Disclaimer und Danksagung: Falls nichts anderes angegeben, siehe immer Kapitel 1

2. Unerwartete Begegnungen

Die nächsten Wochen vergingen wie im Fluge und Nani lebte sich wunderbar in ihre neue Arbeit ein. Innerhalb kürzester Zeit kannte sie den gesamten Palast in- und auswendig, jede Abkürzung, jeden noch so kleinen Seitengang, und das wohl besser, als es der Prinz selbst tat. Zuvor war sie ja gerade ein- oder zweimal überhaupt im (oder vielmehr am) Schloss gewesen, was ihre Kenntnis noch mehr lobte. Ein paar mal hatte sie sogar eine Botschaft zum König selbst bringen "dürfen", wobei sie ihm, wie alle anderen eben auch, natürlich ein hohes Maß an Respekt zollte, obwohl sie sich im Geheimen ganz sicher war, dass sie in Wirklichkeit kaum Achtung vor ihm hatte. Überhaupt war sie von Herrschern oder anderen Adeligen, seien es nun Elben oder Menschen, noch nie sonderlich angetan gewesen, doch hatte sie bisher auch noch kaum Kontakt zu solchen gehabt – mit Ausnahme von Thranduil, der kurzen Begegnung mit seinem Sohn, Prinz Legolas, und zuvor Lord Elrond, der ja dafür bekannt war, seinem Volk stets sehr nahe zu stehen.

Noch immer wohnte die junge Elbin bei Niniel im Dorf, denn es war ihr zwar eine Unterkunft im Schloss angeboten worden, doch diese hatte sie dankend abgelehnt. In ihren Augen war es dazu noch zu früh, noch wollte sie sich nicht vollkommen von ihrer Tante losreißen, noch fühlte sie sich nicht bereit, durch und durch auf eigenen Beinen zu stehen. Zu einem großen Teil tat sie dies ja schon, verbrachte sie doch beinahe den ganzen Tag bei Hofe und lief in Hîruins Auftrag durch die Schlossgänge, um irgendwelche Nachrichten zu überbringen.

Und wenn Hîruin sie einmal nicht gebrauchen konnte oder keine Aufträge mehr für sie hatte, so verbrachte sie letztens immer öfters ihre freie Zeit im Stall.

Das Königshaus besaß eine eigene Pferdezucht, die beinahe schon einem Gestüt glich und das die besten und schönsten Pferde beherbergte, die man bis hinunter nach Rohan finden konnte.

Das Zusammensein mit diesen schönen, anmutige Wesen hatte auf Eamané etwas Angenehmes, Beruhigendes, die Pferde schienen sie zu verstehen und zu akzeptieren, auf eine völlig andere Weise, als es einem humanen Wesen möglich gewesen wäre. Ja, manchmal saß sie abends, bevor sie nach Hause ging, noch stundenlang bei den Pferden und sprach mit ihnen. Ihnen konnte sie alles erzählen, von ihrem Kummer, ihren Sorgen und Ängsten, ihren Wünschen und Träumen, oder einfach nur davon, was zuhause los war.

Eines der Pferde hatte es ihr dabei besonders angetan: Es war ein großer, strahlend weißer Hengst, dem man nachsagte, er stamme von den Rohirrim, den Pferdeherren, und gehöre dem Prinzen selbst. Ob das stimmte, wusste Nani jedoch nicht - sie kannte noch nichteinmal den Namen des Tieres.

Jedesmal folgten ihr seine klugen, großen Augen von dem Moment an, an dem sie den düsteren Flachbau betrat, der als Stall diente, bis hin zu jenem, als sie ihn wieder verließ. Und manchmal stand sie lange Zeit einfach nur bei ihm und streichelte ihn, während sie den angenehmen Stallgeruch und das trübe Dämmerlicht, das hier vorherrschte, auf sich wirken ließ.

Ebenso war es auch an diesem Abend, als die Sonne bereits gen Westen sank und die Dämmerung hereinbrach. Die Luft war angenehm warm und durch die weit geöffneten Stalltüren strömte ein angenehmer, frischer Sommerwind herein, duftend nach Bäumen und Blumen und nach dem warmen Kies im Schlosshof. Wiedereinmal stand Eamané bei dem Hengst und kraulte ihm gedankenverloren die Nüstern.

Die anderen Elben, die sich hier noch aufhielten, nahmen keinerlei Notiz von ihr. Wie immer, wenn sie in der Nähe war, senkten sie die Stimmen, wenn sie sprachen, oder beachteten sie erst gar nicht. Überhaupt war sie nirgends hier sonderlich beliebt, was daran liegen mochte, dass Hîruin selbst ihr vertraute, ein Umstand, der allem Anschein nach den meisten Elben bereits einiges an Unbehagen bereitete.

