Wow! Ich hab Revs! sich freut wie n Keks. Und auch noch liebe Revs ;-) Das ermutigt doch, weiter zu schreiben!

Ennoia: Danke, danke! Was kann man sich als Autor mehr wünschen, als solch ein Einstiegs-Rev? Also wirklich, ich fand das Ende des Films mehr als fragwürdig. Ja, klar, sie wollen Orlando gerne streichen, falls es einen vierten und fünften Film geben soll. Aber was wäre PotC ohne William, der ja die Angewohnheit hat, sich in Schwierigkeiten zu bringen? Hach, du siehst, dass es mir noch immer total nahe geht. Ich hoffe, dass ich deinen Erwartungen gerecht werde, was die Story angeht knuff

Tine: lol hach, freut mich so, dass dir das erste Chapi gefallen hat. Werde mich bemühen, schnell zu schreiben, im Moment bin ich noch voll motiviert. Gestern hab ich es nicht mehr geschafft, das nächste Kapitel online zu stellen, um 2 Uhr nachts war ich zu müde, um nach Rechtschreibfehlern zu suchen (geschweige denn nach Logikfehlern)… aber jetzt geht's weiter!

S.M. Cortelly: is total erschrocken zum Weinen wollte ich dich jetzt nicht bringen… Aber weißt du, was mich zum weinen bringt? Der Soundtrack zu PotC3 heult grad wieder los Ist so traurig schnief. Aber so eine Puppe wie du da hast, will ich auch gerne haben! lacht und Will-Voodoo-Puppe kitzelt. Supersüß!

So, weiter geht's! Viel Spaß!

Ziellos

Die See ging gleichmäßig, keine Wolke war am Himmel zu sehen, doch der Wind war auf ihrer Seite.

Drei Wochen waren vergangen… Sie stützte sich auf die Reling und starrte gen Horizont. Drei Wochen… Langsam atmete sie ein und ließ sodann den Atem wieder entweichen. Zuerst hatte sie sich mit Williams Schicksal anfreunden können. Doch je länger sie über das geschehene nachdachte, desto mehr Abstand gewann sie davon. Und allmählich regte sich in ihr ein Gefühl, das ihr gar nicht mal so fremd war. Zorn.

Es bringt ja nichts, dachte sie bei sich und rieb sich den Nasenrücken. Es bringt ja nichts mehr…

Sie versuchte die Gedanken abzuschütteln und diese innere Leere zu verdrängen.

„Land in Sicht," rief der Pirat im Krähennest herab.

Elizabeths Augenbrauen schnellten hoch. Land? Die Fahrt nach Singapur würde mindestens noch eine Woche dauern. Vielleicht waren sie auf eine Inselgruppe gestoßen?

Sie rannte zum Heck des Schiffes und zog das Fernrohr aus. Der Steuermann – ein Asiate, wie alle ausgenommen Elizabeths auf diesem Schiff – wies ihr die Richtung.

Tatsächlich, keine sechs Seemeilen vor ihnen war Land. Durch das gute Wetter war die Sicht klar und weit.

„Sagt, Mr. Fuo, welche Insel ist das?" verlangte sie vom Steuermann zu wissen.

Fuo übernahm das Fernrohr und spähte hinaus. Er starrte einige Minuten hindurch und nahm es dann herunter. Er sah Elizabeth an, mit großen Augen, zuckte dann die Schultern. Aber anstatt ihr das Fernrohr zurück zu geben, spuckte er auf die Linse und rieb mit seinem dreckigen Hemd darüber. Nicht dass dies etwas gebracht hätte, die Linse war dadurch dreckiger als je zuvor. Aber dann setzte Fuo das Rohr nochmals an und nach wenigen Sekunden fing er an, den Kopf zu schütteln.

„Captain Turner, ich fürchte…" er stockte.

„Was fürchtet Ihr?"

„Das Land dort vorne… es ist die Schiffbruchinsel."

„Was? Das kann nicht sein!" Elizabeth riss dem Mann das Fernrohr aus den Händen und sah selbst noch einmal hindurch.

Sie war kein erfahrener Kapitän, wie Jack oder Barbossa, sie konnte die Inseln noch nicht anhand ihrer Küstenform erkennen. Aber das war absolut absurd. Sie waren vor nicht weniger als neun Tagen von hier fort gesegelt! Sie dürften nicht ansatzweise in der Nähe der Schiffbruchinsel sein.

„Wollt Ihr einen Scherz mit mir treiben?" fragte sie Fuo aufgebracht.

Der Asiate hob abwehrend die Hände.

„Aber nein, Captain!"

