Kapitel 1

„Wo sind wir?" Fragt John sich um seine Achse drehend.

„IN EINER HÖHLE UNTER STONEHENGE!" Donnerte eine Stimme durch das Gewölbe.

Sarah fuhr herum und suchte nach dem Ausgangspunkt der Stimme. „Stonehenge?" Fragte sie mit Unverständnis.

„Stonhenge. Ein aus mehreren Steinkreisen gebildetes mysteriöses Monument in der Nähe von Amesbury, in der Provinz Wiltshire im Süden Englands", erklärte Cameron, den Blick durch die Höhle schweifen lassend.

John drehte sich zu ihr und sah sie erstaunt an.

Cameron fixierte den Blick kurz auf ihn. „Ich lese Wikipedia. Ich schlafe nicht", war ihre Erklärung.

„Die Maschine hat Recht!", kam die selbe Stimme wie zuvor aber merklich leiser aus der Dunkelheit.

„Wer spricht da?" Fragte John, der als einziger versuchte den Überblick zu behalten, während sich Sarah, Derek und Charley Dixon hektisch umsahen.

Nun trat eine Gestalt aus dem Schatten. „Entschuldigt bitte, ich liebe diese dramatischen Auftritte", sagte er mit einem Grinsen. „Ich bin der Wächter". Er war kräftig gebaut und verhüllt in einen langen schwarzen Umhang.

Cameron hatte John hinter sich gezogen und war bereit den Mann anzugreifen, der aber hob nur die Hand.

Mit entsetzt aufgerissenen Augen sahen die Menschen im Raum zu, wie Cameron plötzlich einfach umkippte. Mit dem Gesicht schlug sie regungslos auf dem Boden auf.

„CAMERON?!" Schrie John entsetzt.

Sarah und Derek hatten ihre Waffen gehoben und betätigten vergeblich den Abzug. Kein Schuss löste sich.

„Keine Angst", sagte der Mann lächelnd zu John. „Sie ist nur für eine Weile lahmgelegt". Er wandte sich an die Anderen. „Wie auch Eure anderen Technischen Spielzeuge. Alles wird zu gegebener Zeit wieder funktionieren".

John hockte neben der reglosen Cameron und drehte sie mir einiger Mühe auf den Rücken. „Was wollen Sie?"

„Um das zu erklären John Connor muss ich etwas weiter ausholen. Es ist eine Geschichte von Macht und Tod", erklärte der Fremde.

„Wie sind wir hier her gekommen?" Fragte der noch immer verwirrt scheinende Charley Dixon.

Der Fremde blickte zu ihm. „Nennen wir es Zauberei", sagte er mit einem Lächeln. Dann wandte er sich wieder an John. „Ich wecke sie auf, wenn Du sie davon abhältst irgendwelche Dummheiten zu machen.

John hatte Cameron vorsichtig etwas Dreck aus dem Gesicht gestrichen und blickte nun auf. „Ich verspreche es", sagte er leise.

Der Mann sah ihn einige Sekunden an, dann hob er die Hand und machte eine Bewegung in Camerons Richtung.

Für John überraschend richtete sich Cameron augenblicklich auf. „Bist Du ok?" Fragte er sie spontan.

Cameron sah zu dem Fremden, dann zu John. „Ich bin ok", sagte sie. Dann lies sie sich von John aufhelfen.

John warf dem Mann einen kurzen Blick zu „Cameron, ich habe ihm versprochen, dass Du...".

„Ich weiß John. Ich war aktiv. Lediglich meine motorischen Systeme waren blockiert", unterbrach sie ihn.

„Folgt mir", sagte der Mann und wandte sich ab, ohne den Personen noch Beachtung zu schenken.

Sarah sah zu John, der nur mit den Schultern zuckte und dann mit Cameron im Schlepptau hinter dem Fremden her ging.

Sie betraten eine größere Höhle, die wieder nur von Fackeln erhellt wurde. Im Zentrum der großen Höhle befanden sich einige Dinge. Ein steinerner Altar, auf dem mehrere alt aussehende Kisten standen und etwas Großes daneben, das von einem Tuch verdeckt wurde.

