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Lúthiens Kommentar: Vielen, vielen Dank für die lieben Reviews!

LizZz: ‚Ups' kann man wohl im Verlauf dieser Geschichte mehrmals sagen. ;)

Amunet: Vielen lieben Dank für dein Lob! Hoffe, die Story gefällt dir auch weiterhin. :)

schu12: Ich lieeeebe cliffies...Solange ich sie nicht selber lesen muss. °grins°

SweetVanilla: Prima, dass ich dir mit der Übersetzung eine Freude machen kann. :)

Titel: Schützende Bande
Autorin: Sadie DragonFire bzw. Sadieko
Teil: 2. Im Krankenflügel
Rating: PG13 bzw. T für diesen Teil, für die ganze Geschichte jedoch vorsichtshalber M
Disclaimer: Harry Potter und alles was dazu gehört, gehört JK Rowling und Co. und nicht mir. Dies Geschichte dient zur reinen Unterhaltung und es wird kein Geld mit ihr gemacht.
Warnung: Slash, AU, Rechtschreibfehler

Reviews und Feedback sind immer willkommen. :)

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1. Im Krankenflügel

Worte schwebten am Rand seiner Wahrnehmung.

„...Ich kann es einfach nicht fassen! Wie konntet ihr so etwas tun, ohne richtig zu verstehen, wie der Spruch genau wirkt!"

„Wir haben doch nur versucht zu helfen!"

„Nun, Hilfe oder nicht, ihr habt jedenfalls einen Haufen Probleme bereitet."

„Wird er...wird er wieder okay sein?"

„Ja, es wird ihnen beiden wieder gut gehen, aber es gibt einen Grund, weshalb diese Art von Zauber verbannt wurde."

Leise. „Das wussten wir nicht..."

Irgendetwas stimmte nicht. Irgendetwas fehlte. Wo war...?

Ein hörbares Einatmen. „Oh! Er bewegt sich! Harry!"

Berührende, greifende Hände. Nicht was ich will, lass mich in Ruhe!

„Warte, Harry! Was ist los mit dir? Du solltest im Bett bleiben!"

„Kämpf nicht gegen uns an!"

„Lasst ihn los, ihr beiden! Ich denke, das könnte...nun, lasst uns einfach einen Schritt zurücktreten und zusehen."

Die Hindernisse waren plötzlich verschwunden. Körper funktioniert nicht ganz richtig...los geht's. Muss das fehlende Teil finden, so nah, es ist ganz in der Nähe. Ein paar Schritte, drei, zwei, da!

Warme Haut unter seinen Händen, der andere bewegte sich, um ihm Platz zu machen. So müde, aber alles hier, alle Teile waren zusammen. Sich neben den anderen niederlassend, fest die Arme um ihn schlingend.

„Ich glaube, ich muss kotzen."

„Ron!"

Stille.

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Das Erste, was Harry merkte, war, wie warm und bequem er es hatte.

Sein Kopf und die rechte Seite seines Körpers ruhte auf etwas festem und warmen, das sich bewegte. Bewegte? Ja, stimmt, eine langsame, beruhigende hoch und runter Bewegung. Rasch schickten ihm seine anderen Sinne weitere Berichte. Ein leicht moschusartiger Duft mit einem Hauch von Kiefer füllte seine Nase. Das Geräusch von gleichmäßigem Atmen oberhalb von ihm und Lufthauche, die seine Ponysträhnen in bewegten. Und verdammt, wenn das nicht eine Hand war, die auf seinen Schulterblättern lag.

Oh, okay, ich bin mit jemandem im Bett. Normalerweise hätte das sämtliche Alarmglocken in Bewegung gesetzt, aber in seinem benebelten Zustand, fühlte er nur Stolz augrund seiner geistigen Brillanz. Ich sollte eigentlich wissen, wer das ist. Ziemlich lächerlich mit jemandem im Bett zu liegen und nicht zu wissen, wer es ist.

Zufrieden mit seiner Idee, rutschte er herum, um das Gesicht seines Gefährten besser sehen zu können. Er öffnete seine Augen und fand die Welt vollkommen unscharf vor.

