blitzbriefe gestohlen hatte. Solch ein Verbrechen mit diesen antiken Artefakten war unfassbar, weil alles aus der Dunklen Zeit mit solch einer Erfurcht behandelt wurde.

Die Basis ihrer Nachforschungen hatte aus dem anwenden von verschiedenen Sprüchen auf die Briefe beruht. Ohne sie, konnte nichts bewiesen werden. Das Kriminalamt hatte ihr zwar gesagt dass sie weiterhin gegen Diebstahl ermitteln würden, aber sie konnte an ihren Gesichtern absehen, dass sie nicht viel Hoffnung auf einen Fund hatten. Sie plante allerdings immer noch am nächsten Tag ins Museum zu gehen um zu sehen was dort geschehen war.

„Nun, zumindest konnten sie uns nicht des Morden überführen.", sagte Alan fröhlich zu ihr. „Will kann für dich bürgen, Iris und Roy und ich waren bei der Arbeit."

„Ja.", murmelte Iris. „Aber das ich kein wirklicher Trost."


„Guten Tag, Miss Henderson." Dort waren zwei Männer an ihrer Türschwelle. „Ich bin Lewrance Smith vom Kriminalamt. Dies ist mein Assistent Daniel Partridge. Könnten wir reinkommen?"

„Natürlich.", erwiderte Iris rot anlaufend. Sie schaute kurz zu Daniel Partridge; etwas kam ihr bekannt an ihm vor.

Sie öffnete die Tür weiter um die beiden hereinzulassen. „Royal Deayton ist auch hier, wenn Sie ihn auch sprechen wollen."

„Das wäre ziemlich hilfreich.", erwiderte Smith. Er folgte Iris in das Wohnzimmer, wo Roy saß.

„Dies ist lediglich ein formaler Besuch um ihnen beiden zu sagen dass Sie offiziell von der Verdächtigen Liste genommen worden sind. Genauso wie Ihr Vater, Miss Henderson. Alle ihre Alibis sind nachgeprüft worden und die Muggelpolizei konnte keine Spuren von Ihnen auf dem Körper des Opfers finden."

„Das ist eine Erleichterung.", meinte Iris und Roy nickte zustimmend. „Aber haben Sie irgendwelche frischen Spuren?"

„Es tut mir Leid, nein.", murmelte Smith. „Es ist ziemlich offensichtlich, dass das Opfer erwürgt wurde, aber scheinbar nicht auf magische Weise. Die Abdrücke auf ihrem Hals könnten fast Finger sein, aber sie sind nun wirklich ein wenig zu lang dafür. Das Kriminalamt und die Muggel verdächtigen im Moment ein Stück Kleidung. Ich werde zusehen, dass ich Sie über jeden Fortschritt auf dem Laufenden halte."
„Wenn Ihnen noch etwas anderes einfällt.", fügte Daniel Partridge hinzu. „Hier ist meine Karte. Bitte zögern Sie nicht sich mit mir in Verbindung zu setzen."

Iris schaute auf die Karte. Sie war und mit den Worten: „Daniel Partridge: Kriminal Amt, Raum 711"

Das endlich ließ Sie sich erinnern.

„Daniel Partridge… ich dachte ich kannte den Namen!", sagte Iris. „Mein Vater hat sie erwähnt." Sie runzelte die Stirn. „Aber ich dachte – ich dachte Sie arbeiten für das Ausländische Komitee."

„Richtig, das tat ich, Miss Henderson.", erwiderte der Mann. „Aber ich wurde vor einigen Monaten in das Kriminal Amt versetzt. Sagen Sie ihrem Vater er soll sich mal melden. Ich hab seit Jahren nichts mehr von ihm gehört. Wir beide sind einfach zu beschäftigt, schätze ich!"

Iris Magen machte einen Salto. „Ja.", erwiderte sie hohl. „Ja, natürlich das werde ich."

Die beiden Männer nickten und Roy, der Iris einen besorgten Blick zuwarf, sprang auf um sie nach draußen zu begleiten. Iris fühlte sich wie erstarrt. Sie ließ sich zurück auf das Sofa fallen und saß da.