Doch auch sie hatte sich inzwischen angewöhnt, dem ständigen Betrieb hier, ebenso wie den misstrauischen Blicke, die man ihr von Zeit zu Zeit zuwarf, nicht mehr auch nur die geringste Beachtung zu schenken. So jedenfalls kam es, dass sie gar nicht bemerkte, wie eine zweite Gestalt aus dem Schatten heraus an den Hengst herantrat und sich ihr dann zuwandte.

"Das ist Arod."

Legolas klopfte dem Pferd freundschaftlich den Hals. "Er ist schön, nicht wahr?"

Erschrocken fuhr Nani aus ihren Gedanken und blickte plötzlich in die strahlend blauen Augen des Prinzen. Mit einem Mal war sie unfähig sich zu bewegen, sah nur den Elben ihr gegenüber und für einen langen Moment glaubte sie, sich in seinen Augen zu verlieren, ehe sie sich selbst wieder unter Kontrolle zu bringen vermochte.

Sie nickte etwas verdattert. "Ja, das ist er."

Erst jetzt wurde ihr klar, wie belämmert es aussehen musste, wie sie so dastand und ihn anstarrte, und versuchte, sich eine natürlichere Haltung anzueignen, was ihr jedoch nur mäßig gelang.

"Stimmt es, dass er von den Rohirrim stammt?", überwand sie sich dann.

Diesmal war es an Legolas, zu nicken. "Wir bekamen ihn zusammen mit Hasufel, den Aragorn längere Zeit ritt, von Éomer, der jetzt König von Rohan ist, geschenkt, als wir der Spur der verschleppten Hobbits durch die Riddermark folgten. Während des Ringkrieges." erklärte er ihr bereitwillig.

Eamané bemühte sich, seinem Blick standzuhalten, doch er machte es ihr nicht einfach. Vielleicht sollte sie das auch gar nicht- als seine Untergebene? Schließlich hielt sie es nicht mehr aus; sie wandte sich schaudernd ab.

"Bist du oft hier?", fuhr Legolas nach einer kurzen Pause fort.

"Ja", erwiderte sie scheu, immer noch nicht ganz sicher, was sie vom plötzlichen Auftauchen des Prinzen halten sollte. "Ich arbeite für Herrn Hîruin als Botin, und wenn ich frei habe, komme ich hierher."

Sie lächelte verlegen.

"Nun, wenn Ihr jetzt also frei habt, würdet Ihr euch doch sicher dazu genehmen, mich ein wenig hinaus an die frische Luft zu begleiten?", meinte er nun ebenso förmlich, wobei er eine ausladende Geste in Richtung der Stalltüre machte.

Misstrauisch trat Nani einen Schritt zurück, nun vollkommen von Legolas verwirrt. Hatte er eben tatsächlich vorgeschlagen, mit ihm einen Spaziergang zu machen?

Sie wusste nicht recht, was sie ihm antworten sollte – gerade eben noch war er ihr gegenüber der Prinz Düsterwalds gewesen, der strahlende Held, der vom Volke umjubelt von seinen Kriegszügen zurückkehrte und für den ihre Existenz nicht weiter als Zufall war, und nun stand er ihr außerhalb aller Feierlichkeiten direkt gegenüber, auf einer Ebene mit ihr, ganz so, als wäre er nicht höher gestellt als ein einfacher Dorfelb.

"Hat euere Hoheit denn nichts wichtigeres zu tun, als seine Zeit mit einer einfachen Angestellten wie mir zu verbringen?", fragte sie schließlich zurückhaltend.

Er lächelte ihr aufmunternd zu. "Im Moment nicht, nein."

Noch immer zögernd trat sie schließlich doch vor Legolas nach draußen. "Entschuldige bitte, ich fürchte, ich habe deinen Namen vergessen.", er zog ein Gesicht, "Wie war er noch einmal?"

"Eamané Alcarin, mein Prinz, doch meine Freunde nennen mich Nani.", antwortete sie, ohne etwas an ihrem unterwürfigen Tonfall zu ändern. Legolas tat nicht das Geringste, was sie beunruhigen könnte, und doch ward sie von Minute zu Minute mehr eingeschüchtert. Unwohl schritt sie neben ihm her, während er sie aus dem Hof hinaus und über die schmalen Kieswege außerhalb der Schlossmauern führte.

Auch Legolas zweifelte inzwischen an seinem unüberlegten Unterfangen; nur zufällig war er in den Stall gekommen, um zu sehen, wie es seinem alten Freund Arod erging, und hatte dabei Eamané wieder erkannt. Sie hatte von Anfang an sein Vertrauen erweckt und ihr kurzes Gespräch an seinem Willkommensfest war ihm trotz seines Abstreits gegenüber Nengwe lange noch durch den Kopf gegangen. Und nun war er, ganz offensichtlich gegen ihren Willen, erneut mit ihr ins Gespräch gekommen.

