Ich öffnete die Augen und sprang auf, taumelte aber sofort und viel hin. Beim zweiten Versuch richtete ich mich wieder auf und hielt mich dieses mal an der Wand fest. Es dauerte ein paar Sekunden bis ich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte.

Als ich wieder bei klaren Verstand war, sah ich das Blutbad was die Vampire angerichtet hatten. Ich lief zu den leblosen Körper meiner Mutter und musste mich zusammenreißen nicht in Tränen auszubrechen. Meine Schwester lag neben ihr und war ebenfalls ganz bleich von den Blutverlust.

Ich trauerte innerlich noch einen Moment und ging hinaus. „Es musste schon Mittag sein" dachte ich mir. Die Sonne stand schon weit oben am Himmel. Die Sonnenstrahlen ermöglichen einen Blick auf das ganze Kampffeld und zeigten die Leichen. Mir wurde ein wenig Übel, deshalb blickte ich sofort weiter und ich sah meinen Vater am Boden liegen. Meine Miene blieb diesmal aber regungslos.

Ich wandte den Blick von ihm ab und holte eine Schaufel die neben dem Haus lag. Als ich sie hatte, ging ich hinter das Haus und grub drei Gräber. Als ich der Meinung war das sie tief genug waren, um einen Leichnam hinein zu legen, hörte ich auf . Ich legte in das erste meine Mutter, das zweite meinen Vater und das letzte meine Schwester. Danach schaufelte ich die Gräber wieder zu.

Nachdem dies erledigt war, baute ich noch für jedes Grab drei Holzkreuze und steckte sie jeweils an einem Grab in den Boden. Ich lief noch einmal in das Haus und holte vier Amulette von Talos. Eines davon hing ich mir um den Hals, und den Rest hängte ich um die Holzkreuze. „Möge Talos ihrer Seele gnädig sein" sprach ich und machte mich an die Arbeit meine restlichen Verwandten bzw. ihrer sterblichen Überreste in das Haus zu bringen. Als ich dies erledigt hatte, nahm ich mir eine Tasche und packte ihn diese Brot, Käse eine Flasche mit Wasser sowie Septime hinein. Außerdem nahm ich, mein Schwert und einen Bogen mit Pfeilen mit.

Als ich alles beisammen hatte vergoss ich das Lampenöl im Haus und ging hinaus. Ich zündete vor dem Haus eine Fackel an, die ich mir zuvor genommen hatte. Die Fackel warf ich dann in das Haus hinein und das Öl fing augenblicklich zu Brennen an. Ich schaute mir das brennende Haus einige Minuten lang an und wandte mich dann von diesen ab. Ich ging in Richtung Rifton mit der Hoffnung das mir mein Freund Seth helfen könne, diese Vampire zu finden und zu töten.

Der Weg nach Rifton kam mir unendlich lang vor und ich war umso glücklicher als ich endlich angekommen bin. Ich musste aber am Tor halt machen, da mir die Wache den Weg versperrte. „Stehenbleiben. Ehe ich euch nach Rifton lasse, müsst ihr die Besuchssteuer entrichten." sagte die Wache. „Wofür ist diese Steuer?" fragte ich leicht verwundert, da ich noch nie zuvor von ihr gehört habe. Er antwortete „Für das Privileg die Stadt zu betreten. Warum fragt ihr?". Ich erwiderte mit ernster Miene „Das ist eindeutig Erpressung.". „Psst, ich lasse euch ja hinein, erzählt es nur niemanden. Ich muss nur kurz das Tor aufschließen." sagte er und schloss es auf. Als er es aufgeschlossen hatte, sagte er zu mir „Jetzt könnt ihr herein gehen." und dies tat ich dann auch.

Als ich die Stadt betrat viel mir auf das sie in keinen besonders guten Zustand war, seitdem ich das letzte mal hier war hat sich nichts verbessert. Die kaputten Fässer und Kisten lagen immer noch am Wegesrand verteilt und die Häuser machten keinen stabilen Eindruck. Ich ging weiter in Richtung des Marktplatzes und kam an Haelgas Herberge sowie den Bienenstich vorbei. Der Marktplatz ist von einer kleinen Mauer umgeben und in dessen Mitte befindet sich ein Brunnen. Von hier aus sah ich die Festung Nebelschleier, sie machte wie der Rest der Stadt auch keinen guten Eindruck. Zur Festung wollte ich als erstes, um den Jarl zu treffen und zwar bevor ich zum Waisenhaus Ehrenhall ging um Seth zu treffen.