Oh, stimmt. Meine Brille. Harry setzte sich ein wenig auf und fischte mit seiner rechten Hand nach etwas, das vage nach einem Nachttisch aussah, in der Hoffnung seine Brille zu finden.

Der Brustkorb unter ihm hob sich mit einem tiefen Atemzug und der Arm, der um ihn lag, umschlang ihn fester als Reaktion auf seine Bewegung. Endlich schlossen sich seine Hände um kühles Metall und Glas. Mit einem kleinen, triumphalen ‚Aha!' setzte er sich seine Brille auf die Nase und nahm seinen Bettgenossen in näheren Augenschein.

Ein blasses, schlankes Gesicht, umgeben von hellblondem Haar, lag auf dem Kissen, dunkle Wimpern ruhten sanft auf weichen Wangen, zuckend mit den Bewegungen der darunter liegenden Augen. Die schmalen Lippen waren leicht geöffnet, gefärbt mit der leichtsten Andeutung von Farbe. Haut mit der Farbe von Eierschalen, weich und beneidenswert makellos, gespannt über hohe Wangenknochen, von der spitzzulaufenden Linie des Kiefers bis zu Spitze der schmalen Nase, die einen leichten Sonnenbrand aufwies.

Schön, dachte Harry entrückt. Er hatte echt keine Ahnung, weshalb er mit Draco im Bett war, aber in diesem Augenblick, kümmerte es ihn herzlich wenig. Es fühlte sich einfach richtig an. Auf einmal öffneten sich Dracos eisgraue Augen und trafen seine intensive grünen. Realität nutze diese Gelegenheit, um ‚Hi!' zu sagen.

„Argh!" Harry fuhr hoch und warf sich dabei fast vom Bett in seiner Eile das Fußende des Bettes zu erreichen. Draco hingegen rutschte zurück ans Kopfbrett. Fast sofort spürte Harry ein vage ziehendes Gefühl in seiner Brust. Es hielt ihn davon ab, sich noch weiter weg zu bewegen, obwohl er den starken Drang verspürte, wegzurennen und nie mehr aufzuhören

„Du!" spie Draco, die Worte getränkt mit Gehässigkeit. „Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht!"

„Es war ein Schutzzauber!" schnauzte Harry.

Draco warf ihm einen scheelen Blick zu. „Ich meinte das eben, du Trottel."

„Was, das mit dem Bett? Ich habe geschlafen," erwiderte er mit finsterem Blick. „Denkst du ehrlich ich würde irgendetwas anderes machen als schlafen?"

„Woher soll ich das denn wissen? Du warst der, der es sich auf mir bequem gemacht hatte!"

„Als ob ich mir das ausgesucht hätte! Ich würde es mir eher mit Fang gemütlich machen, dann hätte ich wenigstens bessere Gesellschaft!"

Während sie sich stritten, bohrte sich ein immer größer werdender Schmerz in Harrys Schläfe, als ob Eispickel in seinen Schädel geschlagen würden.

„Und außerdem wärst du dann bei deinesgleichen!" sagte Draco verächtlich. Er zuckte leicht zusammen, Augenbrauen zusammengezogen als hätte er Kopfschmerzen.

„Besser Hunde als Frettchen!" antwortete Harry hitzig. Dracos Gesicht wurde rot vor Wut.

„Du bist genauso wertlos wie deine Schlammblutmutter..."

Verletzte Gefühle und Zorn loderten in Harry auf, seine Fäuste ballten sich automatisch.

„Halt's Maul! Du weißt rein gar nichts über meine Mutter!"

„Ich weiß genug, schließlich muss mit ihrem Fehler seit etlichen Jahren leben..."

Der Schmerz in seinen Schläfen stieg an, als Draco sich plötzlich keuchend zusammenkrümmte und mit der Hand an seinen Kopf griff. Harrys Zorn verwandelte sich in Besorgnis. Er begann seine Hand nach dem anderen Jungen auszustrecken.

