Erstmal danke an alle für eure schönen Reviews ;) Ich hoffe ihr bleibt alle dran.

Minnilein: Ich wollte Harry in einem Alter, wo er noch Kontakt zu Sirius hat und er nicht mit dem Gedanken in Mittelerde ausharren muss, wo Lord Voldemort sein Unwesen in der Welt treibt. Also einen halbwegs sorgenfreien Harry. Da war der Anfang des 4. Schuljahrs passend.

Aischa: Die FF wird hauptsächlich in Mittelerde spielen. Aber Harry wird auch Hogwarts wieder sehen :smile:

JuMiKu: Keep on reading ;)

Kleine Anmerkung noch: Ich hab das erste Kapitel anders Formatiert. Also nich' wundern ;)


2. Kapitel
Die Éored

Erschöpft und vollkommen ausgelaugt ließ Harry sich auf einen Stein sinken. Er wusste nicht wie lange er schon unterwegs war, aber dem Schmerz in seinen Beinen nach zu urteilen mussten es Stunden gewesen sein. Die Landschaft wechselte gelegentlich von Steppengras zu felsigem Untergrund, was dem Zauberlehrling das vorankommen erheblich erschwerte. Ebenso riss er sich bei seiner „Klettertour" beide Unterarme auf, sowie die Knie. Einen Moment der Unachtsamkeit und Harry hatte Bekanntschaft mit den scharfkantigen Steinen gemacht. Seine dünne schwarze Jacke und auch seine Jeans waren nun zerschlissen, ebenso dreckig. Die Wunden brannten und schmerzten bei jeder Bewegung. Der junge Zauberer biss die Zähne zusammen. Er durfte sich davon nicht aufhalten lassen und so schnell wie möglich in eine Stadt oder Dorf gelangen. Harry hatte nicht vor die Nacht auf der Steppe zu verbringen. Am Sonnenstand schätze er, dass ihm noch gut zwei Stunden blieben ehe es dämmerte. Der Zauberlehrling rappelte sich auf und ging mit großen Schritten weiter. Jedoch beunruhigte ihn der Gedanke, dass er bisher nicht einmal eine Straße oder Weg entdeckt hatte. Harry fiel absolut nichts ins Auge, was ihm auch nur einen geringen Hinweis auf menschliches Leben gab.

Das einzig Positive, was er seit seiner Ankunft in diesem unbekannten Land zu verkünden hatte, war, dass er nicht angegriffen wurde. Harry hatte mit sonderbaren Kreaturen wie Trollen, Dementoren, ja sogar Anhängern von Lord Voldemort (oder gar ihm höchstpersönlich) gerechnet. Immerhin ist dies nun ein nahezu perfekter Zeitpunkt. Er, allein, niemand sonst in der Nähe der ihn unterstützen könnte. Harry schüttelte den Kopf. ‚Hör auf dir selbst Angst einzujagen.' Aber eine Stimme in seinem Hinterkopf sprach die grausame Wahrheit aus, dass es nur eine Frage der Zeit sei, ehe es passieren würde.

Der Anblick eines Flusses, den er von einem Hügel aus entdeckte, gut drei Steinwürfe entfernt, zauberte ein Lächeln auf sein Gesicht. Es war ein Übergang und der Fluss teilte sich in mehrere kleinerer auf. Ringsherum standen saftig grüne Bäume und spendeten Schatten. Harry seufzte erleichtert. ‚Endlich Wasser.' Er war halb verdurstet, ebenso meldete sich sein Magen. Aber Wasser würde das Hungergefühl erst einmal unterdrücken.

Der junge Zauberer hechtete den Hügel hinab, rannte über Kies vorbei an Bäumen, ließ sich am Ufer auf die Knie fallen, legte das Bündel mit dem Schwert daneben und schöpfte eine Handvoll des kostbaren Elixiers. Es befeuchtete seine trockene Kehle, perlte an den Lippen ab. Das Wasser tat gut und Harry fühlte sich neu belebt. Er schöpfte erneut und nahm großzügige Schlücke.

Doch plötzlich sirrte etwas nur knapp an seinem Kopf vorbei und blieb hinter ihm, zitternd in einem Baum stecken. Es stellte sich als schwarzen Pfeil heraus, ebenso schwarz gefiedert. Ein weiterer rauschte heran, gefolgt von zwei weiteren. Harry krallte das Stoffbündel, schmiess sich, nach links ausweichend, zur Seite, rollte nach vorn, rappelte sich hoch und rannte davon. Er hörte weitere heransausen und wie manche in seiner Nähe in die Bäume einschlugen. Einer pfiff gefährlich nah an ihm vorbei und der Zauberer spürte, wie das Objekt förmlich die Luft zerschnitt. Harry suchte hinter einem Baum Schutz, lugte in einem günstigen Moment kurz um die Ecke und erkannte seine Angreifer: es waren Troll ähnliche Wesen, nur viel schlanker und muskulöser. Sie hatten die ungefähre Größe eines normal gewachsenen Menschen, trugen Rüstungen, die an vielen Stellen verschmutz war – auf den Rücken erkannte er Schwerter, Bögen und Köcher mit schwarz gefiederten Pfeilen. Ihre Haut war fahl, aschgrau und sie besaßen unheimlich gelbe Augen.