Sosehr er mit ihr reden wollte und das Verlangen verspürte, mit der jungen Frau in Kontakt zu bleiben, so wenig wusste er doch mit einem Mal, was er sagen sollte. Oder war es doch nur ein inneres Bedürfnis gewesen, sich jemandem aufzudrängen, jemandem, der einem fern stand und der willig seinen Problemen lauschte, ohne eingreifen und ihm gezwungenermaßen helfen zu wollen? Und – war es nicht geradezu wahrscheinlich, dass es dennoch genau darauf hinauslaufen würde? Legolas wollte sich sicher nicht wichtig machen, vielmehr übermannte ihn eben in ihrer Gegenwart ein unerklärliches Gefühl der Einsamkeit.

Das Schweigen lastete bleischwer auf ihren Schultern, und doch konnte sich keiner von beiden dazu durchringen, es zu brechen. Lange Minuten war nichts zu hören – nur das leise Seufzen des Windes und den abendlichen Geräuschen des Waldes.

"Nani...", murmelte er gedehnt, ehe er rasch hinzufügte, "Das heißt, wenn ich dich denn so nennen darf-"

Sie widersprach nicht.

"Wie ist es, das Leben im Dorf?"

Nani stutzte, eine solche Frage hatte sie nicht erwartet. Sie überlegte einen Moment, ehe sie antwortete, die Worte sehr sorgsam wählend. "Ich... weiß selbst nicht recht. Wie ich, glaube ich, schon einmal erwähnte, war mein Vater ein Elb Bruchtals, wo ich bis vor wenigen Jahren lebte. Ich weile also noch nicht lange in Eurem wunderschönen Reich."

"Du sprichst in der Vergangenheit von ihm. Was wurde aus deinen Eltern?", fragte Legolas vorsichtig, ohne seinen Blick vom Weg vor ihnen zu wenden. Sie fiel einen Schritt hinter ihm zurück und ließ ihre Gedanken erneut abschweifen.

"Ihre Zeit hier war abgelaufen. Als der Krieg ausbrach und die Elben begannen, Mittelerde in großen Scharen zu verlassen, wurden auch sie vom Meer gerufen; bald schon ließen sie Bruchtal und mich hinter sich und segelten gemeinsam gen Westen."

"Hattest... hattest du das Gefühl, sie würden dich im Stich lassen?", fragte er mit schwerer Stimme.

"Wieso sagt ihr das?", flüsterte sie, von Traurigkeit überwältigt.

Endlich rang er sich dazu durch, seinen Blick zu heben und sie anzusehen. "Wer weiß... vielleicht möchte ich einfach wissen, was mich erwartet..." Seine Lippen umspielte ein schwermütiges Lächeln und in seinen Augen lag nun ein trauriger Glanz.

Sie schluckte die aufsteigenden Tränen hinunter und blieb stehen.

"Nein. Es war in Ordnung. Bitte, macht euch kein falsches Bild, Thalien und Elendion waren immer sehr fürsorgliche Eltern. Sie wollten mich nicht allein in Bruchtal zurücklassen, das war auch der Grund, dass ich hierher kam."

Nani machte keine Anstalten, ihre Erzählung fortzuführen, und so verfielen sie wieder in Schweigen. Es wurde rasch dunkler, bald endete der vom Licht der späten Nachmittagssonne noch sanft überflutete Kiesweg und führte als schmaler Pfad in den Wald hinein. Sie folgten ihm ein Stück, bis sie an eine Weggabelung kamen und nahmen die Richtung hinunter ins Dorf. "Du scheinst noch nicht lange hier am Schloss zu arbeiten, zumindest habe ich dich vorher noch nie dort gesehen. Was tatst du zuvor?", durchbrach Legolas schließlich erneut die Stille. "Es stimmt, ich habe die Stelle erst seit ein paar Wochen inne. Vorher habe ich eigentlich nur in den Tag hinein gelebt, mich mit allerhand Unsinn beschäftigt."

"Von welchem Unsinn sprichst du?"

"Nun, ich bin eine leidenschaftliche Bogenbastlerin, obwohl eher als Zeitvertreib denn wirklich gekonnt. Inzwischen habe ich es größtenteils aufgegeben, doch vom üblichen Dorfleben bekomme ich eigentlich wenig mit."

Schon wieder unterbrach sie sich, maß den Prinzen mit einem langen, tiefgründigen Blick, doch vermochte sie seinen Gesichtsausdruck nicht zu deuten.

"Natürlich habe ich Freundinnen, mit denen ich auch oft im Dorf bin, doch wenn ich mich selbst so sehe, glaube ich, dass ich doch eher einsam bin." Sie sprach leise und die Worte kamen stockend, doch hatte sie irgendwie das Gefühl, all das loswerden zu müssen.

