Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für die ersten Reviews und fleißigen Hits.

Eure Alikema

2. Das Geschenk!

Während Männer den biologischen Vorteil genießen, ob wahnsinniger Schmerzen in tiefer Besinnungslosigkeit verweilen zu dürfen, so bewirkt die genetische Disposition bei Frauen eine schonungslose Auseinandersetzung mit dem Schmerz. Zum Gebären geboren und geschaffen, sind Frauen dazu verdammt, schlimmere Schmerzen zu ertragen zu können als jeder Mann.

So konnte Hermine sich nicht lange in der Bewusstlosigkeit erholen, sondern musste bald der Wirklichkeit erneut die Stirn bieten.

Ihr war kalt, kälter als zuvor.

Erst spürte sie das Frieren, dann den Schmerz in ihrem zugequollenen Kopf, dann hörte sie das Wimmern und Schluchzen.

Sie war nicht alleine in dem kargen Raum, dessen Umrisse sie schemenhaft im Dämmerlicht erkannte.

Neben ihr auf einer Matratze hockte ein verschrecktes Mädchen, jünger als sie, zierlicher als sie, und wie sie neidlos erkannte, wesentlich hübscher als sie.

Als das Mädchen bemerkte, dass Hermine wieder bei Bewusstsein war, da kroch es auf allen Vieren zu ihr herüber und suchte ihre Nähe wie ein verschrecktes Tier.

„Was habe die mit uns vor?", schluchzte die Kleine. „Ich habe doch nichts getan, niemandem habe ich etwas getan!"

Hermine hätte ihr gerne geantwortet, doch ihr Mund war zugeschwollen und jede Bewegung der Zunge verursachte Höllenqualen.

Deshalb streichelte sie ihr nur tröstend durchs Gesicht. Sie hatte eine absurde Befürchtung, wer hinter der Entführung stecken könnte, getraute sich aber nicht den Gedanken zuende zu spinnen.

Das Mädchen kuschelte sich an sie, was Hermine als angenehm und tröstend empfand. Dadurch war ihr wenigstens nicht mehr ganz so kalt.

Leider hatten sie nicht lange Gelegenheit, sich gegenseitig durch ihre Nähe zu beruhigen, denn die Tür wurde aufgerissen und vier ihr unbekannte Männer stürzten herein. Man verband ihnen die Augen und fesselte ihre Hände, dann schleppte man sie fort.

Das Gebäude schien so gut wie gar nicht möbliert zu sein, denn ihre Schritte hallten und die wenigen Worte die von den Männern gesprochen wurden, warfen ihr Echo einen scheinbar endlosen Gang hinunter.

Doch nach einigen wenigen Metern wurden sie in einen Raum hineingestoßen. Die Binde über ihren Augen verwehrte Hermine die Sicht und diente gleichzeitig als provisorischer Verband für die tiefe Platzwunde.

Die Akustik hatte sich deutlich verändert.

Obwohl ihre Augen verbunden waren, war sie sich der Präsens von mehren Menschen bewusst. Sie hörte schnarrende Atemgeräusche, das Scharren von Füßen auf dem Boden und das leise Rücken eines Stuhles.

Mit ihren Armen versuchte sie wenigstens die Nacktheit ihrer Brüste zu verbergen. Das Mädchen neben ihr schluchzte leise und Hermine vermochte nichts Tröstliches zu sagen. Ihr Mund war zugeschwollen und sie konnte ihre eigene Angst nicht leugnen.

Die kalte Stimme, die sich plötzlich erhob, schien die Luft um sie herum zu vereisen.

„Wie ihr seht, meine Getreuen, stehe ich zu meinem Wort und ich werde heute anfangen, die Besten unter euch zu entlohnen Leider ist eines meiner Geschenke nicht gänzlich unversehrt geblieben, aber es ist nichts, was nicht zu reparieren wäre."

Hermine hörte sich langsam nähernde Schritte und das Mädchen neben ihr, schrie gequält auf. Anscheinend wurden ihm gerade neuerliche Schmerzen zugefügt.

„Seht euch dieses feine Muggelblut an!", hörte Hermine die kalte Stimme sagen. „Nicht fähig mit Magie nur etwas Wasser zum Kochen zu bringen, doch ein Mund so süß und ein Körper so betörend, dass er jedes Männerherz zur Raserei bringt."

Das Mädchen quiekte verschreckt und Hermine realisierte einen Windzug und einen dumpfen Schlag, der sie annehmen ließ, dass ihre Leidensgefährten niedergeschlagen worden war.

„Lucius mein Freund, nimm diese Geschenk als Lohn für deine Dienste und deine Treue. Mögen dir die fleischlichen Freuden mit diesem jungen Muggelmädchen eine kleine Entschädigung für deine Zeit in Askaban sein."

In Hermines Kopf setzte sich in Millisekunden das Puzzle komplett zusammen, dessen Einzelteile sie bereits seit Wiedererlangen ihres Bewusstseins zusammenfügen wollte.

ER war es. Voldemort! Und aus seiner Ansprache konnte sie schließen, dass seine Todesser bei ihm waren. Trotz ihrer gefesselten Hände riß sie sich mit einer schnellen Bewegung die Augenbinde vom Kopf.

Ihr rechtes Auge war nun komplett zugequollen, doch mit ihrem Linken blinzelte sie ins trübe Licht, versuchte die schemenhaften Gestalten auszumachen, die sich an den Tischen um sie herum befanden.

„Crucius!"

Der leise gemurmelte Fluch haute ihren Körper von den Füßen wie das Bewusstsein aus ihrem Kopf. Der rasende Schmerz, der sich wie ein Lauffeuer durch die Nervenbahnen ihrer Haut fraß, erwies ihrem Geist die Gnade sich für wenige Momente in der trügerischen Ruhe der Besinnungslosigkeit zu erholen, bevor ein weiterer Zauberspruch sie wieder in die brutale Realität brachte.

Unfähig zu schreien, konnte sie ihn sehen. Einen in schwarz gehüllten großen Mann, ohne Haare, mit schlangenhaften Zügen und geschlitzten Augen. Sie hätte ihn erkannt, auch wenn Harry ihn nicht in seinen Erzählungen tausend Mal beschrieben hätte. Kälte und Grausamkeit entströmten seiner Aura und waren schlimmer als jeder Albtraum, schlimmer als jede Furcht die sie jemals verspürt hatte. Es war ihr, als blickte sie dem Teufel persönlich ins Antlitz.

Sein ausgestreckter Zeigefinger hob ihr Kinn an, sie spürte seinen langen Fingernagel in ihrer Haut, zwang sie ihn anzusehen.

„Ich glaube nicht, dass Du nun noch ein geeignetes Geschenk für meinen treuen Gefolgsmann bist, kleines Schlammblut. Mit deiner Zunge vermagst du vorerst keinen Mann verwöhnen und dein Anblick ist eher abstoßend als anziehend." Mit diesen Worten drehte er Hermines Kopf prüfend hin und her.

Eine dunkle Gestalt trat neben Voldemort und fixierte sie mit bösen, dunklen Augen.

„Ich nehme sie trotzdem, Mylord!"

Voldemort ließ Hermines Kopf abrupt los, was sie wegen ihren entkräfteten Zustandes etwas zusammensinken ließ.

Mit etwas Erstaunen in der Stimme wandte er sich der dunklen Gestalt zu.

„Du hast Besseres verdient, aber wenn es Dein Wunsch ist, dann nimm sie Dir, Severus mein Freund!"

tbc