„Was ist denn los?", fragte Roy, als er zurück ins Wohnzimmer kam.

„Als wir meinen Vater den einen Tag getroffen haben, hatte er gesagt er würde mit Daniel Partridge essen gehen, nicht?", fragte Iris. „Aber er hätte das nicht tun können- weil mein im ausländischen Diplomaten Komitee ist, wo Partridge schon seit Jahren nicht mehr ist."

„Das ist richtig.", sagte Roy, die Augenbrauen zusammengezogen. „Aber- Partridge sagte er hätte dort gearbeitet und kannte deinen Vater, welchen er seit Monaten nicht mehr gesehen hatte… so ein Fehler kann leicht passieren."

„Nein.", erwiderte Iris hart nachdenkend. „Er sagte er hatte mit Partridge gesprochen, aber Partridge wäre zu beschäftigt gewesen um Essen zu gehen… Dad hat gelogen."

„Aber Iris…"

„:… Und als Hepburg mich auf der Straße angepöbelt hatte. ", fuhr Iris fort. „Sagte Dad, das es keine Lügen wären wenn sie bewiesen werden könnten, nicht? Und dann fragte er mich über die Sichtung der Blitzbriefe. Aber er wusste nicht einmal worüber sie sprach! Ich hatte ihm Nichts über meine Nachforschungen erzählt…aber jemand anderes offensichtlich." Wütend stand sie auf. „Wie konnte ich nur so dumm sein? Ich werde zu ihm gehen, jetzt gleich!"

„Iris, warte…"

Aber mit einem 'Pop' war sie verschwunden.


Als Iris bei ihrem Haus ankam, fand sie ihren Vater in der Küche, wo er mit Chinastücken rumbastelte. Sie fühlte sich schlecht. Wie konnte ihr Vater, dieser freundliche, normale Mann- wie konnte er eine völlig andere Person sein?

Alan bemerkte ihre Anwesenheit und drehte sich um, die Teetasse in einer Hand.

„Iris!", sagte er. „Was für eine Überraschung. Schön dich zu sehen."

„Partridge arbeitet nicht mehr im ausländischen Diplomaten Komitee.", sagte Iris, leicht zitternd. Ihre Hände hatten sie zu Fäusten geballt. „Er wurde vor drei Monaten ins Kriminalamt versetzt.

„Ah.", erwiderte Alan leise. Es war ruhig, als er langsam die Tasse abstellte. Dann sagte er: „Sie haben die Akte nicht aktualisiert. Schlampig, sehr schlampig. Oder vielleicht war ich es. Vielleicht ist mein Kopf nicht mehr das was er einmal war."

„Du wusstest indem Moment wer Roy war als du zu uns gestoßen bist, oder?", flüsterte Iris. „Was du über Hepburg gesagt hast, als sie mich schlug- du wusstest alles über meine Nachforschungen und ich weiß ich habe dir nichts darüber erzählt… du bist ein Spion."

Alan öffnete den Mund um zu sprechen, aber Iris war schneller.

„Das ist nicht das erste Mal, oder?", fragte sie. „Hast du das dein ganzes Leben gemacht, Dad? Ist das dein verdammter Job?"
Alan zögerte einen Moment zu lange um zu antworten. Es war alles was Iris brauchte.

„Weiß Mum es?", fragte sie.
„Oh ja.", erwiderte Alan. „Oder zumindest glaube ich dass sie es tut. Wir reden nicht darüber." Ein halbes Lächeln kreuzte sein Gesicht. „Sie ist eine gute Frau, deine Mutter."

„Du hast also nur mich mein ganzes Leben angelogen!", schrie Iris. „Das macht es natürlich besser!"

„Es tut mir Leid, Iris.", erwiderte Alan bedrückt. „Ich weiß du fühlst dich betrogen. Aber ich durfte dir nichts sagen- ich durfte es niemandem sagen! Es musste geheim bleiben, mehr als alles andere, Liebling." Er ging einen Schritt auf sie zu.