"Dann geht es dir wie mir.", murmelte Legolas und ließ seinen Blick in die Ferne schweifen. "Das heißt – versteh mich nicht falsch! Zumeist wollte ich das selbst so, und in den letzten Wochen hat mir das Alleinsein sogar recht gut getan – doch gute Freunde zu haben ist eines der wichtigsten Dinge im Leben; sosehr sie einem manchmal auch auf die Nerven gehen mögen."

"Mein Prinz-"

"Legolas."

Verwundert blickte sie ihn an, ohne sein Lächeln zu erwidern. Langsam aber sicher verlor sie auch die letzte Hoffnung, jemals hinter seine Absichten zu kommen. Doch wer weiß? Vielleicht verfolgte er ja gar keinen konkreten Plan und all das zwischen ihnen geschah spontan...

Beinahe schon missbilligend wandte sie ihren Blick von ihm und folgte ihm wortlos.

Von nun an sprachen sie kaum mehr etwas, vielmehr kehrten sie auf direktem Weg vom Dorfrand zum Palast zurück; Legolas führte sie über den in Dämmerlicht getauchten Hof und bis vor das Portal, welches über einen erhellten Gang direkt zur Aranmarda führte. Dort angekommen blieb er direkt vor ihr stehen und sah in ihre großen bernsteinfarbenen Augen. "Nun denn, vielleicht sehen wir uns ja noch einmal wieder." "Jawohl, Herr." Legolas blickte sie bei dieser erneuten Höflichkeitsanrede zwar ein wenig gekränkt an, sagte dazu aber nichts, sondern zwang sich erneut zu einem Lächeln.

"Wenn das Bogenbauen dir Freude macht, so bleibe dabei."

Nani seufzte. "Meine Tante hasst es. Ständig beschwert sie sich, ich würde mit meinem Eibenholz ihr Wasser vergiften und ich solle mir doch endlich eine anständige Beschäftigung suchen. Deswegen habe ich auch angefangen, hier zu arbeiten."

"Gerade deswegen solltest du es nicht aufgeben! Wenn dir etwas Spaß macht, dann tu es, vorausgesetzt natürlich, es ist nichts unrechtmäßiges, und lasse dich nicht zu etwas überreden, das du eigentlich gar nicht willst, nur, um jemandem zu gefallen – und sei es deine Tante." Er sah sie durchdringend an, dann machte er einen Schritt zurück und atmete tief durch. "Ein wunderschöner Sommer ist das dieses Jahr. Ich hoffe, dass ich dich noch einmal wieder sehe."

Eamané lächelte. "Gute Nacht, Legolas." "Gute Nacht, Nani." Auch er lächelte. Dann, schließlich, drehte er sich um und trat durch das Tor in den Palast.

Alleine machte sich Nani auf den Weg zurück ins Dorf. Das war wohl das längste Gespräch gewesen, das seit langer Zeit jemand mit Legolas geführt hatte. Und, zugegeben, er hatte sie ziemlich beeindruckt. Seine Ausstrahlung, seine Art, sich zu bewegen und zu reden; so überlegt, ganz als würde von jeder kleinsten seiner Bewegungen sein Leben abhängen...

Nani wusste, dass sie ihn nur anzusehen brauchte, und schon geriet ihr kleines Universum bedenklich ins Schwanken. Unwillkürlich entfuhr ihr ein Lachen. Sah man sie einmal an – das arme, unglücklich verliebte Elbenmädchen... Verliebt? War sie das tatsächlich? Wirklich albern, das Ganze. Natürlich, jeder junge, begehrte Elbenprinz würde sofort etwas für ein- ausgerechnet sie selbst war es, die sich in diesem Moment als solches beschimpfte- dummes Kind wie sie empfinden, pah! Das klang selbst in ihren kühnsten Phantasien wie blanker Unsinn.

Und doch... Ist das alles wirklich geschehen, oder träume ich noch immer?, dachte sie bei sich. Wenn ich nur ein dummes Kind bin, was wohl außer Frage steht... Wieso kam er dann ausgerechnet zu mir? Zufall?

Dementsprechend durcheinander war sie, als sie schließlich zuhause ankam. Im Haus war es dunkel, Niniel musste sich schon früh schlafen gelegt haben, was jedoch nichts Ungewöhnliches war.

So leise sie konnte, ging auch Nani zu Bett, doch vermochte sie nicht einzuschlafen. Zu viel ging ihr durch den Kopf. Lange noch lag sie wach, dachte darüber nach, was in der ganzen letzten Zeit und besonders an diesem Abend geschehen war, und versuchte, ihre aufgewühlten Gefühle zu ordnen, was ihr jedoch nicht gelang.

Stunden später erst, als die Nacht bereits dem ersten Grau des Tages wich, übermannte sie der Schlaf.