„Über die Jahrtausende hinweg wurde diese Welt immer wieder von Kräften bedroht, die die Auslöschung der Menschheit zum Ziel hatten. Um diese Kräfte zu bekämpfen wurden mächtige Waffen geschaffen", erklärte der Mann und ging an den Kisten vorbei um diese zu öffnen.

John, Sarah, Derek und Charley blieb der Mund offenstehen, als sie die Waffen erblickten, während Cameron nur interessiert wirkte.

Ein schlankes Schwert, ein Bogen, ein goldenes Kurzschwert, ein Samuraischwert, ein Mongolischer Krummsäbel. Als letztes blieb der Fremde an dem Großen Gegenstand stehen der von einem Tuch verdeckt wurde. Er machte ein nachdenkliches Gesicht, bevor er das Tuch wegzog.

Alle anwesenden, Cameron natürlich ausgenommen, hielten den Atem an.

„Ist das...?" Fragte John und deutete auf den Felsen in dem ein Schwert steckte.

Der Fremde nickte nur.


Kapitel 2

„Das Schwert Robin Hoods, Der Krummsäbel Dschingis Khans, Das Schwert von Arthur Pendragon, um nur einige Beispiele zu nennen", Zählte der Mann auf. „Auch Alexander der Große war einmal im Besitz dieses Schwertes", sagte er und deutete auf die Waffe, die er Robin Hood zugeordnet hatte.

„Aber...", sagte John verwirrt. „Robin Hood, König Artus, das sind doch Alles nur erfundene Geschichten".

Der Mann schüttelte den Kopf. „Die Personen sind so real, wie es Alexander der Große und Dschingis Khan waren. Einstmals hat es sogar gleichzeitig Sieben Kämpfer gegeben, die einer großen Gefahr trotzen mussten. Dies wurde dann später die Ritter der Tafelrunde genannt. Während die Sagen selbst von den Autoren erfunden waren hat es diese sieben Kämpfer ebenfalls tatsächlich gegeben".

„Was für eine Gefahr?" Fragte Sarah. Ihre ersten Worte, seit sie die große Höhle betreten hatten.

Der Fremde blickte zu ihr. „Eine Gefahr größer noch als Euer Skynet", sagte er mit Nachdruck.

Derek entrang sich ein Schnauben. „Ist klar, eine größere Gefahr als die Ausrottung der Menschheit", sagte er voller Sarkasmus.

Der Mann sah ihn mitleidig an. „Während heute Waffen existieren den Maschinen Skynets zu trotzen wären die Menschen damals der Gefahr hilflos ausgeliefert gewesen, hätte es nicht diese Waffen und ihre Träger gegeben. Diese Waffen sind sehr Mächtig, sogar in der Lage eine Maschine Skynets zu zerstören".

„Wir müssen sie Haben", sagte John spontan mit glänzenden Augen und trat vor, bereit nach dem Schwert Robin Hoods zu greifen.

Der Mann machte einen schnellen Schritt und hob die Hand. „Diese Waffen suchen sich ihre Träger selbst aus. Wenn ihr dazu bestimmt seid sie zu tragen werden sie Euch dies offenbaren. Ein Unwürdiger oder ein Feind würde von diesen Waffen getötet werden.

„Auch eine Maschine?" Fragte Sarah ohne ihren Blick von den archaischen Waffen zu nehmen.

Der Fremde nickte. „Eine Maschine würde sicherlich zerstört werden", versicherte er.

„Darum sind wir hier?" Fragte John verwirrt. „Um zu sehen, ob einer von uns würdig ist?"

Erneut nickte der Mann. „Deshalb habe ich Euch hergeholt. Ihr müsst einem übermächtigen Feind trotzen und Dir John Connor wird nachgesagt der Einzige zu sein der das kann".

Johns Blick wanderte zwischen dem Mann und den Waffen hin und her. „Was muss ich tun?" Fragte er hastig.

Der Fremde trat hinter den Altar mit den Waffen. „Gegenwärtig schlafen die Kräfte in diesen Instrumenten der Macht aber ich werde sie nun erwecken".

Alle sahen nun zu, wie der Mann die Arme hob, Hände waagerecht ausgestreckt. Er legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Dann murmelte er einige Wörter in einer abgehackten unverständlichen Sprache.

Ein Schleier, der über den Waffen sichtbar wurde löste sich langsam auf.

Schließlich lies der Mann die Hände sinken.