Sie konnte in seinen Augen dieselbige Überraschung sehen, die auch ihr innewohnte. Wie konnte das sein? Und vor allem: was war nun zu tun? Vielleicht irrte sich Fuo und dies war nicht wirklich die Schiffbruchinsel, sondern nur eine Küste, die eben ähnlich aussah.

„Setzt einen Kurs, wir gehen an Land!" befahl sie. „Wenn dies die Schiffbruchinsel ist, so wisst Ihr ja, wo wir an Land gehen."

Die Crew hatte sich bald an Deck eingefunden und starrte das näher kommende Land an. Und Elizabeth erfasste das merkwürdige Gefühl, dass Fuo Recht gehabt hatte. Die Küste kam ihr unheimlich bekannt vor, war sie doch von hier aufgebrochen. Sie musste hart schlucken, als Fuo sie durch die Bucht navigierte.

Und vor ihnen ragte sie auf, die Festung der Schiffbruchbucht. Genauso, wie sie sie vor neun Tagen zurück gelassen hatten.

Elizabeth traute ihren Augen nicht.

„Wie kann das sein, Mr. Fuo?" ihre Stimme hatte einen gefährlichen Unterton angenommen. „Wir müssten Meilen über Meilen von hier entfernt sein!"

Fuo jedoch schüttelte fassungslos den Kopf.

„Captain, ich setzte den Kurs nach bestem Wissen. Das hier kann nicht die Schiffbruchinsel sein."

Elizabeth wägte Fuos Worte. Nichts schien darauf hinzudeuten, dass er log. Sein Gesichtsausdruck verriet völlige Unwissenheit.

„Na dann…" sie überlegte kurz.

Mit den Vorräten, die sie hatten, würden sie Singapur nicht mehr erreichen, wenn sie nun kehrt machten. Sie mussten also an Land gehen. Darüber hinaus, wollte sie der Sache auf die Spur gehen. Wie konnte sich ein erfahrener Seemann so täuschen? Und sie wusste, wen sie deswegen aufsuchen würde.

FdKFdKFdK

Sie schritt durch die Festung, als wäre sie ihr Eigen. Wenn man es genau nahm, konnte sie sie auch fast zurrecht als ihr Eigen bezeichnen. Elizabeth Turner, die Königin der Piraten, war zurückgekehrt zu dem Ort, der das Heiligste verwahrte. Nun, zumindest, wenn Piraten irgendetwas heilig war.

Es roch modrig vom alten Holz und der überwältigende Geruch des Rums und des Abschaums machte sich hier breit. Viele Treppen führten über ein verwinkeltes Labyrinth immer weiter hinauf zu dem Ort den sie aufzusuchen gedachte.

Den Ratssaal der Piraten.

Unzählige Piraten lungerten hier herum, doch Frauen gab es so gut wie keine, es sei denn zu jenem einen Zweck.

Und Elizabeth klopfte nicht an, sondern stieß die Tür zum Ratssaal auf. Diese schlug mit einem lauten Krachen gegen die Wand und Staub rieselte aus diversen Ecken und Holzdielen.

Breitbeinig und erhobenen Kopfes stand sie in der Tür, ein wahrlich Ehrfurcht erregender Anblick.

Teague Sparrow, wie dem auch sei, sah nicht einmal auf. Er saß, nein lag, in seinem Stuhl, die Mitleid erregende alte Klampfe in seinen knochigen Fingern, eine Flasche Rum zu seinen Füßen, auf dem gewaltigen Einband des Piratenkodex.

Der Ovale Ratstisch war gedeckt mit den schmackhaftesten Speisen. Viel zu viele für einen einzelnen Mann. Und in Elizabeth bestätigte sich ihre Vermutung.

„Mr. Sparrow," ihre Stimme war eisig.

Nun sah Teague auf und das Grinsen stand ihm bereits im Gesicht.

„Captain Turner," grüßte er sie und mit einer Handbewegung, die wohl familiär vererbt wurde, wies er sie an, sich zu Tisch zu begeben.

Elizabeth dachte ja gar nicht daran. Auch wenn es hier gar vorzüglich roch… Sie stützte die Hände in die wohlgeformten Hüften. Aber Teague schien es nicht für nötig zu halten, ihr weitere Aufmerksamkeit zu schenken, sondern klimperte weiter herum. Musik konnte Elizabeth das beim besten Willen nicht nennen. Unterbrochen wurde das Gezupfe nur hin und wieder von einem Grunzen.

Die drei Angehörigen ihrer Crew jedoch, welche sie mitgebracht hatte, wollten sich nicht lange bitten lassen und machten Anstalten, sich auf das Buffet zu stürzen. Der eisige Blick, den sie sich dann von Elizabeth einfingen, ließ sie jedoch sofort erstarren.