***

Viel früher, als die Nacht gerade vollständig hereingebrochen war, war Legolas wieder alleine in seinem Gemach. Durch die halb geschlossenen Vorhänge fiel blasses Mondlicht nach drinnen, sonst war es dunkel. Es war zu warm, um den Kamin anzuheizen, und Legolas hatte sich auch nicht die Mühe gemacht, eine Kerze anzuzünden. Vielmehr genoss er die Dunkelheit und hing seinen Gedanken nach. Nachdem er diese fast gänzlich unbekannte Elbin ein wenig dazu ausgenutzt hatte, sie mit seinen Sorgen zuzureden – was ihm, verwunderlicher Weise, kaum gelungen war, hatte sie sich doch zu einem recht regen Gespräch hinreißen lassen – hatte er sich wieder in sich zurückgezogen.

Nengwe hatte Recht. Zu Recht. Dieser ewige Kummer und das ständige Selbstmitleid machten ihn noch völlig krank, das wusste Legolas. Er musste lernen, wieder zu leben, sich frei zu bewegen und Spaß zu haben. Waren das nicht seine eigenen Worte gewesen? 'Wenn dir etwas Spaß macht, so tu es.' Ja, allerdings, das hatte er selbst gesagt. Und wahrscheinlich war es genau das, was so typisch für ihn war: Anderen gute Ratschläge geben, ihnen auf die Füße helfen und sie unterstützen – aber auf sich selbst nichts davon anwenden können.

Doch machte es ihm denn keinen Spaß, zu leben? Sollte er nicht frei atmen können, nur weil er der Sohn des Königs war? Je länger er darüber nachdachte, desto klarer wurde ihm, dass er an der falschen Stelle nach Ursachen suchte.

Vielleicht war es gar nicht sein jetziges Leben, das ihm Schwierigkeiten bereitete, sondern... Dinge... aus der Vergangenheit, die ihn auf einmal und gerade jetzt mehr belasteten, als er es erwartet hatte...

Und dennoch lief es auf dasselbe hinaus: War es denn wirklich so schwer, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Leben zu beginnen?

Es klopfte an der Türe und herein trat, ohne eine Antwort abzuwarten, Nengwe, der offenbar das außerordentliche Talent besaß, immer dann aufzutauchen, wenn er gerade störte. "Störe ich gerade?", trällerte er unpassend fröhlich und ließ die Tür hinter sich sperrangelweit offen stehen.

Legolas erhob sich von der Fensterbank und schüttelte den Kopf. "Nein, keineswegs." Er ging an Nengwe vorbei zur Türe, schloss sie, und wies ihn an, sich zu setzten. Das ließ sich dieser natürlich nicht zweimal sagen, sondern ließ sich sogleich auf einem der drei Stühle im Raum nieder, die Beine ausgestreckt, die Arme vor der Brust verschränkt, und lächelte süffisant.

"Nun, ihr scheint euch wirklich gut zu verstehen." Legolas ließ sich ebenfalls auf einen der Stühle fallen und maß seinen Freund mit einem entnervten Blick. "Was?"

Jetzt grinste Nengwe. "Meine Kusine Eamané und du. Ich habe euch beide gesehen."

Warum nur hatte er erwartet, dass so etwas kommen würde? "Gesehen? Wobei?" "Na, bei eurem romantischen Sonnenuntergangs-Spaziergang!"

Legolas glaubte, sich verhört zu haben. "W-Wie bitte? Bei was?!"

"Na, was war es denn dann?"

Wäre er nicht so geschockt gewesen, der Prinz hätte vermutlich laut aufgelacht. Schön, sonst keine Probleme zu haben... Romantischer Sonnenuntergangs-Spaziergang? Allein dieser Begriff. Untergangs-Gang.

"Sag mal, Nengwe, bist du eigentlich von allen guten Geistern verlassen? Oder siehst du rosa Pinguine?" "Was für Pinguine? Nein, ehrlich, ich finde das süß! Sie passt prima zu dir."

Legolas blickte ihn immer noch an wie eine Erscheinung. Am liebsten hätte er Nengwe als irrenhausreif abgestempelt und die Sache auf sich beruhen lassen, doch irgendetwas in ihm drängte ihn dazu, sich zu verteidigen.

"Was bitte war daran denn romantisch? Ich kenne sie doch gar nicht!" "Dann-" "- Und unterbrich mich nicht ständig, wenn ich rede! Ich habe dieser Elbin lediglich meine Sorgen aufgeschwatzt, weil ich sonst niemanden habe; weil mir sonst ja in diesem ganzen verdammten Schloss niemand zuhört! Das interessiert euch ja auch gar nicht!"

Legolas war wieder aufgestanden und fuchtelte nun störrisch mit der Hand herum, ehe er sich, noch immer vor Wut kochend, ruckartig umwandte.

