Kapitel 1
Erste Spuren
Denver International VTOL Port
Datum, unbekannt
Sie kletterten durch das Loch in der Decke und kamen in einen zerfallenen Vorraum raus. Überall standen Sessel und Bänke. Lange Thresen und verrostete Förderbänder waren am Rand des Raumes zu finden. Wasser tröpfelte durch große Löcher in der Decke und hunderte Vögel zwitscherten mit ihren schrillen Stimmen in diesem düsteren Raum. Jack aktivierte seinen Fokus und sofort wurde dieser Raum holographisch wieder her gestellt. Er erkannte sofort das er in einem Flughafenterminal stand, wenn auch moderner, als alles was er jemals gesehen hatte. An einer holographischen Laufschrift konnte er auch sehen was für ein Terminal „Denver International VTOL Port" las er laut vor und kratzte sich ratlos am Nacken. „Nun gut, wir sind also in Denver, irgendwelche Vorschläge was wir machen?" „Wir sollten zum Cheyenne Mt. gehen Jack" erwiderte Teal´c. „Warum das denn Großer?" „Hier hat ein großer Krieg statt gefunden. Wir haben zwar ein Stargate, aber kein DHD. Der einzige Ort, wo wir eventuell Informationen bekommen wo wir so etwas finden, wird in einer militärischen Installation mit Hochsicherheitspriorität." Daniel nickte zustimmend „Eventuell auch an anderen Basen, aber ich gebe dem Großem recht. Wir sollten nach einem DHD suchen, sonst kommen wir niemals nach Hause." „Gut" sagte Jack enthusiastisch „Da dies nun entschieden ist, machen wir uns auf den Weg!" leise pfeifend ging er zum Hauptausgang des Gebäudes und schritt durch das große rechteckige Loch, welches einst eine elegante Glastür war.
Ratlos standen die Gefährten inmitten einer gewaltigen Ruine, die einst das Terminal des Dallas Flughafens war. Das es ein Flughafen war, erkannte man eindeutig an den rostigen, mit Ranken überwachsenen Flugzeuggerippen, welche überall auf einer ehemaligen Betonpiste standen. Das alte Rollfeld war mit Schlingpflanzen überwuchert und überall waren kleine Einschlagskrater von einem langen vergangenen Krieg. Das Terminalgebäude, welches sie gerade verließen, bestand nur noch aus einem zugigem Stahlbetongerippe. Überall tropfte Wasser hindurch und es roch moderig.
„Wenn es einen Zweifel daran gibt, das wir nicht mehr zu Hause sind, dann hat sich das wohl endgültig erledigt!" Murmelte Carter und schulterte ihre P90. Die anderen nickten ihr Zustimmend zu und sahen sich erschüttert um. Alte Kriegsmaschinen, Panzer wie mehrbeinige Roboter standen zwischen den Flugzeugwracks, auch sie waren völlig verrostet. Sie zeugten davon was hier einst geschehen war. Aber sie sahen auch etwas anderes, hinter dem Airport erstreckte sich eine grasige Ebene und dahinter die die Überreste einer völlig zerstörten Stadt.