Nicht jetzt, Männer, dachte Elizabeth mit zusammengebissenen Zähnen.

„Vielleicht besitzt Ihr die Gnade, uns zu informieren, was hier vor sich geht, Mr. Sparrow?"

Es war keine Bitte.

Teague linste unter seinem lapprigen alten Hut hervor und sah sie mit diesen merkwürdig wissenden Augen an.

Dann langte er nach unten und nahm die Flasche Rum. Ein kräftiger Schluck rann durch seine Kehle.

„Ich habe keine Ahnung, wovon Ihr sprecht," meinte er sodann.

Aber seine Augen verrieten es Elizabeth. Er sprach nicht die Wahrheit.

Sie zog ihr Schwert. Nun ja… Es ein Schwert zu nennen wäre zu viel der Ehre. Der alte Säbel glänzte nur matt im Kerzenschein und hatte seine besten Tage bereits hinter sich. William hätte sie sicher lieber im Besitz einer besseren, schärferen Waffe gesehen, doch zum einen nahm Elizabeth in diesen Zeiten, was sie bekommen konnte. Und zum anderen: wie sollte er es erfahren?

„Ihr wisst ganz genau, wovon ich rede," zischte sie ihn an. „Wie ist es möglich, dass wir hier sind?"

Teague grinste und schüttelte den Kopf.

„Das solltet Ihr entweder Euch selbst oder Euren Steuermann fragen."

Fuo hob instinktiv abwehrend die Hände, aber Elizabeth bezweifelte, dass er etwas damit zu tun hatte.

„Weder er, noch ich wissen, wie wir hier her gelangt sind… warum uns unser Kurs zurückführte. Viel eher vermute ich, dass dies hier ein schlechter Scherz von Jack sein muss."

Plötzlich hörte sie eine Stimme direkt an ihrem rechten Ohr.

„Liebes, ich hatte nichtssss damit zu tun," der Alkoholgehalt in dem riechenden Atem ließ es Elizabeth kurz schwindeln.

Sie schüttelte den Kopf und als sie wieder klar sehen konnte, wankte Jack auch schon vor ihr herum. An seines Vaters Seite blieb er stehen. Einen Moment glaubte Elizabeth, dass er gleich das Gleichgewicht verlieren und zu seinem Vater auf den Stuhl fallen würde. Stattdessen schnappte er mit einer schnellen Handbewegung nach der Flasche.

Teague war schneller. Er hielt die Flasche außerhalb von Jacks Reichweite.

„Ich wusste, dass es nicht allzu lange dauern würde, Jackie."

Jack schien weniger an diesem Kommentar interessiert zu sein, als an dem Rum.

„Warum bin ich nicht überrascht?" meinte er nur und wendete seine Aufmerksamkeit dem gefüllten Tisch zu.

Er prüfte pickiert die Konsistenz des Hühnerbratens mit den Fingern und als er sie anscheinend für annehmbar befand, riss er ein Bein heraus.

„Jack?! Ich dachte, du wärest bereits wieder auf See!"

Jack hatte sich auf einem Stuhl nieder gelassen, die Füße auf den Tisch gelegt und nagte nun prüfend an dem Hühnerbein. Als er angesprochen wurde legte er den Kopf so weit in den Nacken, dass er sie ansehen konnte.

„Das dachte ich auch von dir," sagte er und wedelte mit dem Hühnerbein.

Genervt trat sie gegen ein Bein seines Stuhles, worauf hin dieser ächzend nachgab und kläglich in sich zusammen fiel. Jack landete mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden und stöhnte, als er sich aufzurappeln versuchte. Er hatte etwas von einem Käfer, der auf dem Rücken lag. Noch immer sah er so aus, als wäre er Dauertrunken.

„Elizabeth," sagte er als er sich wieder weitest auf Augenhöhe mit ihr befand. „Das war nicht sehr Damenhaft."

„Jack!" ihre Stimme erhob sich nun. „Was zum Teufel geht hier vor sich?"

„Ich will dir sagen, was hier vor sich geht, Schatz…" er streckte seinen Rücken. „Die Pearl, wie du dich ja wohl erinnerst, ist mein Schiff. Barbossa, wie du dich hoffentlich auch erinnerst, hatte ein Auge auf sie geworfen. Und Piraten, wie du am eigenen Leibe erfahren durftest, halten eher weniger auf das Wörtchen „Ehre". Also was glaubst du nun, was hier vor sich geht?" er sah sie schräg an, während Elizabeth die Worte fehlten.