Er hatte mit einem Mal das dringende Bedürfnis, seinen Kopf gegen den Schrank zu schlagen. Für wen, bei Eru, halten die mich eigentlich?, dachte er verbittert.

Nengwe erkannte, dass er in die Situation wohl doch, und vor allem zu größtem Missfallen seines Freundes, ein wenig zu viel hinein interpretiert hatte, war jedoch um keinen Preis gewillt, dies zuzugeben.

"Schön, dann also nicht Eamané. Aber mit irgendwem muss ich dich jetzt dann endlich mal verkuppeln! Du willst doch schließlich nicht einsam alt werden, oder?"

"Entschuldige die barsche Abweisung, mein Lieber, aber meine Freundinnen suche ich mir schon selbst aus, vielen Dank.", erwiderte Legolas sarkastisch.

"So?"

Das breite Grinsen war auf Nengwes Gesicht zurückgekehrt. "Und wieso tust du es dann nicht? Jede Elbin, mit der du auch nur entferntest über das Wetter gesprochen hast, habe bisher doch ich an dich gebracht, oder etwa nicht?"

Genug war genug.

Sicher war es gut zu wissen, dass sich die Freunde um einen sorgen, doch Nengwes Kupplungsversuche gingen Legolas inzwischen gewaltig auf die Nerven.

"Mir langts. Ich habe einfach nicht das Bedürfnis nach einer Beziehung, ja? Ist das so schwer zu verstehen?"

Nengwe stand nun ebenfalls auf und sah trotzig drein.

"Nein. Das heißt aber nicht, dass ich das auf mir sitzen lasse, und das weißt du. Du solltest allmählich ernsthaft über eine Eheschließung nachdenken, jetzt, wo dein Vater doch-" Er unterbrach sich mitten im Satz und schien nur schwerlich dem Drang zu widerstehen, sich die Hand vor den Mund zu schlagen.

Mit zusammengezogenen Brauen drehte sich Legolas zu ihm um. "- Wo mein Vater doch was? Sag mal Nengwe, unterrichtet dich mein Vater eigentlich von allem, was er mit anderen Leuten bespricht? Insbesondere seinem Sohn?"

"Ich bin immerhin einer seiner engsten Vertrauten!", schnappte dieser, sichtlich beunruhigt.

"Soso. Das erklärt es natürlich."

Nengwe antwortete nicht, seine Mundwinkel zuckten verräterisch. Er schnaubte kurz, dann drehte er sich auf dem Absatz herum und verließ mit einem bei Weitem nicht mehr so überzeugenden Lächeln kommentarlos den Raum.

Legolas blickte ihm mit einem leichten Stirnrunzeln nach und beschloss dann, seinen Vater bei Gelegenheit darauf anzusprechen, dass sein so genannter "enger Vertrauter" ganz offenbar seine Gespräche belauschte.

***

Das wenige Sonnenlicht, das sich mühsam seinen Weg durch das dichte Blätterdach der Bäume bahnte, erwärmte mit seinen spärlichen, jedoch Heilung und Frieden bringenden Strahlen das junge, grüne Moos an der Lichtung, auf welchem Eamané sich bäuchlings ausgestreckt hatte, während sie verträumt in die sanft vor sich hinplätschernden Fluten des Waldflusses starrte.

Die Luft hier im Wald war noch angenehm kühl, obwohl es bereits auf Mittag zuging, und trotz der hier dicht an dicht stehenden Stämme schien sich eine leichte Brise durch die Bäume zu bewegen. Alles war ruhig um sie herum, nur das leise Rauschen des Flusses und das gelegentliche Zwitschern der Vögel war zu hören. Mit einem faulen Stöhnen drehte sich Nani auf den Rücken und blickte in den kleinen Ausschnitt des Himmels, der sich über ihr zeigte.

Ein wundervoller Tag.

Wie sooft dieser Tage hatte Hîruin nichts mehr für sie zu tun gehabt und sie deshalb schon am späten Vormittag nach Hause geschickt. Überhaupt schien das Leben im Schloss stillzustehen, und kaum jemand beschäftigte sich mit etwas anderem als faul im Schatten zu liegen, von dem es hier glücklicherweise ja genug gab, zur Dämmerung hin vielleicht ein wenig im Gemüsegarten zu werkeln und einfach nur das schöne Wetter zu genießen.

Zu den Wenigen, die ihr Arbeitstempo trotz allem immer noch beibehielten, gehörte natürlich auch Hîruin, doch nicht einmal ein solcher Sklaventreiber wie er würde von einer jungen Elbin verlangen, bei diesen Temperaturen den ganzen Tag durch den Palast zu rennen. Wo doch sowieso niemand etwas zu sagen hatte...

Nein, nein, dachte Eamané, wenn er schon unbedingt arbeiten wollte, dann sollte er das gefälligst auch schön selbst tun.

