Halli hallo! Und schon geht es weiter, auch wenn ich mit diesem Kapitel eher unzufrieden bin. Vielleicht macht das nächste mich dann wieder glücklicher.
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Kapitel 2 - Die ersten Tage
Lacrima gähnte ausgiebig und weigerte sich, die Augen zu öffnen. Es war mit Sicherheit viel zu früh. Da der Lärm in ihrem Schlafsaal nicht abnehmen wollte, öffnete sie ein Auge und schielte auf die Uhr über der Tür. Sie schloss das Auge wieder und zog sich die Decke über den Kopf. Ihre Klassenkameradinnen sahen sie verwundert, zum Teil grinsend an.
Plötzlich flog die Decke durch den Raum und ein hellblonder Blitz schoss fluchend in das gemeinschaftliche Badezimmer. Zwei der Anwesenden kicherten.
Eine halbe Stunde später setzte Lacrima sich an den schon ausgedünnten Tisch der Slytherins und starrte in ihre Kakaotasse. Unglaublich, dass der Unterricht in Hogwarts eine Stunde früher begann als in Durmstrang. Und wo hatte sie diesen dämlichen Stundenplan hin gesteckt.
Resigniert stellte sie die Tasse auf den Tisch und stand auf. ‚Du bist eine Malfoy, also wirst du dieses Problem lösen. Auch wenn es so früh am Morgen ist.'
Sie atmete tief durch und stapfte zielstrebig in die Eingangshalle. Dort blieb sie stehen und sah sich um. Schlagartig war ihre Zielstrebigkeit dahin und wich planlosem in die Gegend starren. In Gedanken versunken realisierte Lacrima erst, als ein trauriger Lockenkopf direkt in ihrem Sichtfeld auftauchte, dass Stella bei ihr stand.
Die dunkelhaarige Gryffindor sah sie aus übernächtigten Augen an. „Na das kann ja eine heitere Stunde werden." Lacrima legte den Kopf leicht schief und sah Stella kritisch an. Diese sah weg und seufzte. „Natürlich muss ausgerechnet die erste Stunde bei meinem Vater stattfinden."
Lacrima schlug sich gegen die Stirn. Wie konnte sie Severus vergessen. „Super!" Sie sah erleichtert aus und ignorierte Stellas problematische Lage. Stattdessen packte sie das andere Mädchen am Arm und zog sie schwungvoll in die Kerker.
Erst als sie das Klassenzimmer für Zaubertränke betraten bemerkte Lacrima, was es für Stella bedeutete, hier zu sein. Die Gryffindors warfen ihr immer noch finstere Blicke zu oder ignorierten sie komplett. Während die Slytherins verschiedene Plätze für den Malfoy-Sprössling freigehalten hatten, musste Stella sich alleine in die erste Reihe setzen.
Für einen kurzen Moment fragte Lacrima sich, ob sie sich zu Stella setzen sollte. Dann hörte sie einige Gryffindormädchen flüsternd diskutieren, dass Snapes Tochter ja doch mit den Slytherins rumhing und sicher für die Schlangen spionieren wollte. Kopfschüttelnd setzte sie sich neben einen Jungen, den sie aus der Sandkiste kannte, weil ihre Mütter zusammen zur Schule gegangen waren.
Ein Räuspern sorgte dafür, dass die Klasse schlagartig verstummte. Lacrima wunderte sich, wie gut Severus seine Klasse im Griff hatte. Als er sie vorstellte und seine Erwartungen in ihre Leistungen kundtat, wurde wieder Gemurmel von der Gryffindorseite laut. Nach Snapes Reaktion darauf war Dracos Schwester klar, wodurch er die Schüler im Griff hatte. Gryffindor hatte bereits 10 Punkte verloren, ohne, dass etwas Nennenswertes vorgefallen wäre.
Seine eigene Tochter ignorierte Snape immer noch.
Für Lacrima verlief der Unterricht erfolgreich und friedlich. Zaubertränke beherrschte sie, da in Durmstrang viel Wert darauf gelegt wurde. In ihren ersten zwei Sommerferien musste Draco viel mit ihr büffeln, danach hatte sie es kapiert und kam gut zu recht.
Sticheleien von Seiten des konkurrierenden Hauses überging sie einfach, da es ihr egal war. Ein Haus, das so wenig Zusammenhalt demonstrierte, konnte sie nicht ernst nehmen.
Auch der restliche Unterricht verlief ohne Zwischenfälle, allerdings weniger erfolgreich. Sowohl mit Wahrsagen als auch mit Geschichte der Zauberei konnte Lacrima nichts anfangen. Die Geschichte langweilte sie und über die Zukunft wollte sie nicht all zu viel wissen. Das was sie wusste, reichte ihr aus. Ihren geliebten Bruder irgendwann mit dem Mal zu sehen war eine Vorstellung, die ihr Übelkeit verursachte.
Nach dem Unterricht traf das Mädchen sich mit ihrem Bruder und dessen Freunden. Pansy ging ihr auf die Nerven, aber Blaise war nett. Lacrima konnte es sich nicht genau erklären, aber irgendwie war der dunkelhäutige Junge seit ihrer letzten Begegnung deutlich attraktiver geworden. Sie verwarf den Gedanken schnell, als ihr Blick auf Draco fiel.
Lachend machten die Slytherins es sich am Ufer des Sees gemütlich und genossen die Sonne. Auch wenn die anderen Häuser anderer Meinung waren, auch Slytherins mochten die Wärme des glühenden Balles.