„Willst du mir zu verstehen geben, dass Barbossa dir die Pearl schon wieder unter den Füßen weg geschnappt hat?" fragte sie entsetzt.

„Wenn du das sagst, komme ich mir ganz schön lächerlich vor, weißt du?" Jack ließ sich wieder auf den Stuhl fallen und sah sie vorwurfsvoll an.

Teague begann wieder herumzuzupfen. Elizabeth konnte nur den Kopf schütteln und die Augen verdrehen.

„Und wer hatte die Güte, dich bis hier her mit zu nehmen, Jack?"

„Schildkröten," meinte Jack und schenkte sich einen Becher roten Weines ein.

Elizabeth war fast nervlich am Ende. Ein Problem mit Jack war, dass man nur in den seltensten Fällen zu hören bekam, was man wollte. Sie setzte sich resignierend neben ihn, riss ihm die Flasche aus der Hand und trank gleich daraus.

Jack starrte sie mit großen schwarzen Augen an. Elizabeths Gefolgschaft jedoch nahm dies als Erlaubnis, sich ebenfalls bedienen zu dürfen und fiel gierig über das Dargebotene her.

Sie leerte gut ein Viertel der Flasche auf einen Zug, bevor sie absetzen musste und sich den Mund abwischte.

„Das ist kein guter Jahrgang," stellte sie fest, nahm aber einen weiteren Schluck.

Jack zog die Brauen hoch und linste hinter sich zu Teague. Der schien voll und ganz mit seinem Spiel beschäftigt. Der Rum stand noch immer zu seinen Füßen… Und Elizabeth hatte den Wein.

„Nun, wie dem auch sei," setzte Jack an. „Ich muss die Pearl wieder bekommen."

Elizabeth nahm sich nun auch ein Stück Huhn, zupfte es sorgfältig auseinander und aß ein wenig zu ihrem Wein.

„Und weiter?" sie hatte eigentlich nicht die geringste Lust, sich mit Jack zu unterhalten.

Dafür war sie viel zu wütend auf ihn. Aber wenn das alles gewesen wäre… wieder machte sich der Zorn in ihr breit und es fiel ihr schwer, die brennenden Tränen zurück zu halten.

„Dafür brauche ich ein Schiff," er sagte dies, als würde er einen alten Freund um einen Schilling bitten.

„Vergiss es, Jack," war alles was Elizabeth für ihn übrig hatte.

Noch einmal sah Jack hinter sich zu seinem Vater.

„Vergiss es, Jack," sagte er in genau jenem Tonfall wie schon Elizabeth.

Stöhnend wandte sich Sparrow wieder Elizabeth zu.

„Also Liebes. Vielleicht muss ich deinem Gedächtnis etwas auf die Sprünge helfen, aber sehen wir doch mal die Tatsachen: du bist mir etwas schuldig…"

Elizabeth sah ihn emotionslos an, ihre honigbraunen Augen schienen gelangweilt.

„Ohne mich, wärest du heute noch in der anderen Dimension. Ohne mich, wäre der Kampf gegen Becket verloren gegangen. Ohne mich, würde dein geliebter William nicht mehr leben. Und du hast mich umgebracht."

Das war zu viel. Elizabeth sprang auf, ihr Stuhl fiel um und wutentbrannt schrie sie Jack an.

„Ohne dich, Jack, wären Will, mein Vater und ich noch immer glücklich in Port Royal. Ohne dich, wäre das alles gar nicht geschehen! Und ich mag dich getötet haben, doch waren wir es, die gekommen sind, dich zu retten. Wir haben dir die Karte gebracht, Jack, ohne die du wohl ewig fest gesessen hättest! Und magst du Wills Leben auch gerettet haben, so hast du es ihm überlassen Jones' Platz einzunehmen!"

Sie hatte Jack am Kragen gepackt und sah ihm in die Augen.

„Ich bin dir nichts schuldig, Jack. Aber auch gar nichts," zischte sie ihn an.

„Aber… warum bist du dann hier?" fragte Jack überrascht.

Mit einem Wutschrei stieß sie Jack hinten über und zum zweiten Mal an diesem Abend fand sich der Captain der Pearl auf dem Boden.

„Wir nehmen Vorräte an Bord und reisen ab!" schrie Elizabeth ihre Crew an. „Verflucht seiest du Jack."

Die drei asiatischen Piraten sahen sich gegenseitig an, rafften so viel Essbares wie möglich an sich und rannten ihrem Kapitän nach."

„Scheint so, als wüsstest du noch immer nicht mit Frauen umzugehen, Jackie…"

Jack blies sich eine seiner Strähnen aus dem Gesicht.