Kapitel 2: Meine Geschichte
BellaPOV
Ich war gerade in meinen Gedanken vertieft, als mich Dad, oder wie ich ihn meist einfach nur Charlie nenne, wieder in die Realität zurückholte. „Wie war den eigentlich dein erster Schultag", fragte er mich. Ich war leicht verwirrt als er mich das fragte, da Charlie nicht wirklich ein Mann der großen bzw. vielen Worte ist. Wahrscheinlich war dies eine Eigenschaft von ihm, die ich auch geerbt hatte. Um ehrlich zu sein war ich heute so ziemlich von mir selbst überrascht wie viel ich heute in der Schule geredet hatte, vor allem mit Edward. Edward. Da sah ich ihn schon wieder. Er mit seinen gelockten, bronzefarbenen Haaren, seinen blassen Haut und sein wunderschönen topazfarbenen Augen. Er könnte auf jeden Fall als Model durchgehen.
„Und wir war jetzt dein Tag?" Ich hatte ja ganz vergessen, dass Charlie mit mir geredet hat.
„Ziemlich gut Dad. Sie waren alle total lieb zu mir. Ach und bevor ich's vergesse Dad zu sagen, kann ich heute zu den Cullens. Edward holt mich gleich ab?" fragte ich ihn.
„Edward Cullen? Dr. Carisle Cullens Sohn? Wieso denn das?"
„Na ja, wir sind in Bio Tischnachbarn und er wollte mir ein wenig Nachhilfe geben. Darf ich nun? Ich glaub er steht schon vor der Tür, " sagte ich und hoffte dabei, dass er mir meine kleine Notlüge glauben wird. Charlie nickte einfach nur und in genau dem Moment klingelte es auch an der Tür. Ohne zu zögern ging ich in Richtung Tür und öffnete sie. Und da stand er auch schon.
„Willst du nicht deine Bio Sachen mitnehmen?" fragte er, wobei er leise anfing zu lachen. Anscheinend hatte er bei meinem Gespräch mit Charlie zu gehört. Rasch ging ich nach oben, um meine Biomappe mitzunehmen. Ich verabschiedete mich noch schnell von Charlie, der wahrscheinlich mich gar nicht bemerkt hatte, da er grad in ein Baseballspiel vertieft war, und stieg dann in Edward silbernen Volvo.
Die Fahrt hatte nur einige Minuten in Anspruch genommen und währenddessen hatten wir auch kein Wort miteinander gewechselt. Schließlich kamen wir am Haus der Cullens an.
Als wir davor standen blieb mir der Atem weg so ein schönes Haus, obwohl Haus eigentlich untertrieben ist es müsste eigentlich Villa heißen, hatte ich noch nie gesehen, außer vielleicht in irgendwelchen Hollywoodfilmen. Das Haus hatte ca. 3 Etagen, einen rechteckigen Grundriss und außerdem einen verblichen weißen Anstrich. In der Nähe des Hauses hörte ich das Rauschen eines Flusses. Ich hätte noch Stunden hier stehen können, doch plötzlich öffnete sich die Tür und eine kleine elfenhafte Gestalt rannte auf uns zu. Beim näheren betrachten erkannte ich, dass es Alice war.
„Hi Edward. Hi Bella," sagte sie, wobei es sich eher gesungen anhörten, und umarmte mich und küsste mich auf beiden Wangen. Ich war völlig durcheinander. Ich kannte sie erst seit heute, aber es war so, als würde ich sie seit Ewigkeiten kennen.