Was mache ich denn da eigentlich? Es kostete ihn Überwindung, seine Hand zurück ans seine Seite zu zwingen. Eine Überwindung, die schmerzte, da das Ziehen in seiner Brust stärker wurde und der Schmerz in seinem Kopf zu einer schnürenden Höllenqual. Aus den Eispickeln waren Pressluftbohrer geworden. Er realisierte, dass Draco nach ihm griff, und reagierte darauf, indem seine Hand nach vorne schoss und seine Finger sich um Dracos schlangen.

Sogleich ließ der Schmerz nach und wurde von einem warmen verschwommen Gefühl ersetzt, das ihn an das Gefühl erinnerte, das er beim Aufwachen gehabt hatte.

Einen Moment lang genoss Harry einfach nur dieses Gefühl und erlaubte sich, näher an Draco, die Quelle seiner Behaglichkeit, zu rücken.

Unglücklicherweise hielt dieses warme Gefühl nicht sehr lange an und Harry und Draco funkelten sich über ihre ineinander verschlungenen Hände an. Sie kamen zu einer wortlosen Übereinkunft, dass dies der Anfang von etwas sehr Schlechtem war.

„Das ist allein deine Schuld," verkündete Draco mürrisch und zog an Harrys Hand, jedoch machte er keinerlei Anstaltenden Griff zu lösen. Harry runzelte die Stirn und verzichtete auf eine Antwort.

In den folgenden fünf Minuten erwog Harry ernsthaft, Dracos Hand loszulassen.

Einerseits weil es gegen seine allgemeinen Prinzipien verstieß, und andererseits weil er ganz dringend mal pinkeln gehen musste. Aber zu mehr als darüber nachzudenken, kam er nicht.

Draco starrte nur zornig die Wand an und murmelte düstere Drohungen in seinen nicht vorhandenen Bart.

Schließlich öffnete sich die Tür und die Jugendlichen blickten auf, um Madam Pomfrey den Krankenflügel betreten zu sehen. Sie legte einen Stapel Stoffbandagen auf einen Tisch und drehte sich dann um, um die beiden anzusehen.

„Nun, wie ich sehe, seid ihr jetzt wach. Ihr habt euch ganz schön in die Klemme gebracht."

„Es ist nicht meine Schuld! Ich verlange, dass man sofort etwas dagegen unternimmt!" verkündete Draco herrisch und hob seine und Harrys umschlungene Hand zur Verdeutlichung hoch. Madam Pomfrey betrachtete ihn nachdenklich.

„Leider kann ich nichts dagegen machen," sie wischte ihre Hände ab, „Ich nehme an, ihr habt Hunger. Geht euch waschen und ich werde euch dann etwas zu essen bringen. Danach werde ich euch einen Teil davon erklären, was passiert ist."

„WAS!" Draco sprang auf und zog dabei so heftig, dass Harry mit dem Gesicht auf dem Bett landete. „Sie können uns doch nicht einfach in diesem Zustand lassen! Das werde ich meinem Vater sagen!"

Harry informierte leise die Bettwäsche darüber, was er von diesem Vorhaben hielt.

„Das ist unmöglich! Mein Vater wird dafür sorgen, dass Sie alle gefeuert werden, wenn Sie nicht rückgängig mach, was auch immer dieser Idiot getan hat...au."

Draco schwankte und setzte sich wieder auf das Bett. Er sah verschreckt und bestürzt aus. Harry rutschte näher zu dem anderen Jungen hin bis er gegen Dracos Rücken gepresst war, denn merkwürdigerweise störte ihn Dracos Unbehagen. So langsam fängt es an, seltsam zu werden. Madam Pomfrey nickte nur weise als hätte Draco eben gerade etwas Tiefsinniges gesagt.

„Ich werde alles zum gegebenen Zeitpunkt erklären. Momentan ist es jedoch wichtiger, dass ihr etwas esst und ein wenig entspannt. Geht jetzt und wascht euch," sagte sie zum wiederholten Male und zeigt in Richtung des Krankenflügelbadezimmers. „Ich bin gleich wieder zurück." Mit diesen Worten verließ sie sie.