Nach einiger Zeit tauchte Stella in Sichtweite auf. Lacrima wollte aufstehen, Draco hielt sie zurück. „Was hast du vor?"
Irritiert sah das hübsche Mädchen ihren Bruder an. „Ich will Stella herholen."
Draco schüttelte heftig den Kopf. „Ganz sicher nicht. Die ist kein Umgang für dich. Und auch mit dieser Ravenclaw will ich dich nicht mehr sehen müssen. Beweg dich bitte in einem gesellschaftlichen Rahmen, der deiner würdig ist."
Lacrima spürte Wut hoch kochen. Sie waren gerade mal den zweiten Tag in Hogwarts und schon wollte er ihr Vorschriften machen? „Draco, ich glaube, ich kann selbst…" Weiter kam sie nicht. Ihr Bruder zog sie grob auf die Füße und von der Gruppe weg. Lacrima wollte protestieren und ihn fragen, ob er noch ganz dicht sei, bis sie Dracos gequältes Gesicht sah. „Lacci, ich habe keine Lust, Dad zu erklären, warum du diesen Umgang pflegst."
Lacrima stöhnte genervt auf. Das alte Thema. Sie wusste ja, was ihr Bruder sich zu Hause anhören musste, „Aber sie ist doch Sevs Tochter!" Draco verzog die Mundwinkel. „Du merkst doch, wie er mit ihr umspringt. Die Hauseinteilung hat ihn wirklich getroffen und ich denke, dass es eine ganz schöne Blamage wird, wenn seine wenigen Freunde das erfahren."
Lacrima zuckte mit den Schultern. Sie senkte den Blick und murmelte etwas von Sandkasten und aufgewachsen. Ihren Bruder interessierte das nicht. Er hob ihren Kopf und warf ihr einen eisigen Blick zu. Seine Stimme klang härter, als er beabsichtigt hatte. „Halt dich von ihr fern! Und wehe, sie lässt dich nicht in Ruhe!" Damit ließ er seine kleine Schwester stehen und setzte sich zurück zu seinen Freunden.
Aus dem Augenwinkel nahm Lacrima eine Bewegung wahr, als sie sich umsah, konnte sie aber niemanden entdecken, also ging auch sie zurück zur Gruppe.
Stella ging mit müdem und traurigem Gesicht an ihnen vorbei.
Nach einer Woche hatte sich Stellas Zustand nicht verbessert. Lacrima fing an, sich Sorgen um sie zu machen. Auch wenn sie nicht in ihrem Haus war und die beiden Mädchen schon lange nichts mehr miteinander zu tun hatten, waren sie als Kinder Freundinnen gewesen. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn Severus sie nicht weggeschickt hätte. Und warum hatte er sie jetzt zurück und sogar nach Hogwarts geholt?
Nach dem Zaubertränke Unterricht schmuggelte Lacrima eine Nachricht in Stellas Tasche. Sie hatte das Gefühl, dabei beobachtet worden zu sein, entdeckte aber niemand wichtiges, als sie sich verstohlen umsah.
Die gleiche Nachricht wollte sie auch Felicia zukommen lassen. Da sie mit dieser keinen Unterricht hatte, wählte sie einen im Nachhinein betrachtet etwas zu komplizierten Weg.
Sie gab den Brief einem Erstklässler aus Slytherin, mit dem Auftrag, es einem Erstklässler der Ravenclaws zu geben, der ihn seinerseits dann an Felicia übergeben sollte. Drohen brauchte sie dem verstörten Jungen nicht, Draco hatte dafür gesorgt, dass das ganze Haus wusste, wer sie war.
Dass das einen solchen Eindruck machte, war ihr schleierhaft. In Durmstrang hatte sie dafür zu Anfang höchstens anerkennende Blicke bekommen, die normale Reaktion war aber eher die amüsierte Nachfrage, wie das passieren konnte und ob ihre Mutter sich nicht in der Schule geirrt hatte. Wenn Lucius das jemals herausbekäme, würde er sich mit Sicherheit scheiden lassen. Lacrima musste grinsen. Ihr Vater war schon etwas Besonderes.
Einige Stunden später zupfte ein schüchterner Erstklässler an Felicias Umhang. Als sie zu ihm runter schaute, hielt er ihr den Brief entgegen und rannte panisch weg, nachdem sie ihn entgegengenommen hatte. Die Französin wunderte sich. In Beauxbatons waren sie nicht so verstört gewesen.
Sie sah dem Fliehenden eine Weile nach, dann setzte sie sich auf eines der Fensterbretter und entfaltete neugierig den Brief.
style type"italic"„Hallo Felicia, ich nehme an, dass du dich bereits über mein abweisendes Verhalten gewundert hast und vielleicht auch wütend darüber bist. Gib mir die Chance, es zu erklären und triff mich heute um Mitternacht in der Eingangshalle. Wenn du nicht kommen kannst, lass mir eine Nachricht zukommen. Sollte ich nichts von dir hören, gehe ich davon aus, dass du da sein wirst. Ich habe auch Stella zu unserem Treffen gebeten. Lacrima"/style
Felicia lächelte. Es hätte sie auch gewundert, wenn sie sich so sehr in dem Mädchen geirrt hätte. Vermutlich gab es einen guten Grund dafür, warum sie sie aufforderte, die Schulregeln zu brechen. Fleur hatte erzählt, dass viele der Hogwartsschüler die Regeln nicht so eng sahen. Seltsame Schule.