„Eh.. Colonel? Was ist das dort?" Major Carter deutete auf die Ebene und die vier staunten nicht schlecht als ein Dinosaurier aus den Ruinen gestampft kam. Als sie genau hin sahen, erkannten sie das es ein Roboter war, eine gigantische Maschine, ähnlich groß wie die Sauropoden aus grauer Urzeit. Auf vier Beinen stampfte es über die Ebene, Schritt für Schritt in einer Erhabenheit, welcher einer Maschine eigentlich nicht zustand. Vom Schwanzende bis zum Schädel maß diese Bestie fast dreißig Meter. Dort wo eigentlich ein Kopf sein sollte, war allerdings eine runde Radarantenne, wie bei einem AWACS Flugzeug montiert. „Das ist, interessant" murmelte Daniel und rieb sich den Nacken. Jack starrte ihn an und dann wieder die Maschine. „So kann man es auch nennen" erwiderte er und schluckte. „Da sind noch mehr Maschinen O´Neil!" rief Teal´c und streckte seinen Arm in Richtung Ebene „Faszinierend, das sind dutzende, und ich erkenne mindestens vier verschiedene Modelle Sir!" sagte Carter erstaunt. Sie hatte recht. In der Ebene gab es Maschinen die aussahen wie Hirsche, wie Büffel, oder wie Straußen, selbst einen Säbelzahntiger erkannten sie. Es war verrückt, einfach nur verrückt, das jemand Maschinen bauten, die aussahen wie Tiere und sich auch genauso benahmen. „Wir sind eindeutig nicht mehr in Kansas" murmelte der Colonel und drehte sich zu seinen Leuten um. „Das bedeutet wohl das wir etwas vorsichtiger sein müssen. Ich weiß nicht ob diese Maschinen gefährlich sind oder nicht, und bis wir das wissen, halten wir besser Abstand." Zustimmendes Nicken war die Antwort und er schulterte seinen Rucksack. „Gut Leute, wir müssen nach Norden, hier werden wir keine Antworten finden!"
Zwei Tage waren sie unterwegs in einer Welt, welche so fremdartig war und doch so gleich. Wälder, seit Tausend Jahren und mehr unberührt, Ruinen, so verfallen, das sie wie kleine Berge wirkten, überall sah man immer noch die Reste eines Krieges, der seit Äonen vergessen war. Sie kamen recht problemlos voran und hielten respektvollen Abstand vor den Maschinen, die diese Welt bevölkerten.
Und dann fanden sie die ersten Spuren von menschlichen Leben. Vor Ihnen baute sich ein Wachturm auf, der eindeutig erst vor kurzem errichtet worden war. Das Gras um dem Wachturm war verbrannt und man sah ausgeschlachtete vierbeinige Maschinen um ihn herum. Literweise Blut, längst geronnen und vertrocknet war über den ganzen Boden verteilt. Zerbrochene Metallspeere und Bögen lagen über all herum.
„Hier hat ein Gefecht statt gefunden O´Neill" kommentierte Teal´c die offensichtliche Szene und machte seine Stabwaffe bereit. Das Team ging in die Hocke und suchte kreisförmig das Gebiet ab. Sie fanden keinerlei Leichen, aber vom Blut, was sie sahen, musste es einige gegeben haben. „Colonel" flüsterte Carter und winkte ihren Vorgesetzten herbei. Bei ihr angekommen zeigte sie auf den Boden und er erkannte sofort was sie meinte.
„Das ist doch ein Stiefel!" „Schuhgröße 7 würde ich mal schätzen" erwiderte Carter und hob den Schuh vorsichtig auf. Er war seitlich aufgeschnitten und im Inneren war getrocknetes Blut zu sehen. „Hier wurde jemand am Fuß verletzt, der Stiefel aufgeschnitten und dann liegen gelassen würde ich mal frei heraus Raten" murmelte O´Neill und betrachtete den Stiefel „Er hat wohl einer Frau gehört, schmal und klein." Daniel trat näher und runzelte die Stirn „Sieht aus wie der Schuh eines Dakotaindianers, wobei es da auch Ähnlichkeiten mit..." „Daniel" unterbrach ihn der Colonel und starrte ihn mißmutig an. „Ähhh ja, entschuldigung Sir!" „Die Menschheit ist anscheinend doch nicht ganz ausgestorben Sir" sagte Teal´c und schaute sich um. „Anscheinend haben sie gegen diese Maschinen gekämpft." „Wenn ich anmerken darf Sir," warf nun Daniel ein „Diese Maschinen schauen aus wie die zerstörten Faroroboter in Denver, nur viel neuer. „Beeindruckend, diese Geräte wurden mit Pfeilen und Speeren zerstört. Damit hätten wir mit unseren P90ern kaum was anrichten können." Sagte Teal´c und betrachtete eines der zerbrochenen Speere. „Die Spitzen bestehen aus dem Material der Maschinen, sehr beeindruckend." Er nickte und legte den Speer fast ehrfürchtig wieder dorthin wo er ihn aufgehoben hatte.