Dies tat ich dann auch und ging zu der besagten Festung. Als ich angekommen war, öffnete ich die Tür. Ich ging herein und sah den Thronsaal. An den Wänden waren die verschiedensten Tierköpfe zu sehen sowie das Banner mit den gekreuzten Schwertern, man sah in der Mitte des Raumes einen Reich gedeckten Tisch der um ein Feuerstelle gebaut wurde. Bevor ich in Richtung des Thrones gehen konnte, kam mir der Huscarl von Jarl Laila Recht-Sprecher entgegen und sagte „Seid ihr in einer offiziellen Angelegenheit hier?". „Nein, es geht aber um einen Vampirangriff außerhalb der Stadt. Es ist nötig das ich den Jarl persönlich davon berichte." sagte ich und hoffte das es ausreichte um mit den Jarl sprechen zu dürfen. Der Huscarl musterte mich von unten bis oben genau. Er sprach zu mir und sagte „Ich lasse euch zu ihr wenn ihr eure Waffen bei mir lasst.". Als ich ihn das Schwert, den Bogen sowie die Pfeile überreichte sagte er noch „Ich möchte darum bitten, das ihr gebührenden Respekt zeigt, wenn ihr mit Jarl Laila sprecht". Er drehte sich von mir weg und ließ mich alleine stehen. Nun konnte ich ungehindert zu Jarl Laila gehen, was ich auch tat.

Ich stellte mich mit etwas Abstand vor den Thron. Der Jarl der vorher noch in ein Gespräch mit seinen Vogt vertieft war, blickte mich an. Als ich mir ihrer Aufmerksamkeit bewusst war, sagte ich „Ich bitte um Verzeihung für die Störung, aber mein Anliegen ist von bedeutender Wichtigkeit.". Ich machte eine Pause und wartete auf eine Reaktion des Jarls. Sie sagte aber lediglich „Sprecht weiter.". Ich setzte meine Rede fort „Meine Familie wurde durch einen Vampirangriff gestern getötet, ich hoffe sie können mir helfen diese Vampire zu finden und zu töten.". „Vampire sagst du? Es gibt seit Ewigkeiten keine Vampire mehr um Rifton." sagte der Jarl mit abweisenden Ton. Ich war verwundert über die Art und Weise wie der Jarl die Worte sagte. „Ich kann es sogar beweisen und euch zu den Gräbern führen. Die Leichname weisen aufgerissen Kehlen auf." erwiderte ich. Der Ton des Jarls verschärfte sich noch einmal „Unsinn, ihr verschwendet meine Zeit, geht jetzt oder die Wachen begleiten euch hinaus.". Ich war verwirrt und keiner Schuld bewusst, wieso war sie verärgert? Bevor die Wachen mich aber hinaus begleiteten, holte ich mir meine Waffen und verließ die Festung.

Nachdenklich darüber was gerade vorgefallen ist ging ich in Richtung des Waisenhauses. Es ergab für mich wenig Sinn das der Jarl derartig abweisend geworden ist, als ich die Vampire erwähnt hatte. Gedanken Vertieft schlenderte ich über die Brücke, als ich plötzlich ein Geräusch vernahm. Neugierig blickte ich von der Brücke hinunter und sah zwei Gestalten etwas in das Wasser werfen. Es war zu dunkel um zu erkennen um was es sich handelte. Eines erkannte ich aber sofort wieder, orange rötliche Augen. „Wie kann es sein das sich hier Vampire in der Stadt aufhalten?" dachte ich mir. Die Vampire gingen durch ein Eisentor und verschwanden. Ich wusste nicht was ich jetzt tun sollte, einerseits wollte ich die Vampire töten und andererseits glich es einem Himmelfahrtskommando da ich nicht wusste wie viele sich von ihnen unter der Stadt aufhielten. Ich entschied mich schließlich dazu erst Seth aufzusuchen und ihn um hilfe zu beten.

Am Waisenhaus angekommen sah ich wie sich zwei Personen stritten, es waren mal wieder Seth und Grelod. „Du nichtsnutziges balg, mir reicht es jetzt mit dir. Du verlässt mein Waisenhaus noch heute.", sagte sie. So wie Seth nunmal war, sagte er mit einem lächeln im Gesicht „Wie sie wünschen, verehrteste.". Das ließ sie nur noch wütender werden und ihr Gesicht wurde dunkelrot. Währenddessen wurde er auf mich aufmerksam und kam mir entgegen. Grelod schaute ihn mit böse funkelnden Augen nach ,wandte sich aber schließlich von ihm ab und ging.

Ich betrachtete ihn als er mir entgegen kam. Er war ein wenig gewachsen seitdem wir und das letzte mal gesehen hatten und kräftiger sah er auch aus. Ansonsten hatte er immernoch das blonde kurze Haar und das lächeln im Gesicht.

Bevor ich etwas zu ihm sagen konnte, umarmte er mich und sagte „ Ich bin froh dich wieder zu sehen. Was führt dich hier her?". Mit ernsten Blick sagte ich zu ihm „Ich brauche deine Hilfe." So erzählte ich ihm was vorgefallen war und auch davon was hier in der Stadt passiert ist. In seinen Gesicht sah ich etwas was selten vorkam, er lächelte nicht mehr. Stattdessen hatte er während ich sprach einen mienenlosen Gesichtsausdruck, was mich ein wenig irritierte. Als ich ich nichts mehr zu sagen hatte, sah ich ihn an und wartete auf seine reaktion. Sie ließ zum Glück nicht lange auf sich warten. Er sagte „Ich werde dir helfen diese Kreaturen zu töten."