Iris wich zurück, bevor sie endlich den Mut fand die Frage zu fragen, die sie fragen musste, auch wenn sie sich davor fürchtete. „Hast du sie getötet?", flüsterte sie, ihre Stimme schwankte außer Kontrolle geraten.

„Nein.", erwiderte Alan mit Nachdruck. „Nein Iris. Ich wurde nur geschickt um das Gebiet auszukundschaften, um es so zu sagen. Ich war die beste Wahl- Ich konnte in deiner Nähe sein ohne Misstrauen zu wecken."

„Aber warum?", klagte Iris. „Ich verstehe nicht!"

Alan seufzte. „Du begreifst nicht, wie wichtig dein Fund ist, oder?", fragte er. „Merkst du nicht was es für uns alle bedeutet? Wir haben die Gesellschaft nach der Dunklen Zeit wieder aufgebaut und sie braucht lange um sich zu erholen. Bevor du geboren wurdest, als ich ein Kind war- es war selbst dann noch solch ein Durcheinander. Aber wir schafften es und weißt du wie? All unsere harte Arbeit, all unser Mut basierte auf dem Beispiel des zweiten Aufstieges. Wir sagten uns, wenn sie es tun konnten, dann können wir es auch. Zugegeben, wir mögen unsere Fehler haben, aber wir sind immer noch hier, nach all dem was das Dunkle nach uns geschissen hatte. Wir haben einen fundamentalen Völkermord überlebt, sogar die verdammten Blutflüche, Iris. Es gibt ein paar Dinge die wir bedenken müssen, ja. Das fast konstante Misstrauen, zum Ersten. Nicht zu vergessen die homophobische Atmosphäre. Du weißt dass ich dem nicht zustimme Iris, aber es lässt uns bleiben. Es stoppt einen anderen dunklen Zauberer oder schwarze Hexe aufzusteigen und wir sind vorbereitet für diese Zeit, weil wir nicht mehr zurück können. Und nun kommst du daher und sagst dass nicht nur der berühmteste Held der Dunklen Zeit schwul war, sondern auch der Autor der Blitzbriefe? Weiß du wie viele wichtige Personen du damit ärgern wirst? Hepburg war nur die Spitze des Eisberges."

„Ich-" Iris Kopf drehte sich. Dann schluckte sie, die Augen blitzend. „Du hast Recht. Ich verstehe es nicht, Dad. Aber nach all dem was du mir erzählt hast… Ist es mir egal. Ich werde das Buch veröffentlichen und niemand wird mich stoppen."

„Natürlich wirst du das.", sagte Alan zärtlich. „Du bist trotz allem meine Tochter."

Iris schaute von ihm weg. „Ich brauche etwas Zeit.", sagte sie als sie in Richtung Ausgang ging. Alan schaute angeschlagen aus, so griff sie nach seiner Hand. „Aber wir werden OK sein, Dad. In einer Weile zumindest."

Sie ging aus der Tür.


„Ich kann es nicht glauben.", sagte Iris. „Mein Vater ist ein geheimer Spion."

„Nun.", erwiderte Roy. „Es wäre nicht das Erste was einem als Beruf einfallen würde, nein."

Iris lachte. Es war einige Stunden später und das Gewicht in ihrem Magen schien weniger geworden zu sein. Sie seufzte. „Nicht was ich geglaubt hatte ist wahr.", meinte sie. „Ich hab niemals wirklich bemerkt wie naiv ich bis jetzt war. Ich frage mich was ich noch falsch gemacht habe."

„Da ist eine Sache.", grinste Roy langsam und küsste sie auf den Kopf. „Was überhaupt nicht falsch wäre; Würdest du- würdest du es in Betracht ziehen mich zu heiraten?"

Iris schnaubte. „Du bist so altertümlich!" Sie schaute auf, ruhte ihr Kinn auf seiner Brust. „Und warum sollte ich dich heiraten?", fragte sie aufziehend.

„Ähm.", erwiderte Roy. „Ich habe gedacht dass das ziemlich offensichtlich ist. Weil ich dich liebe natürlich!"

„Wirklich?", murmelte Iris. „Weil, ich dich auch liebe, weißt du."