Als wir dann schließlich ins Haus rein gingen, blieb mir der Atem weg. Das Haus sah von innen noch besser aus als außen. Ich folgte den beiden ins Wohnzimmer, wo sich die gesamte Familie befand. Ich erkannte jeden wieder. Rosalie, die so hübsch war, dass man sich sogar als Vampir hässlich fühlte. Daneben ihr Freund Emmett, der wie ein Bodybuilder aussah. Auf dem Sofa befand sich Jasper, der wie auch schon heute in der Schule leicht abweisen und sogar ein wenig verstört wirkte. Und dann waren dort noch zwei weitere. Der Mann, der höchstens Mitte 30 zu sein schien, war wahrscheinlich ihr Adoptivvater Dr. Carisle Cullen und neben ihn seine Frau, die auch nicht viel älter schien.
„Hallo Bella, es freut mich hier dich zu sehen. Mein Name ist Dr. Carisle Cullen, aber nenn mich bitte nur Carisle. Und das neben mir ist mein Frau Esme, " sagte Carisle woraufhin er mir dir Hand schüttelte.
„Es freut mich sie kennen zu lernen, Carisle und Esme." Ich wollte gerade auch Esme die Hand schütteln, als sie mich einfach umarmte.
„Bella, setz dich erstmal hin. Fühl dich wie zuhause, " sagte Esme und lächelte mich sehr liebevoll an. Ich setze mich aufs Sofa, weit entfernt von Jasper, da ich mich leicht unwohl in seiner Nähe fühlte, doch auf war ich total ruhig. Ich schaute mich um und sah, dass Jasper mich anlächelte. Carisle bemerkte dies und sagte dann: „Kein Grund zur Sorge. Jasper hat nur seine Fähigkeit eingesetzt um dich zu beruhigen. Du scheinst ziemlich nervös zu sein. Ich muss sagen, dass Jasper eine sehr interessante Fähigkeit hat. Er kann nämlich die Gefühle andere manipulieren, wenn jemand sauer ist kann er die Person wieder glücklich machen. Es ist äußerst praktisch."
Das kann man wohl sagen, es scheint wirklich praktisch zu sein. Jedenfalls war ich ihm ziemlich dankbar in diesem Augenblick, da ich wirklich sehr nervös war. Ich war ziemlich neugierig, ob die anderen auch noch Fähigkeiten hatten.
„Haben Sie oder eines ihrer Kinder auch speziellen Fähigkeiten", brachte ich dann leise hervor. Ich guckte die anderen an Rosalie, Carisle, Emmett und Esme. Alle schüttelten den Kopf, außer Alice, die schien auf ihren Platz rauf und runter zu hüpfen.
„Ich habe eine spezielle Fähigkeit und zwar kann ich die Zukunft voraus sehen. Natürlich können sich meine Visionen verändern, wenn diejenigen ihre Meinung ändern. Seltsamerweise hatte ich dich nie in einer meiner Visionen gesehen. Ich frage mich woran das liegt."
„Vielleicht liegt es ja daran, dass ich erst seit gestern mir vorgenommen habe in Forks zu leben. Wahrscheinlich war es eine zu kurzfristige Entscheidung, " antwortete ich daraufhin.
„Du könntest Recht haben Bella. Also Bella, ich hoffe es macht dir nichts aus uns ein wenig über dich zu erzählen. Wie bist du überhaupt ein Vampir geworden. Wie lange bist du einer? Und woher hast du deine enorme Selbstbeherrschung als Neugeborener? Was ich auch gerne wissen würde ist, wieso du bei den Volturis warst, Edward hat mir ein wenig über dich erzählt?" fragte mich Carisle neugierig.