Einer der Kreaturen öffnete seinen Mund und schrie mit einer tiefen Stimme: „Ist das ein Halbling? Es ist so klein. Es muss ein Halbling sein!" Ein anderer antwortete, nachdem weitere Pfeile an Harry vorbeisurrten. „Nein. Das ist ein Menschenkind! Es ist nur sehr jung." Harry fragte sich was das für Kreaturen waren. In keinem seiner Bücher über magische Geschöpfe hatte er über sie gelesen. Und was sollte der Ausdruck Halbling, den sie gegen ihn verwendeten? „Es ist egal, was es ist!" brüllte ein dritter laut. „Tötet es. Saruman will alles tot sehen was sich gegen ihn auf lehnen könnte. Na los, ihr dreckigen Maden! Tötet es!" Mehr Pfeile sausten an ihm vorbei und Harry erkannte das vier der Wesen sich von außen, durch die Bäume hindurch, an ihn heranschlichen. ‚Oh nein. Nicht mit mir.' Der junge Zauberer zückte seinen Zauberstab, verwahrte das Bündel mit dem zerbrochenen Schwert in seiner Jackentasche, und zielte auf das erste Monster. „STUPOR!" Ein Roter Lichtblitz hellte das Gebiet auf und schleuderte die Kreatur Meterweit durch die Luft, bis er einen seiner Kameraden traf und beide zusammenbrachen. Die Verbleibenden rannten mit einem Wutgeschrei auf ihn los, doch Harry beschwor schon den nächsten Spruch auf sie: „Expelliarmus." Verwundert blickten die Monster zu ihren, in der Luft schwebenden, Waffen. „Was ist das für eine Hexerei?" schrie eines der Kreaturen. Harry grinste in sich hinein und ließ ihre Klingen, mit einem Zauberstabschwung, im Wald verschwinden. Um sich zu verteidigen brauchte er diese Waffen nicht. Stattdessen deutete der Zauberer auf einen großen Felsen und schickte ihn den Monstern mit „Wingardium Leviosa!" entgegen. Klägliches gejaule war noch zu hören ehe der Fels sie unter sich halb begrub. Harry sah dies, da nun alle Feinde außer Gefecht gesetzt waren, als Chance zu fliehen, doch zwei Monster hatten sich von hinten ihm genähert und setzten ihre Klingen an seine Kehle. Sie war überzogen mit verkrustetem Blut. „Es ist ein Zauberer. Es ist gefährlich." Grunzte einer, Harry ins Gesicht. „Allerdings!" Gab er als Antwort und wollte einen Fluch auf sie anwenden, doch der Anblick einer sich schnell nähernden Reiterschar, aus geschätzten 30 Männern, ließ seine Stimme versagen.

Ihre Pferde waren schnell, das Donnern der Hufen und die Kampfschreie der Ritter ließen die Kreaturen offensichtlich große Furcht einflössend. Sie ließen hastig von Harry ab und eilten zum Fluss. Die Männer preschten an dem jungen Zauberer vorbei und attackierten die, mit Schwertern bewaffneten, Monster. Schwerter klirrten aufeinander, Schreie der Menschen und der Kreaturen drang an seine Ohren.

Vorsichtig lugte Harry um den Baum und sah die Ritter in ihren edlen Rüstungen, bemalten Schilden und glänzenden Helmen kämpfen. Auf ihrem grünen Banner prangte ein silbernes galoppierendes Pferd. Ihre Schlachtrösser waren stark, wendig und wohl gepflegt das Fell.

Die Kämpfer erschlugen die Monster schnell aber binnen Sekunden kamen weitere, unter Kampfgeschrei, auf das Schlachtfeld gestürmt. ‚Lange werden sie das nicht durchhalten.' Er sah wie fünf Kreaturen einen Ritter, mit goldenem Haar was unter seinem Helm hervor schimmerte, einkreisten und ihre Speere drohend auf ihn richteten. Er wurde an einen Felsen gedrängt, das Pferd wieherte und bäumte sich auf. Harry musste etwas tun. Schnell verließ er sein Versteck und rief den Entwaffnungszauber: „Expelliarmus!". Die Waffen flogen im hohen Bogen davon und der Mann erschlug mit schnellen Schwertstreichen zwei Monster. Harry selbst schickte die übrigen mit „Stupor!" an den nächsten Baum wo sie regungslos liegen blieben.

Er blickte zum Reiter, der ihm zu nickte. „Habt Dank. Ihr habt mich gerettet." Harry wollte antworten, doch ein plötzlicher Schmerzwall in seinem linken Bein ließ ihn zur Seite hin, in den seichten Fluss, abkippen. Er schrie auf und durch seine tränennassen Augen erkannte der Zauberlehrling, dass ein schwarzer Pfeil in seinem Bein steckte. Doch sogleich schoss ein weiterer Schmerz durch seinen Körper. Ein zweiter Pfeil hatte sich in seine rechte Schulter gebohrt. Harry keuchte, rang nach Luft. Er stützte sich mit der gesunden Seite seines Armes ab, um nicht gänzlich in das kalte Wasser zu fallen. Der Schmerz raubte ihm die Kraft, die Sicht wurde zunehmend schlechter. Wie ein Nebelschleier legte es sich vor seine Augen, dennoch erkannte Harry wie der Ritter, mit dem goldenen Haar, das Monster was ihn angegriffen hatte, erschlug, vom Pferd sprang und zu ihm eilte. Der Mann fing ihn noch auf, ehe er vollends den Boden berührte. An seine Ohren drang noch ein entsetztes „NEIN!" bevor ihn seine Sinne verließen.

Kalter Wind blies ihm ins Gesicht… Pferdegewieher und Hufgetrappel erklang...
Immer wieder erwachte Harry und jedes Mal lebten die Schmerzen unbarmherzig neu auf. Seine Sicht war etwas klarer als zuvor. Er spürte wie ihn jemand fest im Arm hielt, sie saßen auf einem Pferd, welches schnell über das Land fegte. In der Ferne erkannte Harry gerade noch ein großes Gebäude auf einem Hügel, umgeben von vielen kleineren Häusern, ehe ihm wieder schwarz vor Augen wurde.