Draco drehte den Kopf herum und warf Harry wegen dessen Nähe einen finsteren Blick zu.

„Ich hasse dich," ließ er ihn eindeutig wissen.

„Geht mir genauso."

Harry lenkte seinen finsteren Blick auf das Bettzeug. Er fühlte sich ein wenig unbehaglich, da er sich Dracos Wärme gegen seinen Körper sehr bewusst war. Was ihn sogar noch mehr störte, war, dass ein Teil von ihm daran Gefallen fand. Und mehr wollte. Errötend setzte er sich plötzlich auf.

„Komm schon." Harry rutschte mit den Beinen vom Bett und verlagerte seinen Griff von Dracos Hand auf sein Handgelenk.

„Kommandierst du mich jetzt sogar schon rum, Potter?" sagte Draco, wobei ein bisschen seines üblichen Grolls in seiner Stimme fehlte.

„Ja, als nächstes werde ich anordnen, dass du meine Schuhe leckst. Los, ich muss mal aufs Klo." Er stand auf und fing an, Draco zu ziehen. Der andere half ihm dabei nicht im Geringsten. „Malfoy, das ist auch für mich nicht gerade einfach –"

„Als ob mich das interessieren würde," sagte Draco launisch, schob seine Unterlippe vor und machte einen Schmollmund. Harry dachte, dass er damit unglaublich kindisch aussah.

„Vielleicht nicht, aber du musst es doch nicht noch schwerer machen." Er wandte mehr Kraft an. Draco gab nach und stand auf. Immer noch schmollend übernahm der blonde Junge die Führung und schleifte Harry fast schon hinter sich her.

Tja, ein ganz schön frustrierende Wendung. Das muss am Zauber liegen. Warum sonst die Kopfschmerzen? Und wie kommt es, dass ich mich dafür interessiere wie Malfoy sich fühlt? Ein leidender Draco bedeutet normalerweise ein guter Tag für mich. Aber...ich verstehe nicht, was mit dem Zauber schief gegangen ist. Er schüttelte seinen Kopf, um seine Gedanken zu klären, als Draco ihn Richtung Toilette zog.

„Dann mach mal."

„Ähm...Ich brauche meine Hand."

Er meinte damit, dass Draco seine Berührung auf ein anderes Körperteil verlagern sollte, aber stattdessen riss er sein Handgelenk mit einem Rück von Harrys Griff los und...

Schmerz, brennend in seinem Kopf, hämmernd in seiner Brust, alle Gedanken vertreibend. Harry schrie auf und sprang praktisch zu Draco. Ihre Körper kollidierten und sie klammerten sich aneinander, während der Schmerz verebbte. Es schien so als ob der Zauber jetzt, da er sie zusammen hatte, sie sich nicht mehr von einander trennen ließ.

Sobald das angenehm kribbelnde Gefühl aufhörte, musste sich Harry der Tatsache stellen, dass er mit seinem Erzrivalen kuschelte. Sie zuckte auseinander; Harry errötete leicht und funkelte wütend, während Draco so aussah als würde er jemanden schlagen wollen.

Der Tag wurde wirklich immer besser. Nachdem sie sich nacheinander erleichtert hatten, wuschen sie ihre Gesichter und Hände (irgendwie schafften sie es die ganze Zeit irgendeine Form von Körperkontakt zu haben) und betraten dann wieder den Krankenflügel. Madam Pomfrey war bereits mit belegten Broten, Flaschen voller Kürbissaft und Schokoladenpudding zurückgekehrt. Sie hastete raus, bevor sie sie ausfragen konnten. Mit ein bisschen Rumrutschen setzte sich das Paar zum Essen, sodass sich ihre nackten Füße berührten, damit sie die Hände frei hatten.

„Die Sache mit dir ist, Potter," sagte Draco hinter seinem Brot, die ansonsten wohltuende Stille brechend, „dass du es einfach nicht ausstehen kannst, wenn andere Leute schlecht von dir denken. Nein, nein, jeder muss den großartigen Harry Potter lieben."