„Nun.", sagte Roy, diesmal mit einem dicken Grinsen im Gesicht. „Wenn das klar ist…"

„Aber wir sollten es auf die normale, alte Weise machen und erst einmal zusammen ziehen.", unterbrach Iris. „Damit ich sehen kann ob du deine Socken wäschst. Dann können wir übers heiraten sprechen."

„Sicher, Liebling.", erwiderte Roy.


„Hallo, Miss Henderson.", grüßte sie der Kobold an seinem Tisch. Iris zog eine Augenbraue hoch. Er war ziemlich höfflich heute.

Das war nicht normal.

„Ich gehe davon aus dass Sie hergekommen sind um die Blitzbriefe zu sehen.", fuhr er fort.

„Nein… ich meine, ja, aber- meinen Sie etwas, dass sie die Blitzbriefe zurückhaben?", fragte Iris ungläubig. „Aber- ich dachte jemand hätte sie von Rena Hepburgs Haus genommen…"

„Oh nein, Miss.", beschwichtigte sie der Kobold. „Es war ziemlich seltsam, aber sie tauchen heute Morgen wohlbehalten wieder auf. Der Dieb hatte wohl Gewissensbisse."

„Aber wie in aller Welt…", murmelte Iris perplex. „Ich meine, das ist natürlich ziemlich gut für mich und meine Nachforschungen, aber es macht noch immer überhaupt keinen Sinn!"

„Am besten sollte man diese Dinge nicht in Frage stellen, Miss.", meinte der Kobold. „Am besten vergessen Sie all dies."

Aber Iris hatte einen nagenden Gedanken, ganz hinten in ihrem Kopf. Ihr Blick fiel fast unfreiwillig auf die Hände des Kobold, welche auf dem Schreibtisch ruhten.

Auf die sehr langen, sehr starken Finger.

Welche, nach ihrem Wissen, keine Fingerabdrücke hatten.
Iris riss sich von dem Anblick so schnell wie möglich los und schaute zurück. Der Kobold starrte sie direkt an.

„Um...", sagte Iris zögernd.

„Das ist eine Sache", sagte der Kobold immer noch starrend ohne zu blinzeln. „die einfach nicht toleriert werden kann. Stehlen. Speziell vom Hogarth Museum. Miss Hepburg war eine dumme Frau."
„Oh.", erwiderte Iris aufgeregt. „Ich bin sicher dass sie das war."
„Es war wirkliche eine wundervolle Fügung für uns, als ihr dies passierte.", fuhr er fort. „Symbolisch betrachtet, natürlich. Nicht nur die Ehre vom Hogarth Museum, sondern auch der Koboldrasse stand auf dem Spiel, verstehen Sie. Dazu war es natürlich eine ziemlich unschöne Angelegenheit. Es ist lediglich interessant das die Autoritäten nicht fähig sein werden den… unglücklichen Mörder zu finden."

„Werden sie nicht?", fragte Iris.
„Oh nein," sagte der Kobold. „Natürlich werden sie das nicht. Niemals. Nimmer."
Dann kam eine Pause.
„Ja.", fuhr der Kobold forsch fröhlich fort. „Eine wirklich lästige Frau, in allen Bereichen. Aber eine junge Frau, wie Sie, Miss Henderson, vom 22a Birks Grove, London ist eine völlig andere Angelegenheit. Sie respektieren das Museum. Sie respektieren die Artefakte."
„Oh ja.", erwiderte Iris. „Natürlich tue ich das. Ja, sicher."
„Wir haben Sie beobachtet. Sie verstehen die Heiligkeit dieses Ortes. Sie sind höfflich."

„Bin ich?", fragte Iris betäubt.

„Natürlich.", sagte der Kobold. Er öffnete eine Schublade in seinem Schreibtisch und zog ein steifes Stück Papier mit Schnörkel heraus. „Darum sind wir zu der Entscheidung gekommen dass Sie sich das Recht auf einen Gold Pass verdient haben. Die Museumszauber werden gewechselt für Ihre magische Signatur. Sie sind nun fähig das Museum zu betreten und zu verlassen wann immer Sie wollen, ohne sich einschreiben zu müssen. Das ist unser Vertrauen in Sie, Miss Henderson. Sie sind nun Teil der Hogarth Museums Familie. Wir werden auf Sie aufpassen. Es gibt hunderte von uns. Also wirklich, Tag und Nacht."