Sie räkelte sich entspannt und schloss selbstgefällig die Augen. Tatsächlich war es erst Mitte Juni – wie heiß würde es dann erst gegen Ende Juli werden?

Der warme Duft des Mooses und der Bäume, die angenehmen Geräusche hier im Wald... mit einem Mal fühlte sich Nani ungeheuer müde.

Am frühen Nachmittag wollte sie sich mit Amrûn treffen, und wenn sie jetzt einschliefe, würde sie nicht nur zu spät kommen, sondern sicher auch wieder von den Alpträumen heimgesucht werden, die sie schon seit Tagen quälten...

Noch ehe sie den Gedanken zu Ende geführt hatte, war sie eingeschlafen.

***

Wie von Furien gehetzt hastete sie durch den dunklen Stollen. Die Luft hier unten war schneidend kalt und feucht, der Geruch von Altem, Fauligem hing über dem Stein und aus der Ferne klangen Geräusche, ein dumpfes Grollen und als Kontrast beständiges, helles Klirren wie von Eisenketten.

Fast schien es, als wäre das hier eine Orkhöhle, grob in den Fels gehauen und tief unter der Erden... Nani brauchte einen langen Moment, ehe ihr klar wurde, dass sie sich in den tiefsten Kerkern des Palastes befinden musste.

Immer weiter lief sie, rannte und rannte, vorbei an glatten Felswänden und schmalen Seitengängen, hinein in das unterirdische Stollenwerk, tiefer und tiefer unter die Erde. Ihre Schritte hallten in den Gängen wieder und ihr schwerer Atem erzeugte ein dunkles Echo. Bald schmerzten ihre Lungen und sie blieb stehen, sah sich um, ohne sagen zu können, ob sie sich überhaupt vom Fleck bewegt hatte.

An der Wand neben ihr rann Kondenswasser über den Stein, der von einer dünnen Moos- und Algenschicht überzogen war. Ihre Gedanken kreisten, sie wusste weder wie sie hierher kam, noch, was sie hier tat, doch obwohl sie das Gefühl nicht loswurde, dass irgendetwas oder irgendjemand sie beobachtete, schien sie nicht verfolgt zu werden.

Langsam ging sie weiter, versuchte, ihren Atem wieder unter Kontrolle zu bringen und allmählich beruhigte sich auch ihr flirrender Pulsschlag.

Sie wusste nicht, wie lange sie einfach nur geradeaus ging, ohne zu wissen, was sie erwarten würde, bis der Gang vor ihr plötzlich eine Biegung machte und dahinter im Fels verschwinden zu schien.

Nani spitzte die Ohren und schlich nervös weiter, in gespannter Erwartung, was dieser Weg ihr offenbaren würde; schließlich wand sich die Biegung zu einer Schleife, der Korridor wurde immer schmäler, und endete schließlich in einem etwa zwei Hand breiten Felsspalt.

Für einen Moment schien etwas wie spärliches Licht dahinter zu leuchten, fast glaubte sie, der Gang führe direkt zu einer unterirdischen Höhle. Vorsichtig, lautlos und wachsam tastete sie sich vor, bis sie direkt vor der Spalte stand, und-

- blickte tatsächlich in eine Höhle.

In dem ganzen niedrigen Raum kauerten sich die Dorfbewohner zusammen, mit angehaltenem Atem und vor Angst geweiteten Augen.

An den drei Ausgängen zur anderen Seite hin waren jeweils mehrere Wachposten aufgestellt worden, mit gespannten Bögen und bereit, das Volk mit ihrem Leben zu verteidigen.

Die Kinder schmiegten sich eng an ihre Mütter und hie und da hörte man ein leises Wimmern oder unterdrücktes Schluchzen.

Hunderte und Aberhunderte mussten es sein, die hier ausharrten, und doch waren es Wenige, so Wenige, -es konnte kaum die Hälfte aller Elben sein, die hier lebten. Doch wo nur war der Rest?

Entsetzt überblickte Eamané die Szenerie, die sich ihr hier bot, erdrückt von der Angst und dem Leid, die sich hier anstauten.

Der Schreck fuhr ihr in die Glieder und durchbohrte sie wie ein vergifteter Pfeil – als sie sich am Rande der Menge selbst entdeckte, in sich zusammengesunken und verängstigt an einen anderen Elben gekauert, den sie jedoch nicht erkannte.

Er war anders gekleidet als die übrigen Elben, wobei sie aber nicht sagen konnte, was ihn tatsächlich von den anderen unterschied, und obwohl er aufrecht dasaß, schien er all seines Stolzes beraubt. Er hatte den Arm um sie gelegt und den Kopf gegen den Fels gelehnt. Seine Augen waren geschlossen und sein Atem ging unruhig.