„O´Neill, hier sind Spuren, und sie führen nach Norden!" Der Colonel überlegte kurz ehe er nickte. „Gut gemacht Großer, das liegt eh in unserer Richtung, dann können wir auch mal sehen wer hier sonst noch lebt. Vielleicht haben sie ein paar Antworten für uns." Sie sahen sich gegenseitig an, nickten bestätigend und schulterten ihre Waffen. Mit strammen aber vorsichtigem Schritt folgten sie den Spuren die sie langsam, aber bestätig in eine Hügellandschaft führten.
Sie waren schon einige Stunden unterwegs als der Abend herein brach. Die Sonne stand tief am Horizont und verschwand langsam in der klaren Luft hinter den Bergen. Kühl wurde es. Man konnte merken das es langsam Herbst wurde. Die Luft kondensierte vor den Mündern der Gruppe und ein leichter Bodennebel stieg auf. Der Colonel hob seine rechte Hand und deutete seiner Gruppe an stehen zu bleiben.
„Es macht keinen Sinn weiter zu gehen. Am besten rasten wir hier." Stöhnend setzten sie sich auf den Boden und rieben sich die schmerzenden Glieder. Sie waren den ganzen Tag unterwegs gewesen. Durch unwegsames Gelände, höchstens mal einen Trampelpfad den sie folgen konnten. Die Füße schmerzten, die Schultern waren verspannt, sie waren wie erschlagen. Samanta schaute in ihren Rucksack uns seufzte. „Wir sollten morgen etwas Jagen, den ganzen Marsch mit MRE´s überlebe ich nicht Sir!" „Wohl war, wohl war!" warf Daniel ein und kaute angewidert auf ein paar Ravioli rum. „Das zeug wird vielleicht sofort heiß, aber es schmeckt einfach ekelhaft Sir!" Teal´c sagte dazu nichts und aß stoisch seine Ration. „In Ordnung ihr Memmen, wenn euch richtiges Militäressen nicht mundet, dann werden wir morgen einen Braten Jagen!" erwiderte Jack genervt und öffnete seinen Beutel. „Bohnensuppe, habe ich nur Bohnensuppe in meinem Rucksack?!" fluchend schüttete er den Inhalt in die Büsche und packte seinen Schlafsack aus. „Teal´c übernimm die erste Wache, Daniel die zweite und Carter, sie übernehmen die dritte, wecken sie mich dann." grummelnd drehte er sich zur Seite und schloss die Augen.
Schlagartig riss er die Augen wieder auf. Es kam ihm so vor als hätte er nur ein paar Minuten geschlafen. Seine Glieder waren schwer, seine Augen brannten, und doch sprang er auf wie von der Tarantel gestochen. Eine Explosion hatte ihn aus dem Schlaf gerissen. Zu der Explosion kam nun Maschinengewehrfeuer dazu. Er und seine Kameraden sprangen in Deckung, doch sie waren anscheinend nicht das Ziel dieses Angriffes. Auf dem Gipfel des nächsten Hügels, vielleicht zwei Kilometer entfernt brannte die Kuppe. Explosionen ließen den Boden erschüttern, Brände wütetend an seinem Hang und dutzende Maschinengewehre schienen dort oben ihr tödliches Stakkato abzufeuern.
„Verdammt, was ist das denn?" Brüllte Daniel und zog sich sein Kopftuch zurecht. „Etwa zwei dutzend Schützen und eine unbekannte Anzahl an Artillerie. „ Kommentierte Teal´c und erhob sich. „Hier sind wir sicher, aber wir sollten sehen was dort oben geschieht, vielleicht können wir helfen und bekommen so Antworten." sagte er zu Jack und marschierte in Richtung der Schlacht. Jack zuckte die Schultern und folgte dem Großen „Nichts dagegen einzuwenden! Auf geht's! Marschgepäck aufnehmen, wir treten jemanden in den Hintern!"
