Während die beiden Frauen den langen Gang Richtung Schneiderei hinunter liefen, zeigte Stephanie ihr im Vorbeigehen einige der Räume. Meg lernte unter anderem den Physiotherapeuten Colin, den Pressesprecher Tyler und einige der Wrestler kennen. Sie gingen durch die Trainingshalle und Meg war sehr beeindruckt vom Aufbau der ganzen Anlage.
"Hier gibt es ja echt alles. Schon spannend, dass alles mal von der anderen Seite zu sehen."
"Hast du Ryan denn noch nie begleitet?"
"Ich war mal auf zwei oder drei Veranstaltungen, aber das war es auch schon. Und ich schaue halt manchmal im TV zu, damit ich ihn sehen kann", antwortete Meg.
Sie kamen an einem der Trainings-Ringe vorbei, wo gerade zwei Frauen dabei waren, einige Moves auszuführen und blieben kurz stehen.
"Brie, pass auf den Arm auf. Wenn du da falsch aufkommst, kann das ganz schön weh tun", rief Steph einer dunkelhaarigen Frau zu. Diese kam zu ihnen, ging in die Hocke und rieb sich den Arm.
"Ich habe es eben schon gemerkt."
"Brie, Tenille, dass ist Meg. Sie wird uns als Schneiderin zum Rumble begleiten."
Brie und Tenille reichten Meg freundlich die Hand. "Du musst Ryan's Cousine sein. Er hat mir gestern beim Essen erzählt, dass du kommst. Cool ,dann kann ich an meinem Outfit doch noch etwas ändern lassen. Es schneidet mit zu sehr unter den Armen ein", kam von Brie.
"Kein Problem. Wann soll ich eigentlich offiziell anfangen?", antwortete Meg und sah dann zu Stephanie.
"Von mir aus sofort, falls du Zeit hast?. Wenn wir hier noch so einiges erledigen können, umso besser. Ich werde nachher sofort in die Stadt fahren, um dich anzumelden."
"Ok, dann kann ich mir dein Kostüm nachher ansehen, Brie."
Gut, ich werde sehen, wann ich es einrichten kann. Ich habe später zuerst noch eine Autogrammstunde."
Brie stand auf und begab sich mit Tenille wieder in die Ringmitte, um mit dem Training fortzufahren. Stephanie und Meg gingen nun weiter und betraten die Schneiderei, wo eine junge rothaarige Frau an der Nähmaschine saß. Ihre Stirn war in Falten gelegt und sie sah nicht wirklich glücklich aus. Als sie die beiden sah, stoppte sie die Maschine und schob ihre Brille zurecht.
"Ich hoffe, dass ist meine Rettung, die du da mitgebracht hast", sprudelte es aus ihr heraus und Steph nickte lachend.
"Meg, dass ist Cindy. Cindy, dass ist Meg."
"Ich war noch nie so froh, jemanden zu sehen. Hi Meg." Überschwänglich reichte sie ihr die Hand.
"So schlimm?", wollte Stephanie wissen.
"Ich werde hier noch wahnsinnig. Das neue Dress für Conor und Rick muss gemacht werden. Bei Ariane müssen die Pailetten noch drauf und eben kam Ettore mit seinem Mantel, der einen großen Riss hat."
Meg zog ihre Jacke aus, hängte sie an einem Garderobenhaken, der rechts an der Wand hing und drehte sich wieder zu ihr. "Klingt nach viel Arbeit. Also los dann. Wie ich sehe, benutzt ihr dieselbe Maschine, wie ich zu Hause. Das ist prima."
"Gut, ich schätze mal, dass ich dann hier nicht mehr gebraucht werde. Um Eins ist hier allgemeine Mittagspause bis Drei. Essen kannst du hier in der Kantine, wenn du möchtest. Cindy kann sie dir nachher zeigen. Aber natürlich kannst du in deiner Pause auch woanders hingehen. Das ist dir überlassen. Also, dann bis nachher."