„Habe ich dir schon einmal gesagt, dass du echt dämlich bist?" erkundigte sich Harry übertrieben höflich. „Ich bin bei Leuten aufgewachsen, die Kakerlaken mehr schätzen würden als mich. Ehrlich, mir ist es so oder so völlig schnuppe."

Nicht ganz wahr, da solch eine Geringschätzung immer weh tat und das Leben erschwerte, aber er hatte nicht vor, das vor Malfoy zuzugeben.

„Klar, als ob ich das glauben würde," schnaubte Draco verächtlich. Er hielt inne, offenbar überlegte er sich etwas noch Schlimmeres, das er sagen könnte. Harry gab die unwahrscheinliche Hoffnung auf, dass der andere Junge seinen Mund halten würde.

Ich wünschte wirklich, Hermine hätte das Buch nie gefunden...

„Schließlich stolzieren du und deine Freunde so hier herum als würde euch der gesamte Ort gehören..."

„Oh, das musst gerade du sagen..."

„Das ist etwas Anderes." Draco grinste garstig. „Insofern es dich betrifft, Potter, gehört mir der Ort."

„Kannst du noch eingebildeter werden?"

„Du weißt, was sie sagen; ‚Es ist keine Prahlerei, wenn es wahr ist'."

Draco feixte nun und setzte sich so hin, dass sein Rücken am Kopfbrett lehnte, Harrys Fußknöchel auf seinem balancierend. Er erschien sich viel wohler zu fühlen in seinem natürlichen Element, dem Hänseln von Harry.

„Du kannst soviel du willst daran glauben, dass du der ‚größte Zauberer aller Zeiten' bist, aber tief in dir weißt du, dass du ein Nichts bist."

Harry sprach den ersten Gedanken aus, der ihm kam: „Tja, da sind wir beiden dann ja wohl auf der gleichen Ebene, oder?"

Draco unterbrach abrupt das Lecken seiner Finger, bleich und erschrocken. „Was weißt du schon?" fauchte er unfreundlich.

„Nur das, was ich sehe," antwortete Harry sanft.

Alle weiteren Worte wurden gestoppt, als Ron Weasley in den Raum platzte, ganz vom Wind zerzaustes rotes Haar und Sommersprossen.

„Harry!"

Ron stoppte, seine Augen hefteten sich an ihre übereinander liegenden Füße.

„Es to mir so Leid," sagte er inbrünstig und mit einem Gesichtsausruck als hätte er gerade das Todesurteil seines besten Freundes unterschrieben.

„Das sollte es dir auch," erwiderte Draco, der wieder mürrisch und verärgert war.

„Dich werde ich als Erstes verfolgen, nachdem dieses Schlamassel gelöst worden ist."

Ron bedachte Draco mit einem Blick, der normalerweise für etwas wirklich Ekliges, dass man an seiner Schuhsohle nach einer Sumpfwanderung fand, reserviert war.

„Tu dir keinen Zwang an und versuch's."

„Glaub mir, das werde ich."

Harry seufzte schwer und vergrub seinen Kopf in seinen Händen. Vielleicht könnte er sich von einer Turmspitze schmeißen, sicherlich könnten sie eine Weg finden, Voldemort ohne ihn zu besiegen, und er könnt einfach sein Leiden in Frieden beenden...

„Oh, Harry! Mir tut es so Leid!" Hermine stürmte in den Raum, wobei sie beinahe Ron umwarf. Harry löste eine Hand von seinem Gesicht und winkte beruhigend.

„Ich weiß, ich weiß. Ist schon okay."

Dracos Fuß bewegte sich, rutschte unter seinem hervor und glitt an seinem Bein entlang hoch, tauchte unter den Saum seiner Schlafanzughose und neckte die Haut seines Knöchels. Verblüfft guckte Harry ihn durch seine Finger an. Der andere Jugendliche starrte Ron und Hermine abfällig an, anscheinend völlig ahnungslos, dass er kurz davor war, mit ihm zu füßeln.