Derek begann heftig den Kopf zu schütteln. „Sarah, der Typ ist doch völlig wahnsinnig. Wir sollten sofort von hier verschwinden. Sarah...".

Derek verstummte, als er sah, das Sarah Connor mit starrem Blick und staksigen Schritten langsam auf den Altar zu schritt. Vor diesem blieb sie stehen und sah auf die Waffen hinab.

Sie hob die Hand und streckte den Arm aus. „Albion", murmelte sie hörbar, ihre Hand schwebte noch zwei Sekunden lang über dem Schwert Robin Hoods bevor sie energisch zugriff, es hochriss und gerade nach oben streckte.

Während Derek, Charley und auch Cameron zusahen, wie das Schwert nun zu leuchten anfing achtete niemand auf John.

In ähnlicher Weise ging der Junge John Connor vor, bis er vor dem Schwert im Felsen stehenblieb. „Excalibur", sagte er leise, bevor er ohne zu zögern den Schwertgriff packte und das schwere Instrument in einer flüssigen Bewegung aus dem Felsen zog.

Alle sahen nun, dass auch Johns Waffe begann wie ein Stern zu strahlen.

Schließlich lies das Leuchten nach und John und Sarah schienen wieder zu sich zu kommen. Simultan senkten sie die Stichwaffen.

„Es wurde gewählt und die Träger wurden anstandslos akzeptiert!" Rief der Fremde feierlich. „Mit diesen Waffen seid ihr im Zweikampf unbesiegbar!"

„Unbesiegbar?" Fragten Die neuen Besitzer der Stichwaffen unisono.

„Unbesiegbar!" Bekräftigte der Mann. „Aber nicht unverwundbar!" Fügte er hinzu. „Hütet Euch davor die Schwerter abzulegen. Dann seid ihr ganz normale Menschen ohne den Schutz der Waffen!"

„Was ist das?" Fragte Charley plötzlich dazwischen und deutete auf eine kleine Kiste an der Seitenwand.

Der Fremde blickte kurz dorthin. „Das ist die siebte Waffe. Sie ist sehr eigenwillig und wird wohl niemanden erwählen.

John und Sarah hatten sich soweit gefangen, dass sie näher traten.

„Die Kiste ist sehr klein", bemerkte John.

„Was für eine Waffe kann sich darin befinden?" Fragte Sarah neugierig.

Der Mann interessierte sich wenig für die kleine Kiste. „Es ist eine Hexenklinge. Sie ist weder Gut, so wie die anderen Waffen. Noch ist sie böse, sie folgt einfach ihren eigenen Regeln. Die letzte Trägerin, eine New Yorker Polizistin hat sie abgelegt, weil ihr die Macht der Waffe zu Viel, zu unkontrollierbar wurde. Frauen wie Johanna von Orleans und Kleopatra haben sie getragen und sind letztendlich doch an ihr gescheitert".

„Und wenn sie jemanden auswählen würde?" Fragte John interessiert.

Der Fremde schloss derweil die Kisten mit den anderen Waffen. „Da Sarah bereits erwählt wurde und keine andere Frau anwesend ist erübrigt sich diese Frage. Die Witchblade erwählt immer nur Frauen", erklärte er und deckte den Felsblock wieder zu.

„Wenn das so ist...", sagte John und sah den Mann an. „Warum zittert der Kasten dann?"

„Was?" Fragte der Fremde bestürzt und trat hastig näher.

Tatsächlich bebte die kleine Kiste, hüpfte quasi auf der Stelle und in dem halbdunklen Raum sah man ein heller werdendes rotes Glühen aus dem Spalt am Deckel des Behälters kommen.

„Wie ist das möglich?" Fragte sich der Fremde verwirrt. „Es ist keine Frau außer Sarah hier". Er kratzte sich am Kinn. „Außer...!" Rief er und fuhr auf dem Absatz herum.

Die Anderen, die sich ebenfalls auf den mysteriösen Behälter konzentriert hatten sahen ebenfalls in die Richtung in die der Fremde Blickte und rissen die Augen auf.

Cameron stand mit blau leuchtenden Augen im Hintergrund des Raumes eine Hand in Richtung der Kiste ausgestreckt. Unverständliche Worte in einer längst vergessenen Sprache kamen aus ihrem Mund.