Cindy zeigte ihr die Schneiderei und schnell fand sich Meg in die Arbeit ein. Als sie irgendwann mal auf die Uhr sah, war sie erstaunt, dass sie schon auf halb Eins stand. Sie legte gerade das Oberteil von Conor zur Seite, als zwei Männer betraten den Raum. Meg erkannte Joe und winkte ihm kurz zu. Der andere der beiden, hob kurz die Hand zum Gruss und ging dann sofort auf Cindy zu. "Hi Cin. Ich brauche deine Hilfe. Mir ist da ein kleines Malheur passiert. Kannst du es dir mal ansehen?" Er drehte sich ein wenig seitwärts und Cindy schüttelte den Kopf. Man sah einen großen Riss an der Außenseite seiner Jeans und ein Stofffetzen hing lose an seinem Bein herab.
"Ach, Jon, was hast du jetzt schon wieder angestellt?"
"Er wollte die Abkürzung über den Zaun nehmen, aber der Zaun wollte ihn nicht lassen", feixte Joe, der daraufhin einen Schlag auf die Schulter erhielt.
"Warum hast du deine Jeans beim Training an, du Depp. Du hast Glück, dass Meg jetzt da ist. Ich bin nur Aushilfe und du weißt das. Meg, dass ist Jonathan, der Durchgeknallte Good. Ihm sollten wir besser Stahlhosen verpassen. Das ist schon die Dritte in diesem Monat."
"Ach, du bist Meg. Habe schon von dir gehört."
"Ich glaube, mein Cousin muss mir nachher mal Rede und Antwort stehen. Was hat der alles ausgeplaudert, huh?" Meg pustete genervt die Luft aus.
"Nichts schlimmes", antwortete Jon und grinste sie schelmisch an.
"Lässt du mich da mal ran."
"Ähm, klar" Sofort stellte er das Bein nach vorne, auf das sie mit ihrer rechten Hand zeigte.
"Du musst die Hose schon ausziehen. Es sei denn, du möchtest, dass ich sie an dein Bein nähe."
Er öffnete den Gürtel seiner Jeans, zog sie sich über den Hintern und stieg aus ihr hinaus. Mit hochgezogener Augenbraue reichte er sie Meg. Während sie mit der Hose zur Nähmaschine ging und sich setzte, liess sie ihren Blick kurz über seine Beine gleiten.
"Tz, du willst mich nur nackig sehen. Gib es zu." Jon verschränkte die Arme vor der Brust und sah zu ihr runter. Joe, der neben Cindy am Schreibtisch lehnte, schüttelte lachend den Kopf.
Meg sah zu Jon und beugte sich ein wenig vor. "Erstens kannst du die Hose gerne wieder anziehen, und wir erledigen das, während du sie anhast. Aber ich warne dich. Im Blind Nähen bin ich nicht so gut und da kann es leicht passieren, dass ich mal daneben steche. Zweitens habe ich dich schon zu deinen Mox Zeiten in diesen knappen Hosen gesehen und da ist nichts, was mich reizen würde. Und drittens habe ich gerade nur geschaut, weil du auch ein Loch in deiner Shorts hast."
Jon drehte seinen Kopf nach rechts unten und griff mit der Hand an seine Boxer. Das hieß, eigentlich berührte er sofort seinen Oberschenkel. Denn dort wo der Stoff einmal war, klaffte ein Loch. "Na toll", fauchte er und zupfte an dem herunterhängendem Zipfel.
"Ich würde dann mal sagen Eins zu Null für Meg", kam von Joe und Jon zischte ihm nur ein "Penner" zu.
"Soll ich die auch für dich nähen?", giggelte Meg und sah ihn provokant an.
"Das hättest du wohl gerne. Ich muss mit Ryan gleich mal ein Wörtchen reden und ihm mitteilen, dass seine Cousine hier mit allen Mitteln versucht, die Männer auszuziehen."
"Hey, Meg kann nichts dafür, wenn du zu blöd bist, über einen Zaun zu klettern."
"Klappe Anoai", zischte Jon und bewarf ihn mit einem Zollstock, der neben ihm lag. Dann ließ er sich murrend auf einen Stuhl nieder und sah Meg bei ihrer Arbeit zu. Keine fünf Minuten später hielt sie ihm die Hose vor die Nase und er sah, ja eigentlich sah er nichts. Es war, als hätte die Hose nie einen Riss gehabt.
"Danke, Schneiderlein."
"So, nun komm. Langsam habe ich Hunger." Joe schwang seinen Arm um Jon und zog ihn aus dem Raum, wobei er Meg noch kurz zuzwinkerte.