Okay…Er wölbte seinen Fuß und tippte Dracos Fuß mit seinen Zehen an. Draco riss seinen Kopf herum und blickte finster. Harry stupste seinen Fuß ein weiteres Mal. Draco warf einen Blick nach unten und errötete, als ihm bewusst wurde, was sein Fuß getan hatte.

„Gut, ihr seid alle hier." Madam Pomfrey stupste Hermine zur Seite und legte das Buch mit dem ungeliebten Zauberspruch auf einen Tisch. „Hört jetzt zu, weil ich es nur einmal erklären werde! Nun, der Zauberspruch, den ihr gefunden habt, ist die letzten 170 Jahre aus gutem Grund verboten gewesen. Er war eigentlich von einem alten Liebeszauber ausgehend konstruiert worden. Er funktioniert, indem er deine Lebenskraft mit den Emotionen deines Feindes verbindet. Daher, wenn du verletzt oder verwundet bist, erlebt dein Feind denselben Schmerz. Er verdoppelt sich, wenn sie selbst den Schmerz verursachen und wenn du getötet wirst, ergeht es ihm genauso."

Das klingt einleuchtend…

„Wenn er richtig angewendet wird, ist der Spruch völlig einseitig. Allerdings sind Zaubersprüche, die Emotionen und Lebensenergie einbeziehen, sehr verzwickt. Besonders wenn ein anderes Gefühl mit Hass verwechselt wurde. Weil die Originalkonstruktion des Spruchs doppelseitig war, versucht er automatisch kehrtzumachen und den Feind und den, den Zauber sprechenden, miteinander zu verbinden. Deshalb wird eine dritte Person benötigt, die zugleich einen entgegen gesetzten Zauber spricht-"

„Aber ich habe das ganze Buch durchgesehen!" unterbrach Hermine. „Und ich habe nichts gefunden, was auch nur im Entferntesten einem Gegenzauber ähnelte!"

Pomfrey presste ihre Lippen verärgert zusammen. Wortlos öffnete sie das Buch genau auf der Seite, auf der der Spruch stand, blätterte um und zeigte auf die gezackte Ecke einer herausgerissenen Seite, die zwischen den Seiten lag. „Offensichtlich hast du nicht angestrengt genug geschaut."

Hermine wurde rot.

„Also gibt es keinen Gegenzauber?" fragte Draco ängstlich.

„Nein, ich kann jedoch später in der Verbotenen Abteilung nachschauen. Aber das bringt so lange nichts bis der Zauber vollendet worden ist. Tut mir Leid, meine Lieben, aber ihr könnt nichts anderes machen als warten bis er nachlässt. Kein Bange, er wird schon zu fast nichts verblassen, es braucht nur seine Zeit."

Harry seufzte erleichtert auf. Okay, das war zwar nicht die beste Lage, aber viel besser als mit Malfoy für den Rest seines Lebens zusammenzukleben. Ron schien dem zuzustimmen und grinste breit.

„Wann können wir denn dann das Frettchen loswerden ?"

Draco richtete sich auf, sein Gesicht verdunkelte sich vor Wut, aber da sprach bereits Madam Pomfrey.

„Hmm, das Bedürfnis nach ständigen körperlichen Kontakt sollte in einer Woche weg sein, ihr werdet dann aber immer noch ziemlich empfindlich sein. In ein paar Monaten werdet ihr in der Lage sein, ein paar Stunden zu verbringen, ohne dass ihr euch seht-"

Monate? Dachte Harry mit einem unangenehmen Gefühl ihm Bauch. Neben ihm murmelte Draco bestürzt.

„---Ich würde sagen, es wird ungefähr ein Jahr dauern bis ihr wieder normal und getrennt voneinander leben könnt. Das heißt, solange nicht irgendetwas Anderes zwischen dem Jetzt und der Zukunft passiert..."

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Lúthiens Kommentar: Ich wünsche allen ein schönes Wochenende und einen schönen 1. Advent!