„Cameron!" Rief John erschrocken. „Es wird dich zerstören!"

„Es ist zu spät!" Rief der Mann, als sich plötzlich der Deckel des kleinen Kastens schwungvoll öffnete.

Alle sahen, dass sich eine Art Metallhandschuh darin befand der damit begann einen Augenblick lang über der Kiste zu schweben, bevor er sich schneller als man ihm mit dem Blick folgen konnte, durch die Luft auf Cameron zubewegte.

Dann sahen Alle, wie der Handschuh sich an Camerons rechter Hand befand. Sie schien ebenfalls wieder klar denken zu können, denn sie legte verwirrt den Kopf auf die Seite und starrte das Teil an.

„Bist Du in Ordnung?" Fragte John.

Cameron blickte zu John „Es geht mir...".

Dann begann das Unheil.

Der rote Edelstein auf dem Handrücken des Metallhandschuhs begann grell rot zu leuchten. Übergangslos suchten sich Blitze Vom Handschuh ausgehend ihre Bahn über Camerons Arm zu Kopf und Körper. Camerons ganzer Körper hatte sich gespannt wie eine Bogensehne als der erste Blitz voll knisternder Elektrizität in ihren Körper gefahren war.

„CAMERON!" Schrie John und wollte zu ihr, wurde aber von Derek daran gehindert. „Du musst ihr helfen, musst das stoppen!" Rief er dem Mann verzweifelt zu. „Das Ding wird sie töten.

Der Fremde sah ihn hilflos an. „Ich kann es nicht ändern!" Rief er. „Die Witchblade wird beenden was sie angefangen hat!"

„NEIN!" Schrie John, dann verstummte er von Dereks Armen gehalten, Tränen in den Augen musste er mitansehen was weiter passierte.

Bei jeder Entladung die sie traf war es den Zusehenden als würde Camerons lebendes Gewebe durchsichtig werden. Man konnte deutlich ihr Endoskelett erkennen.

Ein Geruch nach verbranntem Fleisch wurde erkennbar.

Während weiterhin Blitze aus der Witchblade kamen wurde der rote Edelstein auf dem Handrücken immer heller, bis die Anwesenden schließlich wegsehen mussten um nicht zu erblinden.

Weitere lange Sekunden war die ganze Höhle in ein gleißendes rotes Leuchten getaucht von dem die Anwesenden zu fühlen glaubten, dass es mühelos ihre Körper durchdrang.

Plötzlich dann herrschte Finsternis und Stille. Es dauerte eine Weile, bevor die Netzhäute sich wieder an das Halbdunkle Fackellicht gewöhnt hatten.

Was sie sahen, als sie wieder zu Cameron blickten war entsetzlich. Ein Stöhnen entfuhr Sarah, während John immer wieder nur den Kopf schüttelte.

Wo vorher eine brünette junge Frau gestanden hatte stand nun ein blutbesudeltes, stellenweise glänzendes Endoskelett. Das grell blaue Leuchten der Linsenaugen schwand allmählich, bevor der Metallkörper steif wie ein Brett nach Hinten kippte und mit einem Krachen auf dem Boden aufschlug..

Nun erst riss sich John von dem schreckensstarren Derek los und ging mit schleifenden Schritten auf die Gestalt am Boden zu. „Cameron", flüsterte er fast unhörbar.

Vor dem Endoskelett sackte er auf die Knie. Alle anderen im Raum hielten den Atem an.

John hatte die Hände zwischen die Schenkel geklemmt und zählte mit geschlossenen Augen langsam bis 120.

Charley wollte zu John und ihn dort wegholen aber Sarah hielt ihn am Arm fest. Sie schüttelte den Kopf, als er sie fragend ansah.

Dann sahen sie, wie John auf allen Vieren um ihren Körper herumkrabbelte, um an den Chipport zu gelangen.

Der Portdeckel war noch nicht wieder auf dem Port, so dass er direkt an den Chip gelangen konnte. Mit zitternden Fingern drehte er den Halter, bis er das sensible Teil herausziehen konnte. Als er den Chip herauszog entrang sich ihm ein Stöhnen. Da war nichts, nichteinmal ein Bruchstück.

John lies den Chipträger fallen. Der Chip war weg. Cameron war tot.