„Nun.", sagte Iris, Richtung Tür gehend. „Das ist wirklich sehr nett von Ihnen, aber ich muss jetzt wirklich gehen und…"

„Tag. Und. Nacht.", sagte der Kobold.

„Ja.", erwiderte Iris. „Ich habe das verstanden. Ich werde dann gehen…" Sie stolperte Richtung Ausgang.

„Miss Henderson!", rief der Kobold hinter ihr her.
Iris erstarrte und drehte sich widerstrebend um.
„Und vergessen Sie nicht Ihr Gold Pass Zertifikat.", sagte er.

Als Iris es endlich auf die Straße geschafft hatte, realisierte sie dass sie Roy erzählen musste dass die Kobolde es getan hatten. Etwas was sie niemandem sagen konnten. Niemals. Und auch, wenn er seltsam aussehende Leute mit langen Fingern ihn aus Ecken anstarrten, sollte er sich nicht zu sorgen brauchte.


„Hallo.", flüsterte Iris. „Ich bin's, Iris Henderson."

Iris zögerte, fuhr dann fort. „Ich wollte nur dass du weißt- mein Buch wird Morgen veröffentlicht." Sie ging unsicher näher ran. „Nun wird jeder über dich und Harry wissen und diese wunderschönen Briefe die du ihm geschrieben hast. Ich bin sicher du wirst bald noch mehr Besucher bekommen. Andere als mich, meine ich."

Draco Malfoy bewegte sich nicht. Er schaute noch nicht einmal zu ihr und er hat dies schon vorher getan, die letzten Male als sie gekommen war, selbst wenn er nicht gesprochen hatte. Dann begann Iris plötzlich zu verstehen und es war wie ein Schlag in die Magengrube.

„Es interessiert dich nicht, oder?", meinte sie. „Es tut mir Leid, ich bin so dumm. Du hattest 800 Jahre Zeit alles noch einmal zu überdenken. Immer und immer wieder."

Das Porträt antwortete nicht.

„Und du konntest nicht vergehen. Du konntest einfach nicht sterben, wie du es im echten Leben getan hast. Und nun werden da noch mehr Menschen sein, Menschen die nicht verstehen und sie werden die wieder und wieder fragen und du könntest niemals entkommen."

Eine leichte Bewegung der Augenlieder.

„Willst du…", begann Iris langsam. „Willst du dass es für immer vorbei ist? Ich würde- Ich tue es, für dich. Es würde mich nicht stören. Ich werde irgendwas machen, wenn du willst."

Dann Pause. Eine sehr lange Pause. Doch, dann-

„Ja.", die Stimme war ächzend, als die Lackierung der Farbe bröckelte, so kratzig war sie durch den Nichtgebrauch geworden. „Tu es. Verbrenn mich. … verbrenn mich."

Iris schluckte. Nach einem Moment, hob sie ihre zitternde Zauberstabhand nach oben, ließ das Gemälde von seinem Ständer, bis es direkt vor ihr schwebte. Sie schaute zu Draco Malfoy. Er hatte sein Augen geschlossen.

Eine Sekunde später und er stand in Flammen.

Iris war nicht überrascht, dass sie weinte. Ihre Schluchzer hallten, melancholisch in der stillen Kammer wieder. Sie lief nach vorne, riss das Fenster auf, brachte den Wind und das Licht.

Die Asche des Gemäldes war gegeben an die Erde, die Luft und die Bäume.

Die Blitzbriefe

von Iris Henderson

Gewidmet den folgenden Personen:

Will, weil er mir den Hinweis gab,

Roy, weil ich dich liebe

Die Kobolde vom Hogarth Museum, meine erweiterte Familie

Und

Harry Potter und Draco Malfoy, weil sie es versuchten, so gut sie konnten.