Ich wusste zuerst nicht wie anfangen sollte, doch dann fing einfach los zu erzählen:
„Also, ich war mit meiner Mutter und ihrem Ehemann vor einem halben Jahr im Urlaub in Volterra. Es war ziemlich heiß an dem Tag, deshalb beschloss meine Mutter lieber im Hotel zu bleiben. Ihr Ehemann Phil und ich wollten uns ein wenig die Stadt anschauen. Wir waren grad in einer kleinen Gasse und wollten grad zur Piazza als vor uns zwei große, muskulöse und vor allem ziemlich hübschen Gestalten auftauchten. Natürlich wussten wir nicht, dass diese Gestalten Vampir waren. Bevor wir uns irgendwie umdrehen konnte, wurde auf einmal alles schwarz und ich wurde Bewusstlos. Als ich wieder aufwachte, lag ich auf dem Boden und vor mir saßen Aro, Caius und Marcus in ihren Thronen. Aro kam zu mir runter und indem er mich berührte, versuchte er meine Gedanken zu lesen, doch wie bei Edward klappte dies nicht. Aro war ziemlich fasziniert von mir, sodass er mich zu einem Vampir verwandelte. Seine Brüder waren zuerst dagegen, doch später fanden sie es super, dass ich ein Vampir war. Sie ließen mich hart mit ihren Wachen trainieren, sodass ich später fast stärker war, als seine ganzen Wachen zusammen. Außerdem lernte ich auch bei den Volturis meine Fähigkeiten gekonnt bei jedem und überall einzusetzen," erklärte ich ihnen.
„Was ist den nun eigentlich deine Fähigkeit?" unterbrach mich Alice.
„Nun ja, ich bin so eine Art Schutzschild. Ich kann jeden in meinem Schutzschild mit einbeziehen. Ich zeig es euch am besten mal. Edward, wenn ich zu dir rüberschaue versuche mal die Gedanken von Alice zu lesen und Alice du denke gleich einfach an irgendwas."
Nachdem ich mein Schutzschild auf Alice richtete, schaute ich zu Edward, sodass er versuchen sollte ihre Gedanken zu lesen. Edward schaute ziemlich konzentriert aus.
„Es ist unfassbar ich kann Alice' Gedanken wirklich nicht lesen. Aber wie kommt das nun, dass du kein Menschenblut trinkst. Du bist seit einem halben Jahr ein Vampir und trinkst kein Menschenblut. Wie ist das nur möglich?" fragte mich Edward.
Ich fühlte mich einfach nicht im Stande ihnen, das zu erklären. Plötzlich merkte ich, wie anfing laut zu schluchzen. Weinen konnte ich nicht ja nicht als Vampir. Ich spürte wie mich jemand umarmte, als ich zur Seite schaute, sah ich das Esme ihre Arme um mich gelegt hatte.
„Du musst es uns nicht erzählen, wenn du noch nicht bereit dafür bist", sagte sie und gab mir einen Kuss auf die Haare.
„Vielleicht erzähle ich euch es ein anderes Mal. Ich glaube es wäre besser, wenn ich jetzt gehe Charlie macht sich sicherlich Sorgen, " antwortete ich und stand daraufhin auf.
„Aber wir haben ihr doch noch gar nicht die Regeln erklärt. Nicht das wir aufgrund eines Fehlers von der da später uns ein neue Stadt suchen müssen," zischte Rosalie.
„Rosalie, jetzt beruhig dich mal. Siehst du nicht, wie schlecht es Bella geht. Edward, bitte bring Bella nach Hause. Es ist schon ziemlich spät. Und mit dir werde ich später noch reden Rosalie!" brüllte Esme. Ich hätte nie gedacht, dass so ein lieber und fürsorglicher Mensch so ausflippen konnte.
Edward nickte einfach nur und bewegte sich aus dem Haus und ich folgte ihm einfach nur.
Die Fahrt zu mir nach Hause verging ziemlich rasch und wieder einmal hatten wir kein Wort miteinander gewechselt. Ohne mich auch noch von Edward zu verabschieden, stieg ich aus dem Auto.
Leise ging ich nach oben in mein Zimmer, wünschte Charlie davor noch eine Gute Nacht und legte mich dann in mein Bett und dachte einfach nur nach. War es eine gute Idee überhaupt nach Forks zu kommen. Was waren überhaupt diese „Regeln" von denen alle sprachen. Doch die meiste Zeit drehten sich all meine Gedanken um Edward…