Nanis Blick wandte sich fast gegen ihren Willen erneut ab und glitt wieder über die anderen Elben hinweg.

Einige hatten die Hände gefaltet und murmelten unablässig vor sich hin.

Eamané glaubte zu verstehen, dass sie die Götter um Hilfe anflehten, stumme Gebete, die niemals erhört würden...

***

Mit einem spitzen Schrei fuhr Nani aus dem Schlaf. Ihr ganzer Körper war feucht und sie zitterte wie Espenlaub.

Verwirrt setzte sie sich auf und blinzelte in das helle Sonnenlicht. Wie spät mochte es sein? Zwölf Uhr? Oder schon zwei?

Diese Alpträume machten ihr wirklich zu schaffen, seit fast einer Woche schon wurde sie beständig von ihnen heimgesucht, immer wieder die gleichen oder ähnlich erschreckende Bilder.

"Vielleicht ist es nur die Hitze", versuchte sie sich selbst zu beruhigen, dann rappelte sie sich ganz auf und ging die paar Schritte hinab zum Flussufer. Sie watete etwa einen halben Meter weit ins Wasser und kühlte sich Gesicht und Hände mit dem kalten Nass.

Langsam wurde es Zeit ins Dorf zurückzukehren, wollte sie Amrûn doch nicht warten lassen. Fast tat es ihr weh, die sonnenbeschienene Lichtung verlassen zu müssen, doch schließlich schaffte sie es, sich vom Anblick der im Licht glitzernden Fluten loszureißen, und betrat den kühlen Waldpfad zurück zum Dorf. Kaum fünfzehn Minuten später kam Nani, immer noch ziemlich aufgewühlt, an ihrer Lieblingseiche am Dorfrand an, wo Amrûn sie bereits erwartete.

"Wo warst du denn? Ich stehe hier schon seit fast einer halbe Stunde! Sag mal- du bist ja ganz durch den Wind! Was ist los? Ist etwas passiert?"

Nani hatte beim besten Willen keine Lust, ihrer Freundin hier die Ohren vollzujammern, also ließ sie sich mit einem abweisenden "Ach nein, es ist nichts, alles in Ordnung." in das noch leicht feuchte Moos im Schatten des Baumes fallen.

Amrûn runzelte leicht die Stirn, sagte jedoch nichts, und setzte sich zu Eamané zwischen die Wurzeln. Diese fuhr sich mit der Hand über das Gesicht, blickte die Freundin leicht schief an. "Also, was gibt es so dringendes, das du mir unbedingt erzählen musst?"

Amrûns Besorgnis war auf einmal wie weggeblasen und auf ihrem Gesicht zeigte sich ein breites, zufriedenes Lächeln. "Du wirst es nicht glauben: Ich bin jetzt mit Nengwe zusammen!" Nani war noch immer zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie wirklich wahrnahm, was sie da gerade hörte. "Du bist was?" Erst jetzt kehrten ihre Gedanken vollständig in die Wirklichkeit zurück. Das war ja wunderbar!

"Ja, du hast schon richtig gehört! Wir sind jetzt ein Paar!", bestätigte ihre Freundin begeistert. "Das ist ja toll! Wow, ich wünsche dir alles Gute, Amrûn!" Überschwänglich fiel sie ihr um den Hals und drückte sie. Nani war begeistert von der Vorstellung, dass diese beiden Chaoten endlich zusammen gefunden hatten, jedoch auch davon, dass Amrûn ihr von nun an nie mehr mit jammerndem Wehklagen über ihre unglückliche Verliebtheit in den Ohren liegen würde...

Spätestens jetzt waren die Erinnerungen an ihren Alptraum in die hinterste Ecke ihres Gedächtnisses verbannt.

Den Rest des Nachmittags verbrachten die beiden damit, redend und lachend durch das Dorf zu streifen, mit ein paar anderen befreundeten Elben im Fluss zu baden und einfach ihre freie Zeit zu genießen.

Als Eamané an diesem Abend nach Hause kam, vermochte ihr kein noch so beunruhigender Gedanke die Laune zu trüben und sie ging erschöpft aber glücklich zu Bett.

Der Traum jedoch kehrte wieder, in dieser Nacht ebenso wie in der darauffolgenden, immer wieder hatte sie durch den engen Tunnel zu schleichen und sich mit dem so wirrenden Anblick ihrer selbst und der anderen Dorfelben in dem Verlies zu quälen.

Trotz der Ängste, die sie dabei durchstand, begann sie bald, genauer auf den blonden, so weltfremd wirkenden Elben zu Seiten ihres Abbilds in der Höhle zu achten.

In der dritten Nacht schließlich erkannte sie ihn.

Es war Legolas.

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Aaalso... Bitte erneut um Reviews. Wenn ihr Lust habt, schreib ich euch zurück, ihr könnt ja eure e-mail dalassen :) Bis bald...