"Dieser Jon hat echt ne Vollmeise, oder? Der ist ja wirklich so schräg, wie im TV." Meg sah ihm kopfschüttelnd hinterher.
"Na, nicht ganz so schlimm, aber leicht verrückt ist er schon. So, lass uns auch etwas essen gehen." Cindy legte ihre Näharbeiten zur Seite, hakte sich bei Meg unter und schon spazierten die beiden Richtung Kantine. Kaum hatten sie den Raum betreten, winkte Ryan ihnen auch schon zu.
"Meg, kommt hier rüber." Als sie so an den Tischen vorbeiging, schauten einige der Sportler sie an und grüßten freundlich, was sie sofort erwiderte.
"Meg, dass sind Windham, Taylor und Colby", stellte Ryan die drei Männer vor, die ihm gegenüber saßen und Meg schüttelte jedem die Hand. Cindy zog sie zur Theke und nachdem sie sich einen Salat und ein Steak geholt hatte, setzte sie sich neben Colby. Während sie aß, hörte sie Windham und Taylor zu, die sich über Football unterhielten und musste plötzlich grinsen. Windham entging dies nicht und er nickte ihr fragend zu.
"Ist schon komisch, dich hier so zu sehen. Im TV bist du so, na wie soll ich sagen..."
"Durchgeknallt und Psycho. Der Hannibal Lecter der WWE", kam von Taylor und Meg nickte lachend.
"Ja, richtig. Dich könnte man so in einen Horrorstreifen stecken und ich würde nie wieder schlafen."
Winham fuhr sich durch seinen langen Bart und schmunzelte. "Ja, so ist das ja auch gedacht. Ich glaube ich mache meinen Job relativ ordentlich.
"Seine Töchter nennen ihn Psycho-Dad", meinte Colby und schob sich dann eine weitere Gabel Reis in den Mund
"Ja, stimmt. Aber sie sind mit meinem Job aufgewachsen und können das gut unterscheiden. Hast du auch Kinder?"
Meg schüttelte den Kopf. Ryan legte seine Gabel auf den Teller und beobachtete sie aus den Augenwinkeln. "Entschuldigt mich kurz. Ich habe vergessen mit etwas zu Trinken zu holen." Sie stand auf und reihte sich hinter Joe in die Schlange ein.
"Hab ich was falsches gesagt?" Windham sah verwirrt zu Ryan.
"Nein, alles Ok", antwortete Ryan.
Meg stand in der Reihe und war mit ihren Gedanken ganz für sich. Erst als sie angestubst wurde, nahm sie ihre Umgebung wieder wahr und zuckte kurz auf.
"Ich habe dich gefragt, was du haben möchtest. Ich stehe einmal hier", kam von Joe.
"Sorry, ich war gerade in Gedanken. Eine Cola Light bitte", meinte sie mit heiserer Stimme. Joe nahm ein Glas, stellte es unter den Zapfhahn und reichte es ihr kurze Zeit später.
"Danke" Sie ging wieder zum Tisch und noch immer hatte Ryan seinen Blick auf sie gerichtet. Meg lächelte ihn kurz an und er lächelte zurück. Sie aß nun weiter und klinkte sich in das Sportgespräch der Männer ein.
Am Nachmittag änderte sie noch einige Kostüme der Diven und packte mit Cindy die restlichen Sachen, die sie mit nach Philadelphia nehmen wollten. Nachdem sie die Trolleys in den LKW verstaut hatten, betrat sie gegen Sechs die Trainingshalle, wo sie sich mit Ryan treffen wollte. Es waren nur noch Jon, Joe, Ryan und John dort, die an der Hantelbank standen.
"Da kommt unser Schneiderlein", rief Jon und legte einen Arm um sie.
"Ist deine Hose noch ganz oder sehen wir dich heute noch im Adamskostüm?" Sie sah nach unten und grinste, während sie seinen Arm von ihrer Schulter schob.
"Haha, sehr witzig"
"Brauchst du noch lange Muscle? Dann warte ich solange im Auto."
"Nein, ich bin fertig. Also dann bis Morgen am Flughafen." Kurz klopfte er auf die Hantelbank, dann legte er einen Arm um sie und zog sie Richtung Türe.
